Pro:
Reinigt
Pflegt
Konserviert
komfortable Anwendung
Günstig
Kontra:
Kein Super-Hyper-Duper-Elli-Spezielli-Wundermittel
Empfehlung:
Ja
Für'n bekennenden Allwetterfahrer, der auch im Winter auf zwei Rädern durch die Welt böllert und Saisonkennzeichen als den verweichlichten Untergang des Abendlandes ansieht, hat eben jene Einstellung natürlich auch ihre Schattenseiten. Die Hobel sind ab Herbst entsprechend häufiger eingesaut und bedürfen der Pflege. Der kleinen, grobstolligen Zwiebacksäge mag man diverse Anhaftungen noch als Auszeichnung durchgehen lassen, beim immerhin auch schon 12 Jahre alten Bügeleisen der Pharaonin sieht das schon ganz anders aus. Von der pharaonischen, neuwertigen Boden-Boden-Rakete ganz zu schweigen. Da kommt jeder Fleck einer schweren Beleidigung gleich.
Damit der herrscherliche Fuhrpark stets halbwegs propper aus geputzten Scheinwerfern blickt, brauchts eine Reihe von Mittelchen in der Garage. Für jeden Job das richtige Werkzeug. Dabei muss es nicht immer als solche gekennzeichnete Premium-Markenware sein, auch die Grossisten haben unter ihren hauseigenen Labels oft qualitativ Hochwertiges anzubieten. Dahinter steckt generell auch immer eine große Marke, es steht aber nicht drauf - was die Produkte preislich attraktiver macht, als die Vettern des gehobenen Segments. Im normalen Alltagsgebrauch sind die Hausmarken kaum einen Deut schlechter. Lediglich für spezielle Anwendungen kann es hier auch gern mal ein Hochpreis-Produkt sein.
Da ich eher zu Louis als zu Polo tendiere, finden sich auf unseren Regalen entsprechend viele, blau-weiß bedruckte Fläschchen mit roten Deckeln. Ein gern genommenes, weil universelles, Pflegemittel für faule Säcke ist etwa Louis' Procycle Polierwachs aus der Spraydose. Die 300ml Büchse kostet 5,95 Euro und langt je nach Motorrad für 3 bis 5 komplette Anwendungen. Wobei unsere beiden Straßenmotorräder viel Verkleidungsfläche zu bieten haben (Die Enduro ist hier mal außen vor). Bei der rüstigen GPZ 500 S ist es eine Halbschale, bei meiner ER-6f gar eine Vollverkleidung - größtenteils in undankbarem Schwarz, worauf man ja buchstäblich jeden Scheiß sieht. Damit das der Effekt des Waschens ein wenig länger hält und der Gammel weniger Chancen hat, tut Konservierung Not.
Doch das hauptsächlich auf Naturwachsen basierende Spray kann noch mehr, als nur Lack zu versiegeln. Es reinigt, pflegt und schützt sowohl alle Lackflächen, sowie Kunststoffe (egal ob rau/matt oder glatt/glänzend) und auch blanke - vorzugsweise verchromte - Metallteile. Für Aluminium (etwa Felgen) ist es nicht explizit ausgewiesen, macht diese aber auch sauber. Am besten man probiert das Spraywachs dort einmal an einer unauffälligen Stelle aus. Nebenbei eignet es sich auch ganz hervorragend zur streifenfreien Reinigung von Verkleidungsscheiben und Scheinwerfergläsern, beides wird heutzutage ja grundsätzlich aus Polycarbonat gefertigt. Für Glasflächen, Sitzbänke und Reifen ist das Spray logischerweise wenig bis überhaupt nicht geeignet, schadet diesen aber auch nicht.
Die Anwendung ist denkbar einfach, ein wichtiger Grund sicherlich, weswegen es auch so gern genommen wird. Laut aufgedruckter Gebrauchsanweisung soll das Spray direkt auf die zu behandelnden Flächen gesprüht werden und danach mit einem weichen Lappen ohne Druck auszuüben eingearbeitet/verteilt werden. Sparsamer und für verwinkelte Ecken, sowie kleinere Teilbereiche, wesentlich praktikabler ist das Auftragen über ein fusselfreies Tuch. Nach kurzer Einwirkzeit, welche davon abhängt, wie viel man aufs Mopped gejaucht hat, wird der feine weiße Film mit einem Baumwolllappen auspoliert. Ebenfalls ohne Druck. Selbstverständlich sollte die Prozedur nach einer Wäsche stattfinden, so als letzter Schliff. Das Polierwachs ist nichts für grobe Verschmutzungen, welche über das Kaliber von angepappten Insektenleichen hinausgehen.
Fazit
Kein extremer Problemlöser, sondern ein solides Breitband-Pflegeprodukt, welches seine volle Wirkung durch halbwegs regelmäßige Verwendung richtig entfaltet. Gut geeignet für Reinigung und Konservierung "zwischendurch", auch und gerade wegen seiner absolut unkomplizierten Anwendung, selbst auf unterschiedlichsten Materialien, in praller Sonne und nicht klinisch reinem Lack. Natürlich ist die Verwendung nicht aufs Motorrad beschränkt, bietet sich aber aufgrund von Einsatzzweck, Sprayform und Gebindegröße hierfür eher an, als für's Auto. Die Ergiebigkeit ist OK, die Langzeitwirkung hinkt etwas hinter dem von speziellen Hartwachsen her, doch das Preis-Leistungsverhältnis geht absolut in Ordnung.
So Long
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