Pro:
Darsteller, Humor, Soundtrack, Story
Kontra:
DVD - Extras
Empfehlung:
Ja
Endlich ist es soweit! Diese Perle des modernen Zombiefilms ist nun endlich auf DVD zu haben. Die Videotheken und Filmbörsen sind voll davon und prompt habe ich mir den natürlich auch zugelegt. Ob der Film aber auf DVD auch so ein Knaller ist wie im Kino klärt hoffentlich dieser Bericht! Viel Spaß beim Lesen und viele liebe Grüße
Inhalt:
Eine Wolke aus radioaktiven Strahlen hat unsere schöne Welt eingenebelt und als kleine Nebenwirkung dafür gesorgt, dass alle Personen die gestorben sind wiederkommen als Zombies. Doch zum Glück hat der brillante Wissenschaftler Dr. Hrothgar Geiger herausgefunden, das man Zombies töten kann, in dem man das Gehirn zerstört. Prima, und schon gibt es einen Zombiekrieg, in dem der Mensch mal beweisen kann wie viel cleverer er ist. Aber, und da kommt die amerikanische Außenpolitik voll durch, es wäre doch schade, wenn man die Gegner nicht auch irgendwie nach dem besiegen auch nutzen könnte. So erfindet wiederrum der geniale Wissenschaftler Geiger im Namen der Zombieverarbeitungsfirma Zomcon, der man auch die vom Kopf getrennte Beerdigung verdankt, das Zombiehalsband, dass dem Zombie die Lust auf Fleisch nimmt. So wird aus der planetaren Bedrohung viel mehr eine Idylle, in der Zombies unsere perfekten Diener werden. Naja, sagen wir mal so, die einfachen Befehle schaffen sie, aber denken geht ja schlecht mit einem Gehirn, das so langsam vor sich hin verschimmelt.
In dieser Idylle existiert die kleine Stadt Willard, am Rande der "Wild-Zone" wo Zombies noch frei und unbekümmert nachleben können.
In dieser Stadt lebt die Familie Robinson. Vater Robinson, ein kleiner Spießer der seine Familie fürs Golfen vernachlässigt und Angst vor Zombies hat, da er im Krieg seinen eigenen Vater erschießen musste, seine Frau Helen, die noch keine Ahnung hat, wie sie ihrem seltsamen Mann sagen soll, dass sie schwanger ist und obendrein nicht länger die einzige in der Nachbarschaft ohne Zombie sein will, und der kleine Timmy, der leider keinerlei Freunde hat und obendrein in der Schule als Außenseiter gilt.
Aber wie das eben so ist, bekommt doch die Frau meistens ihren Kopf durch und der Vater wird mit einem Zombie überrascht, der in Zukunft nachts im Garten angebunden ist, und tagsüber die kleineren Erledigungen in und am Haus macht. Bei dieser Arbeit, wird er aber immer mehr von Timmy belagert, der ihn immer mehr ins Herz schließt und ihn immer mehr als Freund betrachtet. So kommt auch der liebevolle Zombie auch bald zu einem Namen, da er weniger einen Baseball fangen, aber dafür gut apportieren kann. Fido.
So kommt es auch wie es kommen muss in einer Kleinstadt. Die nervige und schrullige Oma von nebenan beschädigt das Halsband, und Fido löst kurzerhand eine kleine Zombieepidemie in Willard aus.
Zum Glück gibt es aber den etwas komischen und meistens gemiedenen Nachbarn, der dieses sexy junge Zombiemädchen bei sich hat, dass er immer Minis trägen lässt.
Klar, der muss sich ja auskennen!
Prompt ist auch alles wieder in Ordnung, und Fido kann immer mehr die Rolle des Familienvaters übernehmen, da inzwischen auch Helen merkt, wie praktisch es ist, wenn jemand einem immer zuhört und auch mal eine kesse faulende Sohle mit ihr aufs Parkett legt.
Wäre da nur nicht der nervige Sicherheitsinspektor von Zomcon und noch andere jugendliche Zomcon Kadetten, die Timmy, Helen und Fido das Leben (ähm immerhin zu 66,66% der Gruppe) schwer machen wollen. So kommt es immer mehr zu blutigen Verwicklungen, bis Fido von Zomcon wieder eingezogen wird und fürderhin als Industriezombie arbeiten muss.
Doch das, kann einfach nicht das Ende sein! Das wäre viel zu Grausam und würde ja gegen die Menschenrecht verstoßen… ähm, Moment mal, die gelten doch als Tod, haben die dann noch welche? Nee, oder? Mist das ist genau so, wie in Guantanamo, da weiß auch keiner wie das mit den Rechten so ist, wenn der Boden nicht amerikanisch ist. Naja egal, wenigstens kommt es nun zu der waghalsigen Befreiung von Fido, die vielen Menschen doch unter die Haut geht, zumindest aus der Sicht der Zombies, die sich gerade in einen festbeißen. Man sieht schon die Zeichen stehen auf Happy End.
Stab:
Regie: Andrew Currie
(Night of the Living, Twisteeria, Mile Zero, Sleep Murder, Space Invader)
Helen Robinson: Carrie-Anne Moss
(Matrix 1-3, Memento, Disturbia, Chocolat, Flashfire, Dark Justice, the Take Over)
Fido: Billy Connolly
(Last Samurai, der blutige Pfad Gottes, der Mann der Gott der verklagte, Timeline, Lemony Snicket)
Bill Robinson: Dylan Baker
(Spider-Man 2-3, Pitch, Hide & Seek, Thirteen Days, the Cell, Oxygen, der letzte Mohikaner)
Timmy Robinson: K'Sun Ray
(Love's enduring Promise, Fielder's Choice, Life is wild)
Mr. Theopolis: Tim Blake Nelson
(Syriana, the big White, the Darwin Awards, Meine Frau - ihre Schwiegereltern und Ich, Hamlet, Joe's Apartment)
Mr. Bottoms: Henry Czerny
(der Exorzismus der Emily Rose, the Limit, Vom Teufel besessen, the girl nexxt door, Mission Impossible)
Tammy: Sonja Bennett
(Shutter, the Fog - Nebel des Grauens, Wahre Lügen, Voll gepunktet)
Dee Dee Bottoms: Jennifer Clement
(Verbrechen aus Leidenschaft, Aftershock, die Wiege des Hasses, das Biest)
Frank Murphy: Rob LaBelle
(Dark Storm, Bob der Butler, the Order, Nachtschicht mit John, Freddy's new Nightmare)
Roy Fraser: Aaron Brown
(Debut)
Cindy Bottoms: Alexia Fast
(Swimming Lessons, Kickin' it old Skool. Paste Tense)
Technische Daten:
Herstellungsland: Kanada (2006)
Original Titel: Fido
Laufzeit: 88:12Min
Altersfreigabe: FSK 16
Bildformat: 2,35:1
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Extras:
Trailer vor dem Film:
- Going to Pieces
- Shrooms
- Bug
- The Signal
- An ihrer Seite
Trailer zu Fido
Trailershow:
- Unknown
- Five Fingers
- Renaissance
- Croniacs
- Intermission
- Mulberry Stree
- Feed
- Shutter
Überraschungstrailer (nach dem Abspann)
Fassung:
Es gibt in Deutschland zwei Fassungen, die Beide von Ascot Elite sind. Dabei ist aber eigentlich nur das Digipack zu empfehlen, da sie hier vorgestellte Fassung nur mit minimalen Extras ausgestattet ist. Das Dumme ist nur, dass die die Videotheken- und Handelsversion ist
und man mehr investieren muss, wenn man Extras will.
Kritik:
*Story*
Es ist sehr selten, dass man bei einem Zombiefilm wirklich sagen kann, dass die Story wirklich gut ist. Klar es geht nicht darum, eine möglichst gruselige Vision des Weltuntergangs oder der Ausrottung der Menschheit darzustellen, sondern es geht schlicht darum, das Publikum zu amüsieren. Es wird auch nicht wirklich darauf wert gelegt, ob das so sein könnte oder nicht, sondern man bietet im Prinzip ein modernes Märchen aus einer alternativen Zeitlinie. Comicfans sind das ja bis zum Umfallen gewohnt. Klasse ist hierbei vor allem, dass man die 50er Jahre der Vereinigten Staaten hier wirklich sehr gut getroffen auf die Schippe nimmt. Für mich ist es daher ein sehr gelungenes Gesamtbild aus guter und lustiger Story und stringenter Handlung.
*Regie*
Bisher ist uns dieser Regisseur ja ziemlich verborgen geblieben, da er im Prinzip nur sehr kleine und unbedeutende Filme gemacht hat. Ich denke aber, dass gerade so Regisseure, die sich verbissen weiterkämpfen, es irgendwann schaffen, einen Knaller zu landen. Das hat er hiermit definitiv auch geschafft. Es ist deutlich zu sehen, wie viel Wert der Regisseur auf Details legt und wie er gezielt Schauspieler in Szene setzen kann. Es ist ja recht schwer, eine schon vergangene Zeit wiederzubeleben, speziell, wenn sie dann karikiert wird, aber hier ist das sehr gut gelungen. Alte Autos, alte Häuser, alte Briefkästen, Alles ist da. Selbst die Werbeslogans sind den damaligen Originalen angepasst, und sind genau so lächerlich wie die alten Schulfilme der amerikanischen Bildungskommission, welche hier ebenfalls in voller "Pracht" zu sehen sind. Prima Leistung!
*Kamera*
Endlich mal wieder solide und nicht besonders übertriebene Arbeit. Einfach, aber dafür sehr gut durchdachte Bilder, gepaart mit gruseligen Großaufnahmen oder Detailshots. Nicht zu verachten ist auch hier wieder die Anlehnung an Filmwerke der 50er Jahre, da dort ebenfalls sehr gern lange Einblicke in Straßen oder Horizontfahrten gemacht wurden. Man legt auch hier endlich mal wieder großen Wert drauf, das ganze Ambiente und den Hintergrund zu zeigen, wo man heute ja oft denkt, dass außer dem üblichen Flug über eine Stadt es nichts mehr gibt, um ein Gesamtbild zu schaffen. Daher aus meiner Sicht eine tolle Arbeit.
*Schauspieler*
Ich hätte es ja nicht gedacht, aber tatsächlich ist das definitiv eine Rolle für Carrie-Anne Moss. Sie schafft es mit einer umwerfenden Selbstverständlichkeit die dauergrinsende Hausfrau und Mutter zu spielen, die noch in einer männlich dominierenden Area genau weiß, was ein Hackbraten, ein Frauenrevolver und ein Benzinkanister ausrichten können. Ebenso spielt sie die sexuell und romantisch unterversorgte Frau unglaublich gut, die auf die Aussage, dass sie schwanger sei nur als Antwort erfährt, "und ich dachte du wärst ein wenig pummelig geworden". Boah, kann die Frau verdattert und sauer schauen! *g*
Da wären wir auch schon bei dem ach so tollen Spießbürger Ehemann, der lieber mit seinem, ihm verhassten, Kollegen Golfen geht um die Kontenance zu wahren, als seine eigene Frau ein wenig glücklich zu machen. Es ist einfach genial, wie biedere Kleidung und Pfeife Dylan Baker doch vertrottelt aussehen lassen, und wie kleinste Erinnerung an den Zombiekrieg ihn am liebsten unter dem Sofa kriechen lassen würden.
Nun aber die Glanzrolle! Billy Connolly, der Komiker, der Exzentriker und der absolute gute Bösewicht(?!) im blutigen Pfad Gottes, spielte den wohl süßesten und romantischten Zombie aller Zeiten. Man weiß bei einem Blick in das Gesicht des Mimen sofort, warum der Zombie Fido heißt, denn so einen niedlichen Hundeblick hat nicht jeder. Obendrein kann der Hundeblick innerhalb von Sekunden zu einem miesen Zähne fletschen werden. Wer immer dachte Jim Curry wäre ein Mime, der wird hier mal erleben, wie das wirklich auszusehen hat. Eine geniale Rolle für einen genialen Schauspieler, der locker 90 Minuten unterhalten kann ohne ein Wort zu sagen.
K'Sun Ray (wie viele Drogen muss man nehmen um sein Kind so zu nennen?) ist übrigens das absolute Idealbild für den kleinen Jungen dieser Zeit. Wenn man heute noch alte Kataloge oder Poster betrachtet, die zum Beispiel für Orangenlimonade oder Süßigkeiten werben, dann sieht man beinah immer diese Gesichtsform. Da macht es einfach Spaß zu sehen, wie der kleine Junge für seinen einzigen Freund, den Hauszombie, kämpft. Neugierige und große Augen helfen da natürlich ïŠimmer
Wer mir auch noch als extrem gut besetzt aufgefallen ist, ist der skurrile Nachbar, gespielt von Tim Blake Nelson, der mit seiner Zombie- "Geliebten", herrlich, den stereotypen Handyman spielt. Ist doch toll, wenn man die kleinen Raffinessen der Zombietechnologie kennt, und dadurch wundervolle Vorteile für sich herausschlagen kann.
*Soundtrack*
Ich lach mich schlapp! Der Soundtrack ist so geil! Uralte Jazz, Rock n' Roll und Blues Lieder, die allein durch ihre wirklich antiquierten Texte Ideal in die jeweilige Situation passen. Brüller sind dann hier Lieder wie "Ninty Nine Pounds of Dynamite" von Buddy Stuart, oder "Powder your face with Sunshine" von Kay Starr.
Das erste Lied ist übrigens das Lied, wo sich der kleine Timmy in die Tochter des Sicherheitsbeamten verknallt, während sie mit einem Gewehr auf Pappzombies schießt, um für den Ernstfall zu üben. Ich schmeiß mich weg vor Lachen!
*Extras*
Naja das definitiv ein wenig dürftig! Nur Unmengen Trailer und sonst nichts! Da wäre doch auch lustig gewesen zum Beispiel eine interaktive Nachbildung der Homepage einzufügen, aber naja so kreative ist Ascot meistens nicht. Für Fans von Extras empfehle ich die zweite Fassung von Ascot im Digipack.
Kleiner Tipp am Rande, wer sich außerhalb des Filmes noch ein wenig informieren möchte, aber nun keinen Bericht mehr lesen will, der kann sich in die Welt von "Zomcon" begeben, und dort ein wenig die Werbewelt der 50er zu genießen! Ein Blick zum schmunzeln wäre es auf jeden Fall wert!
http://www.zomcon.com/ weiterlesen schließen
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