Pro:
guter Humor, mitreißende Story, gute Schauspieler
Kontra:
viele Gags zünden nur auf Englisch richtig, keine Extras auf der DVD
Empfehlung:
Ja
Have you met Ted? Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit, das nachzuholen! Dieser Bericht soll zeigen, warum sich das lohnen könnte.
--- 1. Allgemeines ---
"How I met your mother" ist eine Sitcom, die seit 2005 in den USA produziert wird. In Kürze soll dort bereits die fünfte Staffel auf CBS ausgestrahlt werden. Wann die vierte Staffel zum ersten Mal hierzulande gezeigt wird, ist noch nicht bekannt.
Eine Sitcom wird üblicherweise vor Publikum gedreht (wie ein Theaterstück), darum sind die Lacher auf der gemasterten Tonspur mit drauf. Da der Dreh von HIMYM (ich kürze das jetzt einfach mal ab, ok?) jedoch ziemlich aufwändig ist, wird erst die fertige Episode einer Zuschauergruppe vorgeführt und deren Lacher dann aufgezeichnet. Typisch ist, dass viele Szenen auf denselben 3-wändigen Sets spielen. So erhält die Serie den speziellen Sitcomcharakter.
--- 2. Worum geht es eigentlich? ---
Die Grundidee der Serie ist schnell erzählt. Die erste Staffel von "How I met your mother" wurde damit eingeleitet, dass Ted (die Hauptfigur der Serie) seinen beiden Kindern erzählen wollte, wie er ihre Mutter kennengelernt hatte - und zwar ganz von Anfang an, mit allen Details und skurrilen Nebengeschichten. In Rückblenden werden die Großstadtabenteuer des jungen Ted und seiner Freunde erzählt, so beginnt die eigentliche Geschichte im Jahr 2005. Nach 22 Folgen ist immer noch nicht bekannt, wie Ted seine Frau kennenlernte und so fährt die zweite Staffel dort fort, wo die erste Staffel endete:
Der junge Architekt Ted Mosby (Josh Radnor), ein "Normalo" wie er im Buche steht, lebt mit seinem besten Freund , dem Jurastudenten Marshall (Jason Segel), in einem Apartment in New York. Marshalls Verlobte Lilly (Alyson Hannigan) hat ihn vor kurzem verlassen und ist ausgezogen, um in San Francisco ihr Glück als Künstlerin zu finden. Marshall vergeht beinahe vor Trennungsschmerz, da können die Aufmunterungsversuche seiner Freunde Ted und Barney (Neil Patrick Harris) kaum trösten. Ted dagegen scheint das große Glück gefunden zu haben - er ist endlich mit der Nachrichtensprecherin Robin (Cobie Smulders) zusammen, in die er schon lange verliebt ist. Er ahnt noch nicht, welche Schicksalswendungen bald schon auf ihn und seine 4 Freunde zukommen... Ich will nicht zuviel verraten, aber das Wiedersehen mit Lilly, Teds Durchbruch als Architekt und natürlich Barneys Frauengeschichten sind nur einige der Höhepunkte vor dem überraschenden Finale in der letzten Episode.
Meine Favoriten sind:
Folge 04: Ted Mosby, Architekt (Ted Mosby: Architect)
Folge 16: Nur Theater (Stuff)
Folge 20: Showdown (Showdown)
--- 3. Kann dieses Konzept funktionieren? ---
Ja, es kann. Die ungewöhnliche Erzählperspektive bietet interessante Möglichkeiten und so bekommt HIMYM einen ganz besonderen Touch. Diesen hat die Serie auch hinsichtlich ihrer musikalischen Untermalung (meist alternative Rocksachen). Bereits bei der Titelmelodie (Achtung, Ohrwurm!) wird deutlich: Hier wird man immer wieder mal die eine oder andere Band für sich entdecken.
Dank der sich allmählich vertiefenden Story und dem Zusammenspiel der in Staffel 1 gut angelegten Charaktere entwickelt sich eine mehr und mehr mitreißende Dynamik. Geschickte Storywendungen machen neugierig auf eine Fortsetzung (vorsicht, schneller als man manchmal möchte, hat man eine DVD "durchgeguckt"!). Der Humor erinnert an Serien wie "Friends" oder "Scrubs". Bei vielen Witzen habe ich mich echt weggeschmissen, wobei die Gag-Dichte aber nicht ganz so hoch ist wie bei "Friends". Wer Witze über Sex nicht mag, wird wahrscheinlich auch an dieser Serie wenig Freude haben.
Ich schaue HIMYM auf Englisch an, bei der Synchronisation gehen nämlich leider allzu viele Wortwitze und Anspielungen verloren. Wenn man einige Folgen mit Untertitel gesehen hat, kann man mit ordentlichen Englischkenntnissen die meisten Szenen auch verstehen.
Die schauspielerische Leistung der Darsteller bewegt sich auf gleichermaßen hohem Niveau. Herausragend: Neil Patrick Harris in der Rolle des charmanten Frauenhelden Barney. Er spielt schlichtweg grandios und ist nicht umsonst bereits für seinen zweiten Emmy nominiert.
HIMYM handelt vom Leben von ganz normalen Menschen mit echten Krisen, Träumen und Erfolgen. Bei aller Komik schaffen es die Autoren, eine Geschichte zu erzählen, die die Zuschauer emotional berührt, ohne dass das Ganze in kitschigen Klischees ertrinkt.
--- 4. DVD Ausstattung ---
An der Bild- und Tonqualität der DVDs gibt es nichts zu bemängeln. Der ganze Spaß kommt im Pappschuber, darin befinden sich zwei schmale Plastikhüllen für die DVDs. Nichts Aufregendes, aber okay. Extras gibt es keine, das ist dann doch sehr enttäuschend.
Wer auf den deutschen Ton verzichten kann, erhält mit der US-Ausgabe (Region 1 DVD) Bonusmaterial wie ein "Making of", Audikommentare zu ausgewählten Episoden, Musikvideos etc. Dabei ist zu beachten, dass man nicht alle DVD-Player auf Regionalcode 1 umschalten kann. Für viele Modelle gibt es jedoch eine Anleitung im Internet.
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround), Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Italienisch
Format: 16:9
Anzahl der Disks: 3
FSK: ab 12 Jahren
Regionalcode: 2
Laufzeit: 450 Min. (22 Episoden á ca. 20 Minuten)
Studio: Twentieth Century Fox Home Entertainment
Produktionsjahr: 2007
--- 5. Kaufen oder nicht kaufen? ---
Wer die Ausstrahlung der US-amerikanischen Sitcom "How I met your mother" auf Pro7 bisher verpasst (oder bewusst ignoriert) hat, sollte der Serie eine Chance geben. Wo die erste Staffel noch auf eher durchschnittlichem Comedyniveau bleibt, hebt sich die zweite Staffel schon deutlicher vom Sumpf der neuen Serien ab.
Der große Bonus der 3 DVDs ist die alternativ zur deutschen Tonspur auswählbare englische Orginaltonspur. Die (durchaus ordentliche) Synchronisation kann hier nicht mithalten, somit ist die DVD die bessere Alternative zum TV. Für die geizige (bzw. nicht vorhandene) Ausstattung der deutschen Ausgabe fehlt mir jedes Verständnis. weiterlesen schließen
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