Pro:
Cool in Szene gesetzt, gute Schauspieler
Kontra:
bleibt zu oberflächlich, Travolta ist eine Fehlbesetzung
Empfehlung:
Ja
Graham (Denzel Washington) ist bei der städtischen U-Bahngesellschaft von New York angestellt und leitet dort die Züge durch das unterirdische Netz. Sein Leben ist auch so schon schwer genug, nachdem er beschuldigt wurde, den Kauf eines bestimmten japanischen U-Bahntyps gegen Bestechung empfohlen zu haben. Noch schlimmer kommt es jedoch, als einige schwerbewaffnete Unbekannte die U-Bahn Pelham 123 mitsamt Passagieren entführen und drohen, jede Minute einen von ihnen zu erschießen, wenn er nicht persönlich dafür Sorge trägt, dass sie eine Stunde darauf 10 Millionen Dollar in Hundertdollarscheinen, geliefert bekommen. Eine andere Kontaktperson als Graham wollen die Entführer nicht und sie machen recht schnell klar, dass sie es ernst meinen, als es die ersten Toten gibt. Auch der Bürgermeister eilt zur Schaltzentrale der U-Bahn-Gesellschaft, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Allerdings kommt dies bei den Gangstern und insbesondere bei ihrem Anführer Ryder nicht besonders gut an, da der von James Gandolfini (Die Sopranos) gespielte Politiker bzw. die Politik im Allgemeinen beim Anführer der Gangster keinen Stein im Brett hat. Nach und nach kommen jedoch immer mehr Fakten ans Tageslicht, die berechtigte Zweifel an den Absichten der Entführer aufkommen lassen, einfach die 10 Millionen Dollar einzustecken, um sich dann aus dem Staub zu machen.
Beurteilung:
Soweit die grobe Hintergrundgeschichte hinter "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123". Der erste Teil des Streifens, der ca. 2/3 des gesamten Films einnimmt, spielt sich eigentlich vollständig in der Zentrale der U-Bahngesellschaft sowie in Pelham 123 ab und lebt von den Dialogen zwischen Denzel Washington und John Travolta, die beide ihre Rollen hervorragend spielen. Insbesondere Travolta kann den perfekten Bösen mimen, wenn er den richtigen Bart trägt und einen fiesen Blick aufsetzt. Bei der Enthüllung des Plots gegen Ende des Films wird jedoch klar, dass Travolta eine Fehlbesetzung gewesen ist. Zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber sobald man weiß, worum es wirklich geht, passt die Person John Travolta einfach nicht mehr zu dem Charakter im Film. Dennoch verstehen es Travolta und Washington mit ihren Dialogen, Spannung aufzubauen und für einen halben Actionfilm beweist Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 hinreichend viel Storytiefe und natürlich bewährte Charakterschauspieler. Das letzte Drittel des Films entlädt sich dann mit der Flucht der Täter, in die auch Graham noch mit einbezogen wird.
Der Film lebt eigentlich zunächst nur von seinen Dialogen und von dem cool dargestellten Setting von New York, das die perfekte Umgebung für einen Film dieser Art ist. Allerdings fehlt dem Film irgendwo auch die nötige Tiefe, um wirklich 100% überzeugen zu können. Alles bleibt oberflächlich und neben Graham, Ryder und dem Bürgermeister gibt es eigentlich nur Nebencharaktere, die der Story natürlich nicht ihren Stempel aufdrücken können - auch wenn sie ihre Sache gut machen. Meiner Meinung nach hätte Regisseur Tony Scott sich hier ruhig trauen dürfen, etwas mehr Inhalt einzubauen, denn so wie "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123" in der fertigen Version in die Videotheken kam, ist es pures Popcornkino, das zwar spannend ist, aber das man auch schnell wieder vergisst, nachdem die DVD wieder zurück in der Videothek ist. Mir hat der Film dennoch durchaus ziemlich gut gefallen. Obwohl er nur vergleichsweise wenige Schauplätze besitzt, wird er nie langweilig und baut auch keine uninteressanten Längen auf.
Fakten:
Der Film ist FSK 16, also ab 16 Jahren freigegeben. Er hat eine Länge von ca. 100 Minuten zuzüglich einiger interessanter Extras auf der DVD, die u.a. das Marketing zu dem Film beschreiben. Als Sprachen sind Deutsch und Englisch auswählbar, an Untertiteln lassen sich Deutsch, Englisch und Türkisch hinzuschalten. weiterlesen schließen
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