Pro:
sehr günstig, trotz kleinerer Fehler zuverlässig
Kontra:
zu leise
Empfehlung:
Ja
... wie komme ich von hier zur XY-Straße?
Diese Frage erübrigt sich seit letztem Jahr. Mit einem Handyvertrag für meine Jungs habe ich das Magellan Roadmate 1200 als Dreingabe bekommen.
Neugierig, wie ich nun mal bin, habe ich mich bei unseren Elektro-Großmärkten umgesehen und dabei festgestellt, dass sowohl Mediamarkt als auch Saturn dieses Gerät für 99 Euro anbieten.
Was habe ich bekommen?
*********************
Im Lieferumfang enthalten waren natürlich das Navi selbst, die Windschutzscheibenhalterung und das KFZ-Ladekabel. Ebenso dabei war ein kleines Handbuch, das als Kurzanleitung deklariert ist. Vorinstalliert und auf SD-Karte gespeichert sind die Routen für das berühmte „DACH“. „D“ – wie Deutschland, „A“ – wie Austria oder besser als Österreich bekannt und „CH“ für die Schweiz.
Erste Inbetriebnahme
******************
„Gib einem Mann ein elektronisches Spielzeug und er ist glücklich.“ Diese gehässige Bemerkung ignorierte ich und begab mich zum Auto. Da das Ladekabel zwar als Spiralkabel ausgelegt, aber dennoch nicht besonders lang ist, suchte ich mir erst einmal einen geeigneten Platz an der Scheibe. Die Halterung ist mit einem sehr guten Saugnapf versehen. Mit einem kleinen Hebel lässt sich dieser prima andrücken und hält „bombenfest“. (Selbst Schlaglöcher bei etwas zügigerer Fahrt ließen die Halterung mitsamt dem eingeklinkten Navi nicht runterfallen.) Jetzt schnell noch den Stecker in den Zigarettenanzünder und das Gerät an der Oberseite mittels eines kleinen Knopfs eingeschaltet. Der Stecker ist an der Stirnseite beleuchtet, so dass man sofort sieht, ob die Stromversorgung in Ordnung ist.
Als erstes erscheint ein Warnhinweis, dass man u.a. Routen nicht während der Fahrt einstellen, sondern sich auf den Verkehr konzentrieren soll.
À la carte
********
Da die Anleitung nicht besonders ergiebig ist, habe ich mich auf das interne Menü verlassen und wurde nicht enttäuscht. Das Menü ist wirklich selbsterklärend und sehr einfach zu bedienen.
Der Bildschirm des Navi ist als Touchscreen ausgelegt. Mit einem einfachen Fingerdruck auf den „Weiter-Button“ auf der Hinweisseite, gelangt man zum „Verteiler“. Mit den dargestellten fünf großen Icons lassen sich die einzelnen Seiten aufrufen.
Als erstes habe ich meine Heimatadresse eingegeben. So kann ich, wo immer ich auch bin, ganz einfach wieder nach Hause finden. Auch die Zieladresseingabe geht schnell und zuverlässig. Auf einem Tastaturfeld gibt man einfach der Reihe nach Ort, Straße und Hausnummer ein. Die einzelnen Zeichen sind so groß, dass selbst ich mit meinen zarten Fingerchen in Form mittelgroßer Bratwürste, keinerlei Schwierigkeiten hatte, die Buchstaben und Zahlen zu treffen. Das Navi erkennt die ersten eingegebenen Zeichen und schlägt sogleich das Ziel vor. Allerdings ist es bei kleineren Orten oder Weilern ratsam, sich vorher die Postleitzahl zu besorgen. Nicht immer erkennt die Software den eingegebenen Ort. Mit der PLZ allerdings wird der Hauptort mit all seinen dazugehörigen Nebenorten als Auswahlmenü angezeigt. Seine Fahrtroute kann man selbstverständlich mit Zwischenzielen ausstatten, die auch ordentlich angezeigt und bei Weiterfahrt automatisch ab Standort wieder aufgenommen werden.
Die anschließende Routenberechnung geschieht mit hoher Geschwindigkeit.
Ein weiterer Menüpunkt, den ich für sehr nützlich halte, ist die Möglichkeit, sich Tankstellen, Hotels, Sehenswürdigkeiten usw. in der Nähe des momentanen Aufenthaltsortes anzeigen zu lassen. Im Menü „Einstellungen“ kann man die gewünschten Ziele vorgeben. so z.B. neben den eben erwähnten auch die nächsten Pannendienste und Restaurants, falls die Pannenbehebung etwas länger dauern sollte *grins*. Alle Ziele hier anzugeben, würde den Rahmen zu sehr sprengen.
Für die Schnellfahrer unter euch, werden auch (fest installierte) Geschwindigkeitsmessstellen angezeigt, damit ihr rechtzeitig den Fuß vom Gaspedal nehmen könnt.
Sollte die Signalstärke einmal ungenügend sein oder gar ausfallen (z.B. bei Tunneldurchfahrten) schaltet das Navi in eine Listenansicht um. So bleibt wenigstens ein Anhaltspunkt stehen, bis der GPS-Empfänger wieder seine Signale bekommt.
Ebenfall umgeschaltet wird die Kartenansicht bei Nacht. Das, was tagsüber farbig war, erscheint nachts schwarz, nur die Straßen heben sich leuchtend hervor.
Meine Erfahrung
**************
So, nachdem ich euch mit ein paar der wichtigsten Punkte vertraut gemacht habe, wollt ihr sicherlich wissen, ob ein Navi zu diesem „Dumpingpreis“ überhaupt etwas taugt. Gleich mal vorweg: im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.
Nachdem ich mein Ziel angegeben habe, musste ich nur noch die Art der Berechnung festlegen. Zur Wahl stehen die schnellste und die kürzeste Route, ebenso kann man sich Routen ohne Maut oder ohne Autobahnbenutzung berechnen lassen. Die Routenberechnung ist sehr schnell und auch ziemlich genau. Das etwa 7 x 5 cm große Display zeigt den Kartenausschnitt wahlweise in 2D- oder 3D-Ansicht an. Ein breiter, weißer Pfeil symbolisiert den eigenen Standort. Ich habe die 3D-Variante gewählt. Sie ist für mich anschaulicher als die 2D-Ansicht. Auf dem Display ist oben rechts die Signalstärke der GPS-Sateliten grafisch dargestellt. Die nächste zu befahrene Straße steht ebenfalls oben in deutlich lesbarer Schrift. Unterhalb des Kartenausschnitts sind links die Entfernung und die Richtung für den nächsten Abbiegevorgang mittels eines Pfeils angegeben. Mittig steht unten die zuletzt befahrene Straße. Zusätzlich informiert das Navi, wann man in etwa am Ziel sein wird.
Damit der Blick während des Fahrens wirklich beim Verkehrsgeschehen bleibt und man sich nicht auf dem Kartenmaterial „festbeißt“, informiert eine angenehme Stimme, in wie vielen Metern man in welche Richtung abbiegen muss oder wann der nächste Kreisverkehr kommt und welche Ausfahrt dort zu nehmen ist. Und hier habe ich mein erstes Manko entdeckt. Bei normaler Unterhaltung im Auto kann es durchaus passieren, dass man den Abbiegehinweis überhört, denn die Lautstärke der Ansage lässt in meinen Augen sehr zu wünschen übrig. Ich musste deshalb leider einführen, dass in den Zeiten, in denen ich mich auf das Navi verlassen muss, unsere Jungs Sendepause haben. Auch dem Autoradio wird der Kragen abgedreht. Unmittelbar vor Richtungsänderung ertönt ein Gong, der allerdings wieder etwas besser zu hören ist.
War Verfahren jetzt gestern?
************************
Klare Antwort: nein!!
Jedes Navi ist natürlich nur so gut, wie seine Software aktuell ist. Und hier scheint es so, dass die Programmierer das eine oder andere Mal etwas geschlampt haben. In meiner Heimatstadt, in der ich vor 25 Jahren nebenberuflich auch Taxi gefahren bin, habe ich das Gerät auf Herz und Nieren getestet. Ich denke, dass ich mich immer noch sehr gut auskenne und gab ein Ziel vor, das auf der kürzesten Strecke anzufahren ist. Und was macht das Navi? Mitten auf dem Ring verlangt es, dass ich „nach Möglichkeit“ wenden soll. War für mich absolut nicht nachvollziehbar, aber ich tat dem Magellan den Gefallen und wendete an der nächstmögliche Stelle. Klar war für mich auf jeden Fall, dass dies falsch war. Und prompt meuterte die Stimme nach etwa einem Kilometer wieder und verlangte ein erneutes Wenden. Ich glaube, das Spiel hätte ich unendlich so treiben können, wenn ich nicht einfach die nächste Abfahrt genommen hätte. Nachdem mein Navi dies geschnallt hatte, arbeitete es aber wieder korrekt und führte mich tatsächlich ab der von mir eigenständig vorgenommenen Richtungsänderung auf dem kürzesten Weg zum Ziel.
Dasselbe Problem hatte ich in einer benachbarten größeren Stadt, in der ich mich leider nicht besonders gut auskenne. Hier war ich auf die Routenberechnung tatsächlich angewiesen. Das Ziel war eine Straße, die seit Jahrzehnten dort unter immer noch dem gleichen Namen besteht. Trotzdem durfte ich nach den Ansagen des Navis erst einmal eine kleine Stadtrundfahrt vornehmen, bis es sich endlich bequemte, beim dritten Vorbeifahren an einem bestimmten Punkt mir die richtige Richtung zu zeigen.
Diese beiden Beispiele waren bislang aber die einzigen Fehler, die ich entdeckt habe. Trotzdem ziehe ich für die ungenügende Lautstärke und für diese Fehlentscheidungen einen Stern ab.
So, zum Schluss für unsere Technikfreaks noch ein paar Daten, die natürlich abgeschrieben sind.
Größe: 92 x 84 x 18,5 mm
Gewicht: 192 g
Display-Größe: 71 x 53 mm
Display-Farben: 65.536 Farben
Display-Nachtmodus: ja
Schnittstellen. USB
Kartenmaterial D-A-CH
Akku-Laufzeit: 3:19 Std.
Bedienung: Touchscreen
Zeit bis GPS-Empfang: 51 s
Dauer der Routenberechnung Fernziele. 21 s
Dauer der Routenberechnung Nahziele: 13 s
Freue mich auf eure Lesungen, Bewertungen und Kommentare und sag’ jetzt schon mal lieben Dank dafür.
© BigGoofy 2008 für Yopi, PV und Ciao weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben