Pro:
Kompakt und leicht zu transportieren
Kontra:
für mich nichts!
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich den vorläufig letzten Bericht zu meiner Homöopathieserie veröffentlichen. Es handelt sich dabei um eine wichtige und sehr praktische Sammlung von Globuli, den kleinen Streukügelchen, die soviel bewirken können.
Befasst man sich mit der Homöopathie, ist man am Anfang relativ unsicher, welches Mittel man zuhause haben sollte und welches unnötig für einen selbst ist, zu ähnlich klingen doch manche Anwendungsgebiete und manche Beschwerdebilder.
Jedes Mittel zuhause zu haben, würde nicht nur den Geldbeutel enorm schwächen, nein die unzähligen kleinen Fläschchen bräuchten auf Dauer ihren eigenen Raum und viele würden gar nicht benötigt werden.
Auch auf Reisen wäre hier sehr schnell eine große Reisetasche gefüllt.
Aus diesem Grund bietet die Deutsche Homöopathie-Union, kurz DHU, Taschenapotheken in verschiedenen Ausführungen an. Eine davon möchte ich heute vorstellen:
Aufmachung:
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Es handelt sich bei meiner Taschenapotheke um ein rotes Kunstlederettui, zu schließen mit einem Reißverschluss. Auf der Vorderseite befindet sich das goldfarbene Logo der DHU. Ansonsten ist auf dem Mäppchen nichts weiter aufgedruckt.
Im Inneren befinden sich 32 kleine Glasröhrchen, gefüllt mit je 1g Streukügelchen der verschiedensten Mittel. Das Mäppchen gleicht im Inneren einem Schulmäppchen, genauso sind auch die Glasröhrchen befestigt.
Welche Mittel beinhaltet die Taschenapotheke?
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* Aconitum D6 : Dieses Mittel wird aus dem giftigen Eisen-bzw. Sturmhut gewonnen, hier wird die komplette Pflanze samt Wurzel verwendet.
Aconitum wird eingsetzt bei allen akuten, fieberhaften Erkrankungen, die plötzlich und heftig auftreten. Des weiteren kann man es bei Kopfschmerzen, Unruhe, Angst, Erkältungen, Herzbeschwerden, Schlafstörungen oder Nervenschmerzen nehmen.
* Allium Cepa D6 : Verwendung aus der Küchenzwiebel, hier wird das Mittel aus der frischen Zwiebel gewonnen.
Allium Cepa hat sich bei Heuschnupfen, Husten und Ohrenschmerzen bewährt, typische Anzeichen, die auf eine Gabe von Allium Cepa schließen können sind laufende Nase und starker Tränenfluss ( so wie das auch beim Einatmen einer Zwiebel auftreten kann).
* Apis mellifica D6: Für dieses Mittel muß die komplette Honigbiene ihr Leben lassen, auch dieser Stoff wäre im Normalfall giftig.
Apis gibt man als Sofortmaßnahme bei Insektenstichen ( hier natürlich besonders bei Bienenstichen) , es kann bei Hals-Blasen-oder Mandelentzündungen gegeben werden, sowie bei Allergien, Hautausschlag und div. rheumatischen Beschwerden.
* Argentum nitricum: Auch hier ist wieder ein giftiges Pulver, dass aus Höllenstein gewonnen wird, die Ausgangssubstanz.
Es kann bei Lampenfieber, Angst, Blähungen, Herzbeschwerden, Heiserkeit, Schwindel oder Migräne probiert werden.
* Arnica D6 : Hierfür wird die getrocknete Wurzel des Bergwohlverleih verwendet.
Arnica ist das erste und ( für mich) wichtigste Mittel, dass man bei Verstauchungen, Verrenkungen, Quetschungen, Bluterguss, Blutung einsetzt. Es kann auch bei einem harmlosen Schock ( gerde wenn Kinder sich leicht verkletzen oder hinfallen und sehr erschrocken sind) gute Dienste tun. Auch bei Pusteln, Furunkel, Muskel-und Gliederschmerzen, Ischias und Hexenschuss ist eine Gabe Arnica angezeigt.
* Arsenicum album D 6: es wird aus dem weißen Arsentrioxid gewonnen, einem sehr giftigen, aber lebenswichtigem Spurenelement.
Arsenicum ist bei Erbrechen, Durchfall, Schnupüfen, Asthma, Husten, Heiserkeitz, Magen- oder Nervenschmerzen , Ekzemen, Schwäche und Abmagerung angezeigt.
* Belladonna D6: Pflanzlich, wird aus der giftigen Tollkirsche gewonnen. Auch hier wird die komplette Pflanze mit Wurzel verwendet.
Belladonna gehört zu den, wohl bekanntesten homöopathischen Mitteln, es hat sich bewährt bei akuten Entzündungen, klopfenden oder krampfartigen Beschwerden und vorallem bei hohem Fieber und allen begleitenden Erscheinungen wie Ohren-Augenschmerzen, Kolliken, Scharlach, Masern, Kopfschmerzen und Migräne.
* Bryonia: Wird gewonnen aus der giftigen, rotbeerigen Teufels- oder Zaunrübe. Hier verwendet man die frische Wurzel.
Bei trockenem Husten, Verstopfung, Gelenk-Rücken- und Kopfschmerzen, grippalem Infekt, Galle-oder Leberleiden.
* Cantharis D6: Verwendet wird der getrocknete, pulverisierte Käfer, die "spanische Fliege". Sehr giftig !
Die spanische Fliege ist in erster Linie bekannt, als Aphrodisiakum, da sie die Geschlechtsorgane sehr stark reizen soll. In der Homöopathie gibt man sie hauptsächlich bei Harnwegsinfekten, bei Halsschmerzen, Verbennungen ( Sonnenbrand) oder Verbrühungen.
* Chamomilla D6: Hier wird die echte Kamille verwendet, die frische ganze Pflanze.
Chamomilla wird gerne bei Zahnungsbeschwerden eingesetzt, sie ist auch wichtiger Bestandteil des bekannten Zahnungsmittels Osanit. Man kann Chamomilla auch bei Durchfall, Blähungen, Menstruationsbeschwerden, Erkältugen, Magen-Muskel-, Nerven-, und Ohrenschmerzen einsetzen.
* Cocculus D6: Wie schon in meinem vorherigen Bericht nachzulesen ist, wird Cocculus aus den Kockelskörnern, deren Herkunftsland Indien ist, gewonnen.
Cocculus kann Eltern helfen, die anstrengende, erste Zeit mit ihrem Kind zu überstehen. Es ist auch ein beliebtes und bewährtes Mittel bei Reisekrankheit.
* Coffea D6 : Gewonnen aus dem Kaffeestrauch.
Coffea wendet man bei Unruhe, Nervosität und Schlaflosigkeit an.Sehr gut geeignet für nervöse und ruhelose Menschen, bei Schmerzempfindlichkeit und bei Unwohlsein infolge von zu hohem Kaffeegenuß.
* Colocynthis D6: Aus der giftigen Koloquinte, den reifen, entkernten Früchten.
Bei krampfartigen Bauch-und Unterleibsschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Ischias und Nervenschmerzen.
* Dulcamara D6: Gewonnen aus dem Bittersüß.
Bei Schnupfen, Blasenentzündungen oder Kopfgrind bewährt.
* Eupatorium perfoliatum D 6: gewonnen aus dem Wasserhanf, den oberirdischen Pflanzenstengeln.
Anwendung bei Fieber, Zerschlagenheit
* Ferrum phosphoricum D 12: Aus dem Blaueisenherz gewonnenes Eisenphosphat. Kommt eigentlich von den Schüssler Salzen.
Bei fieberhaften Erkrankungen, Entzündungen, Erkältungen, Nasenbluten und Ohrenschmerzen.
* Gelsemium D6: Aus dem giftigen, gelben Jasmin, verwendet wird der frische Wurzelstock.
Bei Grippe ( Sommergrippe), Nackenschmerzen, Migräne, Ängsten, Lampenfieber, und den Folgen von seelischer Aufregung, bei Durchfall und Müdigkeitssyndrom.
* Hepar Sulfuris D 12: Aus der Kalkschwefelleber, verwendet wird hier der innere Bestandteil der Austernschale und die Schwefelblüte.
Bei Eiterungen, Halsschmerzen, Husten, Ohrenschmerzen, Nasenebenhöhlen- und Mandelentzündungen.
* Hyoscyamus D6: Bilsenkraut
Bei leicht erregbaren Menschen, Jähzorn.
* Hypericum D 6 : Aus dem Johanniskraut, der frisch blühenden Pflanze.
Bei Verletzungen und Quetschungen von Nerven, Prellungen der Wirbelsäule und des Kopfes, zur Wundheilung von Schürfwunden ( ist auch als Tinktur erhältlich), natürlich auch zur Stabilisierung der Seele !
* Ipecacuanha D 6: Aus der giftigen Brechwurzel, verwendet werden die getrockneten Wurzeln.
Bei Husten, Übelkeit, Erbrechen und Blutungen
* Iris D 6: Aus der Schwertlilie
Bei Entspannungskopfschmerzen, die meist dann einsetzen, wenn man zur Ruhe kommt.
* Ledum D 6 : Aus dem Sumpfporst
Bei Rheuma, Gicht und Stichverletzungen
* Luffa operculata D 6: Aus dem Kürbisgewächs Luffa
Bei Stirnkopfschmerzen, Allergien und Neigung zu Schnupfen
* Mercurius solubilis Hahnemanni D 12: Aus Quecksilber nach Hahnemann
Bei Halsbeschwerden, Mund und Drüsen
* Nux vomica D 6: Aus der Brechnuss , sehr giftig ! Verwendet werden die getrockneten Samen.
Bei Kater, Übelkeit ( auch begleitend zur Chemotherapie), Erkältungen, Brechreiz, Verstopfung, Rückenschmerzen, PMS und Schwindel.
Es wird auch behauptet, dass man durch die Einnahme von Nux Vomica leichter abnehmen kann, dies ist jedoch nicht erwiesen ( und ich kanns nicht unterschreiben ;-))
* Okoubaka D 3: Rinde des gleichnamigen Baumes.
Ein wichtiges Mittel in der Reiseapotheke, kann bei Ernährungsänderungen ( im Urlaub), Durchfall, Verdauungsbeschwerden helfen.
* Phytolacca D 6: Aus der Kermesbeere.
Bei Drüsenbeschwerden, Geschwulsterkrankungen, Kehlkopf und Mandelentzündungen.
* Pulsatilla: Gewonnen aus der giftigen Küchenschelle ( s. gesonderter Bericht), auch hier wird die frische, zur Blütezeit gesammelte Pflanze verwendet.
Für mich auch eines der wichtigsten Mittel, besonders geeignet zur Konstitutionsbehandlung bei Kindern. Es kann bei Erkältungen, Verdauungsstörungen, Venenleiden, Rheum, Masern und Ohren-,Augen-, Zahn- und Blasenschmerzen, sowie bei Frauenleiden eingesetzt werden.
* Rhus toxicodendron: Aus dem giftigen Giftsumach
Bei Verrenkungen, Zerrungen, Gelenk- und Rückenschmerzen, Haut-und Blasenleiden, Erkältung und Windpocken.
* Rumex D 6: Aus dem krausen Ampfer
Bei Husten ein bewährtes Mittel
* Veratrum album D6: Aus dem weissen Nieswurz
Bei Kreislaufschwäche, Kollaps, Durchfall, Erbrechen, Schwäche und Erschöpfung
Das sind die einzelnen Mittel, die in der Taschenapotheke enthalten sind. Natürlich bedarf es noch einer gewissen Grundkenntnis, sie richtig einzusetzen, man sollte zusätzlich die Leitsymptome und die genauen Beschwerden kennen und genau abwägen, welches Mittel man einsetzt. Auch den Menschentypus muß man bei der Gabe eines Homöopathischen Mittels mit einbeziehen.
Im Mäppchen befindet sich noch eine kleine Broschüre in der alle Mittel mitsamt der empfohlenen Dosierung aufgeführt sind, die Anwendungsgebiete sucht man hier jedoch vergeblich, bei homöopathischen Mitteln ist bei keinem eine therapeutische Indikation beigelegt, da viele Mittel die gleichen Wirkungsgebiete haben, eben bei verschiedenen Typen eingesetzt werden müssen.
Um hier näher drauf einzugehen, würde es den bericht sprengen!
Erfahrung:
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Die Taschenapotheke gibt mir immer ein Gefühl der Sicherheit, so habe ich doch die wichtigsten Mittel immer kompakt dabei. Das ist mir besonders bei meinen Kindern wichtig, denn hier schlagen die Mittel besonders gut an. Gerade wenn eines der Kinder stürzt oder gestochen wird, ist das Mittel zur ersten Versorgung gleich griffbereit.
Was mir nicht so gefällt, ich muß zusätzlich meine kleine Taschenfibel mitnehmen, da die Homöopathie so breit gefächert ist, dass es schwer ist, alles auswendig zu kennen. Das gelingt mir mittlerweile schon bei recht vielen Mitteln, aber noch nicht bei allen.
Die Menge von 1g Streukügelchen bzw. Globuli ist ausreichend, sind es doch recht viele. Im laufe der zeit bekommt man auch heraus, welches Mittel öfter gebraucht wird und kann sich dieses dann zuhause als Vorrat und zum Nachfüllen zulegen.
Fazit:
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Eine gelungene Zusammenstellung der Deutschen Homöopathie Union in Karlsruhe. Erworben habe ich das Mäppchen im Internet bei einer Versandapotheke für 58,-- Euro, hier lohnt es sich, Preise zu vergleichen, die Unterschiede betragen teilweise bis zu 20 Euro !
Wer mehr darüber lesen möchte unter www.dhu.de.
Von mir eine klare Empfehlung und alle fünf Sterne, natürlich nur für diejenigen, die sich für Homöopathie interessieren ! weiterlesen schließen
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