Pro:
stimmig, spannend, interessant
Kontra:
Schwarz/Weiß Malerei
Empfehlung:
Ja
Vorwort:
Mel Gibson Filme sind nicht immer meine Lieblinge, Patriot und den Jesus Film fand ich schrecklich, aber oft für eine positive Überraschung gut. Eine positive Überraschung war für mich Apocalypto. Bei diesem Film bereue ich es ihn nicht im Kino sondern "nur" auf DVD gesehen zu haben. Dafür bietet die DVD aber endlich mal wieder sehenswerte Features.
Daten
Die Darsteller wird kaum jemand kennen:
Rudy Youngblood, Dalia Hernandez, Jonathan Brewer
Regisseur(e): Mel Gibson
Komponist: James Horner
Format: Anamorph, Dolby, DTS, PAL, Untertitelt
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 1.85:1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Highlight
Produktionsjahr: 2006
Spieldauer: 133 Minuten
DVD Features:
Sprache: Maya
Making Of "Apocalypto" - Becoming Maya
Audiokommentar von Mel Gibson & Farhad Safinia
Dieses Making of ist für mich eines der besten Making ofs die ich je gesehen habe. Ich habe es vor dem Film angesehen und es hat wirklich Stimmung gemacht den Film anzusehen - und wertvolle Infos geliefert. Es zeigte auch das Gibson auf Requisiten statt Computertricks setzte. Den Audiokommentar fand ich auch gut - aber den würde ich erst beim zweiten Mal Film ansehen konsumieren.
Inhalt und eigene Meinung:
Der Inhalt des Filmes ist schnell erzählt. Zentralamerika (kurz - wie man am Ende des Films sehen wird) vor der Landung der Spanier: Es wird das idyllische Leben des Jäger und Sammler Stammes-Mayas Pranke des Jaguars und seiner Familie gezeigt. Auch das Dorfleben wird anschaulich dargestellt (inklusive einem Maya mit Potenzproblemen). Mel Gibson ist hier historisch sehr korrekt da er auch die Gleichstellung von Mann und Frau in der alten Maya Kultur zeigt.
Diese Idylle geht wenig später unter als andere Maya Krieger eines sesshaften, "hochzivilisierten" Stammes das Dorf überfallen um Sklaven für ihre Menschenopfer zu erhalten.
Pranke des Jaguars muss miterleben wie sein Vater getötet wird, kann aber auch seine Frau und Tochter in einem Brunnen verstecken.
Das Massaker zeigt Gibson in nicht enden wollender Genauigkeit.
Weniger wäre mehr gewesen, aber Gibson zeigt dann auch in kleinen Gesten wie das Ende der Freiheit auf die Menschen wirkt.
Der Blickwechsel zwischen dem "impotenten" Indio und seiner Schwiegermutter (die ihn zuvor verspottet hat) zeigt die Verzweiflung eindrücklicher als jede andere Szene im Film.
Die Gefangenen werden dann in einem gnadenlosen Sklaventransport zur Stadt der hochzivilisierten Mayas gebracht.
Dort angekommen stehen sie ihrem Schicksal gegenüber - als Menschenopfer zu enden.
Die Maya Stadt wird genial dargestellt, man hat wirklich das Gefühl in Zeit und Ort der Mayas zurückgebeamt zu werden.
Die Stadt wird zwar etwas zu sündig verdorben (der radikale Christ Gibson kann es mal wieder nicht sein lassen dem Idyll ein Sodom gegenüberzustellen) und die Mayas werden als grausame Schlächter dargestellt (was wohl zu eindimensional ist) - aber der Film unterhält einfach.
Wenn dann "Pranke des Jaguars" entkommen kann und seine Häscher ihm nachjagen entwickelt der Film seinen Action Teil indem es darum geht ob "Pranke des Jaguars" entkommen kann oder getötet wird.
Und am Schluß gibt es dann noch eine Überraschung...
Der Film ist in sich stimmig, die Darstellung der Maya Kultur ist zwar eindimensional und schwarz/weiß gemalt (da der edle Wilde dort die verkommene Stadt mit ihren brutalen Sklavenjägern - die zivilisatorischen Höchstleistungen der Mayas werden nicht erwähnt) aber Gibsons Maya Stadt lohnt einen Besuch und der letzte Teil des Films mit der Jagd auf "Pranke des Jaguars" hat es actionmässig in sich.
Daher eine klare Empfehlung, wenn auch ein Stern Abzug für die Schwarz-Weiß Malerei im Film.
Fazit: empfehlenswert weiterlesen schließen
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