Pro:
artgerechte Haltung, Masoala Halle
Kontra:
Restaurant, teuer
Empfehlung:
Ja
Der Zoo in Zürich ist auch im Winter einen Besuch wert. Ich nutzte letzte Woche einen Feiertag den nur wir Vorarlberger haben um den Zoo zu besuchen und war begeistert.
Die Masoala Regenwaldhalle ist wirklich ein Ausflug in die Tropen. Im Winter gibt es ansonsten auch eine Pinguinparade bei der die Pinguine durch den Zoo marschieren. Dies habe ich leider verpasst aber auch ansonsten war der Besuch ein kleines Erlebnis.
Öffnungszeiten:
Der Zoo Zürich ist 365 Tage im Jahr geöffnet.
März - Oktober
09.00 - 18.00 Uhr (Masoala Regenwald 10.00 - 18.00 Uhr)
November - Februar
09.00 - 17.00 Uhr (Masoala Regenwald 10.00 - 17.00 Uhr)
Am 24.12. schliesst der Zoo um 16.00 Uhr.
Zoo Zürich
Zürichbergstrasse 221
CH-8044 Zürich.
Automatische Auskunft: Tel. 044 254 25 05
Telefon 0848 Zoo Zueri / 0848 966 983
Fax 044 254 25 10
E-Mail: [email protected]
Eintrittspreise:
Erwachsene 22.- Schweizer Franken (derzeit ist 1 Euro ca. 1.54 Franken wert, der Kurs schwankt freilich je nachdem wie die Wirtschaftskriseturbulenzen den Franken zu einer Fluchtwährung machen oder die Schweizer Nationalbank dagegen interveniert)
Behinderte (IV-Bezüger mit gültigem Ausweis) 11 Franken
Jugendliche (16 - 25 Jahre) 16 Franken
Kinder (von 6 bis 16 Jahre) 11 Franken
Kinder bis 6 Jahre gratis
Familientageskarte (Lebenspartner mit eigenen Kindern, 6 - 16 Jahre) um 60 Franken
Parkplatzprobleme hatten wir keine. Ich empfehle aber bei der Regenwaldhalle zu parken und gleich in den Madagaskar Regenwald einzutreten. Gerade jetzt bei diesem schlechten Wetter kommt man da gleich sehr gut im Zoo an.
Zuerst gibt es freilich einen Shop (den ich jedoch eher für den Abschluß des Besuches empfehlen würde) mit diversen Zoo-Artikeln (u.a. Stofftiere, Madagaskar Produkte) und eine Info Halle zum Thema Madagaskar.
Dann kommt man in den Regenwald.
Der Masoala Regenwald ist eine Nachbildung eines Regenwaldes auf einer Halbinsel in Madagaskar. Ein einzigartiges Projekt des Zoos Zürich das mich gleich begeisterte.
Besonders lobenswert ist das der nachgebildete Regenwald den Orginalregenwald in Madagaskar unterstützt. Der Zoo steuert jährlich aus Spenden und Umsatzprozenten des Masoala Shops und Masoala Restaurants mindestens 100'000.- US Dollar an den Fonds des Masoala Nationalparks bei. Der Zoo definiert die Ziele soDie Ökosystemhalle im Zoo Zürich versucht die natürlichen Zusammenhänge von Tier- und Pflanzenleben ausserhalb des Ursprungsgebietes erlebbar zu machen und den Besuchern so die Gelegenheit zu geben, den Lebensraum vieler aussergewöhnlicher Arten mit allen Sinnen wahrzunehmen.
Dies ist wirklich gelungen. Die Tiere sind nicht in Gehegen oder Käfigen sondern laufen frei herum. Die Bedürfnisse sind an die Tiere und Pflanzen und nicht an die Besucher angepasst.
Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 80%. (wozu der Zoo 80'000 Liter/Tag braucht!)
Die Besucher laufen auf einem Weg. Gleich zu Beginn entdeckten wir Frösche, einen Riesentausendfüssler und über uns Vögel und Rodrigues-Flughunde. Später kamen uns Chameleons auf dem Weg entgegen. In einiger Entfernung konnten wir Glattrand-Gelenkschildkröte bewundern. Man hat in dem Regenwald das Gefühl im Dschungel zu sein und nicht im Zoo. Klar ist dies nicht mit einem Regenwald in der Natur zu vergleichen aber die Halle ist schon perfekt gemacht. Auch die Orginalpflanzen in großer Anzahl sind ein Erlebnis.
Ein Spaziergang durch ein kleines Stückchen Madagaskar und immer wieder faszinierende Tiere auf dem Weg. Dabei haben wir nur eine kleine Auswahl der Tiere gesehen. Auf einer Fläche von 11'000 m2 befinden sich ca. 17'000 (einige hundert Arten) Pflanzen und Bäume sowie ca. 430 (60 Arten) Tiere: Im Masoala Regenwald gibt es folgende Arten:
Afrikanische Zwergglanzente Nettapus auritus
Afrikanisches Blatthühnchen Actophilornis africana
Alaotra-Halbmaki Hapalemur griseus alaotrensis
Aldabra-Riesenschildkröte Geochelone gigantea
Bernierente Anas bernieri
Blaugrüne Demoiselle Chromis viridis
Blaukopf-Erdracke Atelornis pittoides
Buntfröschchen Mantella laevigata
Dunkle Pelomedusen-Sumpfschildkröte Pelusios subniger
Gelbpunkt-Riedfrosch Heterixalus alboguttatus
Glattrand-Gelenkschildkröte Kinixys belliana
Goodman-Mausmaki Microcebus lehilahytsara
Grauköpfchen Agapornis cana
Grosser Igeltanrek Setifer setosus
Grosser Katzenmaki Cheirogaleus major
Grosser Madagaskar-Taggecko Phelsuma madagascariensis
Grosser Vasapapagei Coracopsis vasa
Hauben-Seidenkuckuck Coua cristata
Hottentottenente Anas punctata
Kleiner Vasapapagei Coracopsis nigra
Kuhreiher Ardeola ibis
Madagaskar-Brillenvogel Zosterops maderaspatana
Madagaskar-Dajal Copsychus albospecularis
Madagaskar-Drongo Dicrurus forficatus
Madagaskar-Fauchschabe Gromphadorhina portentosa
Madagaskar-Fluchtvogel Hypsipetes madagascariensis
Madagaskar-Hundskopfboa Sanzinia madagascariensis
Madagaskar-Perlwachtel Margaroperdix madagarensis
Madagaskar-Schildechse Zonosaurus madagascariensis
Madagaskar-Turteltaube Streptopelia picturata
Madagaskarente Anas melleri
Madagaskarweber Foudia madagascariensis
Moskitofisch Gambusia affinis
Mähnenibis Lophotibis cristata
Pantherchamäleon Furcifer pardalis
Plattschwanzgecko Uroplatus fimbriatus
Rodrigues-Flughund Pteropus rodricensis
Roter Vari Varecia variegata rubra
Rotschnabelente Anas erythrorhyncha
Rotschwanz-Ährenfisch Bedotia geayi
Rotstirn-Seidenkuckuck Coua reynaudii
Tausendfüsser Rhapidostreptus virgator
Tomatenfrosch Dyscophus antongilii
Weisskopfmaki Eulemur fulvus albifrons
Witwenpfeifgans Dendrocygna viduata
Der Zoo bietet zusätzlich noch diverse Kochkurse und Führungen für Gruppen an. Ein Angebot das auch mal für einen Betriebsausflug interessant wäre.
Weiter ging es mit einem Streichelzoo und einem in Bau befindlichen Bereich (mit afrikanischen Hütten). Wir gingen dann zu den Elefanten denen es auch offensichtlich gut geht da sie Nachwuchs haben. Besonders interessant fand ich auch das Exotarium.
Hier gibt es Schlangen, Fische (Meerwasser- und Süßwasseraquarien), Pinguine und Pfeilgiftfrösche zu beobachten.
Die Aquarien hatten natürlich meine besondere Aufmerksamkeit. Es gibt hier Malawisee-Buntbarsche sowie "ganz normale" Zierfische. Die Aquarien sind sehr gepflegt und interessant gestaltet. Die Pinguine waren freilich imposanter. Bei den Pfeilgiftfröschen war noch eine interessante Ausstellung welche über die Hintergründe/ die Probleme vorstellten.
Weiters gibt es Känguruhs, Zebras, Seehunde, Ameisenbärren, Nashörner, Bisons, Büffeln, Gazellen, Raubkatzen und Kamele. Bei den Löwen gab es eine faszinierende Ausstellung welche die Bedeutung der Löwen in der menschlichen Kultur und die Gründe für die Ausrottung in Europe erklärte. Die Tiger, Schneeleoparden etc. sieht man durch Fenster. Alle Gehege sind sehr groß und artgerecht. Zudem werden in den Gehegen auch mal Arten kombiniert (etwa Vögel die auch in der Natur zusammenleben). Das es den Tieren gut geht sieht man auch an der eindrücklichen Zuchtliste des Zoos (vom Ameisenbär bis zum Elefanten). Man kann auch den Fütterungen beiwohnen:
10.00 Seehunde (ausser Freitags)
10.30 Pinguine
14.30 Fische (ausser mittwochs und sonntags)
15.00 Seehunde (ausser Freitags)
15.30 Menschenaffen
16.00 Pinguine
Die Ausstellungen sind ein weiterer Höhepunkt des Zoos. Man sieht nicht nur die Tiere sondern erfährt auch sehr viel über die Hintergründe der Lebensumstände, über Umweltprobleme etc.
Dies war vor allem in der Affenhalle sehr eindrücklich. Hier wird dem Besucher erklärt welche Produkte (Riesenshrimps) dazu führen das Arten aussterben müssen oder etwa warum man keine Margarine kaufen sollte sondern Biobutter. Ihre Gehege beinhalten diverse Gegenstände zur Beschäftigung der hochintelligenten Tiere.
Neben dem Regenwald ist das Affenhaus der interessanteste Teil des Zoos. Gorillas und Orang-Utans sind nur durch eine Glaswand von den Zuschauern getrennt.
Einzig das Restaurant war keine Offenbarung. Zum ersten viel zu teuer (na gut Zürich ist kein billiges Pflaster aber Kantinenessen kann auch nicht so teuer sein) und pampig. Hier sollte der Zoo noch Verbesserungen einführen dann wäre er perfekt.
Insgesamt aber eine ganz klare 5 Sterne Empfehlung - auch bei schlechtem Wetter.
Fazit: sehr empfehlenswert weiterlesen schließen
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