Pro:
günstige TB - Ausgabe
Kontra:
Charaktere, abgehoben, unrealistisch
Empfehlung:
Nein
Als ich neulich in meine Emails schaute, war dort ein Lesetipp von Amazon dabei.
Es handelte sich um den neusten Thriller von Karin Slaughter
„UNVERSTANDEN“
Also nichts wie schnell meine Bestellung bei Amazon abgegeben und nach gut drei Tagen klingelte auch schon der Postbote und ich konnte das Buch mein Eigen nennen.
Bezahlt habe ich für das Taschenbuch 6,95 Euro. Es handelt sich um die deutsche 1. Auflage, veröffentlicht im April 2009 im Blanvalet Verlag.
Inhalt:
Martin Reed ist sein ganzes Leben lang zur Zielscheibe böser Streiche seiner Mitmenschen geworden.
Heute ist er Chefbuchhalter in einer Firma für Sanitärbedarf und wird dort zwar geschätzt, ist aber trotzallem immer noch dem Spott einiger Kollegen ausgesetzt.
Als sei dies nicht genug, muss er sich tagtäglich mit seiner zänkischen Mutter auseinandersetzen, bei der er noch wohnt.
Eines Tages findet er sein Auto mit dem Wort „Schlappschwanz“ zerkratzt vor. Tage später, als er morgens das Haus verlässt, ist die vordere Stoßstange seines Wagens demoliert und völlig kaputt.
In der Firma angekommen wird Reed zu allem Überfluss auch noch wegen des Mordes an seiner Kollegin Sandy verhaftet. Sandy hat Martin böse mitgespielt, sie hat ihm einen Gummidildo auf den Schreibtisch geklebt, aber reicht dies aus um ein Motiv für einen Mord zu haben, fragen sich auch die beiden Detectives Anther Anabahada und Bruce Benedict.
Martin kann für die fragliche Zeit ein Alibi vorweisen, dies wird allerdings von seiner Mutter nicht gestüzt. Allerdings kommt Martin gegen Kaution aus dem Gefängnis, er erfährt, dass er sein Büro räumen muss, da er fristlos gekündigt wurde. Er macht sich mit dem Wagen seiner Mutter auf den Weg in die Firma.
Wenig später wird auf der Damentoilette der Firma die Leiche von Martins Kollegin Unique gefunden. Ein Überwachungsvideo beweist, das auf dem Firmenparkplatz zum Tatzeitpunkt nur zwei Autos standen, das von Unique und der Cadillac von Martins Mutter.
Hat Martin wirklich beide Morde begannen oder ist er nur das Opfer einer perfiden Intrige geworden?
Meine Meinung:
Das Buch ist diesmal, ganz im Gegensatz zu den früheren Werken von Karin Slaughter, doch etwas kürzer ausgefallen. „Unverstanden“ umfasst gerade einmal 163 Seiten. Es ist unterteilt in 6 Kapitel.
Ihrem flüssigen Schreibstil bleibt Karin Slaughter auch bei diesem Thriller treu, auch wenn es sich hierbei um eine verworrene Geschichte handelt, die ein merkwürdiges Ende hat.
Ich hatte mich sehr auf diesen neuen Thriller gefreut und fand, dass sich der Klappentext gut las und die gewohnte Spannung versprach.
Allerdings verflog meine Vorfreunde beim Lesen ziemlich schnell und es macht sich Ernüchterung breit.
Karin Slaughter schaffte es diesmal nicht, mich von ihren dargestellten Charakteren zu begeistern und zu überzeugen.
Martin Reed, um den es hauptsächlich geht, ist schon ein armes Würstchen, der von allen Seiten gemobbt wird, aber die Geschichte die er hier „erlebt“, ist meiner Ansicht nach, an den Haaren herbeigezogen und mehr als fiktiv. Auch das Ende dieses Buch (welches ich hier absichtlich offen lasse) ist in meinen Augen eher unwahrscheinlich und abstrus.
Natürlich beruhen Bücher immer auf einer gewissen Fiktion, allerdings war Karin Slaughter bisher dafür bekannt, ihre Charaktere lebensecht und ihre Geschichten real darzustellen. Meiner Ansicht nach ist ihr das in diesem Thriller nicht gelungen.
Schlussendlich fand ich das Buch doch eher schnell heruntergeschrieben und wenig lieblos dargestellt, da es auch eine wenig ausschmückende Szenerie hat.
Leseprobe:
S. 59f
An beobachtete Martin durch den Spionspiegel. Er saß allein im Verhörzimmer, teigige Gesicht angespannt vor Angst. Die Haarschüppel auf seinem Kopf erinnerten sie an Charlie Brown. Er ballte in regelmäßigen Abständen die Fäuste auf dem Tisch, als hätte Lucy ihn wieder einmal überredet , den Ball zu treten. So hatte er auch die Fäuste geballt, als sie ins Büro gekommen waren – oder in das, was Martin als sein Büro betrachtete. Für An hatte es eher ausgesehen wie ein Pausenraum mit zwei Schreibtischen und Wänden aus Kartons voller Inkasso- und Außenstandsbelege. Falls es irgendjemand komisch fand, dass die Buchhaltung sich praktisch neben Toiletten befand, sagte jedenfalls keiner was.
Bruce öffnete die Tür und kam herein. „Fehlanzeige in seinem Haus.“ An hatte es schon vermutet, dass die Durchsuchung des Reed-Hauses nichts bringen würde.
„Seine Mutter ist total verängstigt, sagt, dass er sich in der letzten Zeit komisch verhalten hätte. Könnte sein, dass er wieder säuft.“
„Wieder?“
„Sie sagt, er redet nicht darüber. Versucht wohl gerade von der Flasche wegzukommen.“ Bruce zuckte die Achseln, viele Polizisten versuchten, von der Flasche wegzukommen. „ Hat übrigens eine ziemliche Kodderschnauze, die Frau. Was die so vom Stapel lässt, da bin ich rot geworden.“…..
Die Autorin:
Karin Slaugther , Jahrgang 1971, stammt aus Atlanta, Georgia, wo sie bis heute lebt, ‚innerhalb weniger Jahre wurde sie zum weltweit gefeierten Superstar des Thrillers. Schon mit ihrem ersten Roman „Belladonna“ stürmte sie die Bestsellerlisten, sicherte sich auf Anhieb einen Platz unter den wichtigsten internationalen Thrillerautoren und eroberte auch in Deutschland eine riesige Fangemeinde.
Mehr über Karin Slaugther unter: www.karinslaughter.de
Fazit:
Den gerade mal 163 Seiten gebe ich hier nur 3 von 5 Sternen und damit keine klare Leseempfehlung. weiterlesen schließen
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