Pro:
eingängige, rocklastige Popmusik; relativ gute Texte; gut produziert
Kontra:
nicht alle Lieder sind gut ("Lückenfüller")
Empfehlung:
Ja
1. Worum geht es?
Heute möchte ich euch das Album "Simple Plan" der gleichnamigen Pop-Rock Formation aus dem kanadischen Québec berichten. Ich habe mir das Album im Februar diesen Jahres ohne großartiges Überlegen und Abwägen zugelegt, da ich bereits die beiden ersten Alben der Band besitze und mir diese sehr zusagen. Die Band macht eingängige Pop-Rock-Musik, die eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist. Letzteres liegt wohl auch an dem Boyband-Charme, welchen die Band nach wie vor versprüht, auch wenn die Bandmitglieder mittlerweile schon in ihren späten Zwanzigern sind.
2. Verpackung & Design
So, nun genug der einleitenden Worte! Die CD befindet sich in einer stabilen Plastikhülle; die Grundfarbe von Cover- und Rückseite ist Schwarz. Auf dem Cover ist in Großbuchstaben der Name der Band ("Simple Plan"), der auch gleichzeitig der Albumtitel ist, aufgedruckt. Außerdem befindet sich ein Foto der Musikgruppe auf dem Cover. Auf der Rückseite findet man eine Auflistung der 13 Lieder, die auf dem Album enthalten sind. Ich finde das Design ziemlich langweilig. Lediglich ein Portrait des Künstler auf das Cover zu pappen, das ist meiner Meinung ein Zeichen mangelnder Kreativität. Schade, hier kann ich wohl keine Pluspunkte vergeben!
3. Die Tracks
Die CD enthält 13 Tracks, wobei der letzte Track die Akustikversion eines bereits auf dem Album enthaltenen Tracks ("When I'm Gone") ist. Im folgenden Text möchte ich euch nun kurz die Lieder im Einzelnen vorstellen:
1. "When I'm Gone" (5/5): Bei "When I'm Gone" handelt es sich um die ersten Singleauskopplung. Ein wirkliches nettes Lied mit einem Refrain, der einem nicht mehr aus dem Ohr geht. Thematisch wird die Flucht aus einer Situation beschrieben, die hauptsächlich negativ auf einen wirkt. Interessant finde ich vor allem den pumpenden Beat, der sich durch das gesamte Lied zieht. Hier möchte ich gerne volle Punktzahl vergeben!
2. "Take My Hand" (5/5): Dieses Lied gefiel mir sofort nach dem ersten Anhören - das Lied zeichnet sich durch sein relativ schnelles Tempo und die starke Instrumentalisierung, vor allem im Refrain, aus. Wie der Titel schon erahnen lässt geht es in diesem Lied um die Liebe; es geht um eine Beziehung, die von Außenstehenden zum scheitern verurteilt wird, jedoch ist das Paar sich sicher, dass sie es gemeinsam schaffen können. Da bei diesem Lied alles stimmig ist und es außerdem meinen persönlichen Geschmack trifft, werde ich hier 5 Sterne vergeben.
3. "The End" (4/5): Hier wird das Tempo ein wenig zurückgeschraubt. Den relativ ruhigen und monotonen Gesang in den Strophen empfinde ich als ziemlich ungewöhnlich für Simple Plan, aber spätestens im Refrain erkennt man den typischen Sound der Band wieder. Das Lied ist recht nett, jedoch geht es neben den ersten beiden Tracks der Platte förmlich unter, da es nicht besonders außergewöhnlich ist. Das reicht leider nur für 4 Sterne!
4. "Your Love Is A Lie" (5/5): Bei "Your Love Is A Lie" handelt es sich um die zweite Singleauskopplung des Albums. Dieses Lied gefällt mir nochmal deutlich besser als "When I'm Gone", die erste Singleauskopplung. Thematisch wird hier die Untreue des Partners aufgedeckt und angeprangert. Hier wird auch besonders deutlich, wie sich die Band seit ihrer ersten Platte aus dem Jahre 2003 weiterentwickelt hat, denn bei Versen wie "You look so innocent / But the guilt in your voice gives you away [...] How does it feel when you kiss when you know that i trust
you / And do you think about me when he fucks you?" hört man die erlangte Maturität deutlich heraus. 5 Sterne!
5. "Save You" (5/5): Diese Ballade ist wunderschön und zugleich sehr traurig. Die Traurigkeit des Songs wird nochmal verstärkt, wenn man sich genauer über die Entstehungsgeschichte des Liedes informiert: Sänger und Songwriter Pierre Bouvier verarbeitete mit dem Lied "Save You" die Erinnerungen an den Sterbeprozess seines an Krebs verstorbenen Bruders. Er beschreibt dabei die Hilflosigkeit, die er empfindet, wenn er versucht, seinen Bruder vor der Kraft der tödlichen Krankheit zu retten ("And no matter what I do / I can't make you feel better") und versucht, seine grenzenlose Aufopferung in Worte zu fassen ("If you lose faith in you / I'll give you strength to pull through", "You know I'll be there for you"). Bei den Beschreibung des Treffens mit dem todkranken Bruder läuft es einem eiskalt den Rücken herunter ("When I hear your voice / It's drowning in the whispers / You're just skin and bones / There's nothing left to take"). Musikalisch werden leise, aber auch kräftigere Töne angeschlagen. Ständige Hochs und Tiefs, wie man sie auch aus dem Kampf mit einer schweren Krankheit kennt. Gänsehaut! Wenn ich könnte, würde ich hier sogar 6 Sterne vergeben!
6. "Generation" (2/5): Musikalisch gesehen erinnert dieses Lied sehr stark an ältere Lieder von Simple Plan. Deshalb finde ich auch, dass es nicht so gut auf dieses Album passt. Inhaltlich wird ein sehr pubertäres Thema angesprochen, denn ich verstehe dieses Lied als Rebellion gegen Erwachsene bzw. Menschen aus einer anderen Generation, welche einen eben genau aus diesem Grund nicht verstehen. Naja, mir persönlich sagt dieses Lied nicht so zu, denn es passt einfach nicht in das Konzept des Albums. Außerdem finde ich es wenig authentisch, dass ein solches Thema von Männern behandelt wird, die sich selbst in ihren späten Zwanzigern befinden. Da kann ich beim besten Willen nur 2 Sterne vergeben!
7. "Time To Say Goodbye" (5/5): Wow! Schon das Intro des Liedes finde ich richtig genial! Hier lässt man Einen Orgelton mit den hämmernden E-Gitarren verschmelzen - super, denn damit hat man direkt die volle Aufmerksamkeit des Höhrers! Weiter liefert die Band hier einen netten Pop-Rock Song, der durch die schnellen und kräftigen E-Gitarren und den schnellen Gesang schon einen leicht punkigen Touch hat. Das erinnert stark an ihre früheren Songs oder auch an die ältere Musik von Bands wie Sum 41 oder blink-182, klingt dabei aber dennoch modern. Sehr schön! Hier möchte ich 5 Sterne vergeben!
8. "I Can Wait Forever (4/5): Oh Gott, was für ein schleimiger Auftakt ("You look so beautiful today / When you're sitting there / It's hard for me to look away"). Viel kitschiger kann man ein Liebeslied wohl kaum beginnen, oder? Auch um Phrasen wie "Another day without you with me / Is like a blade that cuts right through me" zu ertragen, sollte man starke Nerven haben. Naja, man weiß ja, wozu die Liebe einen so treiben kann, dennoch bin ich textlich gesehen nicht ganz so überzeugt von dem Lied. Musikalisch gesehen gefällt mir dieses Lied aber sehr gut; vor allem das wunderschöne Gitarrensolo sollte erwähnt werden. Dieser Track ist mir 4 Sterne wert!
9. "Holding On" (2/5): Gut finde ich, dass dieser Song zweistimmig ist. Mit diesen zwei Stimmen wird der Dialog zweier Freunde inszeniert, die einander brauchen. Eine schöne Idee, aber musikalisch gesehen will mir das Lied einfach nicht so wirklich gefallen. Vor allem werden ständig einzelne Silben auf mehrere Töne ausgedehnt, was wie "geleiert" klingt. Total nervig! Hier kann ich nur 2 Sterne vergeben!
10. "No Love" (5/5): "No Love" ist ein wirklich starker Song, vor allem textlich. Hier merkt man wieder, wie stark die Band als Ganzes gereift ist. "No Love" handelt davon, dass eine Frau in einer Beziehung schlecht behandelt wird, aber dennoch an dieser Beziehung festhält. Der Sänger versucht ihr klar zu machen, dass dies keine Liebe ("No Love") sei. Dieses Lied gefällt mir sehr gut, auch die Vocals sind sehr ausdrucksstark. Schön! Das ist mir 5 Sterne wert!
11. "What If" (3/5): "What If" ist eine etwas schnellere Nummer, die leider weder textlich noch muskalisch großartig heraussticht. Sätze, die mit "What If I ..." beginnen werden mehrfach wiederholt und nur wenige Zeilen sind wirklich bedeutungstragend. Bei Zeilen wie "So why do you tell me you care if you're not going to stay?" wird klar, dass es hier darum geht, eine andere Person überzeugen zu wollen. Da der Song nicht großartig heraussticht und nicht an die meisten anderen Lieder des Albums heranreicht, werde ich hier 3 Sterne vergeben.
12. "Running Out Of Time" (4/5): Damit hätte ich ja gar nicht gerechnet! Bei "Running Out Of Time" handelt sich um einen politischen Song. Wenn man den Text genauer betrachtet ("You can try to lead us on / But there's no one else to blame / We'll be left to clean the mess / When you're gone", "Running out of time / And you just don't get it / You're watching people die / And you still don't care"), wird klar, dass dieser Song relativ offen gegen den amerikanischen Präsidenten Bush und vor allem seine Außenpolitik gerichtet ist. Das würde man von einer Band wie Simple Plan nicht erwarten. Ich finde sehr gut, dass die Band Stellung bezieht. Auch musikalisch mag ich den Song sehr gerne, denn es handelt sich um eine schnelle, kräftige Nummer, die direkt ins Ohr geht. Letzteres muss bei einer Nummer mit einem solchen Text eigentlich nicht unbedingt sein, aber es schadet ja auch nicht. Dafür kann ich ganz locker 5 Sterne vergeben!
13. "When I'm Gone (Acoustic)" (5/5)
4. Mein Fazit
Insgesamt vergebe ich für dieses Album 4 Sterne. Die Lieder sind größtenteils lyrisch wie muskalisch sehr ansprechend. Wer die früheren Alben von Simple Plan nicht mochte, wird mit diesem Album vielleicht eher etwas anfangen können, da sie meiner Meinung nach einen starken Reifeprozess durchlaufen haben. Ansonsten ist dieses Album vor allem für Fans eingängiger, rocklastiger Popmusik zu empfehlen. weiterlesen schließen
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