Pro:
spannend, aktuell, flüssiger Schreibstil, angenehme Hauptpersonen
Kontra:
einige unlogische Stellen, viele technische Begriffe die das Lesen erschweren
Empfehlung:
Ja
Von Dan Brown habe ich jetzt das Buch Diabolus gelesen. Es passt ja irgendwie zur Merkel-Spähaktion.
Aussehen des Buches
Meine Version ist eine PDF-Buchvariante. Dabei kann man sich auf den PC die Schriftgröße so einstellen, wie man sie gern haben möchte. Ansonsten sind die Buchseiten genauso lang bzw. identisch bedruckt wie bei dem Originalbuch. Auf der ersten PDF-Seite sieht man den rot gewandeten Mönch der Buchausgabe. Davon habe ich euch ein Bildschirmbild gemacht.
Text von der Vorderseite:
Dan Brown
Diabolus
Thriller
Allgemeine Buchdaten
Bei meiner Ausgabe handelt es sich um das Buch aus dem Jahr 2007 aus dem Bastei Lübbe Verlag. Die amerikanische Originalausgabe wurde unter dem Titel „Digital Fortress“ veröffentlicht.
Lesegruppe: Erwachsene
Seitenanzahl: 528
Übersetzung: Peter A. Schmidt
ISBN: 978-3785721940
Über den Autor
Dan Brown wurde 1964 in Exeter in New Hampshire geboren und ist ein US-amerikanischer Thriller-Autor. Sein Vater war Mathematikprofessor. Seine Mutter Kirchenmusikerin. Anscheinend brachte es diese Mischung mit sich, dass immer wieder Wissenschaft und Religion in seinen Büchern verbindet. Heute lebt er mit seiner Frau in Neuengland.
Einige seiner Bücher:
Meteor
Illuminati
Sakrileg
Das verlorene Symbol
Inferno
Beschreibung auf der Rückseite
Die kryptographische Abteilung des US-Geheimdienstes NSA verfügt über einen geheimen Super-Computer, der in der Lage ist, innerhalb kürzester Zeit jeden Code (und somit jede verschlüsselte Botschaft) zu knacken. Der Rechner kommt zum Einsatz, wenn Terroristen, Drogenhändler und andere Kriminelle ihre Pläne mittels codierter Texte verschleiern und die Sicherheit der USA auf dem Spiel steht. In der Vergangenheit konnten die Kryptographen täglich hunderte von Codes knacken - bis zu dem Tage, als Diabolus zum Einsatz kommt: Ein mysteriöses Programm, das den Super-Rechner offenbar überfordert. Der Entwickler des Programms droht, Diabolus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Würde dieses Programm zum Verschlüsselungs-Standard werden, wäre der erfolgreichen Verbrechensbekämpfung der NSA über Nacht die Basis entzogen. Die Mitarbeiter des Geheimdienstes setzen alle Hebel in Bewegung, das drohende Desaster zu verhindern ...
Meine eigene Buchbeschreibung
Aufregung bei der NSA: Ein ehemaliger Mitarbeiter hat ein Emailschutz geschrieben, der unknackbar ist. Commander Strathmore hat sich dieses Programm mit dem Namen Diabolus heruntergeladen und der Hochleistungsrechner der NSA, der für solche Verschlüsselungen eigentlich nur Minuten braucht, brühtet jetzt schon über 15 Stunden an dem Programm. Strathmore beschließt seine Kryptographin Susan Fletcher um Hilfe zu bitten. Ihren Verlobten David Becker schickt er währenddessen nach Spanien. Dort soll Ensei Tankado sein, der Programmierer von Diabolus. Von ihm erhofft man sich den Entschlüsselungscode für Diabolus. Doch der will den Code an den Meistbietenden verkaufen und wird schließlich ermordet. David muss den Schlüssel finden, während Susan und Strathmore weiter versuchen das Programm zu knacken. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn hinter David ist ein Auftragskiller her und der Hochleistungscomputer läuft langsam heiß…
Meine Meinung und Fazit
Wie gesagt ist das Buch sehr aktuell. Besonders auch die Botschaft die Ensei Tankado im Buch aufwirft: Quis custodiet ipsos custodes – sein Leitspruch – bedeutet „Wer überwacht den Wächter?“ Die NSA spielt sich selbst als Wächter im Internet auf. Sie gibt es zwar nicht öffentlich zu, aber seit Jahren überwacht sie sämtliche Emails und Daten. Als Rechtfertigung wird immer angeführt, dass man Drogenbosse überwachen und Terroristenanschläge verhindern möchte. Die USA sollen von innen heraus geschützt werden. Doch so werden zum Beispiel auch einfache Rezepte von nichtsahnenden amerikanischen Hausfrauen gelesen. Nichts ist geheim! Dagegen wehrt sich die EFF – eine Organisation, die eine Überwachung der NSA fordert. Es wird verlangt, dass es Gesetze zur Einschränkung der NSA geben sollte. Dieser Organisation gehört Ensei Tankado an. Mit seinem Programm Diabolus will er nicht einfach nur die unlösbare Verschlüsselung von Daten bewirken. Nein, es steckt mehr dahinter. Er will, dass die NSA öffentlich zugibt den Hochleistungsrechner zu besitzen, der innerhalb Minuten alles knackt was weltweit herumgeschickt wird. Ansonsten werden alle Daten der NSA offen gelegt. Und das sind nicht wenige Daten. Alles wird von der NSA abgespeichert: Munitionslager, Atomwaffenpläne, Stützpunkte von U-Booten, Agentenlisten, Beteiligte am Zeugenschutzprogramm. Das wäre ein gefundenes Fressen für die Gegner der NSA. Es gilt also das Passwort für Diabolus in die Finger zu bekommen.
Dazu hat Dan Brown zwei perfekt aufeinander abgestimmte Personen als Hauptcharakteren erschaffen. Zum einen Susan Fletcher, die sich schon in Kindheitstagen mit dem Entschlüsseln von codierten Texten befasst hat und das sogar später studierte und wirklich eine Meisterin ihres Fachs ist. Mit ihr ist David Becker auf der Suche nach dem Passwort für Diabolus. Er ist Hochschulprofessor und hat eigentlich gar nichts mit Codes zu tun. Aber er liebt Susan und möchte deswegen Commander Strathmore einen Dienst erweisen. Es geht ja eigentlich auch nur darum Ensei Tankado zu finden. Der ist allerdings tot. Anfangs scheint es nur ein Herzinfarkt gewesen zu sein, der ihm das Leben kostete. Doch dann stellt sich heraus, dass er ermordet wurde. Der Schlüssel für Diabolus scheint sein Ring zu sein. Doch der wandert von einer Person zur nächsten. David macht sich auf den Weg den Schlüssel zu finden. Doch jede Person, die irgendwie mit dem Ring in Berührung kam, wird ermordet. Und so ist der Killer auch hinter David her. Es geht also nicht nur um das geheime Passwort, sondern auch um Davids Leben.
Unklar ist lange wer der Gegenspieler der NSA ist. Ensei Tankado ist zwar offensichtlich, aber er stirbt in der Geschichte recht schnell. Es ist aber klar, dass es noch einen Verbündeten von Ensei Tankado gibt. Nur wer das ist, ist natürlich ein Geheimnis. Diese Person nennt sich NDakota. Es gilt herauszufinden, wer NDakota ist. Denn diese Person könnte den Schlüssel für Diabolus auch haben. Gleichzeitig wird aber auch immer klarer, dass hinter dem ganzen noch ein Unbekannter stecken muss. Und dieser Unbekannte hat nicht nur Zugang zu unglaublichen technischen Geräten, sondern auch zu einem gewissenlosen Killer, dem er diese Geräte zur Verfügung stellt. Spätestens hier wird klar, wie gefährlich Technik auch sein kann. Im Grunde scheint David Becker keine Chance zu haben. Hier fällt auch auf, dass er als völlig unbedarfter Universitätsprofessor etwas falsch in der Geschichte angelegt ist. Er bewältigt die Aufgaben so perfekt, dass es schon wirklich unrealistisch auffällt. Bei Robert Langdon aus den Büchern Sakrileg und Iluminati war dies etwas anderes. Dieser bewegte sich auf bekanntem Gebiet, da es bei den vorliegenden Büchern/Fällen um sein Spezialgebiet die Symbologie ging. David Becker bewegt sich mit der Kryptologie auf komplett unbekanntem Gebiet und betätigt sich für Strathmore mit der Zeit als Geheimagent und meistert diese Aufgabe auch noch. Das fand ich nicht besonders logisch. Überhaupt vielen mir unglaubliche viele Zufälle und unlogische Stellen im Buch auf. Das irritiert natürlich etwas beim Lesen. Dazu kommt, dass Dan Brown durch viele technische Erklärungen und Begriffe diese Irritationen noch verstärkt. Das alles behindert einfach das Lesen. Das Buch an sich ist sehr spannend. Es kommen zwar sehr viele Personen vor, aber die Hauptfiguren sind schnell erfasst und nur die „bösen“ Unbekannten bleiben im Dunkeln. Die Umgebung, gerade in der NSA, wird sehr detailverliebt beschrieben. Das hilft beim Zurechtfinden und fällt nicht negativ oder zu ausschmückend auf.
Der Schreibstil ist flüssig. Die vielen technischen Erläuterungen ziehen den Roman aber etwas in die Länge. Die Geschichte wird so erzählt, dass der Leser wie eine zusätzliche Person immer dabei ist und so auch jeden Dialog der gerade anwesenden Personen mitbekommt. So entgeht dem Leser eigentlich nichts. Nur die Identität einiger Personen wird im Dunkeln gehalten und das heizt zum einen die Spannung an und lässt zum anderen auch eine gewisse Ungewissheit zurück. Es gibt einige brenzlige Stellen. Der Killer geht auch sehr brutal und gewissenlos vor. Ich würde das Buch deswegen eher für Erwachsene empfehlen. Das Buch ist in viele Kapitel unterteilt. Fragen, die sich über die Geschichte stellen, werden am Ende beantwortet. Es gibt keine humorvollen Passagen. Die ganze Geschichte ist sehr ernst angelegt. Übrigens gibt es das Buch natürlich auch als Hörbuchvariante. Hier liest Wolfgang Pappel, der auch schon Iluminati und Sakrileg gelesen hat.
Ich kann Diabolus von Dan Brown zum Lesen empfehlen. Das Buch ist spannend und interessant zu lesen, da es momentan sehr aktuell ist. Andererseits wird das Lesen aber durch zu viele technische Begriffe erschwert. Es gibt auch viele unlogische Stellen. Die Person des David Becker ist etwas unglaubwürdig angelegt. Er findet sich einfach zu gut in den Situationen zurecht. Trotzdem fand ich das Buch sehr interessant und spannend. Es gibt einige brutale Stellen, wenn der Killer zuschlägt. Daher empfehle ich das Buch eher für Erwachsene. Diabolus ist ein angenehm zu lesender Thriller, aber eben mit einigen unlogischen Stellen, wo man einfach als Leser darüber hinweg gehen muss oder es schlicht hinzunehmen hat. Am Ende werden alle Zusammenhänge und Fragen beantwortet. Von mir gibt es eine durchschnittliche Wertung von 3 Sternen. weiterlesen schließen
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