Pro:
Sehr viele Tierarten, gelungene und weiträumige Gehege, große und behindertengerechte Anlage, viele Möglichkeiten zum Ausruhen, verschiedene Shows, lehrreiche und unterhaltsame Beschilderung
Kontra:
Alles nur auf Französisch, merkwürdige Futterstrategie mit Popcorn, nicht ganz billig, Anfahrt etwas kompliziert
Empfehlung:
Ja
Schon seit einigen Monaten sieht man im Saarland an vielen Plakatwänden die Werbung des Zoos von Amnéville hängen. Er wird als einer der schönsten Europas angepriesen und wirbt unter anderem mit Nashörnern und den seltenen weißen Tigern. Nach einigem Hin und Her haben wir es nun letzte Woche endlich geschafft, den Zoo in Amnéville zu besuchen.
Allgemeines über den Zoo von Amnéville
Der seit rund 20 Jahren aktive Zoo von Amnéville wirbt mit 1600 Tieren aus 5 Kontinenten, unterteilt in rund 260 Arten auf einer Gesamtfläche von 13 Hektar. Als privater Zoo erhält er keinerlei staatlichen Zuschüsse oder ähnliches, kann aber jedes Jahr mit neuen Tieren und Gehegen aufwarten (im Internet auf www.zoo-amneville.com gibt es eine schöne Übersicht über die Neuigkeiten seit 1998). Die große Neuerung 2008 sind die weißen Tiger, welche eine seltene Variante des bengalischen Tigers sind und in der Natur nur noch sehr selten vorkommen.
Ebenfalls stark angepriesen werden die verschiedenen Animationen, die der Zoo zu bieten hat. Am Tag unserer Anwesenheit gab es insgesamt 13 Vorführungen: Drei mal die Papageienshow, drei mal wurden die Eisbären gezeigt, zwei mal die Nilpferde, drei mal die Robben, einmal die Pinguine und einmal die Wölfe. Die Shows sind zeitlich so geordnet, dass man sich prinzipiell alle anschauen könnte.
Anfahrt & Lage
Amnéville liegt in Frankreich, etwa auf halber Strecke zwischen Metz und Thionville. Je nachdem, aus welcher Richtung man kommt, empfiehlt sich der Weg über die Autobahn A31 oder - wie in unserem Fall - über Land. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, das Navigationsgerät anzuwerfen oder einen Routenplaner zu nutzen, denn Amnéville ist zumindest bei der Überlandstrecke quasi nicht ausgeschildert.
Ist man erst mal im Ort selber angekommen, wird der Zoo (befindlich in der Rue du Tigre 1) jedoch durch zahlreiche Schilder angekündigt und man findet trotz der etwas wirren Verkehrsgestaltung sehr gut hin. In der Nähe des Zoos befinden sich unter anderem noch mehrere Hotels, zwei große Kinozentren, einige Gastronomiebetriebe und das Aquarium von Amnéville. Parkplätze sind in großer Anzahl vorhanden, und nach einem kurzen Weg durch ein Wäldchen erreicht man auch schon den Zooeingang.
Eingang & Eintritt
Ein billiges Vergnügen ist der Zoo von Amnéville nun nicht gerade, denn er kostet (im Sommer 2008) für Erwachsene (ab 12 Jahren) immerhin stolze 23 Euro, darunter bezahlt man immer noch 18 Euro. Lediglich die ganz Kleinen unter 3 Jahren kommen gratis in den Zoo. Zusätzlich gibt es noch verschiedene Sonderangebote, wie beispielsweise Zwei-Tages-Tickets. Diese Angebote und Preise scheinen sich jedoch hin und wieder zu ändern, so dass ich da mal keine pauschale Aussage treffen will.
In der Zeit von April bis September öffnet der Zoo morgens um 09:30h und schließt um 19:30h, an Sonn- und Feiertagen eine halbe Stunde später. In den restlichen Monaten öffnet der Zoo erst um 10:00h und schließt bei Einbruch der Dunkelheit. Hunde darf man im Übrigen nicht mitbringen, und auch keine anderen "parkfremden Tiere" (steht so auf der Website... und ich frage mich, ob man Zebras denn laut dieser Regel mitbringen dürfte?).
Trotz eines relativ großen Ansturms geht die Abfertigung der Besucher relativ schnell, da der Zoo über vier Kassen verfügt. Die Wartezeit kann man sich mit einem Blick auf die Liste der Shows und die Übersicht der Neuzugänge vertreiben. An der Kasse kann man sich gleich auch noch mit Popcorn (zum Füttern bestimmter Tiere gedacht) und einer Broschüre mit Plan eindecken. Die Broschüre enthält sehr schöne Fotos und hilfreiche Informationen zu den verschiedenen Tierarten, ist aber ausschließlich in Französisch erhältlich. Nach der massiven Werbeaktion in Deutschland hätte ich durchaus damit gerechnet, dass man zumindest sowas auch in Deutsch bekommen könnte. Nunja.
Die Infrastruktur
Der Zoo ist grob gesagt in drei Bereiche unterteilt: Den Hauptbereich, der im Großen und Ganzen das meiste enthält, links davon den 2000 angelegten und seitdem stetig erweiterten Afrika-Bereich und rechts davon eine scheinbar seit 2007 kultivierte Anlage, welche unter anderem den Orang-Utan-Dschungel und die berühmten weißen Tiger enthält.
Im ganzen Zoo gibt es zahlreiche Toilettenanlagen (natürlich auch für Behinderte), Wickelräume und verschiedenen Kiosks und Restaurants. Die Toilettenanlagen bestachen durch ihre Größe, allerdings nicht unbedingt durch ihre Sauberkeit - fällt für mich in die Kategorie "gerade noch so okay". Die Preise für die Gastronomie sind dann doch eher hoch, so bezahlt man für ein 0,5l-Fäschchen Cola beispielsweise stolze 3,50€, für ein Evian gleicher Größe immer noch 2,50€. Einen Doppelpack Sandwiches gibt es für 4€, "richtiges" Essen kostet einen zwischen 6€ und 12€ pro Person. Unter anderem werden auf der Terrasse im Afrikabereich gegrillte Fleischgerichte angeboten, während das Restaurant nahe der weißen Tiger mit verschiedenen Pizzen wirbt. Es gibt ausschließlich SB-Restaurants mit sehr vielen Sitzgelegenheiten, die Auswahl ist insgesamt relativ reichhaltig.
Positiv zu bewerten ist, dass man auch in direkter Nähe zur Gastronomie selbst mitgebrachtes Essen konsumieren kann. Da die Preise für Nahrung und Getränke nun doch eher hoch sind, würde ich auf jeden Fall empfehlen, sich selber etwas mitzubringen. Sitzplätze gibt es wie bereits erwähnt genügend, verteilt auf den ganzen Zoo, so dass Pausen nichts im Weg steht. Besonders schön ist dabei die Terrasse im Afrikabereich, von der man einen Ausblick über die komplette Ebene hat.
Mir persönlich egal, aber trotzdem erwähnenswert ist die Tatsache, dass es innerhalb des Zoos keine großartigen Spielmöglichkeiten oder ähnliche Aktivitäten für Kinder gibt. Dafür wird man am Ausgang noch durch die Andenken-Boutique gelotst, wo es außer wirklich grandioser Zebra-Tassen hauptsächlich überteuerte Plüschtiere und Schleich-Figuren gibt. An Amnéville-spezifischen Souvenirs gibt es leider nur Postkarten und verschiedenes, relativ ödes, Standard-Merchandise.
Die verschiedenen Tiere und Gehege
In Amnéville gibt es sehr viele verschiedene Tiere, weshalb ich jetzt nicht auf jedes einzeln eingehen kann (bzw. eher will... oder hat irgendwer Interesse an einem Bericht, der länger als meine Hausarbeit ist?). Stattdessen werde ich einfach mal etwas näher auf die Sachen eingehen, die mir generell positiv oder negativ aufgefallen sind und dann einige ausgewählte Sachen etwas genauer beleuchten. Wem jetzt etwas bestimmtes fehlt, der kann sich gerne melden und mich weitergehend befragen ;)
Generell machen alle Gehege einen guten bis sehr guten Eindruck. Die Tiere haben genügend Rückzugsmöglichkeiten und meines Eindrucks nach wurde auch auf artgerechte Haltung wert gelegt. Relativ sauber sind alle Gehege, aber an manchen Stellen wuchert Unkraut (was aber die Tiere vermutlich weit weniger stört als das verwöhnte Besucher-Auge). Was mir sehr gut gefällt, ist, dass viele Gehege keine Zäune im eigentlichen Sinne haben, sondern Glas. Das ermöglicht es, schönere Fotos zu machen. Und da die Gehege als Ausglich an anderen Seiten dafür auch "richtige" Wände haben, müssen sich die Tiere nicht von allen Seiten angegafft fühlen und können sich in ein ruhiges Eckchen zurückziehen.
Was ich persönlich nicht so gelungen finde, ist, dass man in der Tat dazu aufgefordert wird, die Tiere mit dem käuflich erwerbbaren Popcorn zu füttern. Teilweise lagert sich dieses in den Wasserstellen der Gehege ab, und ich bin mir auch nicht übermäßig sicher, dass diese Art der Fütterung für alle Tiere so zuträglich ist. An manchen Gehegen stehen zwar Hinweisschilder, dass man auf Fütterung verzichten soll, aber so richtig daran halten tun sich nicht alle Besucher. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Warnschilder, dass manche Tiere beißen können - auch diese wurden an vielen Stellen großflächig ignoriert. Hier wäre eine stärkere Präsenz von Angestellten vielleicht ganz zuträglich, oder Hinweisschilder in anderen Sprachen. Immerhin sind doch einige Besucher aus Deutschland und dem sonstigen nahen Ausland unterwegs, sämtliche Beschilderung ist jedoch nur Französisch. Trotz allem sind die Infotafeln sehr schön gestaltet, es gibt an vielen Stellen sowohl sachliche Informationen für die etwas größeren, als auch eher kindgerechte Schilder (hauptsächlich über die Fressgewohnheiten der verschiedenen Tiere) sowie Comics mit kleinen Tiergeschichten.
Kommen wir nun aber mal zu einigen der in Amnéville ansässigen Tiere, wobei ich mal mit dem sehr gelungenen Afrika-Bereich beginnen will. Dieser enthält im oberen Bereich diverses Kleingetier wie Erdmännchen (die leider an dem Tag nicht so motiviert waren), Dikdiks (wirklich sensationelle Zwergantilopen) und Schildkröten (durchnummeriert, warum auch immer), aber das wirklich beachtliche sind die größeren Gehege im mittleren Bereich. Es gibt zwei Gehege mit Nashörnern, welche sehr großzügig gestaltet sind und auch durchaus motivierte und lebhafte Tiere präsentieren. Weiter hinten kann man sich in einer ebenfalls sehr schönen Anlage afrikanische Elefanten ansehen. Das Highlight dieses Bereichs ist jedoch die eigentliche Afrikanische Ebene, welche ein wirklich ausgedehntes Gehege mit verschiedenen Tieren darstellt. Zebras, Giraffen, Strauße und Antilopen tummeln sich fröhlich im oberen Bereich, auf einer tieferen Stufe gibt es noch verschiedene Vögel (inklusive Pelikanen). Die Tiere vertragen sich offensichtlich miteinander, auch wenn sie dann doch eher artintern in Gruppen zusammenstehen als wirklich durcheinander zu laufen. Trotzdem ergibt sich durch die Vielfalt und die nette Gehegegestaltung ein schönes Panorama, welches man von der darüber befindlichen Picknick-Terrasse in aller Ruhe bewundern kann. Sehr schön!
Apropos Pelikane: Von diesen gibt es in einem anderen Bereich des Zoos noch eine weitere Art zu bewundern. Auch sonstiges Federvieh kann man bewundern, so gibt es ebenfalls mehrere Arten Flamingos in einem sehr angenehmen Farbton (manchmal werden die in Zoos ja so komisch gefüttert, dass sie einfach nur noch orange sind) und natürlich die Papageien, welche ja auch bei einer Show zum Einsatz kommen (dazu jedoch mehr im Abschnitt über Shows). Was auffällig ist, ist der geringe Einsatz von Volièren - viele Vögel sitzen nur in einem knapp eingezäunten Gebiet und scheinen gar nicht wegfliegen zu wollen. Wie genau das funktioniert weiß ich nicht, aber offensichtlich funktioniert es. Der Nachteil ist, dass man von den Papageien außerhalb der Show eher wenig zu sehen bekommt, da diesen zur Ausbreitung ein kompletter Dschungel-Nachbau zur Verfügung steht. Ebenfalls etwas ungewöhnlich ist, dass mehr oder weniger komplett auf einheimische Vogelarten (oder die generellen Klassiker Raubvögel und verschiedene Eulen) verzichtet wird. Aber immerhin steht der Zoo von Amnéville in Verbindung zu einer Greifvogel-Show, welche nahe Straßburg stattfinden - vielleicht wollte man da einfach keine Konkurrenz machen.
Die Auswahl verschiedener Großkatzen ist hingegen wieder gewaltig und man bekommt einiges zu sehen. Die Tiere scheinen sich insgesamt relativ wohl zu fühlen, viele haben auch in diesem Jahr bereits Nachwuchs erzeugt (die kleinen Tiger haben wir sogar erspähen können), und kein Gehege hat typische "Schleichpfade" aufgewiesen (sieht man öfter... wenn gelangweilte Tiere immer dne gleichen Weg ablaufen). Neben mehreren Arten Tigern kann man natürlich Löwen bewundern (waren bei unserem Besuch etwas schläfrig), außerdem Panther, Leoparden, Pumas, Luchse, Jaguare und verschiedene kleinere Arten - sogar Wildkatzen, welche in unseren Breiten zum Leidwesen vieler Umweltschützer fast nicht mehr vorkommen. Die Katzen machten alle einen gepflegten Eindruck und befanden sich vorallem in angemessenen und großen Gehegen. Für den Besucher etwas schade ist natürlich, dass durch die Bepflanzung und die verschiedenen Rückzugsmöglichkeiten nicht alle Tiere auf den ersten Blick erkennbar sind (manche verstecken sich auch komplett) - aber hier geht das Wohl der Tiere einfach vor. Die groß angekündigten weißen Tiger lagen bei unserem Besuch übrigens nur zusammengeflauscht rum, aber immerhin in Sichtweite - interessanter als ihr nicht vorhandenes Treiben waren hierbei die Informationstafeln, welche über den Unterschied zwischen weißen Tigern und Albino-Tigern aufklärten.
Ein kleines, aber feines Highlight für mich waren die Präriehunde im Nordamerika-Bereich. Diese erwiesen sich als niedlich und wesentlich lebhafter als die Erdmännchen, die kleinen Nager buddelten fröhlich in ihrem Gehege herum, schnupperten in der Luft und hatten sogar noch Nachwuchs zu verzeichnen. Nicht ganz so niedlich sind die benachbarten Waschbären (auf französisch Raton Laveur... also Waschratte), welche sich leider nicht als sehr fotogen erwiesen und sogar einen etwas struppigen Eindruck machten. Von den ebenfalls im Nordamerika-Bereich angesiedelten Wölfen haben wir nicht viel gesehen - aber als (halbwegs) regelmäßiger Besucher des Wolfsgeheges in Merzig kann ich dies verschmerzen.
Für Freunde von Schlangen und ähnlichem Echsenzeug gibt es noch ein Vivarium, wo man verschiedene Arten von Pythons, Waranen, Schildkröten und ähnlichem Getier bewundern kann. Auch Krokodile sind vorhanden, aber wie meistens liegen diese geschätzte 135% des Tages nur rum und bewegen sich kein bisschen. Verzichtet wurde hier auf Insekten und Spinnen, was ich persönlich auch gar nicht mal so schlimm finde. In unmittelbarer Nähe zum Vivarium befindet sich noch der Orang-Utan-Dschungel, welchen ich jedoch aus Prinzip nur sehr schnell durchquert habe. Zu sehen gab es von den rötlichen Primaten nämlich nichts, und interessiert hätte es mich auch nicht sonderlich... ich mag keine Primaten.
Was ich allerdings sehr mag, sind Zwergpandas, und die hatten auch offensichtlich ihren Spaß. Nicht ganz so spannend, aber trotzdem niedlich ist eine etwas im hinteren Bereich versteckte Sammlung relativ "normaler" Tiere, welche man in fast jedem Wildpark findet: Lamas, Esel, Ponys und Ziegen. Diese lassen sich vom geneigten Besucher auch streicheln. Sehr niedlich und im wahrsten Sinne des Wortes springlebendig sind die ebenfalls im Zoo zu findenden Kängurus. Den Abschluss des ganzen Zoos bildet übrigens ein einzelnes Kaninchen, welches sein Dasein in einem Gehege hinter dem Ausgang fristet. Vorher lohnt sich jedoch auch noch ein Blick auf die Eisbären und die Pinguine - diese sind übrigens die Einzigen, bei denen Gehege ich mir nicht ganz so sicher bin, wie geeignet sie für die Tiere sind. Immerhin waren es am Tag unseres Besuches 30°C, ich weiß nicht, wie zuträglich das gerade dem Eisbär ist?
Die Shows und Animationen
6 verschiedene Vorführungen hat der Zoo in Amnéville zu bieten, und zwei davon habe ich mir immerhin angesehen: Nilpferde und Papageien. Die erstgenannte war meines Eindrucks nach sehr tierfreundlich, die Nilpferde sperrten lediglich ihr Mäulchen auf und bekamen von der Animateurin Futter zugeworfen, während sie auf französisch einige Dinge zu den Tieren erzählte. Dies war für mich nun nicht übermäßig spannend, da mein Französisch nun doch etwas eingestaubt ist und die herrschenden 30°C dem Hörverständnis nun auch nicht unbedingt zuträglich sind.
Die Papageienshow wird zwar auch auf französisch moderiert, die gezeigten Kunststücke "versteht" man jedoch auch so. Nach einigen einführenden Worten über den bedrohten Lebensraum der Papageien und einer Vorstellung der einzelnen Protagonisten dürfen sich diese bei verschiedenen Dingen beweisen. Einer fährt beispielsweise auf einem kleinen Tretroller, während ein anderer ein Spielzeugauto manövriert und sogar mit einem Kanister "nachtankt". Alle Nummern haben nicht so geklappt wie dies wohl geplant war, aber der Moderator hat dies mit einigen Sprüchen kaschiert und die Tiere auch in keiner Art und Weise sanktioniert, wenn etwas nicht geklappt hat. Alles in Allem hat mir diese Vorführung sehr gut gefallen, und ich habe auch mehr vom Gespräch verstanden als bei den Nilpferden.
Zusammengefasst: Tipps für den Besuch
Da der Zoo sehr groß ist, sollte man auf jeden Fall einen ganzen Tag für den Besuch einplanen und die Öffnungszeiten möglichst komplett ausnutzen - für drei Stunden Besuch lohnt sich die Anfahrt nicht. Da weder Essen noch Getränke wirklich billig sind, empfiehlt es sich, zumindest teilweise eigene Verpflegung mitzubringen. Und man sollte auf keinen Fall ohne Straßenkarte, Routenplan oder Navigationsgerät losfahren, denn Amnéville ist wirklich nicht gut ausgeschildert. Zu guter Letzt lohnt sich ein Blick auf die Internetseite (www.zoo-amneville.com), auf den Lageplan und auf den Zeitplan der Shows, damit man seinen Besuch halbwegs effizient planen kann. Da es nicht DEN Rundweg gibt, kann es sonst durchaus vorkommen, dass man an einigen Gehegen zehn mal vorbeiläuft und an anderen gar nicht.
Fazit: Einer der schönsten Parks in Europa?
Amnéville ist nicht ganz billig, hat aber eine große Auswahl an Tieren und bietet auch einige Arten, die man nicht unbedingt überall sieht. Die Anlage ist reichhaltig mit Restaurants, Picknick-Plätzen sowie Toiletten ausgestattet und ist zudem auch für Behinderte und Menschen mit Kinderwägen gut und komplett zugänglich. Zusätzlich werden verschiedene Shows angeboten, bei denen man einiges über die Tiere erfährt - leider jedoch nur, wenn man der französischen Sprache mächtig ist. Auch Beschilderung und sämtliches Infomaterial sind nur auf französisch erhältlich, was mich nach der großen Werbeaktion in Deutschland etwas gewundert hat. Die Gehege sind schön und die Tiere machen insgesamt einen guten Eindruck - lediglich über diese Popcornsache kann man sich ein wenig wundern.
Insgesamt gebe ich dem Zoo von Amnéville 4 Sterne und empfehle ihn weiter. Einen Punkt Abzug gibt es für die gesammelten Kleinigkeiten und auch für die Preise. Aber hier darf man halt auch nicht vergessen, dass der Zoo keinerlei Subventionen erhält und jeder verdiente Euro im Endeffekt nicht irgendwelchen bösartigen Managern, sondern den Tieren zu Gute kommt.
Vielen Dank für alle Lesungen, Bewertungen und Kommentare! weiterlesen schließen
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