Pro:
interessanter Banküberfall, Jason Statham
Kontra:
verpasste Chancen
Empfehlung:
Ja
Bank Job basiert auf wahren Ereignissen.
Im Jahre 1971 nimmt ein Amateufunker Gespräche von Bankräubern auf die gerade eine Bank ausrauben. Er informiert die Polizei die aber zu dämmlich ist die richtige Bank ausfindig zu machen. Die Bankräuber erbeuten über 500 000 Pfund und rauben vor allem auch dutzende Schließfächer aus (von denen an die 100 Besitzer später keine Angaben zum Inhalt machen wollten!!).
An dieses Ereignis knüpft Bank Job an, weitet die Ursprungsstory aber aus zu einem Politthriller...
Daten:
Darsteller: Jason Statham, Saffron Burrows, Daniel Mays
Regisseur(e): Roger Donaldson
FSK 12
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Kinowelt Home Entertainment/DVD
DVD-Erscheinungstermin: 21. November 2008
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 108 Minuten
Audiokommentar
Making Of
Inside the Bank Job
Der Baker Street Bankraub
Interview mit Jason Statham
Deleted Scenes
ASIN: B001E5H8SW
Preis: 15,95 Euro
Regisseur Roger Donaldson weitet die Grundstory vom Bankraub sehr aus.
Er macht aus dem Banküberfall ein ganzes Sittengemälde von London in den 70er Jahren. Polizisten sind korrupt, Politiker pervers, der Geheimdienst intrigant, ein vermeintlicher Aktivist für die Rechte der Schwarzen in Wahrheit nur ein brutaler, skrupelloser Gangster.
Letzterer - der Hassprediger Michael X ist wie der Bankraub eine reale Figur in der englischen Geschichte.
Im Film beginnt mit ihm die Story da er sich mit Sexfotos von Prinzessin Margaret aus einer Verurteilung rauspresst.
Der echte Michael X war dem im Film dargestellten Möchtegernrevolutionär und Gangster nicht unähnlich. Vielleicht hätte man im Film noch John Lennons Finanzierung dieses Drogenhändlers und Mörders (er tötete einen Anhänger von ihm der sich weigerte eine Polizeistation anzugreifen und dessen Geliebte) zeigen können - aber dessen Image ist ja jetzt zu gut als das man es beflecken hätte können. Na gut. Michael X war auf jeden Fall nur ein Möchtegern-Revolutionär mit winziger Anhängerschaft.
Stewart Home schrieb dazu: "Die von Malik geführte RAAS (Radical Adjustment Action Society) Black Power-Gruppe existierte größtenteils nur auf dem Papier. Die Mitgliederzahl wurde zum Nutzen der Presse massiv übertrieben. Malik als Schreckensfigur lieferte eine gute Vorlage. Geschichten über ihn steigerten den Verkauf und zeigte letztlich, dass der Umstand, dass seine organisierte Gefolgschaft in Wirklichkeit winzig war, nicht auf der Agenda der Journalisten stand, die ihm Platz in den Kolumnen einräumten. (zit. Home, Stewart "Pressure." Mute magazine)
Die Verknüpfung des Schicksals von Michael X mit Sexfotos und dem Bankraub ist sehr gelungen.
Im Film versucht der Geheimdienst über die Bankräuber an die Fotos ranzukommen - da sie ohne Aufhebens nicht an die Fotos im Schließfach von Michael X rankommen würden. Davon wissen die Bankräuber - außer der Mittelsfrau Martine Love (etwas farblos gespielt von Saffron Burrows) - jedoch nichts. Auch nicht davon das in den Bankschließfächern noch weitere brisante Fotos von Politikern sind und eine Liste korrupter Polizisten, erstellt von einem Rotlichtgangsterboss. Auch dieser basiert übrigens auf einer realen Figur - dem Unterweltboss Vogel (sehr gut gespielt von David Suchet)
Die Bankräuber sind allesamt Kleinkriminelle angeführt von Terry Leather (gespielt von Jason Statham).
Jason Statham ist definitiv die Idealbesetzung für diesen Film. Ihm nimmt man den Gangster mit Herz vom Anfang bis zum Ende des Films ab.
Leider stagniert der Film gegen Ende wenn es darum geht wie die Bankräuber wieder aus dem Schlamassel herauskommen sollen.
Regisseur Donaldson konnte sich offensichtlich nicht entscheiden ob er nun einen ernsthaften Film oder einen Film a la Guy Ritchie machen soll.
Das schadet dem Film genauso wie die mangelnde Action im Schlußteil. Ein einziger Kampf ist doch etwas zu wenig, genauso wie die zu schnelle Auflösung am Ende die interessanten Verknüpfungen mit der realen Geschichte weglässt.
Wenn das Tempo am Anfang langsam, in der Mitte sogar zu langsam ist so ist der Schluß im Stile eines Bankräubers der schnell noch vor der Polizei abhaut. Umgekehrt wäre es besser gewesen. Dann packt der Regisseur auch noch das Thema "Liebe und Ehe" rein... schade. Die Polit-Themen ernsthafter und mit mehr Platz im Film oder mehr Szeneschilderungen aus den 70ern hätten aus Bank Job einen genialen Film machen können.
So bleibt Bank job ein im Endeffekt doch gelungener Film der zu unterhalten weiß. Dies verdankt der Film dann aber vor allem dem tragenden Jason Statham und weniger dem unentschlossenen Regisseur.
Fazit: immer noch empfehlenswert weiterlesen schließen
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