Pro:
Unterschiede zwischen arm und reich, humor, tragik
Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Ja, heute möchte ich einmal wieder etwas über eine DVD berichten.
Da das Fernsehprogramm zeitweise zu wünschen übrig läßt, mußte ich mir mal etwas einfallen lassen. Ich habe also beschlossen mir ein paar DVD´s auszuleihen damit ich einmal etwas anderes anschauen kann und auch damit meine Clubkarte wieder einmal zum Einsatz kommt. Unter anderem habe ich mir dann den Film "Nanny Diaries" ausgeliehen.
Es sollte etwas spannendes aber auch humorvolles sein was diese DVD laut Cover auch versprochen hat.
Nun aber erst einmal einige Ausführungen zu diesem Film.
**********INHALT*************
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Die College-Absolventin Annie Braddock (Scarlett Johannson) weiß nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. In einem Park rettet sie ein Kind vor einem schweren Zusammenstoß, sofort stecken ihr etliche Mütter ihre Karte zu, die sie gerne als Tagesmutter für ihren Nachwuchs engagieren möchten. Sie ergreift die neue Perspektive beim Schopf und entscheidet sich für die Mutter des Kindes, das sie gerettet hat. Doch als sie den jungen Spross zum ersten Mal von der Schule abholt, tritt der ihr vors Schienbein und läuft davon. Die neue Aufgabe stellt sich schnell als komplizierter und zeitaufwendiger als gedacht heraus.
Nebenbei verliebt sich Annie in den reichen Nachbarn ihres Schützlings Grayer (Nicholas Art).
Auf dem Flur lernt Annie nach kurzer Zeit den attraktiven Nachbarn Hayden der Familie X kennen, der zunächst allerdings nur als Harvard Hottie bezeichnet wird. Im Laufe der ersten Wochen gelingt es Annie, ihre Beziehung zu Grayer in den Griff zu bekommen und der kleine Junge schließt sie als Ersatzmutter in sein Herz, da seine echte Mutter egozentrisch ist und keine echte Beziehung zu ihrem Sohn hat. Genauso wie der Vater des Kindes, welcher neben dem Sohn noch seine Frau stark vernachlässigt und damit die Familienprobleme verursacht.
Die Probleme spitzen sich durch Annies Freundschaft mit Hayden und ihre gute Beziehnung zu Grayer, auf die seine Mutter mehr und mehr eifersüchtig wird, zu. Auch Annies Wunsch nach gelegentlichen freien Abenden ist Mrs. X ein Dorn im Auge. Durch die Installation der berüchtigten Nanny Cam will sie ihre Bedenken bestätigen. Ein weiteres Problem für Annie stellt ihre Mutter, eine engagierte Krankenschwester dar, welche glaubt, dass ihre Tochter in einer Bank arbeitet und sie nach ihrem Wegzug aus dem Elternhaus nur zu gerne besuchen will.
Nachdem Mrs. X zu dem Entschluss gekommen ist, dass Annie keine gute Nanny ist, wobei sie nie auch nur einmal an ihren Sohn denkt, wird sie kurzerhand während eines Kurzurlaubes entlassen, wodurch sie ihrem eigenen Kind und dem jungen Kindermädchen das Herz bricht. Um ihrem Ärger Luft zu machen, entschließt sich Annie, in die leere Wohnung zu gehen, ein wenig zu randalieren und ihrer ehemaligen Arbeitgeberin per Nanny Cam die Meinung zu zeigen, ohne damit zu ahnen, dass ihre Worte Mrs. X und einige ähnliche Mütter tief berühren.
Am Ende entschließt sich Mrs. X, sich von ihrem Mann zu trennen und mehr Zeit mit ihrem Sohn zu verbringen. Annie wird mit ihrem Verehrer Hayden glücklich.
***********MORAL*********
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Die Moral hinter der Geschichte, die Verdeutlichung von elterlichen Rechten und Pflichten und das in den Vordergrund zu stellende Wohl des Kindes, wird dem Publikum am Ende zwar noch einmal überdeutlich mit einem etwas aufgesetzt wirkenden Schluß eingetrichtert, bis zu diesem Zeitpunkt bedienen sich Springer Berman und Pulcini aber zum Glück subtilerer Methoden. So gefallen Drehbuch und Regie insbesondere wenn es um die differenzierte Charakterzeichnung von Mrs. X geht, die von Laura Linney auch noch fabelhaft gespielt wird. Der kleine Nicholas Art überzeugt als anfänglicher Satansbraten genauso wie als süßer Fratz. Chris Evans hat mit der Eindimensionalität seiner Figur zu kämpfen, mimt den Sonnyboy aber gewohnt charmant. Paul Giamatti liegt das schmierige Ekel Mr. X zwar augenscheinlich gut, er hat aber - genauso wie Alicia Keys als Annies beste Freundin Lynette - kaum zeit, um wirklich auftrumpfen zu können.
Terry Stacey sorgt darüber hinaus mit seiner verspielten Kameraarbeit zusätzlich für den einen oder anderen Hingucker.
*******Produktinformationen*******
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Titel: Nanny Diaries (The Nanny Diaries)
USA 2007
Laufzeit: 106 Minuten
Altersfreigabe: ohne Altersbeschränkung
Regie: Shari Springer Berman, Robert Pulcini
Drehbuch: Shari Springer Berman, Robert Pulcini
Basierend auf The Nanny Diaries (2002) von: Emma McLaughlin, Nicola Kraus
Produktion: Harvey Weinstein, Bob Weinstein, Kelly Carmichael, Dany Wolf
Darsteller: Scarlett Johansson, Laura Linney, Paul Giamatti, Chris Evans, Nicholas Art, Alicia Keys
Kamera: Terry Stacey
Musik: Mark Suozzo
Schnitt: Robert Pulcini
**********Besetzung***************
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* Scarlett Johansson: Annie Braddock
* Nicholas Art: Grayer Addison X
* Laura Linney: Mrs. X
* Chris Evans: Harvard Hottie/Hayden
* Paul Giamatti: Mr. X
* Donna Murphy: Judy Braddock
* Alicia Keys: Lynette
* Brande Roderick: Tanya
* John Henry Cox: Dean
* Lewis Payton Jr.: Bike Messenger
* Nathan Corddry: Calvin
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CENTRAL FILM Verleih GmbH
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***********FAZIT****************
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Nannie Diaries ist nett inszeniert. Insgesamt fühlt man sich bei diesem Film ganz gut aufgehoben. Es geht um Menschen die alles haben und doch irgendwie emotional verkümmern. Eine Welt von Tussis, Zicken und auch Machtehemännern die glauben sich alles nehmen zu können. Ebenfalls geht es um Kinder die von Fremden erzogen werden und denen die elterliche Wärme sowie Zuneigung irgendwie fehlt. Dabei bleibt der Anspruch des Films, eine problematische Ehe zu analysieren, leider auf der Strecke. Es fehlt an der richtigen Balance zwischen Tragik und Komik.
Scarlett Johannson spielt auf gewohntem Standard, ist aber mit der Rolle gnadenlos unterfordert. Nicolas Art gibt einen unsympathischen kleinen Bengel ab, der sich im Laufe des Films zunehmend Sympathie erarbeitet.
Besondere Erwähnung verdient die Eröffnungsszene: Hier erläutert Erzählerin Annie Braddock im Amerikanischen Historischen Museum verschiedene Szenen, eine davon erwacht zum Leben. Sie selbst steht im New Yorker Central Park und rettet den kleinen Grayer. Der damit perfekt inszenierte Einstieg ist bereits eine der besten Szenen des Films.
Der Vater, dessen Gesicht erst nicht zu sehen ist, bis Annie ihn in flagranti mit einer Geliebten antrifft, interessiert sich vor allem für seine Arbeit, während seine Frau wie ein hysterischer Kontrollfreak wirkt, die die Affäre ihres Mannes sehend ignoriert und weder sich noch ihrem Kind gegenüber zu emotionalen Regungen in der Lage ist.
Doch dieser Film tut niemandem weh, er weiß letztendlich trotzdem zu unterhalten auch wenn der Film allzu komplexen Fragestellungen und Problemen oft ausweicht. Es wird zwar kurz angesprochen, dass Annie aus einer sehr privilegierten Position heraus Nanny geworden ist, während ihre Kolleginnen, mit denen sie am Rande zu tun hat, allesamt aus schlichter Not die Kinder reicher Eltern versorgen. Die Fragen nach Ausbeutung und gesellschaftlicher Ungleichheit werden aber sogleich wieder fallengelassen.
Ich meine aber trotzdem, daß dieser Film sehenswert ist und für einige, die schon einmal als Kindermädchen gearbeitet haben, sehr interessant sein dürfte. Sicherlich auch für solche die einmal als Kindermädchen arbeiten möchten. Hier kann man sehen was so ein Kindermädchen alles erleben kann.
Bis bald und Danke für´s Lesen und Bewerten !! weiterlesen schließen
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