Pro:
noch nie dagewesen, Effekte, Comicverfilmung, Schauspieler
Kontra:
fragwürdige Story, aber sehr interessant
Empfehlung:
Ja
Wer Blut gern fließen sieht und Horrorfilme mag, die ein bisschen abgedreht sind, dem kann ich dieses Meisterwerk nur empfehlen, denn das ist ein ganz besonderer Film, oder hat schon mal jemand von euch einen Film gesehen, der von der Story eines Comics stammt. Etwas trockene Ironie und viel Blut gehören zu diesem film, wie der schwarz-weiß Kontrast zu den schönen bunten Bildausschnitten. Okay zu der Geschichte an und für sich muss man eigentlich nicht so viel sagen, oder hat schon mal jemand einen Horrorfilm mit einer tiefgründigen Handlung gesehen ? naja da muss man durch.
...::: Story :::...
Eigentlich trägt die Stadt in der sich alles abspielt Basin City, dennoch wird sie von allen nur Sin City genannt. Der Grund: die Gewalt ist hier allgegenwärtig, niemand ist hier wirklich sicher, Selbstjustiz gehört zum Alltag. Erzählt werden Drei Episoden, die sich eben in dieser Stadt zutragen.
Zum einen wäre da die Geschichte von Marv, einem nicht besonders ansehnlichen, muskulösen Schlägertyps, dessen lesbische Bewährungshelferin bemüht ist, dass er nicht wieder abrutscht und erneut im Gefängnis landet. Dummerweise tötet jemand seien geliebte Blondie während sie neben ihm im Bett schläft. Er kannte sie zwar erst seit diesem Abend aber sie hatte bei ihm Schutz gesucht und es war das erste Mal, dass sich eine Frau freiwillig ihm hingegeben hat und er möchte ihren Tot unbedingt rächen. Schnell stellt er fest, dass seine Blondie eine ebenso hübsche Zwillingsschwester hat, die ebenfalls den Tot ihres Mörders im Sinn hat. Gemeinsam beginnen sie einen grausamen Rachefeldzug.
Die zweite Episode dreht sich um das Prostituiertenviertel der Stadt. Die Prostituierten haben mit der Polizei ein Abkommen ihren Bezirk selbst zu verteidigen. Somit sind sie ihre eigenen Herrinnen und können nicht von skrupellosen Zuhältern ausgenommen werden. Dummerweise unterläuft ihnen ein Fehler. Sie töten versehentlich einen Polizisten weil sie dachten er wäre ein mieser Lüstling. Dwight, der Geliebte der Anführerin will ihnen helfen die Leiche zu beseitigen bevor jemand davon Wind kriegt und der Vertrag mit der Polizei platzt. Dummerweise haben die Prostituierten eine kleine Verräterin unter sich und die Sache wird schwieriger als zuerst geplant.
Und dann wäre da noch der Polizist Hartigan, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Doch kurz davor will er noch seinen letzten Job erfüllen, er hat herausgefunden, dass hinter dem Mann, der wehrlose Kinder vergewaltigt und tötet, der Sohn des Bürgermeisters steckt. Nancy ist sein neuestes Opfer und diese befreit Hartigan, jedoch wird er dabei von seinem korrupten Kollegen schwer verwundet. Er kommt ins Gefängnis. 9 Jahre Gefängnis vergehen und er bekommt jede Woche einen Brief von Nancy aber unter falschem Namen. Als plötzlich keine Briefe mehr kommen ist er sehr besorgt. Er gesteht was sie wollen und kommt frei. Dann macht er sich auf die Suche nach Nancy. Zu spät merkt, er dass es eine Falle war die den Sohn des Bürgermeisters (den er damals schwer verstümmelt hatte und der nun ziemlich seltsam mutiert ist ;-)) zu ihr locken sollte um sich an den beiden zu rächen…
...::: Meine Meinung :::...
Ich muss gestehen, ursprünglich wollte ich mir den Film ja nur wegen Bruce Willis ansehen und hatte mich gar nicht näher damit befasst worum es eigentlich geht. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich, auch wenn ich gerne Comics lese, noch nie zuvor etwas von Frank Miller gehört bzw. gelesen hatte. Doch je mehr Berichte ich in Zeitschriften und im Internet zu dem Film gelesen hatte, umso mehr wuchs das Interesse an dem Film (und Bruce Willis wurde eher Nebensache).
Der Film ist ein Versuch, dem Wer Millers möglichst gerecht zu werden und den Comicstil möglichst beizubehalten obwohl die Akteure in diesem Fall keine Trickfiguren sondern wirkliche Menschen sind. Eine schwierige Aufgabe, die hier aber perfekt gemeistert wurde. Wie im Comic sind die Bilder größtenteils in schwarz-weiß gehalten und werden nur durch einzelne Farbnuancen belebt. Der Film wurde auch ursprünglich in Farbe gedreht und die Farbe wurde dann soweit ich weiß wieder hinausgefiltert.
Vom Stil her ist das ganze teilweise wirklich wie ein Comic gehalten. Übermäßig Blut, Charaktere, die auch nach mehreren derben Schlägen immer noch recht munter weiter marschieren, künstlich wirkender Regen…. Manche Szenen gehen sogar ganz in den Comicstil über und man sieht nur noch weiß angedeutet Silhouetten vor schwarzem Grund. Diese Mischung ist aber nie zu übertrieben oder gar kitschig. Natürlich wirken tollkühne Sprünge von Hochhäusern etc. nicht besonders Realistisch aber man muss den Film immer als das sehen was er ist. Die Verfilmung eines Comics und das trifft er einfach hervorragend.
Zu den Geschichten an sich ist zu sagen: wirklich recht derb und da sag mal einer meine Horrorfilme sind brutal….
Vor allem die Schlägerszenen sind doch recht heftig und Blut fließt in Massen auch wenn es Größtenteils weiß und nicht rot ist ;-). Die Episode um Bruce Willis ist sehr gefühlvoll und kann einem schon nahe gehen. Auch wenn Marv seien Blondie rächen will steckt Gefühl dahinter aber hier ist es mehr der Hass der ihn antreibt und das bekommen die Gegner auch zu spüren. Diese Episode hat mir besonders gut gefallen, weil mir Marvs "Endgegner" sehr zugesagt hat. Hat doch Ähnlichkeit mit manch einer Horrorfigur. Die Geschichte mit den Kampfnutten fand ich jetzt nicht so gut aber war auch ganz nett anzuschauen.
Dazu muss man noch sagen, ich erzähle das jetzt einbischen als wären die Geschichten vollkommen für sich allein. Im Gegenteil, die drei Episoden spielen etwa zur gleichen Zeit, die Schicksale der Personen sind geschickt verstrickt auch über die Episoden hinausreichend und es wird somit ein gekonntes Gesamtbild dieser Stadt geschaffen.
Etwas komisch und teilweise auch einfallslos wirken die Dialoge, die aber auch sehr nah am Comic gehalten wurden, d. h. dieser Schwachpunkt liegt wohl auch schon am Comic. Andererseits kommt durch diese manchmal etwas platt wirkenden Dialoge auch der Comicstil noch deutlicher zum Vorschein, was vielleicht nicht unbedingt ein Nachteil ist.
Die Gesamtkosten für den Dreh beliefen sich auf ca. 45 Millionen Dollar, was für eine derartige Produktion doch noch recht günstig ist. Auf jeden Fall eine sehr gelungene Umsetzung, wobei der Film vor allem durch die tollen Effekte, das Spiel mit Licht und Schatten und gewagter Kameraführung glänzt. Ich kann den Film nur jedem empfehlen, der auf etwas derbere Filmkost steht oder einfach mal etwas anderes als den alltäglichen Müll sehen will, mit dem wir ständig überflutet werden. Ein wirklich innovatives Werk, an dem sich so mancher Regisseur eine Scheibe abschneiden kann.
...::: Die darsteller :::...
Jessica Alba (Nancy), Devon Aoki (Miho), Alexis Bledel (Becky), Powers Boothe (Senator Roark), Cara D. Biggs, Jude Ciccolella (Liebowitz), Jeffrey J. Dashnaw (Motorradpolizist), Rosario Dawson (Gail), Jesse DeLuna (Unteroffizier Rivera), Benicio Del Toro (Jackie Boy), Jason Douglas (Hitman), Michael Clarke Duncan (Manute), Tommy Flanagan (Brian), Christina Frankenfield (Richterin), Rick Gomez (Klump), Carla Gugino (Lucille), Josh Hartnett (The Man), Arie Verveen (Murphy), Rutger Hauer (Kardinal Raork), David H. Hickey, Evelyn Hurley (Josie), Greg Ingram (Bouncer), Nicky Katt (Stuka), Jaime King (Goldie/Wendy), Helen Kirk (Maeve), Michael Madsen (Bob), Nick Offerman (Shlubb), Ethan Maniguis, Jason McDonald (Ronnie), John McLeod (Söldner), Clark Middleton (Schutz), Frank Miller (Priester), Brittany Murphy (Shellie), Iman Nazemzadeh, Lisa Marie Newmyer (Tammy), Tommy Nix (Weevil), Clive Owen (Dwight), Marco Perella, Sam Ray, Randal Reeder, Mickey Rourke (Marv), David Alex Ruiz, Ryan Rutledge (Polizist), Marley Shelton, Jeff Schwan (Louie), Korey Simeone (Priester), Nick Stahl (Roark Jr. / Yellow Bastard), Paul T. Taylor, Scott Teeters (Lenny/Benny), Ken Thomas, Rico Torres (Polizist), Markenzie Vega (Nancy 11 Jahre alt), Patricia Vonne (Dallas), Shaun Wainwright-Branigan (Doktor), Chris Warner, Bruce Willis (Hartigan), Elijah Wood (Kevin), Danny Wynands (großer Söldner), J.D.Young (Shopeigentümer), Katherine Willis (Krankenschwester
Um hier auf jeden einzelnen Darsteller detailliert einzugehen agieren hier einfach zu viele großartige Darsteller, um nur einige wichtige zu nennen: Jessica Alba (* 28.4.1981, Pomona, Kalifornien, USA) - "Die Killerhand" (1999), "Dark Angel" (2002), die die Rolle der selbstbewussten, herangewachsenen Nancy spielt und einfach tierisch niedlich wirkt, Mickey Rourke (* 16.9.1956, Schenectady, NY, USA) - "9 ½ Wochen" (1986), "Bullet - Auge um Auge" (1996), "Spun" (2002), der so grässlich zugerichtet, dass mna ihn kaum wieder erkennt und der dennoch in seiner Rolle trotz aller Gewalt die er verkörpert irgendwie sehr liebenswert rüberkommt oder auch Clive Owen (* 3.10.1964, Keresley, Coventry, Warwickshire, UK) - "Die Bourne Identität" (2002), "Hautnah" (2004) als tapferer Helfer im Nuttenkampf gegen die Polizei. Auch erwähnen sollte man Jamie King (* 23.4.1979, Omaha, Nebraska, USA) - Pearl Harbour (2001), "Bullet Proof Monk" (2003) die in einer Doppelrolle als Goldie und Wendy fungiert, wobei Goldie ja nicht allzu lang überlebt… und natürlich Bruce Willis (* 19.3.1955, Idar-Oberstein, Deutschland) - "Stirb langsam 1-3", "Pulp Fiction" (1994), "Sixth sense" (1999) der wie immer ganz toll ist *schwärm* er spielt die Rolle des melancholischen Polizisten mit dem traurigen Blick einfach ganz toll, auch wenn ich seinen Part an sich eigentlich etwas schwach fand.
Natürlich müsste man noch mehr nennen, z. B. Elijah Wood, diesmal nicht als tollen Held und Frauenschwarm wie in den "Herr der Ringe" Filmen sondern als übler Menschenfresser der seine Opfer verstümmelt und quält, fand ich sehr gut den Charaktere ;-) oder Benicio Del Toro… ach, wie gesagt viele bekannte Darsteller aber auch ein paar Namen, die jetzt nicht unbedingt sonderlich bekannt sind. Eine gelungene Mischung auf jeden Fall und die Rollen auch genial besetzt. Hier wurde auch sehr drauf geachtet, dass die Ähnlichkeit zu den jeweiligen Figuren in der Comicvorlage gewährleistet wurde.
Gutgemacht ist ja auch die Maske des Gelben Fieslings, also des Sohns des Bürgermeisters am Schluss, schaut euch da mal den Vergleich zum Comic (Link ist angegeben) an, welch verblüffende Ähnlichkeit, welch gute Maske!
...::: Filminfos :::...
OT: Sin City
Alternative Titel: Frank Miller´s Sin City, Une Histoire de Sin City
Jahr: 2005
Land: USA
Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino
Laufzeit: ca. 124 min.
FSK: keine Jugendfreigabe
...::: Regisseure :::...
Quentin Tarantino
Geboren wurde er 1963 in Knoxville, Tennessee, seine Mutter war gerade mal 16 Jahre alt. Er war ein hyperaktives aber hochintelligentes Kind. Er war Legastheniker, hasste die Schule und ging auch ab der 10. Klasse nicht mehr, stattdessen arbeitete er als Kartenabreiser in einem Pornokino und nahm Schauspielunterricht.
Mit seinem Erstlingswerk "Reservoir Dogs" bei dem er Drehbuchautor, Regisseur und Darsteller war erlangte er Kultstatus. Die Grundlagen des Regie- und Kamerahandwerks hatte er sich von Robert Redford beibringen lassen.
Erst mit "Pulp Fiction" kommt aber auch das große Geld. Und er gewann auch die Goldene Palme am Filmfestival in Cannes.
Neben seien eigenen Filmen schrieb er auch Drehbücher für Filme wie "True Romance" oder Oliver Stones "Natural born Killers"
Schon zuvor hatte er wie bei "Sin City" mit Robert Rodriguez zusammen gearbeitet bei "From Dusk till dawn"
Seine weiteren Filme waren:
- Four Rooms (1995)
- Jackie Brown (1997)
- Kill Bill Vol.1 & 2 (2004)
Quentin Tarantino führte Regie bei der Szene in der Dwight den toten Jackie Boy rumkutschiert und dieser auf einmal zu sprechen beginnt. Als der Bulle ihn anhält endet dessen Regie. Dieses Regieengagement leistete er als Gegenleistung dafür dass Robert Rodriguez bei "Kill Bill 2" den Score für einen symbolischen Betrag von einem Dollar beisteuerte. Tarantinos Gage bei "Sin City" war ebenfalls $1.
Robert Rodriguez
Geboren am 20.Juni 1968 in San Antonio, Texas, USA.
1991 als Student an der Univerity of Texas leistete er seine erste Regiearbeit, das nötige Geld beschaffte er als Versuchskaninchen für Medikamentetests. Der Film hieß "El Mariachi" und neben der Regie verfasst er auch das Drehbuch, bediente die Kamera und machte auch Schnitt und Sound selbst. Nach dem Erfolg von "El Mariachi" konnte sich Rodriguez vor Angeboten kaum retten.
Sein nächster Film war "Desperado" und zusammen mit Quentin Tarantino drehte er "From dusk till dawn".
Heute lebt er mit seiner Frau Elizabeth Avellan und seinen zwei Söhnen in Austin (drittes Kind ist unterwegs oder schon da?).
Seine weiteren Filme waren:
- Four Rooms (1995, eine Episode)
- Faculty (1998)
- Spy Kids (2001)
- Spy Kids 2 (2002)
Frank Miller
Geboren ist er am 27.1.1957 in Olney, Maryland, USA. Seit 1976 ist er als Zeichner beruflich tätig, später auch als Autor im Comicberiech. Bereits mit 19 zieht er von Neu-England nach New York um in der Nähe seines Verlegers zu wohnen.
Ein bedeutender Schritt in seiner Laufbahn ist der Wechsel zu DC, wo er das Manga "Ronin" zeichnete und später "Batman", das katapultierte ihn in die oberste Liga der Comiczeichner.
Auch als Drehbuchautor in Hollywood versuchte er sich mit "Robocop 2 & 3" aber 1991 kehrte er zum Comic zurück mit "Sin City".
Auch als Filmdarsteller war er in "Robocop 2 & 3" und in "Sin City" zu sehen.
...::: Hintergrund :::...
Frank Millers Comic Reihe "Sin City" bietet äußerst brutale Stories um Rache, Verrat, Hass und Mord.
Rodriguez war so fasziniert von der Idee, diese Comics im Film umzusetzen, dass er einfach nicht locker lies, bis Frank Miller einwilligte und sich auch aktiv am Film beteiligte.
Dier Film orientiert sich an den Comics "Sin City 1: Stadt ohne Gnade", "Sin City 2: Eine Braut, für die man mordet" und "Sin City 3: Das große Sterben". Jedes Comic umfasst 216 Seiten. Erschienen sind die Comics im Cross Cult Verlag (www.cross-cult.de) und es gibt sie für Interessenten z. B. auch bei amazon zu kaufen.
Die Comics sind größtenteils in schwarz-weiß gehalten. Nur selten durchbricht ein Farbfleck von rot oder gelb dieses Bild. Der Stil ist eine Mischung aus den 30er Jahren Kriminalcomics und den heute so modernen Mangas.
Die Comic-Reihe soll noch auf insgesamt 7 Bände erweitert werden, weitere Verfilmungen sind ebenfalls geplant.
Pro Band zahlt man etwa 20€.
Leseprobe findet man unter http://www.cross-cult.de/sites/sets/set_sincity.htm
Und wer den Film direkt mit dem Comic vergleichen möchte findet hier zu jeder Szene den direkten Bildvergleich Film - Comic: http://www.filmrot.com/images/sincity-comparisons/sincity.html
- ist wirklich sehr interessant!!!
...::: Fazit :::...
Was soll ich noch sagen? Auf ins Kino solange der Film noch läuft oder spätestens wenn die DVD erscheint zugreifen. Ich würde mir an eurer Stelle dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen. Sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Geschmack aber wer auf etwas exzentrische Filme steht sollte "Sin City" eine Chance geben und mal reinschauen. weiterlesen schließen
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