Pro:
Kann man sich mal anschauen.
Kontra:
Muss man aber nicht.
Empfehlung:
Nein
Ich schaue mir ja ganz gerne mal einen Horrorthriller an – besonders interessant wird es, wenn darin Tiere die "Hauptrolle" spielen. So liebe ich zum Beispiel Genre-Klassiker wie "Der weiße Hai" oder auch "Lake Placid". Wobei letzterer eigentlich mehr augenzwinkernd ist. Wenn dann, wie beim letztgenannten, auch noch ein Krokodil bzw. Alligator auf Beutejagd geht, schaue ich erst recht gerne zu. So habe ich auch nicht lange gezögert, als ich den folgenden Film im Media Markt für nur '''5,99 Euro''' im Regal stehen sah.
Ob sich der Kauf gelohnt hat? Wir werden sehen:
==BLACK WATER==
Grace und Adam sind ein Liebespaar und planen einen Urlaub in den Sumpfgebieten Nordaustraliens. Denn da ist die Landschaft besonders schön und die Natur noch völlig unberührt. Da die Beiden aber nicht allein fahren wollen, darf sich noch die jüngere Schwester von Grace, Lee, mit dazu gesellen.
Auf ihrer Fahrt machen sie noch kurz einen Zwischenstopp an einer Krokodilfarm und beobachten fasziniert die großen und kleinen Tiere, die sich dort tummeln.
Am nächsten Tag soll es zu einer gemütlichen Bootstour mit Angelausflug in die weit verzweigten Gewässer des Sumpfgebietes gehen. Zusammen mit dem Bootsführer Jim starten sie früh morgens ihre Tour.
Doch kaum sind sie an einer, vermeintlich ruhigen, Stelle angekommen und haben ihre Angeln ausgeworfen, wird ihr Blechkahn auch schon von einem Krokodil attackiert. Bas Boot kentert, alle landen im Wasser und das Krokodil macht mit Onkel Jim kurzen Prozess.
Zumindest nimmt man das an, denn man sieht und hört nichts, außer dass der liebe Jim, kurz nachdem er ins Wasser gefallen ist, tot und kopfunter in der braunen Brühe treibt.
Da bekommen unsere 3 Großstadthelden natürlich Panik und sie flüchten kurzerhand auf einen Mangrovenbaum. Der ist zwar nicht besonders hoch, dafür steht er mitten im Wasser und gut und gerne 10 Meter von dem gekenterten Boot entfernt.
Nun sind die beiden Tussis natürlich erstmal völlig hysterisch und der gute Adam versucht die Lage zu checken.
Klar, dass man erst einmal versucht, laut zu schreien – schließlich ist man mitten im Sumpf, da wird man doch wohl von irgendjemand gehört werden. Jedoch müssen sie dann einsehen, dass sie die drei einzigen, noch lebenden, menschlichen Wesen weit und breit sind. Und komischerweise haben sie auch das Gefühl, beobachtet zu werden. Denn hin und wieder tauchen aus dem Wasser ein paar Blubberbläschen auf.
Auf dem Baum hockend, fangen sie an, ihre Hosentaschen zu durchsuchen. Lee fischt aus ihrer Hosentasche ein völlig durchnässtes Handy – welches – oh Wunder – nicht mehr funktioniert. Grace hingegen hat eine halbvolle Plastikflasche Mückenspray dabei. Das man damit kein Krokodil vertreiben kann ist den Dreien auch klar, aber zumindest bietet es Schutz vor Mücken und Moskitos – und so sprühen sich alle der Reihe nach damit ein.
Nachdem sie auch die Nacht auf dem Baum verbracht haben, wagen sie einen Versuch in das Boot zu kommen. Adam versucht das gekenterte Boot erst einmal wieder herumzudrehen. Leider kommt er dabei dem Krokodil in die Quere und bezahlt es mit seinem Leben. Aber zumindest hat er es geschafft, den Kahn wieder in die richtige Lage zu bringen. Aber anstatt sich freuen, fangen die Tussis wieder an zu kreischen.
Da sie jetzt ganz allein sind, legen die beiden Frauen alles in eine Waagschale und springen ins Wasser um ins Boot zu kraxeln. Aber auch sie haben die Rechnung ohne das Krokodil gemacht.
Werden sie es am Ende schaffen oder enden sie wie die beiden Männer ebenfalls als Futter von Schnappi?
===Meine Meinung===
Man merkt dem Film ganz deutlich seine Low Budget Produktion an.
Die Schauspieler agieren auf Fernsehfilm-Niveau und die deutsche Synchronisation ist einfach nur grottenschlecht. Die deutschen Stimmen passen so rein weg gar nicht zu den Schauspielern und auch die Synchronsprecher scheinen sich keine besonders große Mühe gegeben zu haben. Alles klingt ein wenig nach Laienspieltheater oder besser gesagt, wie bei den Anfangstagen von GZSZ.
Die Naturaufnahmen sind zwar ganz okay und man merkt auch, dass sie Szenen nicht im Studio gedreht wurden, allerdings fällt auch auf, dass man nicht wirklich tief im Sumpfgebiet, sondern eher am Rande steckt.
Das Krokodil selbst bekommt der Zuschauer erst nach geschlagenen 45 Minuten zu sehen. Bis dahin muss man also viel Geduld haben. Dafür ist das Tierchen aber wirklich gut gemacht. Da scheint man sich wirklich Mühe gegeben zu haben. Auch die Szenen, in denen man echte Krokodile sieht, sind wirklich erstklassig gefilmt.
Leider scheint der Film einige Gesetzte der Logik und Physik außer Kraft zu setzen.
Es beginnt schon einmal damit, dass zwei große und kräftig gebaute Männer von dem Krokodil kurz gebissen werden und schon sind sie mausetot. Die beiden Damen werden auch vom Krokodil gepackt und unter Wasser gezogen und ziehen sich "nur" leichte Verletzungen zu.
Oder:
Die Drei hocken fast 24 Stunden auf dem Baum, müssen aber weder essen noch trinken und einem menschlichem Bedürfnis müssen sich auch nicht nachgehen.
Oder:
Was macht wohl eine fast leere und fest verschlossene Plastikflasche, wenn sie ins Wasser fällt? Richtig! Sie geht unter! Zumindest im Film. In der realen Welt würde sie an der Wasseroberfläche herumdümpeln.
Oder:
Wie tötet man ein Krokodil? Ganz einfach, in dem sich den kleinen Revolver nimmt, den der tote und kopflose Jim bei sich hatte und dem Krokodil damit zwischen die Augen schießt, dass das Blut nur so umherspritzt.
Oder:
Was macht wohl eine Frau als allererstes, wenn sie im Urlaub ist und die erste Nacht in einem fremden Hotel verbringt? Keine Ahnung? Nun dann sage ich es Euch: einen Schwangerschaftstest!!!
Kurz noch ein Wort zu Ausstattung dieser als '''Special Edition''' angepriesenen DVD-Ausgabe.
Das animierte Menü bietet zur Auswahl an: Film starten, Ton- und Sprachauswahl, Anwahl einzelner Kapitel und Bonusmaterial.
Das Bonusmaterial besteht aus 8 Trailern verschiedener anderer Thriller-Filme, sowie 4 Minuten nicht verwendete Szenen. Diese allerdings nur in Englisch, ohne Untertitel und unkommentiert.
Am interessantesten ist immer noch das 22 minütige Making of, in dem alle Beteiligten, vom Regisseur, über den Produzenten bis hin zu den Schauspielern zu Wort kommen. Besonders fein finde ich hier, dass das Making Of komplett mit deutschen Untertiteln versehen ist.
Hier erfährt man vieles über den Dreh, über die Auswahl der Drehorte und vieles weiteres.
==Angaben zur DVD==
'''Titel Black Water
'''Originaltitel Black Water
'''Laufzeit 86 Minuten
'''Produktionsjahr 2007
'''Produktionsland Australien
'''Darsteller Maeve Dermody, Diana Glenn, Andy Rodoreda
'''Regie David Nerlich & Andrew Traucki
'''Ländercode 2
'''Sprachen Deutsch, Englisch
'''Tonformat DTS & Dolby Digital 5.1
'''Bildformat 1,78:1 (16:9 anamorph, codiert)
'''Extras Making Of (22 Minuten), nicht verwendete Szenen (4 Minuten), Trailershow
===Fazit===
Wer hier gut gemachten und spannenden Tierhorror erwartet, wird enttäuscht sein. So richtig Spannung kam nur an den wenigsten Stellen auf und gegruselt habe ich mich auch nicht.
Stellenweise habe ich den Film etwas schneller laufen lassen um damit die vielen langweiligen Stellen zu überbrücken.
Die Szenen mit dem Krokodil sind zwar gut gemacht, dafür enttäuschen die laienhaften Schauspieler auf der ganzen Linie.
Das interessanteste an der ganzen DVD ist das Making of, welches ich fast spannender finde als den Hauptfilm.
Auch die FSK16 Freigabe finde ich ein wenig zu hoch angesetzt, da man kaum brutale oder blutige Szenen sieht. Okay, es wird zwar mal ein blutiges Bein und eine kopf- und armlose Leiche gezeigt, aber das sieht so überspitzt aus, dass es fast schon wieder lustig ist.
Der Film selbst bekommt nur einen Pflichtstern, das Bonusmaterial hingegen 3.
Das macht im Durchschnitt also gut gemeinte 2 Sternchen von mir.
Auf eine Empfehlung von meiner Seite wartet ihr heute allerdings vergebens. weiterlesen schließen
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