Pro:
fantastische Schauspieler, Handwerklich Perfekt, herausragender Soundtrack,
Kontra:
Kleinigkeiten, die nicht stören,
Empfehlung:
Ja
"American Gangster" war einer der wenigen Filme 2007, auf die ich mich wirklich das ganze Jahr über gefreut habe, was vor allem daran lag das der Film ein klassischer Vertreter der großen Gangster Filme, ganz im Stile von "Der Pate" und "Good Fellas", sein würde. Als der Film Mitte November schließlich in die Kinos kam, schaute ich ihn mir sofort an und wurde in meinen Erwartungen von und ganz erfüllt. Warum, lest ihr in den nächsten Minuten meines Berichtes über Ridley Scott´s "American Gangster".
Story ////
Nachdem sein Boss "Humpy" Johnson (Clarence Williams III), der gleichzeitig auch so etwas wie eine Vaterfigur für ihn war, gestorben ist, übernimmt Frank Lucas (Denzel Washington) die Geschäfte in Harlem. Doch Lucas will mehr als sein Vorgänger, er will dahin wo zuvor nur die italienische Mafia war: Lucas will an die Spitze. Daher reist er kurz nach Humpy´s Tod nach Vietnam, wo ein Schwager von Lucas stationiert ist. Dieser bringt Frank mit einem ortsansässigen Drogenlieferanten zusammen. Schnell steht das Geschäft und Lucas schmuggelt Heroin, ohne Zwischenhändler, in die USA, wo der Stoff schließlich unter dem Namen "Blue Magic" schon bald den Markt überflutet. Der Clou an der Sache ist, das die Drogen in Särgen gefallener Soldaten über die Grenzen geschafft werden. Schnell steigt Lucas zum mächtigsten Mann in Harlem auf.
Richie Roberts (Russel Crowe) ist da vom ganz anderen Kaliber. Als der Polizist mit seinem Partner, eher durch Zufall, den Wagen eines Mafioso Buchhalters ausmacht und im inneren haufenweise Geld findet, bringt er Gewissenhaft, und unter dem Protest seines Kollegen, den Wagen zu seinen Vorgesetzten. Die Aktion bringt ihn zwar viel Spott bei den Kollegen ein, die Vorgesetzten von Roberts allerdings bieten ihm an, eine eigene Ermittlungseinheit zu gründen, um gegen die Drogenbosse New Yorks vorzugehen, denn es ist kein Geheimnis das viele korrupte Cops an den Drogengeschäften mächtig mit verdienen. Relativ schnell wird die neu gegründete Einheit auf "Blue Magic" aufmerksam, tappt jedoch für lange Zeit vollkommen im Dunkeln, und kann nicht ausmachen, wer an der Droge sein Geld verdient. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis klar wird, das nicht die Mafia, sondern Frank Lucas, der sich stets im Hintergrund hält, mittlerweile die Fäden in New York´s Unterwelt zieht.
Meine Kritik zu "American Gangster" ////
Wenn Ridley Scott einen neuen Film macht ist die Vorfreude von Filmfans und Kritikern, aber auch die Erwartungshaltung beider Seiten, immer sehr hoch, immerhin zeichnet sich der mittlerweile siebzig Jährige für Filmklassiker wie "Blade Runner", "Alien" und "Gladiator" verantwortlich. Als es schließlich hieß das sich Scott mit seinem nächsten Film "American Gangster" am Gangster Genre versuchen würde, war für viele schon im Vornherein klar, das Scott einen weiteren Klassiker auf die Leinwand bringen würde. Unterstrichen wurden die Vorschusslorbeeren weiter mit der sagenhaften Cast, die unter anderem mit so große Namen wie Denzel Washington, als Gangsterboss Frank Lucas, und Russel Crowe, als Lucas´ Gegenspieler Detective Richie Roberts, auffährt. Für die Geschichte selbst orientierten sich Scott und sein Drehbuchschreiber Steven Zaillian, an der wahren Geschichte von Frank Lucas, welcher der erste Afroamerikaner war, der es schaffte im Drogengeschäft mächtiger zu werden als die Mafia. Also alles Zutaten um einen Film zu schaffen, an den man sich auch in zwanzig Jahren noch erinnern wird.
Und zweifelsohne besitzt "American Gangster" das Zeug, zum Genre-Klassiker zu avancieren, denn der Film ist, um es auf den Punkt zu bringen, (fast) Perfekt. Inszenierung, Geschichte, Schauspieler, Musik, Atmosphäre - alle Komponenten harmonieren wunderbar miteinander, sodass es Schwer fällt einen wirklichen Knackpunkt an dem Film auszumachen. Will man aber unbedingt ein Manko finden, so ist es das der ein oder andere bei manchen Szenen vielleicht etwas Unberührt bleibt, denn zwei, drei Szenen des Filmes schaffen es nicht so ganz so zu berühren, wie sie es sollten. Aber das sind Penauts, deren Erwähnung im Anbetracht des fantastischen Gesamtwerkes einer Blasphemie gleicht.
Anders wie viele andere Mafia und Gangster Filme der letzten Jahre, konzentriert sich "American Gangster" weniger auf eine actionreiche Inszenierung, mit wilden Verfolgungsjagden und brutalen Schusswechseln, sondern vielmehr auf die Charaktere und deren Entwicklung, die sie im Laufe des Filmes durchmachen. Damit setzt Scott insgesamt auf eine eher ruhige Gangart, ähnlich wie man es etwa von Coppola´s "Der Pate" her kennt, was dem anspruchslosen Actionfanatiker vielleicht ein Dorn im Auge sein könnte. Alle anderen bekommen mit "American Gangster" aber eine fabelhafte, mit zweieinhalb Stunden zwar auch lange, Milieustudie aufgetischt, die fast schon zu gut funktioniert.
Doch auch wenn "American Gangster", vergleichsweise, ruhige Töne anschlägt, so ist er doch auch rau, was die Darstellung des Milieus angeht. Die wenigen Schusssequenzen sind Brutal dargestellt, gesprochen wird stets im dreckigen Strassenslang. Schon gleich in der Anfangssequenz wird der Betrachter darauf aufmerksam gemacht, denn hier überschüttet Lucas einen, am Stuhl gefesselten, Mann, zündet ihn an und erschießt ihn schließlich, da ihm die Sache nicht schnell genug geht. Dabei ist keinerlei Verzug auf Lucas´ Miene zu sehen, vollkommen Kalt agiert er in seiner Handlung, welche für ihn mittlerweile Routine ist. Auf der anderen Seite ist er aber auch liebender Familienmensch. Ähnlich ist es mit Richie Roberts. Gewissenhaft in der Arbeit, hasst er diejenigen in seinem Kollegium, die seine Berufsgruppe in den Schmutz ziehen. Wie auch Lucas´ lebt er für seine Arbeit, schafft es aber weniger gut sein Familienleben auf die Reihe zu bekommen. Doch im Grundsatz sind sich beide Charaktere gar nicht mal so verschieden. Beide vertreten feste Werte, beide haben sowohl eine gute als auch eine schlechte Seite. Da Scott eben auch die schlechten Seiten beider Parteien zeigt, verzichtet er charmant darauf eine direkte Stellung zu beziehen, somit wird weder Verbrechertum, noch das Gesetzt ausschweifend glorifiziert.
Hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch den wunderbaren Soundtrack des Filmes, der eine Mischung aus orchestralen Einlagen und,den dominierenden, Soul/Motown Klängen der 70er Jahre ist, womit der Score absolut zur Thematik des Filmes passt und die sowieso schon so famos reflektierte Atmosphäre, noch einmal bestärkt.
Bei einem Cast, wie ihn "American Gangster" besitzt, ist es klar das man nur bestes Schauspielkino zu sehen bekommt. Denzel Washington zeigt einmal mehr, das es die großen Charakterrollen sind, die ihn ausmachen. Wie von selbst spielt er den kalten Frank Lucas, der trotzdem Sympathisch wirkt, denn im Grunde ist er ein Mann wie jeder anderer. Washington läuft hier zur absoluten Höchstform auf und verewigt sich mit einer phänomenalen Darstellung, die ihm mit großer Sicherheit eine Oscar-Nominierung (wen nicht sogar den Gewinn des Academy Awards) einbringen dürfte. Auf gar keinen Fall darf man aber Russel Crowe unter den Tisch kehren. Dieser beweist sich nämlich locker neben einen Denzel Washington, und liefert seiner Rolle ebenso viel Glaubwürdigkeit und Tiefe, wie es Washington mit der Umsetzung seiner Rolle gelingt. Neben zwei Schauspielern wie Washington und Crowe zu bestehen, ist nicht eifnach, aber auch die kleiner besetzten Rollen dürfen allesamt glänzen. Josh Brolin als korupter Detective Trupo, ebenso Lymari Nadal als Frank´s Ehefrau Eva und die anderen Darsteller zweiten Ranges überzeugen durch die Bank hindurch.
Daten zum Film ////
Original Filmtitel:
American Gangster (2007)
Länge des Filmes:
Ca.157 Minuten
Darsteller:
Denzel Washington (Frank Lucas)
Russel Crowe (Detective Richie Roberts)
Josh Brolin (Detective Trupo)
Lymari Nadal (Eva)
John Ortiz (Javier J. Rivera)
Ted Levine (Detective Lou Toback)
RZA (Moses Jones)
Cuba Gooding Jr. (Nicky Barnes)
Common (Turner Lucas)
Ruby Dee (Mama Lucas)
Clarence Williams III (Ellsworth "Bumpy" Johnson)
T.I. (Stevie Lucas)
Regisseur:
Ridley Scott
FSK:
Ab 16 Jahren
Verleiher:
Universal Pictures
Fazit ////
"American Gangster" ist klassisches, anspruchsvolles Kino, wie man es heutzutage, zumindestens im Mainstreambereich, leider zu selten erleben darf. Statt sich in banalen Actionorgien zu verfangen, inszeniert Scott ein ruhiges Drama über zwei Männer wie sie, auf den ersten Blick, unterschiedlicher nicht sein könnten, beleuchtet beide Charaktere, und somit auch die Seiten auf denen sie stehen, sowohl mit ihren Licht- als auch ihren Schattenseiten und präsentiert den Zuschauer so eine wunderbare Milieustudie, deren einziges Problem es ist, das sie den Zuschauer gelegentlich ein wenig zu Kalt lässt. Ansonsten darf man Scott und den Film aber nur loben: jede Szene ist handwerklich Perfekt gemacht, der soulige Score erwärmt das Herz und die Schauspieler sind schlicht brillant. Ganz klar, "American Gangster" ist ein Film den man gesehen haben muss, sofern man sich für gutes, aber ruhiges Kino begeistern kann.
9/10 Punkten für den Film "American Gangster" und so fünf Sterne als Wertung.
Homepage des Filmes :
movies.universal-pictures-international-germany.de/americangangster
H omepage des Verleihers :
www.universal-pictures.de
IMDB Link mit weiteren Informationen zum Film:
http://german.imdb.com/title/tt0765429 weiterlesen schließen
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