Pro:
bündiger Schreibstil, Spannung, Charakterbeschreibungen, Handlungsorte . . .
Kontra:
teilw . Spannungsabfälle
Empfehlung:
Ja
Ein paar Worte vorweg...lange habe ich mich hier nicht mehr blicken lassen, doch so ganz langsam will ich hier wieder einsteigen...bitte entschuldigt, das ich aufgrund eines Systemcrash nicht mehr alle Mails habe, aber ab sofort bemühe ich mich, die Abos zu lesen.....
Hi meine Lieben,
die Leseratte hat wieder zugeschlagen...nach dem ich schon das Erstlingswerk - »Chemie des Todes« - von Simon Beckett gelesen hatte, wartete ich sehnsüchtig auf den zweiten Roman aus der Feder, und endlich hatte ich die Taschenbuchausgabe in der Hand.
Und genau um das Werk Kalte Asche soll es heute gehen.
Viel Spaß beim lesen.
»Buchdaten«
Originaltitel: Written in Bone (erschienen 2007 by Bantam Press / London)
Titel: Kalte Asche (erschienen 2008 by Rowohlt)
Übersetzer: Andree Hesse
Genre: Thriller
Seitenzahl: 432 inkl. Danksagung
ISBN: 978-3-499-24195-6
Preis: 9,95€ (Taschenbuchausgabe)
»Autorendaten«
Bevor sich der Autor Simon Beckett der Schreiberei hingab, arbeitete er in den Bereichen Hausmeisterei, Lehrer (Englisch und Spanisch) sowie als Schlagzeuger in mehreren Bands.
Auch die Aktivität des Journalisten ist ihm nicht fremd, hier konnte er bei diversen Reportagen die Polizeiarbeit entdecken und diese Erfahrungen in sein Werk einarbeiten.
Für sein Erstlingswerk "Die Chemie des Todes" - für den er die Figur David Hunter geschaffen hat - recherchierte er auch unter anderem auf der berühmten >>Body Farm<< des FBI´s.
Simon Beckett lebt mit seiner Frau in Sheffield.
»Pressestimmen«
»Ein beklemmendes und spannendes Buch - bis zum furiosen Ende« Bild am Sonntag [Ausgerechnet die Antizeitung :-( ]
»STORY«
Der forensische Anthropologe Dr. David Hunter ist eigentlich auf dem Wege nach Hause, nach einer Dienstreise möchte er seine leben wieder sehen, doch es kommt anders als er denkt. Die Polizei tritt mit einem Hilferuf an ihn heran, denn auf der kleinen Insel Runa ist in einem halbverfallenen Cottage eine Leiche gefunden wurden, eigentlich schon fast unkenntlich, denn die Leiche ist verbrannt, bis auf kleinere Stellen, die man eventuell noch analysieren kann.
Dr. Hunter soll die Leiche untersuchen, ob es sich hier um einen natürlichen Todesfall in Form eines Unfalls handelt, oder ob ein Mord vorliegt.
Eher widerwillig macht sich Hunter auf den Weg und kommt auf der Insel an, hier herrscht eine Gemeinschaft, weil alle meinen sich zu kennen. Fremden gegenüber - auch den Festländern gegenüber ist man eher etwas misstrauisch und ablehnend. Ein Umstand der sich eher negativ auf die anlaufende Ermittlungsarbeit auszuwirken scheint. ©Jansdarling2002
Hunter ist mehr als begeistert, seine Begeisterung sinkt, als ihm auf Runa ein Polizeibeamter - Sergant Fraser - an die Seite gestellt wird, welcher die Angewohnheit hat, sich seinen Mitmenschen gegenüber eher missmutig zu verhalten, und zudem ein dem Alkohol zusprechender Beamter im Dienste der Polizei ist.
Keine besonders guten Gegebenheiten für Hunter, um an Hintergrundwissen über die Insulaner zu gelangen. Dennoch bemüht er sich, nach seinem besten Gewissen die verbannte Frau in dem halbzerfallenen Cottage zu untersuchen.
Bei der Untersuchung tauchen Details auf, welche auf einen gewaltsamen Tod hindeuten, der Schädel weist deutliche Spuren von Gewalteinwirkung auf, weitere Details hingegen bleiben erstmal verborgen. Nun ist es Aufgabe von Sergant Forster, den Täter zu finden, denn nach einigen Recherchen hat sich herausgestellt, das die Insel Runa keiner wissentlich verlassen hat, so scheint es, dass sich der Täter noch auf der Haltestelle aufhält. Hier tritt auch der ehemalige Inspektor Andrew Browdy in Aktion, gemeinsam mit Hunter macht er sich auf die Suche nach dem Täter, dabei wird so einiges aufgerührt, was zu einer gereizten Stimmung unter allen Insulanern führt, das die Ermittler nicht willkommen sind, braucht ihnen keiner sagen, denn das spüren sie am eigenen Leib. Hinzu kommt noch ein gewaltiges Sturmtief, welches dafür sorgt das das normale Leben auf der Insel fast zum Erliegen kommt. Für den Täter ist das die Möglichkeit, noch weitere Spuren zu verwischen - unter anderem auch Zeugen...zu den Zeugen gehören auch die am Mordfall der erschlagenen Frau beteiligten Ermittler, nicht nur einmal wird es brenzlig für sie...auch die abweisenden und in sich gekehrten Insulaner legen noch mehr Ablehnung ihnen gegenüber an den Tag und werfen somit - ob bewusst oder nicht - den Beamten Knüppel zwischen die Beine.
Aber die Ermittler lassen sich nicht unterkriegen, auch wenn sie Verluste in den eigenen Reihen verzeichnen müssen....und dann überschlagen sich die Ereignisse....wer hat die junge Frau in dem Cottage so zugerichtet? Und aus welchem Grunde?
»Meinung / Kritik«
Von dem Erstlingswerk Simon Becketts - Chemie des Todes - war ich ja mehr als begeistert, und so hatte ich nun auch gewisse Ansprüche an dieses Werk, klar selten schafft es ein Autor das Niveau des Einstiegswerkes zu halten und so muss man bei diesem Nachfolgewerk auch gewisse Abstriche machen.
Zwar findet man noch den prägnanten und auch gewohnten Schreibstil - kurz und bündig ohne große Schnörkeleien - des Autors vor, doch die Abstriche sind im Bereich der Spannung zu machen, leider ist hier der Pfiff etwas verloren gegangen, weil sich der Autor hier zu sehr auf die Ermittlungssparte konzentriert und die Privatgeschichten um Dr. Hunter ein wenig ins Hintertreffen geraten lässt. Beim Erstlingswerk hatte das hingegen noch ein wenig für Abwechslung und Spannung gesorgt.
Was aber hier hervorsticht ist die Anzahl der Protagonisten, denn die Anzahl der in Frage kommenden Verdächtigen bleibt gering, und so manches Mal meint man als Leser den Schuldigen gefunden zu haben, doch man ist dann wieder auf der verkehrten Spur, das ist schon klasse gemeistert worden, auch wenn die Handlung an sich nichts neues ist.
Aber es ist das Drumherum was zählt, und da kann ich beruhigt sagen, dass der Autor hier wieder sein ganzes Können gezeigt hat, was die Beschreibung der Handlungsorte und Protagonisten angeht.
Da sich der Autor nicht unnötig mit Kleinigkeiten bei den Beschreibungen aufhält, sondern meiner Meinung nach sich wirklich nur mit den Fakten beschäftigt und diese gekonnt in eine bildliche Sprache umsetzt, sprich, der Leser kann sich die jeweilige Lage / Situation vorstellen, weil nicht nur das allgemeine zu den Örtlichkeiten bedacht wurde, sondern auch die Atmosphäre an sich hervorragend herüberkommt. Und genau diese Atmosphäre ist es, die hier die Spannung stellenweise wieder in die Höhe treibt, denn gerade in Sachen Spannung hat es hier die eine oder andere Länge, welche aus meiner Sicht aufgrund der langen Ermittlungsbeschreibungen entstehen. Man kann getrost die eine oder andere Seite überblättern, ohne hinterher das Gefühl zu haben, man hätte etwas verpasst.
Nun kann man anfangen gegen zurechnen, denn die Charaktere erscheinen dem Leser durchaus sympathisch sodass man sich mit ihnen dann auch identifizieren kann, die Mischung eben dieser ist aber auch mit Bravour gemeistert worden, selten hat man so eine facettenreiche Charakterwelt in einem Roman.
In Sachen Charaktere gibt es also nichts zu meckern.
Schauen wir uns mal die Handlungsorte an, welche durch den Autor auch wieder mit einer guten Beschreibung dargestellt werden, sodass man als Leser meint, man ist mit dabei. Was mir ja immer besonders imponiert ist, wenn der Autor Atmosphäre schafft, hier zum Beispiel durch Erwähnung des Wetters. Das gibt dem ganzen noch mal eine besondere Note und sorgt wieder für ein wenig mehr Spannung. Und das große Finale? ist das eher so der Machart " aus dem Ärmel geschüttelt?" Oder kann der Leser hier auf ein souveränes Ende hoffen? Ich denke mal hier kann man verschiedener Meinung sein, ich für meinen Teil bin mit dem Ende durchaus einverstanden, ok, dies - so kann ich mir vorstellen - ist auch Geschmackssache, aber das Ende sollte schon im Einklang mit der vorhergehenden Geschichte sein, und nach meiner Meinung ist es auch so an dem.
Im Allgemeinen gesagt, und das hat mich erfreut, konnte ich wenigstens keine Rechtschreibfehler finden, so was finde ich in dem heutigen Zeitalter des Computers grässlich, zwar ist keiner vor Fehlern gefeit, aber gerade im Bereich der Literatur muss es nicht sein.
Ist noch etwas zu sagen? Hmh, ich denke mal, es ist soweit alles gesagt, außer....
Erwähnt hatte ich ja schon, das die Handlung an sich nichts neues ist, auch wenn mir spontan kein vergleichbares Werk einfällt, aber wer ein begeisterter Leser von Kriminalromanen ist, der wird hier schnell Parallelen zu einem anderen Werk finden, ich denke da auch so an die Pathologisch angehauchten Werke von Kathy Reichs oder auch Tess Gerritsen.
Bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer zusammenfassend, dass Kalte Asche ein durchaus unterhaltsames Werk ist, welches man locker flockig weg lesen kann, und wenn man mal eine Seite überblättert, ist es kein Weltuntergang. Wenn ich so zurückdenke und alles mal zusammen betrachte, dann kann ich dieses Buch mit vollen 4 Sternen empfehlen, 1 Stern Abzug gibt es für die teilweise spannungsgeminderten Passagen.
Herzlichen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren sagt Eure Leseratte Jansdarling2002 á Chrissy ….. die auch an einem Reisebericht arbeitet, aber so ganz will das noch nicht
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