Pro:
Gute Darsteller, Splatter, Humor, Happy End
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Einleitung
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Das Kinojahr 2006 war nicht unbedingt mein Jahr, kaum ein Film hat mich wirklich gereizt, so war ich da mehr als nur erfreut, als innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Filme auf meiner Wunschliste erschienen sind. Es handelt sich hierbei um Borat und SEVERANCE, letzteren habe ich gerade erst gesehen (20 Minuten bevor ich damit angefangen habe diese Zeilen zu verfassen). SEVERANCE ist eine britische Horrorkomödie. Der Begriff Horrorkomödie sollte jedoch richtig interpretiert werden, es ist ein neuer Horrorfilm, jedes Genre entwickelt sich weiter, so auch dieses. Quentin Tarantino und Peter Jackson haben dieses neue Genre schon mit dem Erscheinen von CABIN FEVER hoch gelobt. Die Fragen, Wünsche und Anregungen die durch meine Einleitung entstanden sind, versuche ich nun mittels Erfahrungsbericht zu klären.
Story
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Der internationale Rüstungskonzern Palisade Defence hat sich für seine Mitarbeiter einen besonderen Leckerbissen einfallen lassen. Fernab jeglicher Zivilisation sollen 7 Mitarbeiter für ein paar Tage in einer Waldhütte hausen, die sich in den tiefsten Wäldern Ungarns befindet, um somit für frischen Teamgeist zu sorgen. Doch schon die Anreise wird zum Problem, nachdem Steve (Danny Dyer) seinen Computer nach möglichen Kontakten zu Callgirls aus der Nähe durchforstet hat und Maggie (Laura Harris) von der männlichen Crew belästigt wird, bleibt der Bus in dem sich die Mitarbeiter befinden stehen. Grund ist ein riesiger Baumstamm, der die Straße versperrt, der ungarische Busfahrer weigert sich eine Abkürzung zu nehmen, dreht um und fährt alleine zurück. Teamleiter Richard (Tim McInnerny) versucht die verzweifelten Gemüter zu beruhigen und sagt die Hütte sei gleich in der Nähe. Das stimmt auch, trotzdem bekommen die 7 ihren nächsten Schock, die Hütte entpuppt sich als ein verkommener Bau aus sozialistischen Zeiten. In der Gruppe macht sich nun Verzweiflung breit, Richard hat alle Hände voll zu tun, die 6 Mitarbeiter zusammenzuhalten. In der Nacht fühlt sich Ehrenjungfrau Jill (Claudie Blakley) dann auch noch beobachtet und beschließt am nächsten Tag abzureißen. Der Großteil der Gruppe ist dafür, so hat Richard kaum noch eine Chance sich durchzusetzen. Jill und Vorzeige-Macho Harris (Toby Stephens) versuchen indes Hilfe zu holen, die anderen 5 spielen in der Zeit Gotcha. Während der Gotcha-Party tritt Gordon (Andy Nyman) aus versehen in eine Bärenfalle, die Versuche von Steve und Billy ihn daraus zu befreien, Enden damit, dass sein Bein abgetrennt wird. Doch es wird alles noch schlimmer.
Harris und Lilly müssen entsetzt feststellen, dass der Busfahrer umgebracht wurde. Er liegt tot neben seinem Bus. Die beiden schnappen sich den Bus und versuchen die restlichen 5 zu retten. Bei den anderen angekommen stellt sich die Frage, wohin nun mit dem Bein von Gordon? Richtig in den Kühlschrank. Die 7 versuchen nun zu flüchten, sie kommen aber nicht weit. Der Bus hat einen Unfall, aufgrund von Krähenfüßen die eigens dafür ausgelegt wurden, und alle sind danach ziemlich benommen. Nun kommt eine weitere Gefahr hinzu, im Wald befinden sich irre Söldner, deren einziges Ziel darin besteht, unsere Gruppe zu dezimieren. So werden auch Harris und Jill die ersten Opfer der Söldner. Die restlichen 5 können in die Hütte flüchten. Doch dort sind sie auch nicht sicher, die Söldner sind nämlich auch in der Hütte und verfolgen eisern ihr Ziel.
Schauspieler
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Steve [Danny Dyer]: Er ist schon bei seiner Anreise bekifft und so verhält er sich dann auch zu Beginn des Films. Meist nerven Kiffer, hier ist dies jedoch nicht der Fall, er wirkt doch ziemlich cool in seinen Szenen. Im späteren Verlauf, als das Dope dann nachlässt wirkt er sogar normal und es kommen doch ein paar sinnvolle Sätze von seinen Lippen. Er ist neben Laura Harris der Hauptdarsteller und hat eine ziemlich amüsante Rolle abbekommen, die er außerdem noch sympathisch und glaubhaft verkörpert.
Maggie [Laura Harris]: Am Anfang wirkt sie noch ziemlich zurückhaltend, das liegt wohl auch daran, dass Danny Dyer mit seiner Rolle jeden anderen Akteur verblassen lässt. Wer 0-8-15-Slasher-Filme kennt, der weiß, dass sie höchstwahrscheinlich nicht sterben wird, da eine Frau immer überleben muss, in diesem Fall halt die hübschere. Aber auch sie kommt gegen Ende hin immer besser ins Spiel, sie ist auch der Ruhepol im Team, die einzige Person die keinen Schaden hat. Laura Harris war in THE FACULTY zu sehen, dort spielte sie aber das böse Monster, hier ist sie die weibliche Heldin.
Richard [Tim McInnerny]: Richard predigt ständig von Teamgeist und Zusammenhalt, jedoch ist er derjenige, der die größten Probleme damit hat, wenn es wirklich um Teamarbeit geht. Anfangs kristallisiert er sich auch als Anführer der Gruppe und macht so ziemlich alles falsch was man falsch machen kann, gegen Ende hin gibt er dann doch noch einmal alles und verabschiedet sich mit einer Heldentat.
Harris [Toby Stephens]: Er ist der eigentliche Führer der Gruppe, die Fehlentscheidungen die Richard anfangs trifft korrigiert er mit lockeren Sprüchen. Er ist sehr mutig und die Person, die wohl am wenigsten von Richards Plänen begeistert ist. Er wirkt auch etwas arrogant, verabschiedet sich dann aber trotzdem mit einer sehr lustigen Szene.
Jill [Claudie Blakley]: Sie wirkt anfangs doch ziemlich verklemmt und engstirnig, ihre Hornbrille tut dann den Rest. Sie scheint noch dazu Jungfrau, Vegetarierin und Menschenrechtlerin zu sein, was alles schlechte Voraussetzungen sind, trotzdem wirkt sie keinesfalls nervend. Ihr Ableben könnte man auch mit einem "Schade" beurteilen, obwohl auch dies lustig gestaltet wurde.
Gordon [Andy Nyman]: Gordon ist ein kleiner verspielter Fettsack, der sich trotzdem an verschiedene Vorschriften hält. Er wirkt aber ähnlich wie Jill auch wie eine graue Maus, in der Bärenfallenszene musste ich nebst Schmunzlern auch einige Aua!-Schreie abgeben. Er hat es nicht leicht, was die Schmerzen betrifft.
Billy [Babou Ceesay]: Der Quotenschwarze darf auch hier nicht fehlen. Er wirkt ziemlich bodenständig, obwohl er keine auffällige Rolle spielt. Man kann sagen, dass er wegen der Quote mit dabei ist, denn sein Charakter hätte auch weggelassen werden können, er bietet einfach nichts Besonderes. Obwohl es seine erste richtige Filmrolle war, wusste er schauspielerisch zu überzeugen.
Im späteren Verlauf erscheint dann auch noch George [David Gilliam], der von dieser ganzen Sache ziemlich überrascht wird. Er ist der arrogante Chef der Firma, der in einer Szene auch deutliche Probleme damit hat, eine Panzerfaust abzufeuern. Olga [Juli Draikó] und Nadja [Judit Viktor] sind die beiden Callgirls die George engagiert hat, sie entwickeln sich gegen Ende hin noch zu weiblichen Rambos, und sorgen zusätzlich für freigelegte Brüste, die es im Film zu sehen gibt. Alle Darsteller sind ziemlich gut. Sie verkörpern allesamt sehr schwierige und seltsame Charaktere, es gelingt aber jedem seinen Charakter glaubhaft rüberzubringen. Bis auf Laura Harris und Danny Dyer sagt mir kein Schauspieler wirklich etwas, der Qualität hat dies aber nicht geschadet.
Kritik
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Es ist eine neue Art von Horror die auf den Zuschauer zukommt. Der Film ist ein Mix aus HOSTEL und CABIN FEVER. Zwei Filme die mir übrigens auch sehr zugesagt haben. Der Film ist zu Beginn eine einzige Blödelkomödie, da gibt es Rülps- und Urinierwitze, es driftet jedoch nie zu sehr in die Fäkalecke ab. In der Mitte beginnt der Film dann eine Splatterkomödie zu werden, was sich dann gegen Ende zu einem reinen Horrorstreifen entwickelt. Nun stellt sich die Frage ob es Regisseur Chris Smith nicht gelungen ist, verschiedene Genres zusammenzupacken, oder ob er dieses Ziel der verschiedenen Parts mit Absicht verfolgt, ich glaube eher letzteres. Der Film entwickelt sich zu einer Schlachterplatte, gepaart mit bitterbösem schwarzem Humor wie man ihn nur aus England kennt. Das eigentliche Ende des Films zögert sich dann noch zusätzlich hinaus, jedoch tritt hierbei keine Langeweile auf. Das ist zu dem Zeitpunkt, in dem sich der Film zu einem ernsthaften Horrorthriller entwickelt, der Humor bleibt hierbei jedoch überhaupt nicht auf der Strecke, er tritt nur noch vereinzelter auf. Man entwickelt Sympathien mit den Charakteren, so leidet man teilweise auch mit wenn sie schmerzen ertragen müssen, das Ende ist dann ein erfüllendes Happy End wie ich es lange nicht mehr gesehen habe, leider bleibt der Spielraum für eine Fortsetzung begrenzt. Ein nettes Gimmick ist auch die Anfangsszene, die eigentlich erst am Ende spielt, hier erfährt man was mit George passiert.
Der Humor bleibt im ganzen Film bestehen, gegen Ende wird er zwar etwas seltener, dafür aber markanter. Fast jede Minuten gibt es einen witzigen Spruch oder eine witzige Szene. Dabei bleibt der Humor immer auf einem ziemlich angemessenen Niveau. Einzig das Niveau hinsichtlich der Gewaltszenen wird mehrmals überschritten. An Action gibt es zahlreiche Schießereien mit harten Geschützen, selbst eine Panzerfaust ist Teil des Films. Die Spannung bleibt nie auf der Strecke, schnell entwickelt man Sympathien für die Darsteller, es gibt keine richtigen Schockmomente, die Flucht vor den Söldnern trägt zur Spannung bei. Romantik entwickelt sich kaum, zwischen Steve und Maggie scheint es nie so richtig zu funken, was dem Film sicherlich auch nicht gut getan hätte. Eine Szene, in der Maggie und Steve ein eingehendes Gespräch haben, wird nach zirka 15 Sekunden durch eine humoristische Einlage unterbrochen. Die Worte Horror und Komödie stehen also für diesen Film, mehr sollte man nicht erwarten.
Aber was macht diese "neuen" Horrorfilme so besonders? Dazu gibt es einige Gründe, erstens, dieser Film kommt aus England. Ich habe in letzter Zeit zahlreiche englische Horrorstreifen gesehen, wie zum Beispiel THE DESCENT oder EVIL ALIENS, diese Filme konnten mir endlich etwas neues und anderes bieten, was sich vom 0-8-15 Hollywood Einheitsbrei unterscheidet. Der Film nimmt sich selbst kaum ernst, die Schauspieler wirken nicht wie Amateure, spielen aber so. Und das Beste ist die Kameraführung und die damit verbundenen Szenen. So befindet sich Harris zum Beispiel in einem dunklen Keller, dort entdeckt er ein Skelett, er dreht sich um und will gehen, plötzlich ist ein Geräusch zu vernehmen, Harris dreht sich schreckhaft wieder in Richtung des Skeletts um. Das Geräusch war jedoch nicht dort unten, es gehörte oben hin, wo Gordon derweil das Essen machte und dabei etwas geschnitten hat. Der Schnitt war so kurzfristig, dass man gedacht hat, diese Szene gehöre woanders hin, auf jeden Fall war das sehr humorvoll. Die meisten Gags sind auf einem ähnlichen Niveau wie dieser hier. Eine weitere lustige Szene betrifft ebenfalls Harris, er redet mit Jill und versucht ihr zu erklären, dass Der Kopf, nachdem er vom Körper getrennt wurde ungefähr noch 2-3 Minuten weiterlebt. Ihm ereilt dann schließlich auch dieses Schicksal, als er seinen eigenen Körper sieht, und mitbekommt, dass er nicht mehr Teil seines Kopfes ist und noch lebt, verabschiedet er sich mit einem Lächeln in das Reich der Toten.
Der Gewaltanteil ist ziemlich hoch. Auch wenn versucht wird viele brutale Szenen mit Humor zu veredeln, ist es doch teilweise ziemlich menschenverachtend was da gezeigt wird. In der Uncut-Version hat dieser Film dann auch zu Recht eine FSK von 18 bekommen.
Fazit
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Ist das der neue Horror? Ja, er ist es, und ich finde das in Ordnung. Man bekommt etwas Neues zu Sehen, alte Slasherfilme wie HALLOWEEN oder FREITAG DER 13. haben ausgesorgt. Man muss sich etwas Neues einfallen lassen um den Zuschauer überzeugen zu können, und das ist meines Erachtens hier gelungen. Ich wüsste nicht wieso ich diesem Film Abzüge verpassen müsste, ich fand eigentlich nichts negativ, SEVERANCE ist auch ein Film den man sich mehrmals anschauen kann. Daher gibt es volle Punkte und meine Empfehlung.
Filminfos
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Titel: Severance
Genre: Komödie, Horror, Thriller
Erscheinungsjahr: 2006
Erscheinungsland: Großbritannien
Länge: 92 Minuten
Altersfreigabe: FSK 18
Regie: Christopher Smith
Darsteller: Steve [Danny Dyer], Maggie [Laura Harris], Richard [Tim McInnerny], Harris [Toby Stephens], Jill [Claudie Blakley], Gordon [Andy Nyman], Billy [Babou Ceesay], George [David Gilliam], Ilga [Juli Draikó], Nadja [Judit Viktor] weiterlesen schließen
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