Pro:
Nette Idee
Kontra:
süß, Preis, schmeckt sehr unnatürlich
Empfehlung:
Ja
Moinsen ihr durstigen Seelen,
Es ist echt schon kurios, was sich die Mineralwasserfirmen alles einfallen lassen, nur um im Trend zu liegen und zu bleiben. Über Mineralwässer mit Geschmäckern nach Kokos oder Kaktusfeigen wundere ich mich schon lange nicht mehr. Doch dass die Sprudel nun auch noch „gewürzt“ werden, das ist mir echt neu. „Bonaqa Fresh & Spice“ heißt Coca Cola´s Offensive zur derzeitigen Marktstrategie der Wasserfirmen, das bisher als langweilig geltende Sprudelwasser aufzupeppen.
=== „Das Ganze wird wiederum im Orange umrahmt…“ ===
Man nehme einen Liter Tafelwasser, mische es mit etwas Fruchtigem, packe noch etwas Schärfe rein und fertig ist ein neuer Trend – Wow, darauf hätte ich eigentlich selbst kommen können! In meinem Fall hier steht neben mir eine der derzeit zwei erschienenen „Fresh & Spice“- Varianten: „Mango – Chili – Geschmack! Kurz: Tafelwasser mit Mango und Chiligeschmack.
Als ich diese Wasservariante bei meiner kleinen Schwägerin im Kühlschrank entdeckte, staunte ich eigentlich nicht schlecht. Jetzt gibt es tatsächlich schon Zitronenlimonade von „Bonaqa“. Vielleicht war es meine fehlende Brille, die meine Augen zu diesem Eindruck hinreißen ließ, vielleicht aber war´s dann ja auch das doch Etikett, das mich immer und immer wieder an ein bekanntes Limonadenprodukt aus dem Hause Coca Cola erinnert. Ein blauer oberer Hintergrund, auf dem sanft ein schmaler Löwenkopf sichtbar wird und sich hier die Marke „Bonaqa“ in weißen Lettern darstellt. Darunter ein gelb – orangenes „Fresh & Spice“ im asiatischen Schreibstil. Nun ändert sich die Farbgebung in ein grelles Weiß, worauf man hier in roten Buchstaben ein „Mango – Chili – Geschmack“ gedruckt hat. Das Ganze wird wiederum im Orange umrahmt, wobei eine saftige Mango sowie eine Chilischote in klarem Wasser versinken. Jetzt fehlt im Grunde genommen nur noch der Aufdruck „Trinke Fanta, sei bamboucha“ und fertig wäre die neue Kreation einer Limonade!
Wie auch immer, ich hätte bei dem Gedanken „Bonaqa = Limonade“ stutzig werden lassen, doch das Label wirkt einfach sehr bunt, ähnlich also wie bei einer neuen Fantavariante. Die Rückseite des Etiketts wirkt schon etwas klassischer. Diese ist nämlich in zwei verschiedene Blautöne eingeteilt: hell- und dunkelblau. Die linke (dunkelblaue) Hälfte ist mehr für die Eigenwerbung da. So stellt man die bisherige Zweitvariante des „Fresh & Spice“- Getränks vor, nämlich Apfel – Minze – Geschmack, das Ganze recht nett und auffällig. Und während man also links wirbt, hält man rechts (also die hellblaue Seite) den Käufer mit den Zutaten-, Adress-, Nährwertangaben und Hotlines auf dem Laufenden.
Hersteller Coca Cola bezeichnet das Getränk als ein „Erfrischungsgetränk mit Mango- und Chiligewschmack“ – man darf gespannt sein. In der Zutatenliste befinden sich Wasser, Natriumhydrogencarbonat, Claciumchlorid, Magnesiumchlorid und Natriumchlorid was vor allem im Tafelwasser steckt (normal bei „Bonaqa“). Fruktosesirup, Kohlensäure, Säurungsmittel, Citronsäure, Aromaten sowie die Konservierungsstoffe E 202 und E 211 (Kaliumsorbat & Natriumbenzonat) geben dem Getränk hier neben mir Geschmack und Haltbarkeit.
*Die Nährwertangaben:
Mit legeren 28 Kilokalorien, 6 Gramm Zucker, keinem Gramm Fett und kleinen 0,1 Gramm Natrium befindet sich das Produkt im humanen Bereich des Diätbetriebes. Und genau hier setzt der Hersteller an, denn diese Zahlen hat man recht groß gedruckt und belaufen sich auf 250 Milliliter. Gleich darunter befindet sich die komplette Nähwerttabelle, die sich allerdings auf 100 Milliliter des „pikanten“ Getränks bezieht. Hier offenbart sich der zusätzliche Zuckergehalt von 2,4 Gramm (Kohlenhydrate) und den null Gramm an Ballaststoffen.
=== „Die Ähnlichkeit ist verblüffend…“ ===
Nun aber mal ran an den Speck…ähm…ich meine an´s Mineralwasser. Ab ins Glas und los geht’s auch schon mit der ersten Analyse.
Irgendetwas riecht hier fruchtig, sehr fruchtig sogar. Mag es tatsächlich das fast farblose, bläulich schimmernde Etwas in meinem Glas sein, das so duftet? Ich muss gestehen, es riecht gut und irgendetwas lässt meinen Riechkolben vorerst leichte Nuancen vom fruchtigen Aromaduschgel meiner besseren Hälfte vermuten. Ist das tatsächlich möglich? Wohl kaum, also, noch ein Versuch!
Und siehe da, nun erkenne ich tatsächlich auch eine reife Frucht, dass es sich um eine Mango handeln könnte kann ich ehrlich gesagt nur erschnuppern, weil mein Gehirn es weiß. Trotzdem, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass das „Fresh & Spice“-Zeug hier in meinem Glas´l doof riechen würde. Nein, das tut es in der Tat nicht. Aber auch das Duschgel meiner besseren Hälfte riecht gut…grins… Die Ähnlichkeit ist verblüffend.
Der Hersteller macht seine „Drohung“ auf dem Frontetikett wahr und spart tatsächlich die meiste Kohlensäure für andere Dinge auf. Ganz leicht sprudeln hier die Blubberbläschen an den Glasrand und der fruchtige Geruch dringt mir wieder in die Nase….schmunzel…
Der Geschmackstest ist schon recht merkwürdig. Der Geruch passt bestens mit dem Geschmack des Getränks zusammen – eine Sache, die bei vielen solcher Getränke fehlt. Kompliment! Dennoch bin ich immer noch am überlegen, ob eine Mango tatsächlich so unnatürlich süß riecht und schmeckt. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass man hier mit künstlichen Aromen nachgeholfen hat. Ein weiterer Schluck bringt mich zur nächsten Vermutung: Hier wurde mit Zucker nachgeholfen! Ich kann mir wieder nicht vorstellen, dass eine Mango so süß schmeckt. Merkwürdig.
Und meine Zweifel wachsen weiter, denn ich vermisse etwas, worauf ich wirklich gespannt war: Die hoch angepriesene Chilinote, die das Tafelwasser hier aufpeppen soll. Hat sich Hersteller Coca Cola vielleicht gedacht, dass die Ansicht einer gemalten Chilischote für solch ein Getränk genügt oder ob man diese wichtige Zutat vielleicht nur vergessen hat mit hineinzugeben bleibt dahingestellt. Fakt ist nur, dass ich hier nichts, aber auch rein gar nichts von einer Chili zu schmecken bekomme. Selbst meine Geschmacksnerven sind jetzt beleidigt!
Vielleicht hilft ja noch ein Schluck! Wie oft setzen sich die wichtigsten Geschmackgeber einfach ohne zu fragen auf dem Flaschenboden ab und geben ihre Wohltat erst zum Schluss preis, dann aber doppelt so heftig, wenn es keiner mehr vermutet! Ja, das könnte sein! Auch wenn ich nicht so wirklich daran glaube, dass es sich hier um durchsichtige Geschmacksstoffe handelt, schüttele ich die Literflasche ein wenig durch, viel an Kohlensäure kann ja nicht verloren gehen, ist ja kaum welche drin! Gut, der nächste Schluck naht, wieder der künstliche Mangogeschmack, wieder kaum Kohlensäure, wieder kein Chiligeschmack! Merkwürdig, bin ich so gegen das tolle Schötchen immun, dass ich es nicht mehr herausschmecke? Eher nicht!
=== „Es war eine Probe wert, keine Frage…“ ===
Für € 1,79 ist die geschmackliche „Neuentwicklung“ namens „Bonaqa Freh & Spice“ in der Mango-Chiligeschmacksrichtung zu haben. Kein unbedingtes Schnäppchen wenn man bedenkt, dass man womöglich mit einem „normalen“ Mineralwasser besser dran wäre. Die Idee, eine liebliche Frucht mit Tafelwasser, wenig Kohlensäure und einer Chilischote zu kreuzen, ist nicht verkehrt. Es schmeckt fruchtig, der leichte Kohlensäureanteil bringt Pepp ins Spiel ohne zu nerven und ist das Getränk auch noch schön kalt, hat es einen erfrischenden Charakter.
Schöner wäre es, wenn der fruchtige Anteil der Mango nicht ganz so künstlich riechen und schmecken würde – noch immer habe ich den Duft des Duschgels meiner besseren Hälfte im Visier, der ungemeine Ähnlichkeiten aufweist. Die vorhandene Erfrischung wird (wie nicht anders erwartet) von der Restsüße des Getränks wieder zunichte gemacht und der eben gelöschte Durst kehrt bald zurück. Wenn wenigsten der erwartete Kick da wäre und dieser versprochene Chiligeschmack sich durch meinen Gaumen schlängeln würde…doch auch hier hält der Hersteller leider nicht, was er verspricht.
Was soll ich sagen?
Es war eine Probe wert, keine Frage. Kaufen würde ich „Bonaqa – Fresh & Spice“ (zumindest in dieser Geschmacksrichtung) nicht wieder.
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