Pro:
Super Grafik, zu Anfang sehr spannend
Kontra:
ab der zweiten Hälfte einfach nur dämlich. Viel zu kurz
Empfehlung:
Ja
Es geht um die angebliche Shooterreferenz Crysis. Zunächst die Frage, die allle bewegt: Läuft das Spiel. Nach diversen Testberichten hatte ich ja die Befürchtung, das Spielerlebnis würde auf meinem Computer Diashowcharakter haben. Aber weit gefehlt. Auf meinem Laptop Asus G1S mit Geforce 8600M GT (256 MB) und Intel core 2 duo 7300 läuft das Spiel die meiste Zeit ruckelfrei. Und zwar auf mittleren Details in DX 10.
Zum Inhalt: Man ist Mitglied einer Spezieleinheit der (US?)-Armee und soll seltsame Vorkommnisse um ein Forscherteam auf einer Insel untersuchen, die im Einflussbereich Nordkoreas liegt. Man springt also mit ein paar Kollegen mit dem Fallschirm ab und hat erstmal einen graphisch beeindruckenden Nachtflug über dem Meer vor sich. Kurz vor dem Wasser werden wir plötzlich von etwas getroffen und der Fallschirm reisst. Dank Nanosuit (so ne Art moderne Ritterrüstung) überstehen wir den Aufprall auf dem Wasser aber unbeschadet. Nach dieser netten Einleitung beginnen wir, uns auf der Insel zu bewegen und lernen die Funktionen der Waffen und unserer Naonsuit kennen. Diese kann nämlich Kräfte, Geschwindigkeit oder Panzerung verstärken und sogar für kurze Zeit unsichtbar machen. Das ganze lässt sich einigermassen intuitiv steuern, ausser wenn es hektisch wird.
Die Story werde ich jetzt mal nicht weiter vorwegnehmen, nur soviel sei gesagt, dass das Spiel sich quasi in zwei Abschnitte teilt. Erst kämpfe gegen normale Soldaten und später dann gegen Ausserirdische.
Der erste Teil ist auch recht spannend gemacht (ich sage nur Zwischensequenzen im Predator-Stil). Die Gegner sind einigermassen clever (auch wenn die KI manchmal gewaltige Aussetzer hat) und die Gefechte werden zunehmend schwerer, sind aber alle machbar. Die Waffenvielfalt hält sich arg in Grenzen, zumal man nur 2 Gewehre, die obligatorische Pistole und natürlich den Raketenwerfer mit sich führen kann. Hinzu kommen noch diverse Granaten und eine weitere großkalibrige Wumme bzw. Sprengstoff. Diese Begrenzung ist schon ein arges Manko, da die Waffen nicht optimal balanciert sind. Das Scharfschützengewehr und das sogenannte Gaussgewehr sind extrem durchschlagend aber man findet immer nur wenig Munition. Die Gatling-Gun ist absolut die beste Waffe. Die 1000 Schuss Munition, welche man mitführen kann, sind aber in nullkommanix weg. Das Problem ist, dass man aus Munitionsmangel ständig seine Lieblingswaffen wegwerfen muß, nur um etwas später Munition zu finden, aber keine Waffe mehr zu haben. Man bleibt dann meistens beim Standartgewehr der Koreaner, weil es das einzige ist, für welches quasi immer Munition da ist. Die paar Momente, in denen man die Sonderfähigkeiten der Nanosuit zum Weiterkommen einsetzen muss halten sich auch in Grenzen und wirken dann zum Teil ziemlich aufgesetzt.
Bis jetzt ist das Spiel also quasi ein um die Nanosuit erweitertes FarCry mit beindruckendem Grafikgerüst. Von der Atmosphäre und dem Anspruch der Gefechte her fand ich FarCry aber wesentlich besser.
Später im Spiel beginnt dann aber der überambitionierte "wir machen mal was ganz tolles neues" Alien Teil, ab dem das Spielen für mich zur Qual wurde. Erst das blöde Raumschiff, in dem man vor lauter Blinken, Leuchten und Glitzern in Schwerelosigkeit schnell den Überblick, und wenn man zu sehr hinstarrt auch sein Mittagessen verliert. Zu allem Überfluss wird man auch noch andauernd von sauschnellen Aliens attackiert und Munition gibt es auch kaum. Hat man das Überstanden muss man auf der inzwischen eingefrorenen Insel einen Kammeraden retten, wobei man selber erfriert, wenn man nicht dauernd in Bewegung bleibt. Ist dass geschafft kommt man wieder in sonnige Regionen und ab hier wird es in schnellem Rhythmus immer schlechter. Erst bedienen wir einen Flugabwehrpanzer mit der Reaktion einer Wanderdüne. Damit die schnellen Aliens abzuschiessen ist ungefähr so, wie wenn ein alter Opa mit Krückstock versucht Carl Lewis einzuholen. Nebenbei beginnt einem hier aufzufallen, dass die eigenen Waffen bei Dauerbetrieb überhitzen. Sogar eine Alienwaffe, welche man zwischenzeitlich mal besessen hat. Die Waffen der Aliens hingegen machen munteres Dauerfeuer aus gefühlten 20 Rohren. Hat man das Überstanden kommt noch so ein FlakPanzer (wer im übrigen mal so ein Ding in der Realität in Aktion gesehen hat, der weiss, wie schnell der Turm sich wirklich dreht). Als nächstes dürfen wir dann mit so nem komischen Fluggerät fliegen, nicht ohne wieder gegen die schnellen Aliens zu kämpfen. Das Teil fliegt sich aber leider wie ein Güterzug. Hat man sich durch diese Sequenz gequält kommt man dann, immernoch hoffend, es würde noch mal so schön wie Anfangs schon zum Endgegner.
Resume:
Tja, dass war also der Übershooter Crysis. Ich finde, er bietet im ersten Teil solide Shooter-Unterhaltung in zugegeben superschönem Grafikgerüst. Der Teil mit den Aliens ist einfach nur ärgerlich. Und dann ist das Ding für den geforderten Preis einfach viel zu kurz.
Für mich ist der Übershooter ganz klar Call of Duty 4. Ebenfalls geniale Grafik (die aber lange nicht so Hardwarefordernd ist), unglaublich dichte Atmosphäre, die KI-Macken werden durch ein paar Tricks viel besser überspielt aber leider auch ziemlich kurz.
Für den Preis von bis zu 55 € einfach zu kurz und zu schwach.
Ansonsten warte ich auf FarCry 2, vielleicht wird das ja besser als Crysis.
Fazit: Für mich nur ein weiterer Shooter in zugengeben schönem Gewand weiterlesen schließen
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