Pro:
Zum Teil der Soundtrack, Dschungelatmosphäre
Kontra:
Ben Stiller, Jack Black, unsympathische Figuren, kaum Action, kein Humor.
Empfehlung:
Nein
Ben Stiller und Jack Black haben es schwer bei mir. Die Filme, die ich von den beiden gesehen habe, haben mir gar nicht gefallen, oder anders ausgedrückt, ihre Auswahl der Charaktere und schauspielerische Darstellung finde ich furchtbar. Stiller kann bei mir noch mit "Nachts im Museum" punkten (den 2. Teil kenne ich nicht), aber nur dadurch, daß die Story doch ganz interessant ist. Jack Black ist mir schon unsympathisch wenn ich ihn sehe, deshalb nehme ich von seinen Filmen auch Abstand. Nun drehten die beiden zusammen mit Robert Downey Jr. und einigen anderen Stars "Tropic Thunder". Die Erwartungen hielten sich in Grenzen eben wegen dieser beiden Schauspieler, wobei Ben Stiller hier auch noch Regie führte. Da mich die Story aber interessierte, habe ich es dennoch gewagt, mir dieses Werk mal anzuschauen.
Film:
Originaltitel: Tropic Thunder
Jahr: 2008
FSK: 16
Laufzeit: 102 Minuten / 121 Minuten (DC)
Regie: Ben Stiller
Darsteller: Ben Stiller, Jack Black, Robert Downey Jr., Tom Cruise, Matthew McConaughey, Nick Nolte
Story:
Tugg Speedman (Ben Stiller), Jeff Portnoy (Jack Black) und Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.) sind drei Schauspieler, welche zusammen einen Kriegsfilm drehen wollen. Für Tugg ist es die Chance, wieder Fuß zu fassen im Filmgeschäft, sind seine letzten Filme doch gefloppt. Für Portnoy wäre es ebenfalls ein Pluspunkt in seiner Filmographie, ist er doch mehr bekannt für Blödelfilme, während Kirk Lazarus die Möglichkeit sieht, seinen Ruf als Charakterdarsteller auszubauen, hat er sich doch auch extra für diesen Film operieren lassen, damit er wie ein Afro-Amerikaner aussieht. Es gibt nur ein Problem: Die drei können sich nicht leiden, insbesondere Tugg und Kirk geraten öfter aneinander, kritisieren sie sich doch gegenseitig, was ihre schauspielerischen Künste angeht, während Jeff sich den Drogen zuwendet.
Kurz bevor der Film zu scheitern droht, entschließt sich der Regisseur, seine Darsteller in den Dschungel zu schicken, wo sie alleine zurechtkommen sollen, während alles gefilmt wird. Aber schon gleich zu Anfang geht alles schief: Der Regisseur wird durch eine Mine getötet. Tugg glaubt, daß dies nur ein Trick ist, während die anderen das anders sehen. Tugg, Jeff, Kirk und einige andere machen sich auf durch den Dschungel mit ihrer Karte, allerdings geraten Tugg und Kirk wieder aneinander, woraufhin sich Tugg von den anderen trennt. Tugg wird von einigen Verbrechern gefangen genommen, wobei er alles immer noch für eine Inszenierung hält, ohne daß ihm bewußt wird, daß dies alles Realität ist. Jeff, Kirk und die anderen treffen auf das Lager, in dem Tugg gefangen gehalten wird und wollen ihn befreien. Aber wird es ihnen gelingen?
Darsteller:
Ben Stiller (hier auch der Regisseur) spielte in Filmen wie "Verrückt nach Mary", "Nachts im Museum 1 und 2" oder "Meine Frau, unsere Kinder, und ich" mit.
Jack Black ist zu sehen in "Year One" oder "Gullivers Reisen".
Robert Downey Jr. ist zu sehen in "Iron Man 1 und 2" sowie "Air America".
Tom Cruise spielte die Hauptrolle in der "Mission Impossible Trilogie" oder "Top Gun".
Matthew McConaughey ist zu sehen in "Die Jury", "Ein Schatz zum Verlieben" oder "Womanizer".
Nick Nolte ist zu sehen in "Nur 48 Stunden", "Und wieder 48 Stunden" oder "Ausgelöscht".
Meinung:
Schon der Anfang des Filmes lässt nichts gutes vermuten: Es werden Trailer zu verschiedenen Filmen mit einem von den Hauptdarstellern gezeigt. Schon da geht der Witz verloren: Tugg Speedman ist im sechsten Teil einer Filmreihe zu sehen, wobei man sich fragt, wie es soviele Teile geben konnte. Jeff Portnoy wird als Komödiant gezeigt, dessen Witz aber ebenso verloren geht. Vielmehr erinnert der Trailer an Jack Black Filme, so daß kein Unterschied zu erkennen ist. Kirk Lazarus wird seriös dargestellt, was aber spätestens bei der Erwähnung seiner Hautoperation verloren geht.
Und da geht es auch schon los: Es wird geschossen, Explosionen sind zu sehen, während die drei Hauptdarsteller sich durch den Dschungel kämpfen. Aber nach ein paar Minuten ändert sich alles, kommt doch zum Vorschein, daß es sich um Dreharbeiten handeln. Hierbei sei auch noch die Anspielung auf "Platoon" zu erwähnen, die doch mehr als offensichtlich ist, auch wenn man den Film nicht kennen sollte. Wer jetzt bei den gezeigten Actionszenen hofft, daß diese später im Film auch noch zu sehen sind, wird enttäuscht werden. Erst zum Schluss gibt es noch etwas Action zu sehen, allerdings wenig und doch uninteressant, was aber mehr daran liegt, daß man zuvor schon vom Film gelangweilt wird. Da nützen dann auch die Anspielungen wie den schon zuvor erwähnten Kriegsfilm "Platoon" oder "Apocalypse: Now" nichts, welche wohl für Humor sorgen wollen.
Humor. Genau dies ist das, was dem Film fehlt. Die ständigen Streitereien unter den Darstellern nerven gewaltig, insbesondere Ben Stiller und Jack Black, welcher hier ständig als Jeff Portnoy auf Drogensuche ist, machen den Film zu einer Qual. Tom Cruise tut sein übriges mit seiner unsympathischen Nebenrolle, bei der angeblich ein eigenständiger Film geplant ist, wobei ich aber hoffe, daß dieser nie gedreht wird. Auch Robert Downey Jr. als Möchtegern Afro Amerikaner gewinnt keine Sympathiepunkte, wirkt es doch ziemlich peinlich. Schauspielerisch trifft das Ganze auch zu: Stiller und Black sind peinlich, Downey Jr. gibt sein Bestes, was aber nicht ausreicht, was aber auch mehr an seiner Rolle liegt. McConaughey ist nur kurz zu sehen, reicht aber auch schon, Tom Cruise übertreibt maßlos mit seiner Rolle. Einzig Nick Nolte weiß mit seiner kleinen Rolle zu überzeugen, aber auch nur zum Teil, bis die Wahrheit über ihn herauskommt. Im Grunde kann man sagen, daß es nur unsympathische Hauptcharaktere gibt, die zum Teil auch von unsympathischen Darstellern, in diesem Falle für mich Ben Stiller und Jack Black, dargestellt werden.
Gibt es überhaupt etwas positives am Film? Ja doch. Neben der doch gelungenen Dschungel Atmosphäre bekommt man ab und zu auch mal ein gutes Lied im Film zu hören, wobei hier zwischen Oldies und aktuellen Songs gemischt wird. Songs wie z. B. "I´d Love To Change The World" von Ten Years After, "For What It´s Worth" von Buffalo Springfield, "Sometimes When We Touch" von Dan Hill, "The Name Of The Game" von The Crystal Method" oder "Gothic Monsters" von Theodore Shapiro" sind zu hören.
Was die DVD angeht, so unterscheidet sich die Steelbook Version nur in der Verpackung, der Inhalt (Audiokommentar etc.) bleibt gleich. Man muss hier aber noch dazu sagen, daß es vom Film noch einen Director´s Cut gibt, welcher 20 Minuten länger geht, aber nur auf Blu-Ray erhältlich ist. Ob dies den Film besser macht bezweifle ich doch sehr stark.
"Tropic Thunder" ist enttäuschend. Kaum Action, kein Humor, teils unsympathische Darsteller sowie nur unsympathische Charaktere machen den Film zu keinem Highlight. Nur was für Fans von den Darstellern. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben