Pro:
gute Produktion von einem ohnehin schon sehr guten Film
Kontra:
wenige neue Ideen
Empfehlung:
Ja
Es ist in den späten 00ern des neuen Jahrtausend in Hollywood irgendwie in Mode gekommen, Remakes von erfolgreichen ausländischen Filmen zu drehen. Die Vorteile sind offensichtlich: Das Pulikum hat bereits entschieden, dass es den Film mag und viele Kosten bleiben den Produzenten erspart, so z.B. einige Marketing-Kosten, da der Originalfilm meist schon bekannt ist sowie die Kosten für die Story. Meist mussten asiatische Filme für die Vorlage eines solchen Remakes herhalten, in diesem 2008 erschienenen Fall hat es allerdings ausnahmsweise eine spanische Produktion erwischt, die von Hollywood ein neues Gewand bekommt. Um das Kind beim Namen zu nennen: es handelt sich um die Produktion [Rec], die bereits bei vielen Filmfans auf große Gegenliebe gestoßen ist.
Story:
Die junge Reporterin Angela Vidal (Jennifer Carpenter) und ihr Kameramann Scott drehen eine Reportage über eine Feuerwache, in der sie den typischen Alltag auf der Feuerwache auf Kamera einfangen wollen. Dabei kommt in der Nacht ein Notruf, bei dem die Feuerwehrleute in ein Mehrfamilien-Wohnhaus gerufen werden, in dem etwa 10 Parteien wohnen. Vor Ort finden die Einsatzkräfte eine zunächst sehr verstörte Frau vor, die allerdings kurz darauf auf die Leute in ihrer Wohnung losstürmt und einen Feuerwehrmann schwer verletzt. Als oben alles gesichert ist, stellen Angela, Scott, die verbleibenden Einsatzkräfte und auch schon einige Bewohner, die durch den Lärm geweckt wurden, fest, dass die Türen unten verschlossen sind und sie in dem Haus gefangen sind, ohne den wirklichen Grund zu wissen. Es führt kein Weg mehr hinaus, da das Gebäude komplett mit schwer bewaffneter Polizei umzingelt ist. Daraufhin versuchen die Leute im Haus alle Bewohner zu informieren und zu versammeln, die Situaton gerät jedoch immer mehr außer Kontrolle.
Fazit:
Was sich daraufhin entwickelt, ist ein beklemmender Horrorfilm, in dem im Haus immer mehr Menschen mit einem unbekannten Erreger infiziert werden, der die Leute in eine Art aggressiven Zombie verwandelt. Die Kamera verlässt das Haus nicht und dadurch, dass der Kameramann Scott immer in Bewegung ist, handelt es sich auch bei diesem Film um einen typischen Vertreter solcher Filme, bei der die Kamera keine klaren Fahrten und Schwenks mehr durchführt, sondern sich ruckartig hin und her bewegt. Was vor etlichen Jahren bei Blair Witch Project zum ersten Mal eingeführt wurde, ist mittlerweile zum Standardinstrument für neuere Filme geworden, bei denen hektische Szenen so hier und da recht gut dargestellt werden können. Bei vielen Filmen wirkt dies einfach auch übertrieben und es mag dem ein oder anderen sehr übel aufstoßen, wenn er den Film sieht, weil diese Kameraführung für viele nicht gerade magenfreundlich ist, aber es ist hier meistens gut gelungen und ein probates Mittel, um dem Zuschauer Hektik, Panik, etc. zu vermitteln. Man sollte aber vorher wissen, ob einem Filme, wie Blair Witch Project, Diary of the Dead oder Cloverfield Magenprobleme verursacht haben, bevor man sich den Film anschaut.
Quarantäne ist meiner Meinung nach ein sehr unterschätzter Horrorfilm, der zumindest wieder etwas frischen Wind in das Zombie-Genre bringt. Er bietet nicht wirklich etwas Neues, aber die Art und Weise, wie er sich aufbaut und produziert wurde, ist schon sehr fortschrittlich. Es ist nicht einer dieser typischen Romero-Filme, in dem die Zombies langsam wankende Untote sind, sondern in dem sie schnelle Gegner sind, die noch über die volle körperliche Kontrolle verfügen und nur geistig eingeschränkt sind (auch wenn dies lediglich aus dem Original übernommen wurde). Das setzt die Überlebenden im Haus einem ebenbürtigen Gegner gegenüber, der auch in der 1:1 Konfrontation schwer zu umgehen oder zu bekämpfen ist.
Prinzipiell bietet Quarantäne allerdings wenig Neues im Vergleich zum Original [Rec]. Das Storyboard wurde fast 1:1 übernommen und es wurde nur sehr wenig verändert. Die Frage, ob der Film dennoch seine Existenzberechtigung hat, ist schwer zu beantworten, da viele auch das Original besser finden. Ich gehöre zu denen, die sich von der besseren Produktion des Remakes haben anstecken lassen. Meiner Meinung nach sollte man also gleich Quarantäne schauen, wenn man ihn und seinen Vorgänger noch nicht kennt, allerdings ist das wohl Geschmackssache.
Fakten:
[Rec 2], also der Nachfolger des Originals, ist gerade in den Videotheken erschienen. Man wird abwarten müssen, ob dem auch ein Quarantäne 2 folgen wird. Der Film ist als FSK-16 eingestuft worden, hat aber schon seine Gewaltmomente, man sollte sich also im klaren darüber sein, dass man sich einen Horrorfilm anschaut, wenn man ihn sich ausleiht bzw. kauft. Allerdings lebt der Film mehr von der beklemmenden Athmosphäre, als von wirklich dargestellter Gewalt.
Die Spieldauer beträgt etwas mehr, als 85 Minuten und es lassen sich als Sprachen Deutsch, Englisch sowie ein zuschaltbarer Kommentar auswählen. An Untertiteln sind deutsch, englisch und türkisch wählbar. Die Laufzeit des Bonusmaterials beträgt 26 Minuten. Es sind folgende Optionen wählbar (Quelle: ofdb.de)
- Audiokommentar
- Making of
- Audiokommentar mit Autor/Regisseur John Erick Dowdle und Autor/Produzent Drew Dowdle (Eng. mit dt. UT)
- Making of Quarantäne (10:06 Min.)
- Robert Halls Make-Up Design (7:31 Min.)
- Anatomie eines Stunts (3:24 Min.)
- 4 Trailer (4:56 Min.)
* The Spirit (1:09 Min.)
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