Pro:
+ recht große Grillplatte + Antihaftbeschichtung + Grillergebnisse
Kontra:
- nicht unbedingt der Schnellste, auch dank Einheizzeit - eigenwillige Bildanleitung - Reinigung
Empfehlung:
Ja
Grillen - das ist wohl eine tolle Sache, besonders bei gutem Wetter draußen. Wenn man einen Garten hat, wird man in solch einem Fall bestimmt einen gängigen Holzkohlen- oder Brikettgrill verwenden. Macht das Wetter jedoch einen Strich durch die Rechnung, kann man - draußen gut überdacht, aber auch zu einer elektrischen Alternative greifen: einem elektrischen Tischgrill. Der ist schnell auf- und abgebaut und im Idealfall sogar spülmaschinenfest.
=== Vorgeschichte ===
Mein alter Tischgrill hatte nicht nur schon etliche Jahre auf dem Buckel und musste dazu vor Benutzung immer mit Wasser befüllt werden (Heizschlangentechnik ). Daher schaute ich mich nach einer spülmaschinengeeigneten Alternative um - und wurde bei einem Modell von Tefal fündig... Für 39,99 € kaufte ich so den "BBQ Ultracompact" bei einem lokalen Elektronik.-Discounter.
=== Lieferumfang ===
Neben dem eigentlichen Grill (Abmaße s.u.) findet sich der von der rechten Seite ansteckbare Thermostat mit einstellbaren, in 5 Stufen unterteilten Leistungsstufen, ein aufsteckbarer Windfang sowie eine Fettauffangschale aus grauem Kunststoff und eine Bedienungsanleitung in der eher langen denn breiten Verpackung. Der Hersteller Tefal leistet 2 Jahre Garantie auf das Gerät.
=== Erster Eindruck ===
Der erste Eindruck war positiv. Das Gerät sieht rein optisch gut aus und macht auch einen soliden Eindruck von der Verarbeitung her. Die Auffangschale aus Kunststoff liess sich recht einfach in den dafür unterhalb der Grillplatte mittig angebrachten Einschub einschieben. Trichterförmig laufen auf der Grillplatte mehrere Fettablaufrinnen zu einem Abfließpunkt in der Mitte der vorderen Kante der Grillplatte zusammen, die die in der Lade befindliche Fettauffangschale somit mit dem ablaufenden Fett zuverlässig befüllen. Die Installation erklärt sich auch ohne Anleitungsheft eigentlich von alleine.
'''Grillplatte & Windschutz'''
Die Grillplatte ist zu 2/3 gemasert, 1/3 der Platte ist einer sog. Tepan-Yaki Grillplatte (die auch als Wärmeplatte dienen kann) vorbehalten, die, wie der Rest der Grillplatte auch, aus Aluguß besteht, welche zusätzlich mit einer Antihaftbeschichtung versehen wurde. Der sogenannte Windfang ist an der höchsten Stelle knapp 5 cm hoch und ist nichts anderes als ein gebogenes Blech. Viel Wind kann dieser Windschutz so nicht abfangen, vielleicht verhindert er gerade mal, dass der beim Grillen entstehende Hitzeschild , der sich um das auf dem Grill liegende Grillgut ausbildet, dann und wann nicht durch Windeinfluß fortgeweht wird, eventuell noch eher, dass Fett von der Grillplatte weggeweht wird, allerdings ist der zugedachte Schutzeffekt, wie die Erfahrung dann auch gezeigt hat, eher so gut wie nicht vorhanden.Dennoch: besser wenig Schutz als gar kein Schutz, sage ich mal.
'''Thermostat'''
Der beiliegende Thermostat macht auch einen recht soliden Eindruck. Am vorderen Teil ist ein aus einem kurzen Metallrohr bestehender Stecker angebracht, den man in die dafür vorgesehene Buchse am hinteren Teil der rechten Seite des Gerätes einstecken muss, um den Grill in Betrieb zu setzen. Das Anschlußkabel besteht aus einem 3-adrigen Kabel von 1m Länge, welches in einen geerdeten Stromstecker endet. Die 1800 Watt Leistung,die dieses Gerät maximal aufbieten kann, kann man mit dem auf dem Thermostat angebrachten, runden Drehschalter in insgesamt fünf Leistungsstufen sowie einer "minimal" -Stufe regeln.
=== Einsatzziel: ran an die Wurst ===
_ Erster Versuch - Warten auf die Wurst _
Nachdem der Grill also fertig aufgebaut wurde, der Thermostat eingesteckt und der Grill am Stromnetz angeschlossen ist, kann es schon los gehen.Wie sich später heraus stellen sollte, lief beim 1.ten Grillversuch leider etwas schief. Legt man nämich das Grillgut zu früh auf die Platte, dauert es lange, sehr, sehr lange, bis dieses fertig durchgegrillt vom Gerät entnommen werden kann. Das Vorgängermodell, welches meine Mutter noch im Einsatz hatte, war hier entschieden schneller. Bereits von Anfang an konnte man alles drauflegen, was man grillen wollte, und die Würstchen waren in knapp 10 min, Fleisch nur knapp 15 min. später schon fertig gegrillt ! Grillzeit direkt nach Einschalten des Grills, wohlgemerkt. Bei der "Einweihung" des Gerätes am ersten Grillabend wurde das Grillgut daher, wie vorher von mir gewohnt ,auch sofort nach Einschalten des Grills aufgelegt. Die Folge: der Thermostat, der automatisch die Temperatur der Grillplatte misst, stellte sich einfach zu früh ab - die aufgelegten Würstchen wurden so erst nach einer halben Stunde annähernd so durchgegrillt, dass sie auch genießbar waren. Das Fleisch brauchte noch länger. So dauerte das einfach entschieden zu lange für mein Dafürhalten.
_ Zweiter Versuch: Aus Fehlern lernen... _
Vor dem 2.ten Versuch eines weiteren bevorstehenden Grillabends entdeckte ich bei nochmaliger Betrachtung den entscheidenden Bildhinweis in der Anleitung.Die Anleitung zu diesem Modell besteht nämlich aus einer eine Seite umfassenden Art von "Comic", der in reiner Bildersprache , und, wie ich fand, auch ein wenig kryptisch, die Bedienung erläutert - ungewöhnlich, wie ich finde, darauf war ich jedenfalls nicht eingestellt und hatte die dort enthaltenen Tipps und Tricks vor dem ersten Versuch glatt "übersehen" (von "überlesen" kann hier keine Rede sein...) . So empfiehlt die Anleitung, wie ich nach und nach herausfand, symbolhaft, dass man den Grill zunächst 10 min vorheizen sollte,sprich: den Thermostat auf Stufe 5 stellen, bevor man anfängt, die Grillplatte mit Grillgut zu bestücken. Außerdem sollte man die Platte mit ein wenig Öl bestreichen, damit das Grillgut noch besser erhitzt wird.
Gesagt, getan. Tatsächlich erwiesen sich die Hinweise als wirklich hilfreich. Die Würstchen brauchten nach der 10minütigen Erhitzungszeit und der Verbindung mit dem Bestreichen der Platte mit Sonnenblumenöl nur knapp 1/3 der Zeit wie bei dem ersten Versuch, also knapp 10 min. und die Nackenkoteletts brauchten ungefähr 15 min, bis sie "durch" waren. Das sind zwar immer noch Ergebnisse, die einen "Holzkohlengriller" nur leise schmunzeln lassen, für einen Elektrogrill finde ich diese Zeitspanne, die für das "Warten auf die Wurst" ins Land streicht, aber noch ganz ok. Leider muss ich auch nach diesem Kniff, der die "Wurstwartezeit" um einiges an Zeit reduzieren konnte, sagen, dass mein alter Elektrogrill noch ein wenig schneller war. So richtig zufrieden bin ich zumindest daher auch nicht wirklich...
=== Vorteile und Nachteile des Elektrogrillens ===
Wie schon erwähnt, brauchten die Würstchen brauchten nach der 10minütigen Erhitzungszeit und der Verbindung mit dem Bestreichen der Platte mit Sonnenblumenöl ca. 10 Minuten , Nackenkoteletts bin etwa 15 min, bis sie genießbar waren. "Holzkohlengriller" schaffen es, nachdem die Glut mal richtig entfacht ist, meistens noch weniger an Zeit, bis das aufgelegte Grillgut fertig gegrillt ist. So schafft es mein Kohlengrill in knapp 5-6 Minuten bei voller Glut, ein Würstchen gar zu grillen. Manchmal komme ich gar nicht so schnell hinterher, da ist schon wieder eins fertig gegrillt. Dennoch haben Elektrogrills allgemein einen Vorteil:
dank Fehlen von offenen Feuer ist die Gefahr, dass sich durch das ins Feuer / der Glut abtropfende Fett eventuell Krebs erregende Stoffe bilden, gleich null. Zudem kann man auf einer im Freien überdachten Fläche ggf. auch recht einfach bei Regenwetter die eine oder andere Wurst auflegen oder verlegt den Grillort mal schnell woanders hin, ohne groß ein neues Feuer entfachen zu müssen. Einschränkung natürlich: es muss dort immer Strom aus der Dose vorhanden sein.
=== Reinigung ===
Der BBQ Ultracompact hinterlässt leider beim Grillen doch einiges an Fettrückständen, die sich besonders nach Erkalten der Grillplatte auch nur recht schwer wieder entfernen lassen. Auch der Einsatz von Fettlösern hilft nicht viel. Einmal auf der Platte befindliches, erkaltetes Fett bleibt als "Überbleibsel" für das nächste Mal übrig, wo es sich dann erneut verflüssigt und , zumindest dann teilweise in die Fettfangschale abläuft. Besonders sitzt das Fett dabei in den zwar recht breiten, aber dennoch schwer zu reinigenden Ablaufrillen fest. Durch das Unterschieben mehrerer Bierdeckel unter die hinteren Standbeine des Tischgrills kann man den Fettablauf zwar ein wenig zusätzlich anregen, allerdings ist auch mit dieser Methode immer noch mit Rückständen, gerade auf diesem Bereich der Grillplatte nach einem Grillabend weiterhin fest zu rechnen.
'''Stichwort: Spülmaschinenfest'''
Man kann den Tischgrill nach Abstecken des Thermostats (der sowieso kaum dreckig wird) und der Entfernung des Fettfangeinsatzes (den man wiederum recht leicht manuell säubern kann) auch in eine Geschirrspülmaschine stecken.Diese Prozedur ist aber noch zum einen aufwändiger als das reine Abwischen, da natürlich das Gerät , "dank" der Abmaße fast die ganze Geschirrspülmaschine in einem Waschgang in Beschlag nimmt. Darüber hinaus bringt das Spülen in der Maschine leider auch nicht die eigentlich gewünschte, vollkommene Befreiung von Fettresten, gerade in genannten Rillen, mit sich.
Von den Abmaßen her passt der Grill durchaus in die Maschine (zumindest in unsere von "Miele") , dafür müssen dann aber fast sämtliche Teller z,.B, bei diesem Waschgang draußen bleiben. Wie schon gesagt, bringt es aber keinen großen Reinigungseffekt. Gerade nach einem Grillabend fällt darüber hinaus doch recht viel Geschirr an, welches sich nach einem Waschgang in der Spülmaschine sehnt - so lasse ich im Zweifel eben den Grill aussen vor.
In der Praxis klappt es durchaus , den Grill in der Maschine zu waschen. Es ist aber meiner Sichtweise heraus nicht praktisch und daher auch nicht opportun, da sowieso nach wie vor einige Fettreste auf dem Teil der Platte mit den Rillen verbleiben. Die Waschergebnisse des Tischgrills mit der Geschirrspülmaschine können mich daher auch nicht wirklich überzeugen.
'''Maschine gegen Handwaschgang'''
Manuell geht es die, wenngleich nicht bis ins letzte Detail zufrieden stellende Reinigung des Tischgrills schneller und bringt darüber hinaus auch ein wenig bessere Ergebnisse. Das Abreiben mit beschriebenen Fettlösetuch reicht leider nicht aus , um die Platte vollkommen vom Fett zu befreien. Nach mehr als 10 Grilleinsätzen ist der Zustand der Grillplatte, zumindest in den Zwischenräumen, doch schon zumindest ein wenig vom Fett gezeichnet, da half auch das Abschrubben mit Fettlösern nach deren Einwirkungszeit leider auch nicht viel. Antihaft heisst leider nicht unbedingt auch "Antifetthaft"... Ich werde mir das Gerät aber vor dem Einmotten irgendwann im September/Oktober nochmal tüchtig vornehmen
=== Technisches in Kürze ===
* Tisch-Grill für Außen-/Innenraumnutzung
* Abmaße Grill (LxBxH): 35 cm x 64 cm x 13 cm / Gewicht: 3.9 kg
* Abmaße Grillfläche: 51 cm x 26 cm
* integriertes Heizelement / regelbarer Thermostat / Windschutz (abnehmbar) / wärmeisolierte Griffe
* Alu-Guß-Grillplatte / Tepan-Platte
* Antihaft-Beschichtung / herausnehmbare Fett-Auffangschale
=== FAZIT ===
Der BBQ Compact von Tefal ist nicht der schnellste Elektrogrill seiner Zunft, dafür sorgt er für schmackhafte Grillerergebnisse. Grillen kann man quasi alles, was man auch mit einem konventionellen Kohlengrill so grillen könnte: Würstchen, Fleisch, Fisch, Gemüse - nur Marshmallows gehen nicht, da kein echtes Feuer erzeugt wird. Die gegrillten Sachen werden recht schonend gegrillt, giftige Dämpfe können - technikbedingt - nicht entstehen und die Bedienung, der Aufbau und die "Grundreinigung" (im Sinne von "das Fett sitzt nur noch in den Ablaufrillen") ist wirklich recht einfach und schnell erledigt. Das 1m "lange" Stromkabel hätte aus meiner Sicht gerne länger sein dürften, aber mit Verlängerungskabeln kann man ggf. auch hier nachhelfen. Die Grillplatte während des Grillens wirklich toll, da beim Grillen selber so gut wie nichts anbackt . Für schnelle Grillgelegenheiten, auch mal zwischendurch, ist dieser Grill gut geeignet, wenn man die beschriebenen 10 min. Einheizzeit Zeit hat. Dank der großen Grillplatte kann man danach auch bis zu 8 Leute relativ schnell mit Wurst und anderem Gegrillten bedienen, allerdings gibt es auch E-Grills, die noch schneller sind. Leider bleibt nach dem Grillen doch eine Restmenge an Fett übrig, die ich einfach nicht herunter bekommen habe. Wenigstens sitzt das Fett nur in den Ablaufrillen an sich, sodass das Grillgut mit diesen Hinterlassenschaften des vorherigen Grillvergnügens beim Grillen nicht in Kontakt kommt. Das rillenablauffreie Tepan-Yaki-Feld bleibt übrigens ganz und gar fettfrei, was mich selber auch verwundert hat. Zudem war die beiliegende Bedienungsanleitung für mich nicht auf den ersten Blick klar und deutlich, da sie nur auf eine Bildsprache setzte und nicht, wie sonst gewohnt, auf deutsch in Textform vorlag. Andererseits kann man bei diesem Grill , einen sicheren, wackelfreien und planen Standort vorausgesetzt, eigentlich auch sicherheitstechnisch nicht viel falsch machen, die Verarbeitung ist, bis auf das Windblech , eigentlich recht solide, der Aufbau auch ganz ohne Anleitung logisch und einfach. Daher gebe ich 3 Sternchen und eine knappe Empfehlung. Zufrieden mit dem Gerät bin ich jedenfalls nicht allzu sehr... weiterlesen schließen
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