Pro:
Sprach- und Empfangsqualität (nur im D2-Netz getestet), Handlichkeit
Kontra:
Kamera
Empfehlung:
Ja
***Nokia 3130 classic***
*Kaufpreis* 179,00 Euro im August 2007 bei Realkauf.
*Mitgeliefertes Zubehör*
Akku, Ein-Ohr-Mono-Hedset, welches gleichzeitig als Radioantenne fungiert, gedrucktes mehrsprachiges Handbuch und einen Trageriemen und ein Ladegerät.
*Nachträglich erworbenes Zubehör*
Ledertasche 9,99 Euro
2 GByte Micro-SD-Card mit SD-Adapter 26,80 Euro
Adapter 2,5 Zoll Klinkenstecker auf 3,5 Zoll Klinkenbuchse 7,99 Euro
Displayschutzfolie (2er Pack) für 5,95 Euro
USB-Kabel - Mini-USB auf Normal-USB (war vorhanden aus eigenen Beständen)
*Aussen*
Da liegt es vor mir.
Kompakt aus einem Guss. Ein sogenanntes Barrenhandy.
Mir war es wichtig, kein Klapp-, Verschiebe- und Drehhandy zu erwerben.
Ich hatte Sorge, dass der Klapp-, Verschiebe- und Drehmechanismus eines entsprechenden Handys sich für dieses lebensdauerverkürzend auswirken könne. Diese Mechanismen haben die Eigenart "auszuleiern", so meine Meinung.
Das Gehäuse ist schwarz, der Ziffern / Buchstabenblock ist mit weisser Schrift auf schwarzen Untergrund beschriftet.
Eine Taste mit einem grünen und eine Taste mit einem roten Telefonsymbol sowie zwei Tasten mit einem blauen Strich komplettieren die Bedientastatur.
Die Vorderseite ist jeweils hälftig unterteilt in Display und Tastatur.
An der rechten Seite befindet sich der Wippschalter für die Lautstärkeregelung.
An der linken Seite erkennt man den Infrarot-Port.
Auf der Rückseite befinden sich der Lautsprecher und die objektivlose Linse der Kamera. Mit dieser lassen sich Bilder im jpg-Format und Videos erstellen.
Auf der Oberseite ist der Ein- / Auschalter angeordnet.
Auf der Unterseite des Handys findet der geneigte Benutzer die Headsetanschluss als 2,5 Zoll-Klinkenbuchse, Netz-/Ladekabelanschluss, einen Mini-USB-Anschluss sowie das Mikrofon.
An den Headsetanschluss lassen sich auch mit einem entsprechenden Adapter auch Kopfhörer mit 3,5 Zoll Klinkenstecker anschliessen.
Innen
Nach dem als sehr unhandlich empfundenen Öffnen der Klappe auf der Rückseite, offenbaren sich die Einschübe für den Akku, die SIM-Karte und für eine Micro-SD Karte mit einer maximalen Kapazität von 2 Gigabyte.
*Funktionen*
Als primäre Funktion dieses Handy nenne ich hier das mobile telefonieren. Da ich das Telefon ohne Vertrag erworben habe, benutze ich eine Prepaidkarte im D2-Netz des Anbieters Vodafone. Infolge der als empfundenen Preispolitik des Vodafonkonzerns im Mobilfunkbereich habe ich optimierte Kommunikationstechniken entwickelt. Damit reicht das Guthaben von 15,00 Euro der Prepaidkarte bei mir 6-10 Monate.
Weiterhin besitzt das Nokia 3110 classic noch folgende Funktionen:
- Fotoerstellung mit sehr geringer Qualität.
Erstellung von qualitativ geringwertigen Videos.
- Radiohören (UKW) mit Senderspeicherung.
Hören von Audiodateien (eine Micro-SD-Karte ist hier unbedingt
zu empfehlen).
- Verfassen von SMS, MMS MMS Plus, Flash, und Audiomitteilungen
(Sprachaufzeichnungen)
- Versand von Nachrichten und Dateien neben dem Mobilfunkk
auch per Bluetooth.
- Kontaktverwaltung als Telefonbuch im Telefonspeicher,
SIM-Karte oder Micro-SD-Karte.
Protokollierung aller ankommenden und ausgehenden Anrufe,
Meldungen, etc.
- zum Teil Einstellung persönlicher Profile.
PPT (push to talk, eine Art kostenpflichtige Walkie-Talkie-
Funktion).
- Organizer mit Wecker, Aufgabenliste, Notizblock, Rechner,
Count-Downzähler und Stoppuhr (die Notizen kann man an
einen PC, Notebock, PDA senden, dort liegen sie dann im
.txt-Format vor)
- Programme und Spiele ausführen (ab Werk sind drei Spiele
(Soccer, Snake und Sudoko) installiert.
Dann gab es noch zwei Links in das Internet (Weltzeit und Yahoo!Go)
Die Links habe ich gelöscht, deren Benutzung vermindert das
Kartenguthaben.
*Übertragungsmöglichkeiten*
Daten lassen sich zusätzlich zum Mobilfunk auch per USB-Kabel, Bluetooth und Infrarot versenden. Textmitteilungen können auch als Fax zum Empfänger übertragen werden.
***Gut***
*Ergonomie und Sprachqualität*
Ich finde, dass das Handy sehr handlich ist. Die Empfangs- und Sprachqualität im Vodafone-D2 Netz empfinde ich als ausgezeichnet.
Die Sprachwahl habe ich noch nicht genutzt, da ich es nicht mag wenn in meiner Umgebung Personen in ihr Handy lauthals hineinbrüllen "NACH HAUSE" o.ä.
Da finde ich die Kurzwahl per Tastendruck aus dem Telefonbuch stimmschonender und weniger anstrengend.
*Akkulaufzeit und Ladedauer*
Der mitgelieferte Akku hält, wenn ich über Nacht das Handy ausschalte, etwa zwei Wochen. Darin sind einige, wenige Gespräche (etwa zehn Gespräche bis zu drei Minuten) enthalten.
Bei der Benutzung in stundenlangen, stark ortsveränderlichen Betrieb (PKWs, Züge der Deutschen Bahn, in Flugzeugen), über zehn Gespräche bis zu je zehn Minuten, Musikhören, Spielen, Erstellung von Fotos, Sprachaufnahme- und Wiedergabe, ohne nächtliches Ausschalten hält der Akku ca. drei Tage.
Damit bin ich zufrieden. Das Nachladen beträgt etwa 3 - 4 Stunden bei vollständig erschöpften Akku.
Ein Ladekabel für den PKW benötige ich aus diesem Grund nicht.
***Weniger gut***
*Kamera*
Die Kamera ist für meine Zwecke nahezu ungeignet. Das Ablichten von Fahrplänen, Stadtplänen, A4-Dokumenten, Visitenkarten, Speisekarten, Schildern mit Öffnungszeiten, Zeichnungen, etc. ist nahezu umöglich, man kann man dem Handydisplay fast keine Zahlen und Buchstaben mehr erkennen. (also unleserlich)
In wenigen Fällen hilft es, das digtale Foto auf ein Notebook, PDA, PC zu transportierem, die bessere Monitorauflösung dieser Geräte kann hier die Erkennung verbessern.
Für anspruchslose Schnappschüsse ist diese Kamera gerade ausreichend.
Weiterhin gibt es für die Linse keine Schutzvorrichtung. Das Zerkratzen der Linsenoberfläche ist somit vorprogrammiert.
Tipp: Die Linsenaustrittsöffnung mit Schutzfolie / Klebeband abkleben.
Für meine Benutzeransprüche, im mobilen Einsatz, empfinde ich diese Kamera als als untauglich. Also Murks.
*Sprachaufnahmen*
Mit dem Handy kann auch als Diktiergerät benutzt werden. Als Speicherorte dienen der interne Speicher bzw. wenn vorhanden, die Micro-SD-Karte. Leider sind die Sprachaufzeichnungen beim Abhören sehr leise.
Werden laut und nervig handytelefonierende Mitbürger in der unmittelbaren Umgebung aufgenommen, können die Gesprächsinhalte bei der Wiedergabe kaum entziffert werden.
Auch die Wiedergabe von eigenen, gesprochenen Eindrücken, Situationen, Orts- und Personenbeschreibungen empfinde ich als sehr leise.
Um z.B. die selbst gesprochenen Eindrücke in .mp3 Lautstärke zu hören, muss die .amr-Sprachdatei in eine .mp- bzw. .wav-Datei umgewandelt werden.
Ab Werk, mit den vorhandenen Bordmitteln, bietet das Nokia 3110 classic diese Möglichkeit nicht.
Als Diktier- und Aufnahmegerät nur bedingt tauglich, da die Widergabe zu leise ist.
*Songs hören*
Der eingebaute Mediaplayer bietet die Möglichkeit Audiodateien im .mp3-Format wie Songs, Hörbücher etc. zu Hören.
Das Einstellen von Playlists finde ich sehr umständlich.
*Mitgeliefertes Headset*
Das mitgelieferte Ein-Ohr-Mono-Headset finde ich vom Prinzp her o.k. Damit hat man immer ein Ohr für die Umgebungsgeräusche frei.
Nachteilig finde ich die Befestigung desselbigen. Den Ohrhörer muss man in das Ohr hineinpressen. Bei Erschütterungen, wie sie beim Rennen und Fahrradfahren auftreten können, fällt der Ohrhörer stets heraus. Ein Festzwicken mit dem am Kabel befestigten Clips an der Ohrmuschel half hier auch nicht. Dann klemmt der Halteclip an der Ohrmuschel, der Ohrhörer fällt trotzdem aus dem Ohr.
Der Festzwick-Clip befindet sich unterhalb der Sprech-/Einschaltvorrichtung am Headset. Würde man das Kabel um das Ohr wickeln und mit dem Clip an der Ohrmuschel anzwicken, dann befände sich das Mikrofon am Ohr.
Damit wird das Headset sinnlos, da man in das Mikrofon nicht mehr hineinsprechen kann.
Der Einsatz anderer Headsets beeinträchtigte etwas den Radioempfang. Wahrscheinlich ist die Antenne+Verstärker für das Handyradio für das mitgelieferte Headset explizit optimiert.
Tipp für Bastler:
Von ausgedienten Ohrhörern, wenn vorhanden, die Kunstoffohrhalterung für die Ohrbefestigung lösen und an diesem Headset befestigen.
Alternativ kann man hier auch nach Ohrhörerbefestigungen aus dem Akustikgerätebereich für hörbeeinträchtigte Mitbürger Ausschau halten.
*Radio*
Die Empfindlicheit des UKW-Radios ist meiner Ansicht nach, ungenügend. Ein kleines Taschenradio im Wert von 3,00 Euro ohne Wurfantenne erzielte im Vergleich einen höhere Senderaufindung und einen stabilieren Empfang. In kleineren Städten war mitunter gar kein Radioempfang möglich. Als Notbehelf, um im Zentrum von Grossstädten etwa vier bis fünf UKW-Sender auswählen zu können, finde ich es ausreichend.
*Besonderheiten / Auffälligkeiten*
Auf die Micro-SD Karte lud ich unter Benutzung der Software "Nokia-Suite" mp3-Songs. Beim Hören der Songs gab es keine Probleme. Daraufhin benutzte ich das Handy mit der Speicherkarte als Datenspeicher an verschiedenenen PCs.
Daraufhin liess sich das Handy nicht mehr einschalten. Nach dem Einschalten bootete es und schaltete sich automatisch wieder aus. Dieser Vorgang wiederholte sich fünfmal hintereinder. Abhilfe brachte hier nur das Entfernen der Mini-SD-Karte.
Nach dem Formatieren der Karte und erneuten Kopieren von Daten auf diese, trat Besserung ein. Wichtig war, dass das Datenvolumen nicht grösser als 600 Mbyte war und die Daten auf die Karte in "einem Rutsch" kopiert wurden.
Wurde die Mbyte-Grösse überschritten und zusätzlich Daten hinzugefügt, dann begann wieder die "Einschalt-Ausschalt-Orgie".
Endgültig Abhilfe des Problemes brachte das Update der Firmware auf Version 5.5. Empfiehlt sich nur für Benutzer mit schnellem Internetzugang.
Ansonsten folgende Empfehlung:
Garantieansprüche beim Händler geltend machen.
*SAR-Wert*
Hier kann ich nur die Aussage des Handbuches mit eigenen Worten zitieren:
Der SAR-Wert kann variieren und ist von verschiedenen Nutzer-, Umgebungs- und Gerätezubehörbedingungen abhängig. Der maximale SAR-Wert beträgt gemäss ICNRP-Empfehlungen für die Verwendung des Gerätes am Ohr 0,82 W/kg (RM-237) und 0,96 W/kg (RM-274) Das Gerät sei so entwickelt, dass es internationalen Richtlinien zur Begrenzung der Exposition durch elektromagnetische Felder entspricht.
Wie hoch ist denn nun genau oder anhand eines konkreten Beispieles der SAR-Wert des Nokia 3110 classic wirklich?
Eine wahrlich gute Frage. Nokia verweist im Handbuch auf die entsprechenden Produktinformationen unter www.nokia.com.
Damit ist die Frage raffiniert verlagert, aber nicht konkret beantwortet. Ich konnte unter http://www.nokia.de/A4419025 bei den Prodktspezifikationen keine Antwort finden. Gibt man bei in der Suchmaske bei www.nokia.de das Kürzel SAR ein, erscheint k e i n Treffer.
*Fazit*
Für den Vieltelefonierer sehr zu empfehlen und für den Organisator ist aus aus meiner Sicht auch empfehlenswert.
Für den gesundheitsbewussten Anwender: Vorsicht !
Für den Song-, Foto- und Filmfreak:
Finger weg.
Dieser Bericht wurde auch unter CIAO, Titel: "Nokia 3110 classic - ganz klassisch" veröffentlicht
Fazit: Für den Vieltelefonierer zu empfehlen, für Bild- und Audiofreaks Finger weg
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