Pro:
Günstig, benutzerfreundliche Oberfläche
Kontra:
Vor allem Numbers hinkt in der Funktionsvielfalt dem Windows-Konkurrent hinterher, Exportfunktion
Empfehlung:
Ja
Ich bin seit 2005 Nutzer der iWork Office Software von Apple. Das Softwarepaket umfasst drei separate Programme: Pages zur Erstellung von Textdokumenten, Keynote für Präsentationen und Numbers als Tabellenkalkulationsprogramm.

Während ich iWork 08 noch auf CD gekauft habe, habe ich die hier rezensierte Nachfolgeversion über den AppStore erstanden. Diese Möglichkeit empfehle ich auch jedem, dem dies möglich ist. Denn ersten lassen sich im AppStore die einzelnen Programmkomponenten separat herunterladen. Das heißt wer z.B. Numbers nicht braucht, der muss Numbers auch nicht kaufen. Zweitens beträgt der Einzelpreis 15,99€, das heißt man zahlt für das Gesamtpaket iWork gerade einmal 47,79€ - sage und schreibe 22€ weniger als beim Kauf der Software auf CD! Ich finde es gut, dass hier endlich auch einmal die Ersparnis bei der Verbreitung digitaler Medien über das Internet an an den Kunden weitergegeben wird. Im Gegensatz dazu sind Downloads von HD-Filmen beispielsweise weiterhin unverhältnismäßig teurer. Und das obwohl sich die Rechteinhaber die Kosten für das Pressen der Blurays, die gesamte Umverpackung und die Distribution über die lokalen Händler spart.

Natürlich ist es _unmöglich_ sämtliche Funktionen eines so umfangreichen Softwarepakets in einem Testbericht zusammenzufassen. Da würde ich nächstes Jahr noch schreiben. Natürlich werde ich auch besondere Stärken hervorheben, aber einen besonderen Schwerpunkt lege ich bewusst auf das Darstellen von Schwächen und Kompatibilitätsproblemen, die man vor dem Kauf kennen sollte. Also nicht wundern über eine eventuell etwas längere Negativliste, das Programm trotzdem sehr gut, schließlich erhält es vier Sterne von mir.
== Pages == 

Pages ist das Pendant zu Microsofts Schreibsoftware Word. In der Funktionsvielfalt muss sich Pages vor seinem großen Bruder absolut nicht verstecken. Egal ob es um Serienbriefe, die Einbindung von Zitatmanagern, Inhaltsverzeichnisse oder die simple Anfertigung einer Geburtstagseinladung geht - Pages hat für alle erdenklichen Situationen eine Lösung parat. Die oftmals sogar einfacher oder optisch ansprechender ist als die von Word. Ich persönlich bin noch nicht an die Grenzen dieses Programms gestoßen und nutze es seit dem ersten Tag mit vollster Zufriedenheit.

Da OSX natürlich nicht das am weitesten verbreitete Betriebssystem ist und andere Office-Pakete deutlich größere Marktanteile haben, ist eine wichtige Funktion von iWorks das Exportieren in andere Dateiformate. Bei Pages wird hier PDF, Doc, RTF, TXT und ePub angeboten. Bei der Verwendung von PDF und ePub ergeben sich fast nie Probleme, bei RTF und TXT muss man auf jeden Fall beachten, dass die Dateiformate von Haus aus einigen Beschränkungen unterliegen. Der Export zu Doc funktioniert verhältnismäßig gut, das Layout wird in den meisten Fällen korrekt übernommen. Wenn Bilder in den Text eingebunden sind kann es zu einigen Schwierigkeiten mit den Zeilenumbrüchen kommen, diese lassen sich aber schnell beheben.

==Keynote ==
Keynote ist die wohl bekannteste Teilkomponente von iWork - und das auch völlig zurecht. Im Vergleich mit Microsofts Powerpoint muss sich diese Software auf gar keinen Fall verstecken. Die Funktionsvielfalt übertrifft Powerpoint sogar in einigen Bereichen und gerade bei der Anfertigung von Animationen hängt Keynote seine Konkurrenten spielend ab. Hier war Keynote lange Zeit Vorreiter und Vorbild für Microsoft, viele Animationen wurden schlicht von Apple übernommen.
Auch die vorgefertigten Layouts - von schlicht bis verspielt - sind bis ins letzte Detail perfektioniert und lassen sich ideal als Grundlage zur Anfertigung von Präsentationen nutzen.

Exportieren lassen sich Keynote-Dateien entweder als Quicktime-Film, PPT, PDF, JPG, HTML oder als Präsentation für den iPod. Letztere Funktion habe ich nicht genutzt, kann hierzu also kein Urteil abgeben. Wenn ich eine Präsentation auf einem externen Windows-Rechner abspielen möchte, dann exportiere ich meine Keynote für gewöhnlich als Quicktime-Film, PPT und PDF. PPT ist nicht immer zuverlässig, gerade bei den Animationen ist Powerpoint einfach nicht in der Lage alles korrekt darzustellen. Es kommt aber auch zu ärgerlichen "Kindergartenfehlern", zum Beispiel werden Platzhalter nicht immer korrekt entfernt. Man sollte sich eine PPT also auf jeden Fall vor dem Vortrag durchsehen und eventuelle Fehler korrigieren - sonst kann es schnell peinlich werden. Falls alle Stricke reißen ist die Wiedergabe über einen Quicktime-Filme oder PDF ideal. Beim Film wird automatisch bei jedem Animationsschritt eine Pause eingebaut, sodass man flexibel bleibt und nicht auf ein bestimmtes Timing angewiesen ist. 


== Numbers ==
Numbers unterscheidet sich im Grundkonzept etwas von anderen Tabellenkalkulationsprogrammen. Während diese normalerweise eine einzelne Tabelle pro Blatt anzeigen, bietet Numbers die Möglichkeit beliebig viele Tabellen und andere Elemente auf einer theoretisch beliebig großen Seite zu platzieren. Dadurch hat man deutlich mehr Freräume als bei Excel, zum Beispiel lassen sich Bilder oder einzelne Tabellen sehr simpel mittels Drag&Drop verschieben, ohne dass man dabei an das Raster einer Haupttabelle gebunden ist. Es gab in der Vergangenheit einige Kritik an diesem Konzept, aber ich bin der Meinung, dass einem dies einen deutlich größeren Handlungs- und Gestaltungsspielraum lässt und möchte hierauf keinenfalls mehr verzichten.

Die Funktionsvielfalt von Numbers kann jedoch leider nicht ganz mit anderen Tabellenkalkulationsprogrammen mithalten. Gerade bei den Rechenfunktionen vermisst man doch einige Freiheiten. Ansonsten macht Numbers das, wofür es gebaut wurde. Diagramme lassen sich ansprechend präsentieren und Tabellen beliebig formatieren. Die vorgefertigten Stile sind sehr ansprechend. Es gibt auch die Möglichkeit seine Daten in 3D-Diagrammen zu präsentieren, ich persönlich halte dies allerdings eher für Spielerei, da ich bei einer professionellen Darstellung eher darauf verzichten würde. Für den alltäglichen Gebrauch in jedem Fall ausreichend, ob ein wirtschaftlich oder wissenschaftlich arbeitender Nutzer aber auf Dauer alle seine Bedürfnisse mit Numbers befriedigen kann, wage ich zu bezweifeln.

Als Exportformate werden bei Numbers PDF, das Excel-Format oder CSV angeboten. Der Export zu PDF und CSV funktionieren sehr zuverlässig, bei CSV ergeben sich natürlich einige Beschränkungen, die das Format von Natur aus einfach nicht unterstützt. Die Exportfunktion zu Excel ist eine kleine Katastrophe. Selbst einfachste Tabellen werden nicht immer richtig exportiert und bei größeren Projekten lohnt es sich eigentlich fast das Dokument in Excel nochmal komplett neu zu schreiben anstatt sinnlose Zeit für die Fehlersuche zu opfern. Hier sollte wirklich noch einmal nachgebessert werden. 


== Allgemeine Kommentare ==

Allgemein laufen alle drei Programm sehr stabil. Ich hatte fast nie Abstürze oder größere Probleme.

Sowohl Pages als auch Numbers und Keynote bieten die Funktion ihre Projekte im Cloud-Service iWork.com hochzuladen und online zu bearbeiten. Der Zugang zu iWork.com ist allerdings kostenpflichtig. In einer Testversion konnte ich die Funktionalität 14 Tage lang kostenlos testen und war sehr überzeugt. iWork.com läuft stabil und es sind online genau die selben Funktionen verfügbar wie bei der Offline-Version. Wer seine Dateien gerne online bearbeiten oder auch von Anderen bearbeiten lassen möchte, de wird mit dieser Lösung sehr zufrieden sein. Ich persönlich kann aber darauf verzichten.
Natürlich bietet iWork auch eine Anbindung an Apples iOS. Alle drei Programme sind auch für das iPad und das iPhone verfügbar. Die Kompatibilität zwischen den beiden Plattformen ist hervorragend, ich hatte bisher noch keine Probleme. Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit seine Keynotes über eine App zu steuern, wobei sich aber beide Geräte im selben Wlan-Netzwerk befinden müssen. 


== Fazit == 

Wer das Bedienkonzept von Apple mag, der wird das Arbeiten mit iWork lieben. Dank des ansprechenden und vor allem übersichtlich gestalteten Userinterfaces optimiert man seinen Arbeitsfluss sehr schnell und hat auch noch Spaß dabei. Wer allerdings jeden Tag beruflich Dokumente herstellen muss, die standardmäßig auf Windows-Rechnern geöffnet und auch bearbeitetet werden können, der wird schnell in einen kleinen Krieg mit der nicht ganz perfekten Exportfunktion von iWork geraten. Wenn man hierauf angewiesen ist, dann rate ich zum Office-Paket von Microsoft, das auch für den Mac verfügbar ist.

Auch fortgeschrittene Anwender von Tabellenkalkulationsprogrammen werden wohl ihre Probleme haben sich mit iWork anzufreunden. Numbers ist noch lange nicht so vollgepackt mit Funktionen wie Excel, auch wenn es eine sehr benutzerfreundliche Bedienung erlaubt. Auch hier würde ich dazu raten den Konkurrenten von Microsoft vorzuziehen.

Vor allem vom Preis her weiß iWork aber zu überzeugen. Microsofts Office-Paket ist selbst in der Studenten-Version teurer als die Vollversion von iWork. Ich bin der Meinung, dass man in Redmond allgemein die Preispolitik überdenken sollte. Apple ist schon seit vielen Jahren in der Lage vergleichbare Software viel günstiger anzubieten, obwohl der Markt durch die Exklusivität von OSX deutlich eingeschränkt ist. Hier muss Microsoft wirklich etwas ändern, sonst werden sie sich eines Tages noch umsehen.

In naher Zukunft wird es vermutlich ein Update der Produktreihe geben, das jedoch in aller Regel kostenpflichtig ist. Ich hoffe, dass gerade bei Numbers noch einige Funktionen hinzukommen, dann kann ich Microsoft Office endlich komplett von meinem Mac deinstallieren. weiterlesen schließen
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