Pro:
fantastisch inszenierte Action, Megan Fox,
Kontra:
militaristisch ohne Ende, eine Spur zu lang, hat eigentlich keine Handlung,
Empfehlung:
Ja
Cybots dominiert worden zu sein. So grub McG („Sie waren Helden“, „Drei Engel für Charlie“) im Sommer die Terminatoren für ihren vierten Leinwandauftritt aus, mit „District 9“ kam ein fabelhafter SciFi-Actionier im Stile von „Starship Troopers“ in die Lichtspielhäuser und auch Kritikerschreck Michael Bay („Bad Boys“ , „Pearl Harbour“) ließ es mal wieder gehörig krachen und beförderte die Transformers zum bereits zweiten mal in die hiesigen Kinos. Während man sich bei den beiden erst genannten Filmen nicht so ganz sicher sein konnte, was die jeweiligen Regisseure aus den Stoffen herausholen würden, konnte man sich zumindest bei Bay´s „Transformers – Die Rache erwartet“ sicher sein was einen erwartet: spektakuläre Action bis zum abwinken, einen optischen Overkill und Megan *Grrr* Fox. Die perfekte Mischung für einen Popcorn reichen Kinoabend?
Die finale Schlacht gegen die Decepticons ist noch nicht geschlagen. Überall auf der Welt, wenn auch im geheimen, kämpfen die Menschen nun mit den von Optimus Prime geführten Autobots gegen die bösen Roboter, welche noch immer versuchen die Welt in den Untergang zu stürzen. Sam Witwicky (Shia LaBeouf) interessiert dies nicht sonderlich viel, steht doch sein neues College Leben kurz bevor. Doch viel Zeit zum studieren, bleibt dem Neustudenten nicht, denn, ohne es zu merken, ist er mit einem seltsamen Kristall in Berührung gekommen, welcher ihn nun seltsame, außerirdische Symbole sehen lässt. Als der Krieg zwischen Menschen und Decepticons schließlich unausweichlich scheint, bittet Optimus Prime Sam einmal mehr um Hilfe. Widerwillig sagt er zu und muss einmal mehr um das Überleben der gesamten menschlichen Rasse kämpfen...
Irgendwie beschlich den geneigten Kinogänger ja schon seit langer Zeit das Gefühl, das Michael Bay irgendeinen Komplex haben muss, der ihn dazu zwingt diesen mit wahnwitzigen CGI-Spielereien und knalligen Pyrotechniken in seinen Filmen kompensieren zu müssen. Mit „Transformers – Die Rache“ übertrifft sich der zweifelhafte Filmemacher jedoch, mal wieder, selbst und feuert ein vor gigantischen Effekten nur so trotzendes Feuerwerk ab, das sich in seiner 140 minütigen Laufzeit keinen einzigen Moment Zeit nimmt um mal Luft zu holen. So offensichtlich wie nie zuvor drückt Bay dabei jegliche Anzeichen einer Handlung in den Hintergrund um mit dem technischen Know-How seiner Mannschaft zu prahlen, so sehr, das man jeder im Sekundentakt erfolgenden Explosion, zerstörerischen Auseinandersetzung zwischen den riesigen Robotern und vollkommen von jeglichen Anzeichen eines vorhandenen Verstandes befreiten Verfolgungsjagd ansieht, wie viel Geld hier mal eben so verpulvert wurde. Es ist der technischen Brillanz zu verdanken, das dieses Rezept aufgeht und durchgehend gut zu unterhalten weiß, hat der Film darüber hinaus schlichtweg nichts zu bieten. Die Hanebüchen-Story ist wahrlich ein Witz und dient nur dazu das ganze Gerüst irgendwie zusammen zuhalten (irgendeinen wirklichen Sinn macht das ganze sowieso nicht), können die bombastischen Actionszenen nicht darüber hinweg täuschen, dass sich das ganze irgendwann im Leerlauf verliert. Ausgerechnet dann, versucht der Film tatsächlich die Laufzeit noch zu strecken, was, man kann es sich mittlerweile Denken, sowieso nur wieder ihn wahllosen Zerstörungsorgien des Regisseurs endet.
Mit Filmkunst hat das ganze überhaupt nichts zu tun, tatsächlich sind sogar die Schauspieler im vorliegenden Fall lediglich ein austauschbares Beiwerk. Shia LaBeouf („Disturbia“, „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“), den man durchaus einiges zutrauen darf, spielt einmal mehr die „coole Loser“ Rolle. Mit hübschen Mädchen an seiner Seite, einer leicht naiven Art sowie ein paar netten Onelinern auf der Lippe, lässt Bay den aufstrebenden Schauspieler eigentlich ziemlich undankbar durchs Bild hüpfen, eine wirkliche Chance selbständig zu variieren hat LaBeouf nicht. Bei Megan Fox („Jennifer´s Body“, „New York für Anfänger“) weiß man wenigstens von Anfang an, das sie nur dazu dient hübsch auszusehen (und unter uns: das kann sie auch Teuflisch gut). Auch ansonsten ist der menschliche Cast eher nur Mittel zum Zweck, lediglich Ramon Rodriguez („The Wire“, „Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3“) als lustiger Sidekick und Fan jeglicher Verschwörungstheorien, sowie der mit viel Selbstironie spielende John Turturro („Der gute Hirte“, „Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3“ stechen ein wenig hervor und bleiben auch halbwegs in Erinnerung. Die wirklichen Stars von „Transformers – Die Rache“ sind aber natürlich die titelgebenden Roboter, von denen sich nun eine Vielzahl neuer Varianten zum vorhandenen Inventar gesellt haben. Allerdings bleiben, und das war im Vorgänger noch nicht so extrem der Fall, selbst die Transformers diesmal sehr Distanziert zum Zuschauer und gehen insgesamt in der Masse schlichtweg unter.
Was bleibt also hinter dem effekthascherischen Feuerwerk das Bay hier zündet? Kurzum: nicht viel. Man will den Film ja gar nicht mal abstreiten das er als eindrucksvolle Demonstration der heutigen CGI-Technik sowie als seichtes Popcorn-Kino gut funktioniert, allerdings banalisiert Bay das Medium hier doch auf sehr extreme Weise. Kritisch darf man auch einmal mehr den fast schon ekelhaften Hang Bay´s zum vor Pathos nur so triefenden Militarismus sehen. In munterer Slow-Motion wedelt die Amerika Flagge, während im Einklang mit brachialer Musik alles von den guten (Amerikanern) in Schutt und Asche gelegt wird, was sich bewegt. Vor allem wütet man dabei sehr offensichtlich in den Gebieten der amerikanischen Feindsbilder. Da wird mal einfach so halb Schanghai in Schutt und Asche gelegt und vor den ägyptischen Monumentalbauten, den Pyramiden, wird auch kein Halt gemacht. Allzu viele Gedanken sollte man sich über das hier vermittelte Weltbild sicherlich nicht machen, allerdings kann man ein gewisses Unwohlgefühl mit der gezeigten Zerstörungswut nicht so wirklich unterdrücken.
Daten zum Film ////
Original Filmtitel:
Transformers: Revenge of the Fallen (2009)
Länge des Filmes:
Ca. 147 Minuten
Darsteller:
Shia LaBeouf...Sam Witwicky
Megan Fox...Mikaela Banes
Josh Duhamel...Major Lennox
Tyrese Gibson...USAF Master Sergeant Epps
John Turturro...Agent Simmons
Ramon Rodriguez...Leo Spitz
Kevin Dunn...Ron Witwicky
Julie White...Judy Witwicky
...
Regisseur:
Michael Bay
FSK:
Ab 12 Jahren
Fazit ////
Als leichter Unterhaltungsfilm macht „Transformers – Die Rache“ prinzipiell nicht sonderlich viel falsch. Es gibt massenhaft Over-the-Top Action, einen relativ sympathischen Cast und noch mehr eindrucksvolle CGI-Bilder. Wer, ohne viel nachdenken zu müssen und auf einfachste Art und Weise, unterhalten werden will, der ist hier also genau an der richtigen Adresse.
5/10 Punkte für den Film "Transformers – Die Rache" und somit drei Sterne als Wertung. weiterlesen schließen
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