Pro:
traumhafte Inseln
glasklares Meer
feinster Sandstrände
Rorburs
Kontra:
nichts!!! (eventuell die Temperaturen des Meers)
Empfehlung:
Ja
Nachdem wir das Nordkapp erlebt haben, wollten wir auch die berühmten Lofoten kennen lernen. Na gut, so berüht sind sie vielleicht auch wieder nicht - als ich einer Freundin erzählte, dass wir Urlaub u.a. auf den Lofoten machen, meinte sie, sie möchte auch in die Karibik ;). Aber für Freunde des hohen Nordens ein absolutes Muss!
Allgemeine Informationen
Lofoten ist eine Inselgruppe mit 80 Inseln, im Nord-Westen von Norwegen. Insgesamt wohnen hier ca. 25.000 Menschen. Es werden oft als Seele des nördlichen Norwegens bezeichnet.
Die Hauptinseln heißen: Austvågøy, Vestvågøy, Flakstadøy und Moskenesøy. Mit dem Auto fährt man über Narvik auf die Inseln. Aber auch die Anreise per Fähre (mit Auto) ist möglich, indem man die Fähre von Bodo nach Å (ja, der Ort heißt wirklich so und wird als O ausgesprochen) nimmt. Fährt man mit dem Auto von Narvik aus bis zum westlichen Ende ist es sicher ratsam die Fähre zu nehmen, da man sonst den ganzen Weg zurückfahren muss.
Rorbuer
Ist die norwegische Bezeichnung für eine Fischerhütte, das meist mit Selzen am Wasser liegt. Sie werden im Sommer gerne an Touristen vermietet und es ist echt ein besonderes Erlebnis. Auf den Lofoten sieht man sie wirklich überall - die typischen roten Hütten, die am Wasser liegen.
Strände
Ramberg & Flakstad sind wohl die bekanntesten Sandstrände. Das Foto, dass am Bericht dran hängt, ist von einem dieser Stände. Man kann kaum glauben, dass es sich um einen Ort nördlich des Polarkreises befindet. Es ist feinster Sand und man kann hier auch Muscheln suchen (die größte, die wir gefunden haben, war allerdings so groß wir ein 2-Euro Münzstück). Normalerweise geh ich in jedes Wasser, aber bei 12°C Wassertemperatur habe ich das Wasser nur bis Kniehöhe genossen.
Der Ort Å
Auf der Insel Moskenesøy liegt der kleine Ort Å. Es ist so ein kleiner Ort, in 10 Minuten kann man locker durchgehen, allerdings laden 2 Museen ein: das norwegische Fischerdorfmuseum und das Lofoten Stockfischmuseum.
Letzteres ist ein kleines Holzhaus, der Besitzer führt selber durch die Gänge, es gibt einen kleinen Film zu sehen und gratis Kekse und Kaffee oder Tee. Dieser sympathische alte Norwegen spricht neben seiner Heimatsprache, englisch, deutsch, spanisch und italienisch, wir hatten viel Spaß mit ihm. Man kann Stockfisch und Lebertran kaufen (super Tipp wenn man die Daheimgebliebenen im Nachhinein quälen will!)
Der Ort lebt fast ausschließlich von den Touristen im Sommer – es gibt einen kleinen Supermarkt (hier kann man auch Post aufgeben, eine eigene gibt es nicht) und eine Bäckerei.
Wo übernachten
Ein Hotel hab ich auf der ganzen Insel nicht gesehen, aber laut Führer gibt es ein paar wenige. Dafür gibt es aber unzählige Hütten, Campingplätze und private Schlafstätten, die meisten liegen in herrlicher Lage an der Küste.
Wir übernachten bei Moskenesstraumen Camping, in einer Hütte für 2 Personen, die mit Kochnische und Stockbett sowie ein kleiner Tisch ausgestattet waren. Die WCs und Duschen waren ca. 20 Schritte entfernt . Für eine Nacht musste man 300 NOK (sind 40 Euro) bezahlen, dass zwar ziemlich teuer war, da jedoch die Hütten direkt an der Klippe standen und man am Esstisch das Meer sehen konnte, war es uns das wert. Die Dusche und WCs sind beides getrennt voneinander, jedoch im selben Gebäude.
Es gibt ein kleines Manko. Die Lichtschalter befinden sich im WC. Wenn man nun duschen will, dreht man im WC das Licht auf und geht in ein anderes Zimmer um zu duschen. Kommt in der Zwischenzeit jemand um aufs WC, dreht er womöglich unabsichtlich auch das Licht für die Dusche ab und man steht in der finsteren Dusche. Da wurde mir doch sehr unbehaglich. Ab dann duschte ich nur noch wenn es draußen hell ist (was im Juni ohnehin 24 Stunden/Tag sein sollte, da wir im August dort waren gab es allerdings schon ein paar Stunden Finsternis :-)
Off Topic
In der zweiten Nacht in Å stürmte und regnete es wie aus Eimern. Als um Mitternacht der Strom in unserer Hütte ausgegangen ist, dachten wir uns nicht viel dabei und gingen ins Bett. Um 08:00 Vormittag wollten wir weiterfahren, aber der einzige Landweg (der Tunnel) war gesperrt. Wir sind dann ins Tourtistenbüro gefahren und dort wurde uns erklärt, dass sich Steine durch das Gewitter gelöst haben, sowie ein Strommast auf die Straße geknickt sei. Die einzige Möglichkeit die Insel zu verlassen ist per Schiff, das jedoch erst um 18:00!!! abfährt. Was machen also 2 erprobte Camper 10 Stunden in einem 5.000 Einwohner Ort mit einem Durchmesser von 2km, wo sie doch schon alles gesehen haben? Naja… Mit Karten spielen, würfeln, lesen und essen haben wir es schließlich geschafft die Insel per Schiff zu verlassen. Immer noch besser als 2-3 Tage abzuwarten, bis die Steine weggeräumt sind.
Kaum eingeschifft kommt mein Mann aus dem Bord-WC und meint mit einem Lächeln auf den Lippen, dass sich wohl einige Männer am WC übergeben hätten. Den Trick kannte ich schon. Ich bin leicht sehkrank und er weiß genau, dass mir murmelig zu mute war. Aber ich hab noch gelacht und wollte meinen Mut beweisen.
Als nach der Abfahrt die Crew JEDEM ein Speibsackerl (österreichisch für Kotztüte, oder wie sagt man auf hochdeutsch?) reichte, war mir klar, dass das kein Scherz war. Und kaum sind wir aus dem Hafen gefahren fing das Boot an wie wild hin und her zu schaukeln. Wir sind in der Mitte des Schiffes gesessen und ich sah am Fenster abwechselnd die Fische und den Himmel. Wirklich jeder hat sich übergeben. Wirklich jeder? Nein, 2 Passagiere nicht – zwei Schweden neben uns – ein älteres Paar, dass die ganzen 6 Stunden Zeitung las!!!!!! Ehrlich gesagt war ich kurz davor zuhause anzurufen und Bescheid zu sagen, dass das mein letztes Stündlein war. Da sich in der Küche das ganze Geschirr selbstständig machte und am Boden fiel dürfte es jedoch auch für Norwegische Verhältnisse recht rau gewesen sein. Für uns war es jedenfalls der reinste Horror!
Die Fotos sind auf anderen (vor allem) Foto-Homepages á la Flickr und Fotocommunity veröffentlich weiterlesen schließen
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