Pro:
Vielfalt, Einmaligkeit, Kuriosität, man kann alle Häuser erleben und betreten, ein Hauch regionaler Geschichte, muss man im Schwarzwald gesehen haben
Kontra:
teilweise etwas überlaufen, Touristenshops mit Bratbudengeruch, sonst nichts
Empfehlung:
Ja
Ich habe im Juni 2008 das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach besucht. Es liegt mitten im Schwarzwald im Ortenaukreis. Gutach ist ein kleiner Ort zwischen Wolfach und Hornberg. Vor der Anlage befindet sich ein großer Parkplatz, auf dem auch Busse Platz finden. Die Parkgebühr beträgt 1 Euro.
Von dort aus geht es über eine Brücke Richtung Eingang. Davor läuft man noch durch eine Ansammlung von Souvenirständen und Imbissbuden. Hier bekommt der Besucher alles Mögliche, was zum Schwarzwald passt. Für eine Stärkung ist dies natürlich auch ideal, denn es gibt verschiedene Angebote und das Essen ist nicht sehr teuer.
Nochmals durch eine Eisenbahnunterführung, geht es nun zum Eingang. Der Eintritt kostete für mich mit Schülerausweis 5 Euro, normal 6 Euro. Für Einwohner des Ortes ist der Eintritt mit Ausweis kostenlos, doch schon Leute aus Nachbarorten müssen hier zahlen.
Nun geht man durch ein Gebäude mit Andenkenladen und Restaurant direkt in das Gelände.
Hier stehen überall originale Schwarzwaldhäuser, wie es sie früher gab und in dem Zustand, wie sie woanders abgetragen und an dieser Stelle wieder aufgebaut wurden.
Typisch sind die Holzverkleidungen, die kuriosen Dächer mit Stroh, Schindeln und Vertäfelungen unterschiedlicher Art. Jedes Haus lässt sich betreten und ist mit urigen Objekten ausgestattet.
Teure Bauerntruhen, alte Möbel, Vitrinen mit Schwarzwälder Trachten oder Ansichten aus alter Zeit. Es riecht nach Holz in diesen Räumen. Man betrachtet die alte Küche, kann sich ein Bild machen, wie die Leute hier früher lebten. Oder die Backstube, in der Brot gebacken und mit dem Rauch geräuchert wurde. Die Schlafzimmer waren einfach und zweckmäßig, aber es gab auch bessere Ausstattungen wenn es den Bauern gut ging.
Einen großen Anteil nahm in jedem Haus die Scheune ein. Das Besondere war oft, dass in den Schwarzwaldhäusern die Scheune sich im Obergeschoss befand. Das ging auch nur, wenn an den Hängen gebaut wurde. So gab es auch zwei Eingänge in diesen Häusern.
Ein kleines Schwarzwaldkirchlein ist zu sehen, man kann Frauen zuschauen, wie sie mit Holz arbeiten und Dinge herstellen, und dreimal täglich findet eine Mühlenvorführung statt. Es gibt einen Kräutergarten, und regelmäßige Veranstaltungen lockern den Besuch auf. Bei meinem Besuch gab es Trachtenvorführungen aus dem Schwarzwald und aus dem Elsass. Dazu wurde Musik gemacht und Geschichten erzählt.
Das Gelände ist recht groß, deswegen war es angenehm, sich hier aufzuhalten, auch wenn gerade viele Leute da waren. Die Besucher kamen aus allen möglichen Gegenden. Das merkte man nicht nur an den Autokennzeichen auf dem Parkplatz, sondern auch an den Dialekten und Sprachen, die man während dem Rundgang aufgreifen konnte.
Natürlich gab es auch Tiere zu sehen. Das gehört einfach zu einem Bauernhof dazu. Kühe, Schweine, Schafe, Kaninchen, Hühner, teilweise lassen sie sich streicheln. Und ein paar alte Traktoren faszinieren den Technikfreak. Wer nach dem Besuch Hunger bekommt, kann diesen im Restaurant im Eingangsgebäude oder an den Imbissen im Außenbereich stillen.
Auf alle Fälle hat sich dieser Besuch gelohnt. Der Vogtsbauernhof liegt idyllisch im Schwarzwald und ist gut zu erreichen. Gleichermaßen ist er weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und zieht Tag für Tag viele Touristen an. Man kann die Besichtigung auch gut mit weiteren Zielen in der Region verbinden. Dieses Freilichtmuseum ist einfach ein klassischer Ausflugsort im Schwarzwald und immer zu empfehlen.
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