Pro:
Geschichten einer Familie über mehrere Generationen, Natur, Schreibstil
Kontra:
zu ausschweifend bei z.B. Kriegsereignissen
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Leser!
Heute möchte ich euch nach längerer Zeit mal wieder ein Buch vorstellen. Ich habe zurzeit die Bücherreihe von Sarah Lark für mich entdeckt und mir alle 6 Bücher ihrer Neuseelandreihe zugelegt. Heute stelle ich euch das Buch
»Der Ruf des Kiwis von Sarah Lark«
vor.
Autor:
Lange arbeitete Sarah Lark als Reiseleiterin und kam dabei naturgemäß viel in der Welt herum. So entdeckte die 1958 in Bochum geborene Autorin ihre Liebe zu Neuseeland. Und irgendwann kam sie dann auf die Idee, ihre Faszination für dessen grandiose Landschaften in Worte zu fassen. Sarah Larks Neuseelandromane tauchen tief ein in die Magie und Faszination dieses Landes und vermitteln eine Begeisterung, die sie zur Bestsellerautorin hat werden lassen. Doch auch historische Romane, die nicht in Neuseeland spielen, gehören inzwischen zu ihrem Repertoire. Diese veröffentlicht sie unter dem Pseudonym Ricarda Jordan. Die Autorin ist Deutsche, lebt in Spanien und wurde 1958 geboren.
Eckdaten:
- Taschenbuch
- 830 Seiten
- Verlag: Lübbe
- Auflage: 1. (Mai 2009)
- ISBN: 9783404162611
Cover:
Das Cover dieses Taschenbuches ist eher dunkel gestaltet, dunkle Farben wie Braun, Dunkelblau und Dunkelgrün dominieren. Einzig der Bootssteg ins Wasser wurde ein wenig heller gestaltet, aber auch in einem eher dunklen Rot. Der Steg führt aufs dunkelblaue Wasser und im Hintergrund Dunkelgrüne Berge mit einem gespenstigen, dünsten dunklen Himmel.
Auf dem Cover zu lesen ist der Name der Autorin, der Buchtitel und ganz unten in der Ecke der Verlagsname. Auf der Rückseite befindet sich der Klappentext.
Klappentext:
„Neuseeland, Canterbury Plains 1907: Gloria wächst auf Kiward Station auf. Ihre glückliche Kindheit endet jäh, als sie mit ihrer Großkusine Lilian in ein englisches Internat geschickt wird. Um jeden Preis will sie nach Neuseeland zurück. Sie schmiedet einen verwegenen Plan, der sie in höchste Gefahr bringt ...
Das Schicksal nimmt seinen Lauf, und einmal mehr zeigt sich, wie tiefe Gefühle die Menschen verzweifeln lassen können oder sie stark machen.
Spannend und mitreißend schildert Sarah Lark die Geschichte einer neuseeländischen Familie, verwoben mit der Tradition der Maoris.
Der dritte, in sich abgeschlossene Band der Bestsellertrilogie!“
Leseprobe:
„Während Jack nun in halsbrecherischem Tempo über Feldwege preschte, um das Mädchen wenigstens nicht aus den Augen zu verlieren, dachte er an Glorias Mutter. Kuramarotini, die Tochter seines Halbbruders Paul Warden, war eine exotische Schönheit und mit einer außergewöhnlichen Stimme gesegnet. Die Musikalität verdankte sie wohl eher ihrer Mutter, der Maori-Sängerin Marama, als ihren weißen Verwandten. Kura hatte von klein auf den Wunsch gehegt, die Opernwelt in Europa zu erobern, und unablässig ihre Stimme ausgebildet. Jack war gemeinsam mit ihr auf Kiward Station aufgewachsen und dachte heute noch mit Grausen an Kuras Gesangsübungen und ihre schier endlose Klavierspielerei.
Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als gäbe es im ländlichen Neuseeland keine Chance für sie, ihre Träume zu verwirklichen. Bis sie in William Martyn, ihrem Mann, endlich den Bewunderer fand, der ihre Talente zur Geltung zu bringen wusste. Seit Jahren tourten die beiden mit einer Gruppe von Maori-Sängern und Tänzern durch Europa. Kura war der Star eines Ensembles, das traditionelle Maori-Musik mit westlichen Instrumenten zu eigenwilligen Interpretationen verband.
„Gewonnen!“ Gekonnt verhielt Gloria ihr lebhaftes Pony inmitten der Felsformation, die man den ‚Ring der Steinkrieger’ nannte. „Und da hinten sind auch die Schafe!“ Die kleine Herde Mutterschafe war der eigentliche Grund für Jacks und Glorias Ausritt. Die Tiere hatten sich selbstständig gemacht und weideten nun in der Gegend des Steinkreises auf einem Landstück, das dem örtlichen Maori-Stamm heilig war. Gwyneira McKenzie-Warden, der die Leitung der Farm oblag, achtete die religiösen Gefühle der Ureinwohner, obwohl das Land zu Kiward Station gehörte. Es gab Weiden genug für die Schafe und Rinder, sodass die Tiere nicht auf Maori-Heiligtümern herumstreunen mussten. Deshalb hatte sie Jack beim Mittagessen gebeten, die Schafe einzutreiben, was auf Glorias lebhaften Protest stieß.“
Persönliche kurze Inhaltsangabe:
Die Autorin brachte mit diesem Buch ihren dritten Band um die neuseeländische Familie Warden heraus. In den 2 vorhergehenden Bänden stellte sie uns ausgiebig die Personen dieser Familie vor. In diesem Buch geht es aber vor allem um die Geschichte von Gloria. Sie ist die der Tochter der Halb- Maori Kura-Maro-Tini, welche eine Laufbahn als Künstlerin eingeschlagen hat. Sie bereist zusammen mit ihrem Mann die Welt. Aber auch die übrigen Familienmitglieder der beiden Familien bzw. der Maoris spielen auch in diesem Buch eine Rolle. Gloria, die im Schatten ihrer berühmten Mutter steht, wird aus ihrem Zuhause der Scharffarm gerissen und wird gezwungen mit ihren Eltern auf Weltreise zu gehen. Sie nehmen sie kurz vor Ausbruch des I. Weltkrieges mit auf eine Tournee nach Amerika. Dort hält sie es aber nicht aus und das Kind flieht. Sie will zurück in ihr Neuseeland. Auf abenteuerliche Flucht über fast 2 Jahre schafft sie es wieder in ihre Heimat. Was sie aber alles auf dieser Reise erlebt, ist echt erschreckend. Als Hure wird sie weiter gereicht, muss perversen Männern zu dienste sein und sich als Schiffjunge ausgeben. Viel Leid und Schmerz lernt sie hier auf ihrer Flucht. Neben diesen Erlebnissen von Gloria werden die Kriegsgeschehen von Jack ausführlich beschrieben. Grausame Kriegsszenen gibt es hier zu lesen. Aber auch von den übrigen Familienmitgliedern gibt es zu lesen. Leider kommen in diesem Buch die wunderschönen Beschreibungen der Neuseeländischen Natur zu kurz.
Meine Leseerfahrung:
Dieses Buch spielt ebenfalls in Neuseeland, in Canterbury Plains 1907 bis 1918. In den 2 vorhergehenden Bänden stellte sie uns ausgiebig die Personen dieser Familie vor. Liest man die Bücher nicht in ihrer Reihenfolge, ist es nicht ganz so schlimm, denn in jedem Buch fließt immer eine Zusammenfassung der anderen mit ein. Daher wird man nicht beim lesen so sehr verwirrt und liest sich ein. Begeistert von den anderen Büchern machte ich mich über dieses dicke Buch her, wurde dann aber in meinem Leseeifer ein wenig gebremst. Leider fehlte mir hier die traumhafte Kulisse Neuseelands, was ich in den anderen Büchern so liebte. Was ich furchtbar an diesem Buch fand, waren die ausgiebig beschriebenen Kriegsereignisse, welche zum Teil sehr grausam zu lesen waren. Hier hätte die Autorin sich ein wenig kürzer fassen können und nicht so sehr ins Detail gehen sollen. Ich persönlich fand, Sarah Lark hat in diesem dicken Buch einfach zu ausschweifend erzählt. Das hatte sie vielleicht bezweckt, denn mit diesem dritten Buch wurde die Trilogie nun abgeschlossen. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gefallen, reichte aber nicht an dem begeisterten lesen der anderen Bücher heran. In der Trilogie lernte der Leser mehrere Generationen der Familien kennen, litt mit ihnen und tauchte in ihren Geschichten ein. Immerhin lernte man die einzelnen Menschen über einige Jahrzehnte kennen. Was mich an den Büchern der Autorin zu faszinierte, waren ihre sehr anschaulichen Beschreibungen der Natur, der Landschaft und der Kultur der Einwohner von Neuseeland. Diese kamen hier aber eindeutig zu kurz, schade. Schön war auch in diesem Buch, das anschauliche Einbinden der Kultur der Maori, der Ureinwohner Neuseelands. Die meisten Personen dieser Trilogie empfand ich als sympathisch. Nur mit dem Charakter von Gloria konnte ich mich nicht anfreunden. Irgendwie war mir persönlich die Geschichte um ihre Person an den Haaren herbeigezogen. Vieles konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Trotzdem hat es wieder Spaß gemacht, diese Familie weiter zu begleiten, ihr Leben zu verfolgen, zu bangen, sich zu freuen und ihr Leben zu begleiten. Obwohl dieses Buch wirklich nicht an ihre beiden Vorgänger anknüpft. Diese haben mir mit Abstand besser gefallen. Der Schreibstil ist auch hier wieder ein angenehmer. Das Buch ist flüssig und in leicht verständlichen Worten geschrieben und ist wahrlich keine Weltliteratur.
Fazit:
Mehr als 700 Seiten voller Abenteuer und Spannung und im Hintergrund umwerfende Kulisse Neuseelands, gut vorstellbar und ein toller Mix zu den einzelnen Geschichten. Das Buch hat mir dennoch nicht ganz so gut gefallen wie die 2 vorhergehenden Bücher dieser Reihe, aber dennoch habe ich mit der Familie gelitten. Es hat mich auf alle Fälle gut unterhalten. Ein wirklich lesenswertes, tragisches, tolles, abenteuerliches Buch, was aber ein wenig zu ausschweifend wird. Aber dennoch gibt es hier eine Empfehlung von mir.
Ich werde diesem 3. Buch der Trilogie auch nur 4 Sterne vergeben.
Ich hoffe, ich konnte mit meiner Buchvorstellung weiterhelfen.
Ich bedanke mich für das Interesse, für die Lesungen und Bewertungen.
Diesen Bericht schrieb für euch minasteini. Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße aus Potsdam. weiterlesen schließen
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