Pro:
Schönes Schiff, gutes essen, Preis / Leistung ist Ok.
Kontra:
Es ist zu laut und ein paar kleinere Macken
Empfehlung:
Ja
Hi. Heute geht es mal um eine Kreuzfahrt mit der Aida Cara. Genaugenommen war es eine Kurzkreuzfahrt. Ich habe gesehen das es hier einige Berichte für die Aida Cara gibt. Die sind alle schön unterteilt nach Rubriken wie Essen, Kosten usw. was ich gut finde. Ich schreibe meinen (unseren) Aufenthalt aber mal ein wenig anders. So als reiner Erlebnisbericht.
Wie es dazu gekommen ist. Meine Freundin und ich haben immer wieder Probleme unseren Sommerurlaub von unseren Arbeitgeber so zu bekommen das er in der gleichen Zeit liegt. Dieses Jahr haben wir es geschafft im Sommer gerade mal eine Woche gemeinsam Urlaub zu bekommen. Da wir beide aber süchtig sind nach Urlaub versuchen wir immer mal wieder solche Kurztrips zu unternehmen. Dieses mal hat sich eine Minikreuzfahrt mit der Aida Cara angeboten. Eine 4 Tages Kreuzfahrt mit der Aida Cara. Die Ziele waren Mallorca – Ibiza – Barcelona – Mallorca. Perfekt da wir beide in den letzten Jahren solche Kreuzfahrten richtig lieb gewonnen haben (und wir eine ähnliche Tour schon einmal mit der Club Med 2 gemacht haben und deshalb gut vergleichen können)
Wir haben über ein Internet – Reiseportal diese Kurzkreuzfahrt gebucht. Kostenpunkt für die Reise für zwei Personen in einer Außenkabine lagen bei 1498 Euro. Hinzu kamen die Kosten für den Hin und Rückflug. Im Reisepreis waren auch noch 3 weitere Übernachtungen direkt in Palma. enthalten Zwei vor der Schiffsreise und eine danach.
Hier erst einmal einige Daten zu Aida Cara. Das Schiff wurde am 07.07.1996 getauft und in Dienst genommen. Das Schiff fuhr in den Folgejahren für verschiedene Reedereien.
(Liste aus Wikipedia)
Deutsche Seereederei (1996 - 1997)
NCL Corporation Ltd. (1997 - 1999)
AIDA Cruises-Seetours – German Branch of P&O Princess Cruises (seit 1999)
Societa di Crociere Mercurio S.r.l. (seit 2004)
Die Aida Cara ist Teil der Aida Flotte zu der auch zum Beispiel die Aida Luna gehört.
Die Cara wird hauptsächlich in der Ostsee, dem Mittelmeer-Raum, den Kanaren und in Nordeuropäischen Gewässern eingesetzt.
Daten zur Aida Cara
Länge: 193,34 m
Breite: 27,60 m
Höhe / Tiefgang: 6,00 m
Tonnage: 38.557 Bruttoregistertonnen
Decks: 9 Passagierdecks
Kabinen; 590 Passagierkabinen
Besatzung: 369
Passagiere: Standard 1.186, bis maximal. 1.339
Maschine: gesamt 21.720 kW (ca. 29.540 PS)
4x Maschinen mit je 5.430 kW (7393 PS)
Geschwindigkeit: 20 Knoten (37 km/h)
Schiffsstabilisatoren sind vorhanden.
Startpunkt der Reise war Mallorca. Die Reise sollte von Donnerstag bis Sonntag gehen. Angereist sind wir dann schon Dienstags und haben dann zwei Tage noch in Palma entspannt.
Mit einem Bus sind wir dann Donnerstags morgens Richtung Palma Hafen gefahren. Schon von weitem konnte man die Aida Cara sehen. Obwohl das Schiff schon eine beachtliche Größe hatte sah sie doch im Vergleich zu einem ebenfalls im Hafen von Palma liegenden MSC Schiff relativ klein aus.
Am Pier angekommen hatte man einen tollen Blick auf das Schiff. Allerdings stand zuvor noch das Boarding auf dem Plan. Vor dem Schiff war eine Art großes Zelt aufgebaut in dem man an einchecken konnte. Leider dauerte diese Prozedur relativ lange. So haben wir etwa eine Stunde in der Schlange gestanden bevor wir dran gekommen sind. Es wurde dann ein Foto gemacht, die Kabinen zugewiesen und dann ging es schon Richtung Schiff. Ich war schon auf einigen Kreuzfahrtschiffen und das hier erschien mir ein wenig unpersönlich und sachlich. Auf anderen Schiffen gibt es beim bzw. kurz nach dem Einchecken ein Glas Sekt / Organgensaft was hier fehlte. Aber das ist mit Sicherheit auch ein wenig Geschmackssache.Nach dem Einchecken ging es dann erst einmal auf die Kabine. Die Kabine selbst macht einen hellen und freundlichen Eindruck. Darin findet man ein (bequemes) Doppelbett, einen Tisch mit Spiegel, eine Bank unter dem Bullauge, ein TV Gerät (auf dem gerade das Board-TV lief) Die größe der Kabine ist soweit in Ordnung und liegt in etwa auf dem Level von anderen Kreuzfahrtschiffen dieser Klasse. Das Bad ist allerdings meines Erachtens ein wenig klein geraten. Ein Waschbecken, eine Toilette und eine Dusche. Alles ein wenig beengt für meinen Geschmack. Das ausziehen, unter die Dusche gehen, abtrocknen, wieder anziehen erfordert in dem kleinen Bad schon ein gewisses artistisches Geschick. Insgesamt waren wir mit unserer gesamten Kabine trotzdem zufrieden. Allerdings fehlt da ein kleiner Kühlschrank bzw. eine Mini-Bar was eigentlich heutzutage unseres Erachtens eigentlich Standard sein sollte.
Da es noch etwas Zeit bis Mittagessen war beschlossen wir eine Runde durch das Schiff zu machen.
Wenn man sich das erste mal selbstständig durchs Schiff bewegt, zumindest war es bei uns so, entstehen so ein paar Orientierungsschwierigkeiten. Da helfen die überall auf dem Schiff hängenden Schiffspläne enorm doch noch, zumindest irgendwann ;-) , dorthin zu kommen wo man eigentlich hin will. Der Zentrale Platz auf dem Schiff ist das Oberdeck. Hier befindet sich ein kleines Schwimmbecken, ein Whirlpool, Sonnenliegen, Basketballkörbe (mit denen man aber Tagsüber in der Regel nicht spielen kann da darunter Sonnenliegen stehen), und eine Außenbar. Oberhalb dieses Decks gibt es noch eine Etage mit einer Art Umlauf . Von dort aus kann man auf dieses Oberdeck schauen und man hat von dort einen tollen Blick aufs Meer. Kurz vor 12 Uhr Mittags war hier aber noch nicht so viel los da viele Gäste noch nicht eingecheckt hatten und die anderen sich bereits Richtung Restaurants bewegten. Wir haben die Gelegenheit wahrgenommen einen kleinen Drink an der Bar zu nehmen. Die Kosten für die Getränke liegen Zwischen 3,50 Euro (und ein bisel mehr) für Softdrinks und gehen doch bis zu 10 Euro (und mehr) für verschiedene Cocktails.
Im Anschluss ging es dann in eines der Restaurants zu unserem ersten Mittagessen an Bord. Die Aida Cara besitzt 3 Bordrestaurants die alle unterschiedlich eingerichtet sind. Man hat auch die Möglichkeit sich beim essen in einen Außenbereich zu setzen und damit draußen zu essen. Allerdings sind in den Außenbereichen zu wenig Plätze so das man nur schwer draußen einen Platz bekommt. Wenn man die Option hat sollte man das auf jedenfall tun da man von dort einen schönen Ausblick hat. In allen Restaurants ist das Essen in Büffetform aufgebaut. Die Auswahl an Speisen war sehr groß. Viele Sorten Fleisch, Fisch, Pasta, Salate, Obst usw. sind zu finden. Das Essen ist eine Mischung aus klassischem Deutschen Essen und Mediterraner Küche. Man schnappt sich einfach einen Teller, geht dann ans Buffet und bedient sich mit dem worauf man Lust hat. Wobei es sehr schwer ist anhand des großen Angebotes sich für eine Speise zu entscheiden. An Getränken findet man diverse Obstsäfte, Softdrinks, Weine (kostenpflichtig) usw. Die angebotenen Speise haben eine sehr gute Qualität, es sieht ansprechend aus und ist vom Geschmack her wirklich sehr gut. Auch ist alles prima gewürzt und abgeschmeckt. Um es vorweg zu nehmen. Auch das Abendessen und das Frühstück sind ein echtes Highlight. So gab es abends diverse warme und kalte Speisen. Man hatte auch hier die Wahl zwischen Fleisch, Fisch, Pasta, Salat. Aber auch sehr viele Sorten Wurst, Käse und Obst waren zu finden. Zum Frühstück gab es Wurst, Käse, Müsli, Obst, (sehr guten) Kaffee und einiges mehr. In der Summe wirklich alles sehr lecker und auch die Vielfalt war beeindruckend. Also das Essen hat in der Bewertung schon mal einen extra Stern sicher.
Nach dem Essen ging es weiter mit unserem Schiffsrundgang. So gibt es an Bord auch Bordshops. In diesen Bordshops ist alles für den Täglichen Bedarf zu bekommen. Aber auch, zu völlig überzogenen Preisen, Aida-Souvenirs und diverses sonstiges. Die Preise in den Shops sind teilweise sehr hoch was aber bei den meisten Schiffen so ist und nicht ein besonderes Problem der Aida – Flotte. Es gibt an Bord auch einen relativ großen Veranstaltungsraum mit einer Bühne und den Sitzmöglichkeiten. In diesem Raum finden, vor allem abends, verschiedene Unterhaltungsveranstaltungen statt. Das ganze Spektrum von Shows über Musicals ist da zu finden. Allerdings gab es während unserer paar Tage dort nur Musikshows die aber sehr gut waren. Allerdings haben wir hier nur einmal kürzere Zeit, zugesehen. Insofern kann ich das Animationsprogramm nur eingeschränkt beurteilen. Wir haben lieber draußen auf dem Oberdeck gesessen uns den einen oder anderen Cocktail gegönnt und einfach mal entspannt. Obwohl es September war lagen die Abendtemperaturen immer noch bei sehr warmen 22-24 Grad. Wobei man die Temperaturen allerdings nicht so warm empfindet solange das Schiff fährt und man den Fahrwind mitbekommt.
Abends legte das Schiff dann vom Hafen ab. Das abendliche Ablegen des Schiffes ist immer so ein Höhepunkt. Untermalt von Musik aus den Lautsprechern verlässt das Schiff den jeweiligen Hafen. Wer Interesse hat kann auch den Schiffslotsen dabei zuschauen wie sie das Schiff aus dem Hafen steuern und dann die Cara in einem kleineren Schiff verlassen und wieder zurück an Land fahren. Das mag für diejenigen welche nur eine Schiffsreise machen wollen uninteressant sein, für einen Passagier der sich dafür Interessiert ist es jedoch ein echter Leckerbissen.
Obwohl das Meer am Abend des ablegens ein wenig unruhig war spürte man an Bord selber nichts davon. Obwohl mit knapp 40.000 Bruttoregistertonnen nicht unbedingt das größte Schiff, reicht die Masse locker dafür aus auch ein wenig Wellengang locker wegzustecken. Sollte die Wellen mal etwas stärker sein verfügt das Schiff auch über Schiffsstabilisatoren die es ruhig, ohne großes Schwanken durch das Meer gleiten lassen.
Das Personal ist über alle Bereiche hinweg sehr freundlich und hilfsbereit. Sowohl in den Restaurants, an der Rezeption, an den Bars usw. An den Außenbars sind die Barkeeper zu Stoßzeiten zwar überlastet aber mit ein wenig Geduld wird man auch da gut bedient.
Ich komme jetzt noch einmal kurz auf die Kabinen zurück. In den Kabinen selber ist es sehr ruhig und man bekommt auch nicht viel davon mit das die Aida Cara unterwegs ist. Man sieht und merkt es eigentlich nur wenn man aus dem Bullauge schaut. Die Betten sind sehr bequem und wir haben sehr gut darin geschlafen. Was uns ein wenig gefehlt hat war zum Beispiel eine Flasche Mineralwasser auf dem Zimmer (abends) Es gibt zwar in den Fluren überall Wasserspender aber das ganze ist ein wenig unpraktisch (und außerdem ist eine abendliche suche nach einer leeren Flasche nicht so ganz einfach)
Legt das Schiff in einem Hafen an kann man sich entscheiden ob man sich auf eigene Faust aufmacht den Hafen (die Stadt) zu erkunden oder ob man lieber an Bord ein entsprechendes Ausflugsprogramm bucht. Die Ausflugsprogramme an Bord der Aida sind, zumindest im Vergleich mit anderen Kreuzfahrtschiffen, gar nicht mal so teuer und bieten für vielerlei Geschmäcker eine Alternative. Wir selber haben uns lieber auf eigene Faust aufgemacht. Es gibt für alle die sich selber aufmachen abends eine Uhrzeit zu der man wieder an Bord sein muss (wäre ja dumm wenn das Schiff wieder losfährt und man ist nicht an Bord :-) ) aber ansonsten ist man in seiner Freizeitgestaltung völlig frei. Erstaunlicherweise stellen wir fest das auch eine größere Gruppe an Urlaubern es vorzog das Schiff in den Häfen gar nicht erst zu verlassen sondern lieber die Freizeitmöglichkeiten an Bord nutze wie den Fitnessraum, die Außenbars oder einfach nur in der Sonnenliegen abhängen wollten. Da die Aida Cara an allen Häfen direkt anlegte haben einige Gäste auch ein geteiltes Programm absolviert. Morgens von Bord in die Stadt und Mittags dann wieder aufs Schiff und relaxen.
Was uns im Laufe der Tage an Bord aufgefallen ist war das die Lautstärke draußen auf dem Oberdeck immer recht laut war. Die ständige, unserer Meinung nach, viel zu laute Berieselung mit Musik war sehr störend. Aber wie gesagt das ist jetzt unsere reine aubjektive Meinung. Hier kommen wahrscheinlich persönliche Vorlieben zum tragen ob man sich völlig erholen will oder lieber die Reise als Party sieht. Leider gab es während der paar Tage auch einige unschöne Dinge an Bord mit Passagieren die das Feiern und Party machen ein wenig übertrieben haben. Aber Gott sei dank blieben das Einzelfälle.
Das Durchschnittsalter an Bord lag bei unserer Reise so zwischen 25 und 45 wobei auch sehr viele Familien zu sehen waren. Ob und in welcher Form es da auch eine Kinderanimation gibt kann ich allerdings nicht sagen da wir davon nichts mitbekommen haben.
Unser Fazit: In der Summe ist eine Reise mit der Aida Cara wirklich zum empfehlen. Das Essen ist super, der Reisepreis für eine Kreuzfahrt noch relativ günstig, das Animationsprogramm ist gut und das Schiff selber ist einige Blicke wert. Das ganze Konzept der Aida – Flotte richtet sich eher an jüngere zwischen 25-45 für die Urlaub und Party zusammengehören. Uns persönlich wäre es etwas ruhiger zwar lieber gewesen aber trotzdem war die Kurzreise interessant und erholsam. Für wenn ist eine solche kürzere oder auch längere Reise empfehlenswert? Mit Sicherheit für jüngere Paare aber auch Familien mit Kindern sind eine Zielgruppe.
Die Wertung ist ein wenig Schwer. Grundsätzlich würde ich 5 Sterne geben (alleine schon wegen dem guten und vielfältigem essen) An sich gibt es auch nicht viel zu meckern an Bord. Wie gesagt für unseren Geschmack war es ein wenig laut an Bord und die Gäste die zu viel gefeiert und getrunken haben hätten auch nicht müssen sein. Das einchecken an Bord empfanden wir als ein wenig zu unpersönlich aber nicht unfreundlich. Außerdem gibt es ein paar Dinge die uns etwas unangenehm aufgefallen sind wie die fehlende Minibar oder der fehlenden Flasche Mineralwasser abends im Zimmer. Dies Punkte sollen jetzt aber nicht den Erholungswert der Reise stark mindern. Insofern gibt es von mir 4 von 5 Sternen. Wir waren sehr zufrieden. weiterlesen schließen
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