Pro:
Atmosphäre, teilw . Handlung, Teilw . Spannung, Ansatz der Thematik
Kontra:
Blasse Charaktere, Wenig Spannung, Ausufernder & Langweiliger Schreibstil, blasse Handlung
Empfehlung:
Ja
Tach auch meine Lieben,
ja, die Leseratte hat wieder einmal zugeschlagen und musste sich ein Buch gönnen ;-) Irgendwann muss mein Bücherregal doch mal leer sein, oder? Keine Chance ich sorge für stetigen Nachschub ;-)
Angetan - nach einer hervorragenden Hörbuchrezension von mima007 - musste ich das Buch einfach haben. Und welches Buch? Memento von P.J. Tracy.
Viel Spaß beim Lesen.
P.J. Tracy???
P.J. Tracy ist das Pseudonym eines Autorenduos aus Mutter und Tochter. Patricia J. Lambrecht begann ihre schriftstellerische Karriere mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, welche in lokalen Zeitungen veröffentliht wurden. Ihre Tochter Traci studierte zunächst Slawistik, bevor sie ebenfalls mit dem Schreiben anfing, um ihre vielen Reisen zu finanzieren. 1991 begannen sie ihre gemeinsame Karriere als Drehbuchautorinnen und erzielten mit ihrem Krimidebüt Spiel unter Freunden einen Überraschungserfolg, welcher von Lesern und Kritikern mit Lob überhäuft wurde. Seitdem sind P.J. Tracy zu internationalen Bestsellerautoren geworden.
Wer noch mehr will, hier die HP der beiden: http://www.pjtracy.net/content/index.asp
weitere Werke
Mortifer, Der Köder, Spiel unter Freunden
Eckdaten zum Buch
Originaltitel: Snow Blind (erschienen 2006 by G.P. Putnam´s Son / New York)
Titel: Memento (erschienen 2007 by Rohwohlt)
Übersetzer: Tanja Handels
Genre: Thriler
Seitenzahl: 316
ISBN: 978-3-499-24545-9
Preis: 8,95€
Pressestimmen
»Knallhart und gut - eine Reihe von Thrillern, die zum besten gehören, was das Genre gegenwärtig zu bieten hat« Focus
Story
Minneapolis, es ist Winter... Detektive Leo Magozzi und Gino Rolseth sowie die im Hintergrund agierende Computerabteilung Mokeywrench haben momentan nicht allzu viel zu tun und so widmen sich die beiden Detectives dem Schneemannwettbewerb welchen die Polizei jährlich veranstaltet.
Der diesjährige Wettbewerb für die kleinen Einwohner von Minneapolis bekommt ein jähes und schreckliches Ende, als in einem Schneemann versteckt eine Leiche auftaucht. Es bleibt nicht nur bei dieser einen, welche sich als Polizeibeamter Tommy Deaton entpuppt. Auch in einem weiteren Schneemann wird eine Leiche gefunden, es ist der Partner von Tommy. Beide erschossen, Ersterer aus nächster Nähe, der zweite erhielt auf brutale Weise eine Kugel in das Rückenmark und musste qualvoll sterben.
Die beiden Detektive nehmen die Ermittlungen auf, alle bisher gebauten Schneemänner werden auf weitere Leichen untersucht, Gott sei Dank sind keine weiteren Leichen zu beklagen. Dafür aber neben geschockten Eltern auch zahlreiche traumatisiert Kinder.
Die Ermittlungen in Minneapolis plätschern vor sich hin, direkte Hinweise sind noch nicht vorhanden, lediglich Vermutungen.... Da ereilt die beiden Detectives die Nachricht aus dem nördlich gelegenen Dundas Country, dass schon wieder eine Leiche im Schneemann aufgetaucht ist.
In diesem verschneiten Örtchen darf die gerade neu zum Sheriff ernannte Iris Rikker - ehemalige Englischlehrerin - nun die Ermittlungen leiten. Allerdings hat sie als ehemalige Englischlehrerin nicht allzu viel Erfahrungen, was das abgrenzen eines Tatorts sowie das Einleiten von kriminalistischen Untersuchungen angeht. Auch von ihren Kollegen hat sie nicht allzu viel Hilfe zu erwarten, denn die sind auf dem Standpunkt eine Frau als Sheriff geht gar nicht.
Iris fühlt sich mehr als überfordert, sozusagen den Tränen nahe und hofft dass die beiden Detektives aus Minneapolis den gleichen Mörder wie Iris suchen, und ihr somit ein Stück Arbeit abnehmen.
Was Iris nicht weiß, derjenige welche der die Leichen auf dem Gewissen hat, hat ganz in Ihrer Nähe eine heimelige Unterkunft gefunden, wo er auch auf ungewollte Weise das nötige Equipment für seine Feldzüge bekommt: die alte Scheune nahe Iris Ihrem Haus.
Magozzi und Rolseth sind bei Rikker und nehmen mit ihr zusammen die Ermittlungen auf, denn bei Ihrem Fall in Minneapolis kommen sie momentan eh nicht weiter. Sie folgen einer dürftigen Spur und landen in einer Gefängnisähnlichen Siedlung, wo nur Frauen leben.
Während die drei Ermittler versuchen dort Einlass zu bekommen, sind die Hintergrundakteure von Monkeywrench einem Chatter auf die Spur gekommen, der in einem Chat über diese Polizistenmorde schreibt. Doch modernste Techniken wie Firewall macht es auf den ersten Blick schwer, an diese Person heranzukommen.
Nur dürftig kommen Hinweise zu den Polizistenmorden, erst durch die Chat Aktivitäten dreht sich das Blatt ein wenig... Dreht es sich zu Gunsten der Ermittler? Wer versteckt sich hinter den Chat und in der Gefängnisähnlichen Siedlung?
Hier muss sich inhaltlich einen kleinen Schnitt machen, sonst würde ich alles verraten....
Meinung
Das war also mein erstes Werk von dem Mutter Tochter Duo.... und ich bin ein wenig enttäuscht, denn eigentlich klang der Klappentext doch recht ansprechend, leider haben die Autorinnen hier eben dieser Beschreibung in meinen Augen nicht so ganz gerecht werden können.
So steigt man meines Erachtens, als Leser irgendwie mitten in das Geschehene ein, ohne dass man die Charaktere kennen lernt und sich somit nicht beim lesen mit ihrer Denkweise identifizieren kann.
Ja, so kann ich das sagen, nachdem ich das erste Drittel des Buches gelesen hatte, hatte ich immer noch das Gefühl dass mir irgendwas fehlt, was es ist lässt sich schwer beschreiben. Ich kann mir das aber annähernd erklären, denn es fehlte ein so genanntes Vorwort welches sich kurz mit den Charakteren befasst. In den nächsten 2/3 des Buches lernt man die Charaktere auch nicht viel was besser kennen, lediglich fällt einem beim Lesen auf, dass dem eine der nötige Ernst fehlt, dieses versucht er durch flapsige Bemerkungen zu kompensieren, der andere macht eher den Eindruck dass ihm jedes Quäntchen Arbeit zu viel ist... Das macht die beiden sehr unsympathisch und es hat einen unangenehmen Nachgeschmack auf den gesamten Verlauf des Buches.
Man kann diese beiden bei der Ermittlungsarbeit nicht ernst nehmen.
Leider hat dieses Autorenduo nicht gerade das glücklichste Händchen, was die Darstellung der Charaktere sowie auch der Handlungsorte (im Zusammenspiel) angeht.
Zu den Charakteren hatte ich mich ja schon geäußert, bei den Handlungsorten kann man es genauso sehen, hier fehlt eindeutig Tiefe und auch Hintergrundwissen. Im Zusammenspiel mit den Charakteren bleibt die Handlung sehr blass und einfallslos, schade mit ein wenig mehr Ausdrucksstärke und einem weniger ausschweifenden Schreibstil hätte man hier vielmehr Spannung erzeugen können, so dass das Lesen auch Spaß bringt.
Aufgrund der schon eben genannten Kritikpunkte entwickelt man beim Lesen eine gewisse literarische Langeweile denn eine spannende Wendung oder ein Finale ist für den Leser nicht zu erkennen. Auch hat man beim Lesen nicht wirklich Lust mit zuraten wer denn nun der Täter ist. ©Jansdarling2002
Spannung - hatte ich teilweise schon angesprochen, konnte ich hier nicht allzu viel finden, denn dafür hat das Muttertochterduo sie einfach zu ausufernd und zu platt geschrieben. Selten habe ich so ein einfallsloses Werk gelesen, ja ich kann sogar sagen, dass ich mich wahrlich geärgert habe hierfür Geld auszugeben. Gut ich habe es bei meinem Dealer auf dem Wochenmarkt vergünstigt bekommen, aber ich ärgere mich trotzdem.
Ich kann schon förmlich den Aufschrei hören, ich respektiere das wenn jetzt der eine oder andere sagt, dies sei mit einer der besten Krimis / Thriller, welchen er je gelesen hat, aber gerade in Sachen Lektüre gehen die Meinungen doch ein gewaltiges Stück auseinander.
So möchte ich noch einmal meinen persönlichen Eindruck zusammenfassen, dieser vermeintliche Krimi / Thriller hat meinen Geschmack nicht ganz getroffen, denn mir fehlte ihr zu viel, unter anderem ausgeprägte Charaktere, eine gut strukturierte Handlung mit den dazu passenden Handlungsorten und ein ansprechender Schreibstil. Lediglich die Atmosphäre, die von den beiden aufgebaut wurde, konnte mich dazu bringen, das Buch zu Ende zu lesen.
Aufgrund meiner Kritikpunkte vergebe ich für Memento mit Augen zudrücken noch 3 Sterne und eine bedingte Empfehlung.
wer Rechtschreibfehler gefunden hat, darf sie behalten, ich bin ja nicht so, nur niemand ist trotz mehrmaligem Fehlerlesen perfekt
Ich bedanke mich herzlich für das Lesen, Bewerten und Kommentieren, eure Chrissy
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