Pro:
Preis, HDMI, VOB-Formatunterstützung
Kontra:
Fernbedienung
Empfehlung:
Ja
Vielen Multimedia-Freaks wird es ähnlich ergehen: Mit der Zeit füllen sich die internen und externen Festplatten mit umfangreichen Video- und unzähligen Fotodateien. Eine Lösung wäre alles auf DVD zu brennen und mit ihnen die Wohnzimmerschränke zu füllen. Eleganter dagegen ist es, sich eine große externe Festplatte nur für diese Zwecke anzuschaffen. Wenn diese dann auch noch einen Anschluss an den Fernseher und die Stereoanlage hat, kann ein Film- oder Dia-Abend bequem ohne große Sucherei und sehr flexibel gestaltet werden.
== Produktbeschreibung ==
=== Leistungsmerkmale ===
* 3,5" Festplatte mit 500 Gigabyte Speicherkapazität
* schneller USB 2.0 Anschluss für den Computer zum Laden von Multimediadateien
* digitale HDMI-Schnittstelle zum TV-Gerät (High-Definition Multimedia Interface)
* analoge Schnittstelle Scart mit AV und RGB
* Composite- (AV) und Component-Ausgang (Y, Pr, Pb), kein S-Video
* koaxialer Anschluß (SPDIF) für die Audiowiedergabe an der Heimkinoanlage
* Auflösung bis 720p bzw. 1080i
* Fernsehnormen PAL und NTSC
* Gerätetasten für Basisfunktionen (Standby, Start/Pause/Stop, Navigation)
* Fernbedienung für alle Wiedergabe- und Setupfunktionen
* Menüführung per On-Screen-Display
=== Unterstützte Formate ===
* Video: MPEG-1, MPEG-2 (AVI, VOB), MPEG-4 (AVI, DIVX, XviD)
* Foto: JPEG
* Audio: MP3, AC3, OGG, WAV, WMA
=== Lieferumfang ===
* Gerät mit Festplatte und Controller
* Steckernetzteil
* USB-Kabel
* Composite-Kabel (Klinke auf Yellow/Red/White-Cinch)
* Component-Kabel (Klinke auf Red/Green/Blue-Cinch)
* CD-ROM mit Bedienungsanleitung und Programm Playlist Manager
* Kurzbedienungsanleitung
== Bedienung ==
=== Dateien laden ===
As erstes müssen Dateien überspielt werden. Das erfolgt mit dem Windows Explorer und ist identisch mit dem üblichen Dateihandling. Der Tansfer erfolgt recht flott und ist deutlich schneller als bei meiner älteren Trekstor-FP (beide USB 2.0).
Man überlege sich vorher eine geeignete Ordnerstruktur. Es ist sinnvoll, für jeden Film und jedes Videothema einen eigenen Ordner anzulegen. In den Ordner mit dem Filmtitel wird VIDEO_TS eingebracht.
Die Wiedergabe startet automatisch wenn bei Auswahl des Filmordners die Taste Play gedrückt wird. Auch MPEG-Dateien laufen sofort an, wenn der übergeordnete Ordner oder die Datei geöffnet wird. Sinngemäß gilt das auch für Foto- und Musikdateien.
=== Anschluss an das TV-Gerät ===
Das beste Bild hat man natürlich im HDMI-Modus, diese Betriebsart muss das TV-Gerät aber können. Bei Anschluss HDMI auf DVI-D für den Stereo-Ton kommt zusätzlich das Composit-Kabel zum Einsatz.
Am einfachsten ist der Anschluss mit dem AV-Yellow-Kabel, die Wiedergabe ist dann allerdings eher bescheiden. Das RGB-Signal über Scart und auch das höherwertige Component-Signal (Y,Pr,Pb) mit Progressive Scan ist da schon wesentlich besser.
Kritik: Multimediageräte bieten meist das AV-Signal auch dann noch an, wenn im Scart-Menü auf ein anderes Signal umgeschaltet wird. Der Screenplayer nimmt es leider weg. Wenn aus irgend einem Grund das neu gewählte Signal kein Bild liefert, hat man sich den Ast, auf dem man sitzt, abgesägt. Nicht mal ein Reset hilft, denn der Player merkt sich die letzte Einstellung! Schnellvorlauf + MENU auf der Fernbedienung schaltet zyklisch auf andere Signalarten. Tipp: Bedienungsanleitung lesen!
=== Fernbedienung ===
Die Fernbedienung ist recht klein und flach und passt sogar in den Fuß des Players. Sie macht aber insgesamt und besonders durch die Folientastatur einen billigen Eindruck. Nicht vergessen: Vor der ersten Bedienung Schutzstreifen von der Knopfzelle (CR2025) abziehen. Die IR-Reichweite ist gut, ein Tastendruck wird am Gerät durch eine gelbe LED quittiert.
Kritik: die Folientastatur ist gewöhnungsbedürfig, da hubarm und fast ohne Druckpunkt. Ärgerlich ist zudem die stur symmetrische Anordung der Tasten. Die Wichtigsten, nämlich PLAY und STOP, verfehle ich oft. Man muss schon genau hinschauen, besonders wenn das Licht nicht reicht.
== Betrieb ==
Der Screenplayer ist im Betrieb nicht ganz geräuschlos, er hat einen Lüfter und die Festplatte rotiert mit schnellen 7200 U/min. Die Abtastung ist aber praktisch unhörbar. Irgendwo versteckt einbauen sollte man ihn nicht, wegen der Fernbedienung muss die Vorderseite sichtbar sein.
=== Video ===
Die Wiedergabe der Filme erfolgt im MPEG-, VOB- und DIVX-Format einwandfrei. Sogar die filmspezifische Menüsteuerung im DVP/VOB-Format funktioniert in den meisten Fällen sehr gut.
Kritik: Leider ist für das AVI-Format aus meiner Canon Kamera kein Codec im Screenplayer vorhanden. Ich muss die Videos deshalb erst im Computer auf MPEG-2 konvertieren. Auch die Wiedergabe von Video-CDs, die mittels WinOnCD erstellt wurden, wird nicht unterstützt. Eigentlich sollte das gemäß Beschreibung mit MPEG-1 (VCD) funktionieren.
=== Foto ===
Die Diaschau-Funktion ist ebenfalls sehr gut. Sie kann auch mit Musik erfolgen, dazu spielt man zusätzlich zu den Bildern eine oder mehrere Musikdatei(en) in den betreffenden Ordner hinein. Die Intervallzeit kann eingestellt werden, eine Synchronisierung mit der Musik ist nicht vorgesehen. Dazu müsste der Player die Mediendateien vor dem Abspielen analysieren, das kann nur der Computer mit entsprechender Software (z.B. WinOnCD oder Magix Fotos auf CD & DVD). Ist die Bildersequenz länger als das Musikstück so wird sie wiederholt, ist sie kürzer so wird abrupt abgebrochen.
Kritik: eine kleine Auswahl von verschiedenen Szenenwechseln und das Ausblenden der Musik unmittelbar vor dem Ende der Schau würde diese Betriebsart noch einmal gewaltig aufwerten.
=== Musik ===
Musikstücke werden in alphanumerischer Reihenfolge abgespielt, die Auswahl erfolgt also durch Ordnernavigation. Man kann aber auch einen Wiederhol- (REPEAT) und/oder Zufallsmodus (SHUFFLE) wählen. Die ID3-Tags mit Titel, Interpret und Album werden auf dem Bildschirm angezeigt, eine ID3-basierte Suchfunktion existiert nicht.
Die Mehrkanalwiedergabe (Dolby, DTS) über das Koaxialinterface kann ich nicht beurteilen, da meine Filme nur eine Stereowiedergabe erlauben. Zum Abspielen von MP3-Musik verwende ich den Screenplayer nicht, denn ich möchte das Fernsehgerät dazu nicht einschalten müssen (der Sansa ist hierfür besser geeignet).
Mit dem Programm Playlist Manager können Wiedergabelisten für Musik- und andere Mediendateien erstellen werden. Zum Abspielen einer Wiedergabeliste wähle man diese aus und drücken die Taste PLAY. In einer einzigen Wiedergabeliste können bis zu 2048 Dateien verwaltet werden.
=== Anleitungen ===
Die Kurzanleitung kann man vergessen, sie ist nicht hilfreich und wahrscheinlich nur aus formellen (und rechtlichen) Gründen beigelegt worden.
Die Bedienungsanleitung auf der CD-ROM ist dagegen hilfreich und sollte unbedingt gelesen werden, sie enthält wichtige Hinweise, die man intuitiv nicht unbedingt selbst rausfindet. Zur Ansicht dient der Browser, die Anleitung kann aber auch installiert werden.
Kritik: Ein technisches Datenblatt fehlt. Ich möchte schon wissen, welche Eigenschaften die Festplatte hat und welche Signale bei welcher Einstellung an Scart anliegen.
== Fazit ==
Der Iomega Screenplay HD ist ein guter Player für das Abspielen von Mediendateien am Fernseher. Er hat einige Schwächen, die den Gebrauch aber nicht vermiesen. Zudem ist die Speicherkapazität von 500 GB gewaltig und dürfte für etwa 120 Spielfilme reichen.
Für 129 € bei Saturn erstanden, halte ich ihn für durchaus preiswert. Was ich im Nachhinein vermisse, ist ein WLAN-Interface, da Fernseher und Computer bei mir nicht im selben Raum stehen. Aber das weiß man vorher, genau wie die nicht vorgesehene Recorder-Funktion oder die Einschränkung der Wiedergabe von hochaufgelösten Video-Streams. weiterlesen schließen
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