Pro:
vielleicht die letzten zehn Minuten
Kontra:
wernig überzeugende Darsteller - wenig überzeugende Story
Empfehlung:
Nein
Da ich im Moment Zeit und Lust hatte mal wieder ein paar DVD's zu gucken folgt heute schon wieder ein Filmbericht von mir.
*** WHITEOUT ***
Noch nie davon gehört? Nun ja, der Film, der 2009 in USA gedreht wurde ist niemals in die Kinos gekommen sondern hat es nur zu einer DVD-Veröffentlichung gebracht. Er beruht auf den ersten Band einer inzwischen achtteiligen Comicserie mit dem gleichnamigen Titel.
*** INHALT ***
US Marschall Carrie Stetko hat sich, nachdem sie vor zwei Jahren ihren Partner in Notwehr getötet hat, in eine Forschungsstation am Südpol versetzen lassen. Hier hofft sie wieder zur Ruhe zu kommen.
Doch damit ist es vorbei, als ihr plötzlich der Fund einer Leiche gemeldet wird – Anton Weiss, der in einem nahe gelegenen Camp gemeinsam mit zwei Kollegen nach Meteoritenresten gesucht hat und der offensichtlich ermordet wurde.
Stetko bleiben nur wenig Zeit den Mord aufzuklären und den Mörder zu finden, der sich irgendwo unter ihnen befinden muss (schließlich kann nicht einfach mal jemand unbemerkt am Südpol vorbei gucken und nachdem er einen Mord begangen hat wieder verschwinden) – denn in nur wenigen Tagen bricht die „ewige Nacht“ herein = die Sonne wird untergehen und es wird erst nach sechs Monaten wieder hell.
Eine Aufgabe die sich mehr gefahren stürzt, als sie geahnt hat, denn sie kämpft nicht nur gegen einen unbekannten Mörder sondern auch gegen das Wetter.
*** MEINE MEINUNG ZUM FILM ***
Mehr möchte ich hier vom eigentlichen Inhalt gar nicht verraten Der Film ist ein typischer Thriller: ein einsamer Marschall auf der Suche nach dem Bösewicht – dabei lässt sich nicht so genau sagen, wer nun eigentlich freund und wer Feind ist.
Die Situation wird verschärft, weil sich alles auf einem sehr engen Raum abspielt und weil die nähere Umgebung alles andere als freundlich ist. Der Schneesturm der draußen herrscht ist in vieler Hinsicht lebensbedrohend.
Tcha – hört sich das jetzt außergewöhnlich spannend an? Ehrlich gesagt: nein! Ich kann verstehen, warum dieser Film es nie bis in die Kinos geschafft hat. Er ist bestenfalls ein B-Movie. Die Story bemüht sich um Spannung, was ihr aber nur in Grenzen gelingt. Stellenweise fand ich das Ganze ein wenig verwirrend – was mich aber nicht dazu gebracht hat, gespannt auf die Auflösung zu warten sondern eher dazu, zu überlegen, ob ich den Film besser gleich ausschalte.
Nervend fand ich die Außenaufnahmen. Es ist eben doch ein wenig eintönig wenn man immer nur ein paar bis zur Unkenntlichkeit vermummte Menschen angeleint durch einen Schneesturm stapfen sieht und nicht so recht weiß, um wen es sich eigentlich handelt. Das könnte die Spannung erhöhen – tut es aber nicht wenn das zu häufig passiert.
Wenn mir etwas an dem Film gefallen hat ist es das Ende. Die letzten fünf Minuten bieten dann doch tatsächlich so etwas wie eine Überraschung für den Zuschauer der bis hierher durchgehalten hat. Was dann aber doch nicht entschädigen kann für 90 eher langweilige Filmminuten.
Alles in allem würde ich sagen: man kann sich den Film ansehen, wenn man mal von sehr viel Langeweile geplagt wird – aber man sollte nicht zu viel davon erwarten. Für mich ist er nicht einmal Mittelmaß, sondern wirklich sehr schwach. Jetzt zu sagen, er ist durch und durch schlecht wäre vielleicht ein klein bisschen übertrieben – er hat ja durchaus die eine oder andere Minute, die mich zu fesseln versteht, nur dass das eben nicht lange anhält.
*** DIE SCHAUSPIELER UND IHRE ROLLEN ***
Der Film kann durchaus mit einigen bekannten Namen aufwarten.
Da ist Kate Beckingsale, die die Rolle der Carrie Stetko übernommen hat (nachdem Reese Witherspoon abgelehnt hatte). Tom Skerrit taucht als Dr. John Fury auf und Alex O’Loughlin als Russell Haden, einer der Stationspiloten.
Wirklich erwähnenswert ist keine der Rolle, weder die der bekannteren Namen noch die der unbekannten Darsteller. Ich würde nicht soweit gehen zu behaupten, das sie durchweg schlecht spielen. Ich denke, es ist einfach das Drehbuch, das den Rollen nicht mehr Raum gibt und die Schauspieler einengt.
*** WHITEOUT ***
Für den interessierten Leser hier eine kurze Erklärung, woher der Filmtitel eigentlich kommt.
Der Witheout ist ein meteorologisches Phänomen, das hauptsächlich in Polargebieten und auch im Hochgebirge auftritt.
Als Whiteout wird die Helligkeit beschrieben, die bei schneebedecktem Boden und gedämpftem Licht auftritt. Dabei kommt es einem so vor, als wenn Erde und Himmel nahtlos ineinander übergehen. Es sind keine Konturen oder Schatten mehr erkennbar.
Bei einigen Personen kann dies zu starker psychischer Belastung führen, die sich mit Beklemmung und Angstgefühle äußert und zu Desorientierung und Gleichgewichtsstörungen führen kann.
*** MEHR ZU FILM UND DVD ***
Whiteout
2009 in USA gedreht
2010 in Deutschland auf DVD erschienen
Sprachen: Spanisch, Deutsch, Englisch (alles in Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch
Bild: widescreen 16:9 - 2.40:1
Bild und Ton sind soweit in Ordnung – aber es ist auch nichts, was man jetzt besonders erwähnen müsste.
FSK: 16 Jahre
Lauflänge: 97 Minuten
Extras: nicht verwendete Szenen
Preis:
DVD neu 7,99 Euro – wer einen Blue ray Player sein eigen nennt kann sich auch die Blue ray für 17,99 Euro zulegen
*** MEIN FAZIT ***
Allenfalls ein B-Thriller den man sich mal im Fernsehen angucken kann, wenn er denn da mal läuft. Das Geld für die DVD ist er keinesfalls wert.
@ Prisca – April 2010 weiterlesen schließen
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