Pro:
+ einige sehr gute Ansätze + die "Freaks" + teilweise die Handlung + Darsteller
Kontra:
- der Film erzählt leider keine in sich abgeschlossene Geschichte und das zunehmend hastiger
Empfehlung:
Ja
Der "Cirque du Soleil" dürfte auch hierzulande mittlerweile eine große Bekanntheit genießen. Mit stilistisch teils eigenwilligen Zirkusnummern schaffte es der aus Kanada stammende Zirkus, das Publikum zu begeistern.
Nun, mit diesem "Sonnenzirkus" hat der Film "Mitternachtszirkus", der anno 2009 unter der Regie von Paul Weitz entstand, nun nicht viel zu tun - gibt dieser Zirkus seine Vorstellungen doch stets nur nach Sonnenuntergang , maximal im Schein des Mondlichts. Der "Mitternachtszirkus" ist , so gesehen, also eher ein "Cirque de la lune", also ein "Mondzirkus", wenn man so will.
Aber wie gelungen ist denn die filmische Umsetzung des aus insgesamt 12 Bänden bestehenden Gesamtwerkes der literarischen "Darren-Shan-Serie" aus der Feder von Darren O’Shaughnessy. meinerseits zu bewerten...
=== So kam ich zu dieser DVD ===
Bei real fand ich die DVD zu "Mitternachtszirkus" vor einigen Monaten für glatte 5 € im Angebot vor - das ist schon ein guter Preis, da auch online die Angebote meistens oberhalb von 6 € angesiedelt sind.
== Zum Film ==
=== Darum geht es ===
Der 16-jährige Darren ( _Chris Massoglia_ ) führt das normale Vorstadt-Leben eines amerikanischen Teenagers. Dabei scheint es für ihn nicht besser laufen zu können: er ist so ziemlich der beste Schüler, hat sehr viele, gute Freunde - und einen "allerbesten" Freund, nämlich Steve ( _Josh Hutcherson_ ), der ihn ab und an zu mancherlei "krummen Touren" verleitet - was Darren schonmal einen Tadel einbringt, weshalb Darrens Eltern ihm bald den Kontakt mit Steve verbieten.
Aber Darren gibt da nicht soviel drauf, und so hat es Steve auch nicht schwer, ihn zu einem Besuch einer nächtlichen Vorstellung des "Cirque du Freak" zu überreden, einer Zirkusshow der besonderen Art , denn hier treten "Freaks" allerlei Natur auf - ob der Mann mit der überengen Taille, Madame Truska ( _Selma Hayek_ ) die Frau, die sich auf Kommando einen Bart wachsen lassen kann oder dem mysteriösen Mr. Larten Crepsley ( _John C. Reilly_ ), der mit einer giftigen Spinne allerlei Tricks vorzuführen vermag - Darren und Steve werden von der skurrilen Welt der Freaks einfach fasziniert und angezogen
Besonders die "Spinnennummer" imponiert dem Spinnenliebhaber Darren sehr - die Spinne, die Mr. Crepsley da vorführt, findet er so schön, dass er sich nach der Vorstellung heimlich in die Garderobe des Künstlers schleicht und die Spinne stiehlt.
Am nächsten Tag präsentiert er sein "Beutestück" dem verdutzten Steve - unglücklicherweise beisst das Tier Steve, der daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert wird - der Spinnenbiss wird für Steve tödlich enden, wenn er kein Gegengift bekommt.
Schuldbewusst kehrt Darren zum "Cirque du freak" zurück, um Mr. Crepsley die Spinne reumütig zurück zu bringen - mit der Bitte, ihm doch das Gegengift für seinen schwerkranken Freund Steve zu geben.
Nach einigem Zögern stimmt Crepsley zu - unter der Bedingung, dass Darren ihm als Halbvampir dient - denn schließlich ist Crepsley selbst ein Vampir und besonders tagsüber könnte er einen Helfer gebrauchen.
Nach einer kurzen Bedenkzeit stimmt Darren zu - und verwandelt sich kurze Zeit später. Was ihm dabei nicht ganz klar wurde: seine Familie darf er nicht wieder besuchen - dazu findet er sich bald in einem Kampf der Vampire wieder - blutgierige Vampüre treffen auf friedlichere Vampire, denen besonders Darrens neuer Chef Mr. Crepsley vorsteht...
=== Darsteller und Charaktere ===
Im Prinzip kann ich an den Leistungen der Darsteller eher wenig aussetzen. Chris Massoglia ist ein sehr sympathischer, junger Bursche, der bereit ist, für seinen Freund Steve alles zu opfern - eine Aussicht auf eine Karriere, einen guten Job und sowas wie Familie - wie es seine Familie von ihm quasi "fordert", dies überforderte ihn dann doch soweit, dass er es vorzog, weiter mit Steve um die Häuser zu ziehen. Dieser stachelte ihn schließlich dazu an, weil er angeblich keine eigene Position gegenüber seinen Eltern beziehen könnte - ein Fakt, den Darren so natürlich nicht akzeptieren kann. Also geht er mit Steve zu der mysteriösen Veranstaltung, wo Darren von Steves merkwürdigem Wunsch, ein Vampir werden zu wollen, erfährt. Doch es soll anders kommen - um Steve zu retten, wird Darren zum (Halb)Vampir - was Steve, gespielt von _Josh Hutcherson_ , wiederum ziemlich "schwofel" findet - aus seiner Sicht hat Darren ihn durch seine Einwilligung, ein Vampir zu werden, nicht geholfen, sondern ihm so etwas wie "seinen" Platz weggenommen. Ohnehin ist Steve ziemlich neidisch auf Darren, der stets beste Noten in der Schule bekommt, Freunde hat in Hülle und Fülle und eine Familie, die für ihn nur das Beste will. Steve dagegen hat eine Mutter, die trinkt, einen Vater, der, wenn er zuhause ist, nur prügelt , kaum Freunde und nur schlechte Noten in der Schule. Dass Darren ihm auch noch sein "Ziel", Vampir zu werden, vermiest, das nimmt er ihm richtig übel - und so schlägt er sich - ein Angebot des zwielichtigen, fetten kleinen Mannes namens Mr. Tiny ( _Michael Cerveris_ ) an und wird zu einem der "fiesen" Vampüre, jenen Gestalten, die ihre menschlichen Opfer töten, wenn sie sich von ihnen "ernähren" , dazu einfach auch sonst eher "mies drauf" sind und im Krieg gegen die eher friedlicheren "Vampire" stehen, denen sich nun Darren zugehörig fühlt.
Mr. Crepsley, der von _John C. Reilly_ dargestellte, neue Meister von Darren, fungiert in diesem Film erst einmal als Lehrmeister für Darren - das "schnelle Laufen" muss er ihm erstmal beibringen und so grundlegende Fragen wie das "Blut trinken" dazu auch. Damit ihn die Vampüre nicht finden, hat er sich im Zeltlager des "Cirque du Freak" einquartiert, welches nun auch Darrens Bleibe ist.
Und dann gibt es noch die eher "dunkleren" Typen wie den Vampür Murlaugh ( _Ray Stevenson_ ) der letztlich im Auftrag von Mr. Tiny Steve zum Vampür macht und somit die ehemaligen Freunde gegeneinander auszuspielen versteht.
=== Das macht diesen Film aus ===
Der Film beginnt eigentlich als allzu archetypischer "Teenie"-Highschool-Film. Darren und Steve halten - trotz aller Gegensätze - zusammen wie Pech und Schwefel und "rocken" gemeinsam die Welt. Besonders Darren ist dabei von Steves eher "freiem" Leben fasziniert, während Steve Darrens "heile Welt"-Leben neidet.
Die Freundschaft der "Jungs" wird jedoch durch Darrens "Spinnendiebstahl" ziemlich auf die Probe gestellt - und Darren zahlt die Zeche, indem er sein in Aussicht stehendes Leben im Wohlstand mit dem "ewigen" eines Vampirs eintauscht. Was zuvor als eher lockerer "Teenie"-Film begann, wird nun teils recht bizarr - die verschiedenen Freaks, die Darren bei seinem Aufenthalt/Versteck im Zeltlager des "Cirque du Freak" kennenlernt, sind schon recht spezieller Natur und für sich schon eine "illustre" Gesellschaft, die sich tunlichst von "denen da draußen" zu isolieren versteht. Tatsächlich ist spätestens hier klar, dass wir es mit einem "Fantasy"-Film zu tun haben, in den wir allerdings Stück für Stück übergeleitet werden. Ob es da das Mädchen mit dem Affenschwanz ist - welches allerdings ganz "normal" aussieht, wenn es sich seinen langen Schwanz unterm Rock "hochgebunden" hat, die Frau, der dauernd Gließmassen wie Hände oder Beine nachwachsen, der besonders abstruse "Wolfsmensch", der eher wie ein Ungetüm mit Fell und gar nicht nach Mensch ausschaut oder die kleinen, grauen Kerlchen, die kniehoch einer Mischung aus Minizwerg und fiesen Gremlins entsprechend für die Seite der fiesen "Vampüre" im Lager des "Cirque du Freak" herumspionieren - die Welt in "Mitternachtszirkus" ist genauso bizarr wie eigentümlich. Die "Fantasyatmosphere" ist so gesehen in sich schon stimmig, die Handlung jedoch wirkt auf mich teils stark zusammengestückelt. Das liegt bestimmt daran, dass die Handlung auf dem Inhalt der ersten drei Bände der "Darren Shan"-Reihe von Darren O’Shaughnessy basiert - diese Geschichte in nur knapp 120 Minuten unter zu bringen, das Manöver glückte hier eher weniger. Was zunächst relativ "geruhsam" um sich greift, ist im späteren Teil doch recht fix filmerisch erzählt. Bis zur Filmminute 54 dauerte es z.B., dass ich die eigentliche "Welt" hinter dem Cirque du Freak richtig kennenlernte, dazu erfuhr ich vom Konflikt der Vampire gegen die Vampüre und was es damit auf sich hat auch erst recht eindeutig davon, als der Film schon eine Stunde gespielt hatte. Die restliche Zeit geht es erst dann über in den sich zuspitzenden Konflikt zwischen den verfeindeten Gruppen, eine Auseinandersetzung, die schließlich direkt in einer feindsinnigen Begegnung der einstigen Freunde Darren und Steve gipfelt .
Die "Hektik" und "Eile", die es zu Ende des Films handlungstechnisch zu erleben gibt, ist allerdings weniger schlimm als die Tatsache, dass die Handlung in sich letztlich gar nicht abgeschlossen wird, denn statt eines - für sich endenden- Kapitels endet der Film ohne ein ausgesprochenes, rundes Ende zustande gebracht zu haben.
_ Die "Vampirgrundregeln" gelten - teilweise zumindest... _
Die Vampire / Vampüre in diesem Film halten sich - abgesehen von den Dingen wie Furcht vor Knoblauch / Kruzifixen etc. - relativ eng an die klassischen (vergleiche "Dracula") , für Vampire geltenden Spielregeln.
So tut ihnen Sonnenlicht nicht gut (wenn es sich um "richtige" Vampire, nicht Halbvampire, wie Darren einer ist) handelt und Blut vom Mensch braucht auch der sanfteste Blutsauger dann und wann, möchte er nicht irgendwann kraftlos in einer Ecke sitzen.
Was allerdings genau ein "Halbvampir" ist, dazu macht der Film eher unkonkrete Aussagen - sie haben gegenüber "richtigen" Vollvampiren einige Vorteile, denn sie können es auch bei Sonnenlicht aushalten , brauchen aber auch Blut und haben nur dann die richtigen Kräfte, wenn sie "satt" sind...
== Zur DVD ==
=== Bonusmaterial ===
Neben einigen unveröffentlichten Szenen, die - so der Regisseur Paul Weitz in der hier zuschaltbaren Kommentarspur, die in englischer Sprache gehalten ist - vielfach einfach aufgrund der eh schon recht langen Filmlänge der Schere zum Opfer gefallen sind , finde ich in dem Feature "Wie wird man zum Vampir ?" nochmals diese spezielle "Sachfrage" in einem ebenso englischsprachigen Feature aufbereitet vor. In einem weiteren Feature names "Tour du Freak" bekomme ich noch einmal die illustren Gestalten des im Film vorgestellten "Cirque du Freak" mit all ihren Fähigkeiten und Eigenschaften vor Augen geführt.
=== Bild und Ton ===
"Mitternachtszirkus" entstand im 21:9 Breitbildformat - so erlebe ich auf meinem 16:9 TV schwarze Randstreifen am oberen wie unteren Bildschirmrand. Die Farben und Kontraste des DVD-Bildes sind für meinen Geschmack durchaus technisch gelungen gemastert worden, Das Bild weist auch bei dunkleren Szenen kaum sichtbare Körnung oder Artefakte auf und löst - dem PAL-Standard entsprechend - stets recht sauber und scharf auf.
Der deutsche Dolby Digital 5.1 Sound gibt sich dazu alle Mühe, in belebteren Szenen seine Qualitäten auszuspielen - dies gelingt in der Regel auch ohne Verlust einer gut gegebenen Sprachverständlichkeit. So wird die "Face Off"-Szene zwischen Darren und Steve akustisch doch recht gut ortbar aufgelöst und auch Stimmen aus dem Hintergrund kommen richtungstechnisch entsprechend gut herüber.
=== Auf einen Blick ===
* Titel: Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire
* Studio: Universal Pictures Germany
* Genre: Fantasy; Abenteuer
* Erstveröffentlichung: 12.5.2010 / Produktionsjahr: 2009
* FSK: ab 12 Jahren / Laufzeit: 104 Min.
* Bildformat: Widescreen; 2,35:1 / Tonformat: DD 5.1: Deutsch, Englisch, Türkisch
* Darsteller: John C. Reilly, Josh Hutcherson, Chris Massoglia, Jessica Carlson, Michael Cerveris, Ray Stevenson, Salma Hayek, Patrick Fugit
* Regie: Paul Weitz
* Bonusmaterial: Unveröffentlichte Szenen / Anleitung: Wie wird man zum Vampir? / "Tour du Freak"
_ Darsteller und ihre Rollen _
* Chris Massoglia: Darren Shan / Josh Hutcherson: Steve / Morgan Saylor: Annie
* Jessica Carlson: Rebecca / John C. Reilly: Larten Crepsley / Orlando Jones: Alexander Ribs
* Patrick Fugit: Evra der Schlangenjunge / Salma Hayek: Madame Truska / Ray Stevenson: Murlaugh
=== FAZIT ===
Ein großer Kritikpunkt an "Mitternachtszirkus" meinerseits ist der, dass der Film letztlich keine in sich abgeschlossene Handlung erzählt.
Das ist schon schade, wenn ich bedenke, dass "Mitternachtszirkus" von seinem Potential wirklich sehr viele gute Ideen beinhaltet und sich wohltuend vom neumodischen Image des stets sanften und einfühlsamen Blutsaugers zumindest weitestgehend fernhält. Dazu bietet der Film eine fantasievolle und interessante, teils herrlich bizarre , ganz eigene Welt verschiedenster "Freaks", die für sich ganz eigene Regeln aufgestellt haben, um sich gegen die vielen "Normalos" da draußen abzusetzen.
Diese erzählerischen Ansätze sind in diesem Film schon gut umgesetzt worden, allerdings sehr wahrscheinlich aufgrund des - meiner Ansicht nach - von vorneherein zum Scheitern verurteilteten Versuchs, drei dicke Bände aus der "Darren Shan" - Reihe in einen knapp zweistündigen Film zu pressen - letztlich nicht befriedigend in sich abgeschlossen präsentiert worden.
Einige Fragen bezüglich Darrens Entschluß, ein eigentlich gutes Leben zugunsten dem eines Halbvampirs zu opfern, um einen Freund zu retten (nach dem Motto : ich gebe mein Leben für die Rettung "seines" Lebens) darf man hier wohl auch stellen.
Dennoch: insgesamt ist "Mitternachtszirkus" nun kein wirklich schlechter Film, aber irgendwíe doch schon eher ein "unvollendeter". Eine Fortsetzung in Form eines Nachfolgefilms, der einige Andeutungen und offen gelassene Fragen aus diesem Film klärt, ist dazu derzeit wohl eher nicht geplant - denn "Mitternachtszirkus" hatte keinerlei Chance in den Kinos gegen die damals zeitgleich erschienenen "Biss"-Saga Streifen um Bella und Co. und war ein finanzielles Minusgeschäft.
So bleibt letztlich der "Vorhang geschlossen und alle Fragen offen". Ich gebe daher 3 Sternchen und eine Empfehlung für Fans von eher "fantasy"-getriebenen Filmen, sowie Menschen, die es ertragen können, dass ein Film nicht alle Fragen klärt, die man am Ende haben kann...
Der "Cirque du Soleil" dürfte auch hierzulande mittlerweile eine große Bekanntheit genießen. Mit stilistisch teils eigenwilligen Zirkusnummern schaffte es der aus Kanada stammende Zirkus, das Publikum zu begeistern.
Nun, mit diesem "Sonnenzirkus" hat der Film "Mitternachtszirkus", der anno 2009 unter der Regie von Paul Weitz entstand, nun nicht viel zu tun - gibt dieser Zirkus seine Vorstellungen doch stets nur nach Sonnenuntergang , maximal im Schein des Mondlichts. Der "Mitternachtszirkus" ist , so gesehen, also eher ein "Cirque de la lune", also ein "Mondzirkus", wenn man so will.
Aber wie gelungen ist denn die filmische Umsetzung des aus insgesamt 12 Bänden bestehenden Gesamtwerkes der literarischen "Darren-Shan-Serie" aus der Feder von Darren O’Shaughnessy. meinerseits zu bewerten...
=== So kam ich zu dieser DVD ===
Bei real fand ich die DVD zu "Mitternachtszirkus" vor einigen Monaten für glatte 5 € im Angebot vor - das ist schon ein guter Preis, da auch online die Angebote meistens oberhalb von 6 € angesiedelt sind.
== Zum Film ==
=== Darum geht es ===
Der 16-jährige Darren ( _Chris Massoglia_ ) führt das normale Vorstadt-Leben eines amerikanischen Teenagers. Dabei scheint es für ihn nicht besser laufen zu können: er ist so ziemlich der beste Schüler, hat sehr viele, gute Freunde - und einen "allerbesten" Freund, nämlich Steve ( _Josh Hutcherson_ ), der ihn ab und an zu mancherlei "krummen Touren" verleitet - was Darren schonmal einen Tadel einbringt, weshalb Darrens Eltern ihm bald den Kontakt mit Steve verbieten.
Aber Darren gibt da nicht soviel drauf, und so hat es Steve auch nicht schwer, ihn zu einem Besuch einer nächtlichen Vorstellung des "Cirque du Freak" zu überreden, einer Zirkusshow der besonderen Art , denn hier treten "Freaks" allerlei Natur auf - ob der Mann mit der überengen Taille, Madame Truska ( _Selma Hayek_ ) die Frau, die sich auf Kommando einen Bart wachsen lassen kann oder dem mysteriösen Mr. Larten Crepsley ( _John C. Reilly_ ), der mit einer giftigen Spinne allerlei Tricks vorzuführen vermag - Darren und Steve werden von der skurrilen Welt der Freaks einfach fasziniert und angezogen
Besonders die "Spinnennummer" imponiert dem Spinnenliebhaber Darren sehr - die Spinne, die Mr. Crepsley da vorführt, findet er so schön, dass er sich nach der Vorstellung heimlich in die Garderobe des Künstlers schleicht und die Spinne stiehlt.
Am nächsten Tag präsentiert er sein "Beutestück" dem verdutzten Steve - unglücklicherweise beisst das Tier Steve, der daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert wird - der Spinnenbiss wird für Steve tödlich enden, wenn er kein Gegengift bekommt.
Schuldbewusst kehrt Darren zum "Cirque du freak" zurück, um Mr. Crepsley die Spinne reumütig zurück zu bringen - mit der Bitte, ihm doch das Gegengift für seinen schwerkranken Freund Steve zu geben.
Nach einigem Zögern stimmt Crepsley zu - unter der Bedingung, dass Darren ihm als Halbvampir dient - denn schließlich ist Crepsley selbst ein Vampir und besonders tagsüber könnte er einen Helfer gebrauchen.
Nach einer kurzen Bedenkzeit stimmt Darren zu - und verwandelt sich kurze Zeit später. Was ihm dabei nicht ganz klar wurde: seine Familie darf er nicht wieder besuchen - dazu findet er sich bald in einem Kampf der Vampire wieder - blutgierige Vampüre treffen auf friedlichere Vampire, denen besonders Darrens neuer Chef Mr. Crepsley vorsteht...
=== Darsteller und Charaktere ===
Im Prinzip kann ich an den Leistungen der Darsteller eher wenig aussetzen. Chris Massoglia ist ein sehr sympathischer, junger Bursche, der bereit ist, für seinen Freund Steve alles zu opfern - eine Aussicht auf eine Karriere, einen guten Job und sowas wie Familie - wie es seine Familie von ihm quasi "fordert", dies überforderte ihn dann doch soweit, dass er es vorzog, weiter mit Steve um die Häuser zu ziehen. Dieser stachelte ihn schließlich dazu an, weil er angeblich keine eigene Position gegenüber seinen Eltern beziehen könnte - ein Fakt, den Darren so natürlich nicht akzeptieren kann. Also geht er mit Steve zu der mysteriösen Veranstaltung, wo Darren von Steves merkwürdigem Wunsch, ein Vampir werden zu wollen, erfährt. Doch es soll anders kommen - um Steve zu retten, wird Darren zum (Halb)Vampir - was Steve, gespielt von _Josh Hutcherson_ , wiederum ziemlich "schwofel" findet - aus seiner Sicht hat Darren ihn durch seine Einwilligung, ein Vampir zu werden, nicht geholfen, sondern ihm so etwas wie "seinen" Platz weggenommen. Ohnehin ist Steve ziemlich neidisch auf Darren, der stets beste Noten in der Schule bekommt, Freunde hat in Hülle und Fülle und eine Familie, die für ihn nur das Beste will. Steve dagegen hat eine Mutter, die trinkt, einen Vater, der, wenn er zuhause ist, nur prügelt , kaum Freunde und nur schlechte Noten in der Schule. Dass Darren ihm auch noch sein "Ziel", Vampir zu werden, vermiest, das nimmt er ihm richtig übel - und so schlägt er sich - ein Angebot des zwielichtigen, fetten kleinen Mannes namens Mr. Tiny ( _Michael Cerveris_ ) an und wird zu einem der "fiesen" Vampüre, jenen Gestalten, die ihre menschlichen Opfer töten, wenn sie sich von ihnen "ernähren" , dazu einfach auch sonst eher "mies drauf" sind und im Krieg gegen die eher friedlicheren "Vampire" stehen, denen sich nun Darren zugehörig fühlt.
Mr. Crepsley, der von _John C. Reilly_ dargestellte, neue Meister von Darren, fungiert in diesem Film erst einmal als Lehrmeister für Darren - das "schnelle Laufen" muss er ihm erstmal beibringen und so grundlegende Fragen wie das "Blut trinken" dazu auch. Damit ihn die Vampüre nicht finden, hat er sich im Zeltlager des "Cirque du Freak" einquartiert, welches nun auch Darrens Bleibe ist.
Und dann gibt es noch die eher "dunkleren" Typen wie den Vampür Murlaugh ( _Ray Stevenson_ ) der letztlich im Auftrag von Mr. Tiny Steve zum Vampür macht und somit die ehemaligen Freunde gegeneinander auszuspielen versteht.
=== Das macht diesen Film aus ===
Der Film beginnt eigentlich als allzu archetypischer "Teenie"-Highschool-Film. Darren und Steve halten - trotz aller Gegensätze - zusammen wie Pech und Schwefel und "rocken" gemeinsam die Welt. Besonders Darren ist dabei von Steves eher "freiem" Leben fasziniert, während Steve Darrens "heile Welt"-Leben neidet.
Die Freundschaft der "Jungs" wird jedoch durch Darrens "Spinnendiebstahl" ziemlich auf die Probe gestellt - und Darren zahlt die Zeche, indem er sein in Aussicht stehendes Leben im Wohlstand mit dem "ewigen" eines Vampirs eintauscht. Was zuvor als eher lockerer "Teenie"-Film begann, wird nun teils recht bizarr - die verschiedenen Freaks, die Darren bei seinem Aufenthalt/Versteck im Zeltlager des "Cirque du Freak" kennenlernt, sind schon recht spezieller Natur und für sich schon eine "illustre" Gesellschaft, die sich tunlichst von "denen da draußen" zu isolieren versteht. Tatsächlich ist spätestens hier klar, dass wir es mit einem "Fantasy"-Film zu tun haben, in den wir allerdings Stück für Stück übergeleitet werden. Ob es da das Mädchen mit dem Affenschwanz ist - welches allerdings ganz "normal" aussieht, wenn es sich seinen langen Schwanz unterm Rock "hochgebunden" hat, die Frau, der dauernd Gließmassen wie Hände oder Beine nachwachsen, der besonders abstruse "Wolfsmensch", der eher wie ein Ungetüm mit Fell und gar nicht nach Mensch ausschaut oder die kleinen, grauen Kerlchen, die kniehoch einer Mischung aus Minizwerg und fiesen Gremlins entsprechend für die Seite der fiesen "Vampüre" im Lager des "Cirque du Freak" herumspionieren - die Welt in "Mitternachtszirkus" ist genauso bizarr wie eigentümlich. Die "Fantasyatmosphere" ist so gesehen in sich schon stimmig, die Handlung jedoch wirkt auf mich teils stark zusammengestückelt. Das liegt bestimmt daran, dass die Handlung auf dem Inhalt der ersten drei Bände der "Darren Shan"-Reihe von Darren O’Shaughnessy basiert - diese Geschichte in nur knapp 120 Minuten unter zu bringen, das Manöver glückte hier eher weniger. Was zunächst relativ "geruhsam" um sich greift, ist im späteren Teil doch recht fix filmerisch erzählt. Bis zur Filmminute 54 dauerte es z.B., dass ich die eigentliche "Welt" hinter dem Cirque du Freak richtig kennenlernte, dazu erfuhr ich vom Konflikt der Vampire gegen die Vampüre und was es damit auf sich hat auch erst recht eindeutig davon, als der Film schon eine Stunde gespielt hatte. Die restliche Zeit geht es erst dann über in den sich zuspitzenden Konflikt zwischen den verfeindeten Gruppen, eine Auseinandersetzung, die schließlich direkt in einer feindsinnigen Begegnung der einstigen Freunde Darren und Steve gipfelt .
Die "Hektik" und "Eile", die es zu Ende des Films handlungstechnisch zu erleben gibt, ist allerdings weniger schlimm als die Tatsache, dass die Handlung in sich letztlich gar nicht abgeschlossen wird, denn statt eines - für sich endenden- Kapitels endet der Film ohne ein ausgesprochenes, rundes Ende zustande gebracht zu haben.
_ Die "Vampirgrundregeln" gelten - teilweise zumindest... _
Die Vampire / Vampüre in diesem Film halten sich - abgesehen von den Dingen wie Furcht vor Knoblauch / Kruzifixen etc. - relativ eng an die klassischen (vergleiche "Dracula") , für Vampire geltenden Spielregeln.
So tut ihnen Sonnenlicht nicht gut (wenn es sich um "richtige" Vampire, nicht Halbvampire, wie Darren einer ist) handelt und Blut vom Mensch braucht auch der sanfteste Blutsauger dann und wann, möchte er nicht irgendwann kraftlos in einer Ecke sitzen.
Was allerdings genau ein "Halbvampir" ist, dazu macht der Film eher unkonkrete Aussagen - sie haben gegenüber "richtigen" Vollvampiren einige Vorteile, denn sie können es auch bei Sonnenlicht aushalten , brauchen aber auch Blut und haben nur dann die richtigen Kräfte, wenn sie "satt" sind...
== Zur DVD ==
=== Bonusmaterial ===
Neben einigen unveröffentlichten Szenen, die - so der Regisseur Paul Weitz in der hier zuschaltbaren Kommentarspur, die in englischer Sprache gehalten ist - vielfach einfach aufgrund der eh schon recht langen Filmlänge der Schere zum Opfer gefallen sind , finde ich in dem Feature "Wie wird man zum Vampir ?" nochmals diese spezielle "Sachfrage" in einem ebenso englischsprachigen Feature aufbereitet vor. In einem weiteren Feature names "Tour du Freak" bekomme ich noch einmal die illustren Gestalten des im Film vorgestellten "Cirque du Freak" mit all ihren Fähigkeiten und Eigenschaften vor Augen geführt.
=== Bild und Ton ===
"Mitternachtszirkus" entstand im 21:9 Breitbildformat - so erlebe ich auf meinem 16:9 TV schwarze Randstreifen am oberen wie unteren Bildschirmrand. Die Farben und Kontraste des DVD-Bildes sind für meinen Geschmack durchaus technisch gelungen gemastert worden, Das Bild weist auch bei dunkleren Szenen kaum sichtbare Körnung oder Artefakte auf und löst - dem PAL-Standard entsprechend - stets recht sauber und scharf auf.
Der deutsche Dolby Digital 5.1 Sound gibt sich dazu alle Mühe, in belebteren Szenen seine Qualitäten auszuspielen - dies gelingt in der Regel auch ohne Verlust einer gut gegebenen Sprachverständlichkeit. So wird die "Face Off"-Szene zwischen Darren und Steve akustisch doch recht gut ortbar aufgelöst und auch Stimmen aus dem Hintergrund kommen richtungstechnisch entsprechend gut herüber.
=== Auf einen Blick ===
* Titel: Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire
* Studio: Universal Pictures Germany
* Genre: Fantasy; Abenteuer
* Erstveröffentlichung: 12.5.2010 / Produktionsjahr: 2009
* FSK: ab 12 Jahren / Laufzeit: 104 Min.
* Bildformat: Widescreen; 2,35:1 / Tonformat: DD 5.1: Deutsch, Englisch, Türkisch
* Darsteller: John C. Reilly, Josh Hutcherson, Chris Massoglia, Jessica Carlson, Michael Cerveris, Ray Stevenson, Salma Hayek, Patrick Fugit
* Regie: Paul Weitz
* Bonusmaterial: Unveröffentlichte Szenen / Anleitung: Wie wird man zum Vampir? / "Tour du Freak"
_ Darsteller und ihre Rollen _
* Chris Massoglia: Darren Shan / Josh Hutcherson: Steve / Morgan Saylor: Annie
* Jessica Carlson: Rebecca / John C. Reilly: Larten Crepsley / Orlando Jones: Alexander Ribs
* Patrick Fugit: Evra der Schlangenjunge / Salma Hayek: Madame Truska / Ray Stevenson: Murlaugh
=== FAZIT ===
Ein großer Kritikpunkt an "Mitternachtszirkus" meinerseits ist der, dass der Film letztlich keine in sich abgeschlossene Handlung erzählt.
Das ist schon schade, wenn ich bedenke, dass "Mitternachtszirkus" von seinem Potential wirklich sehr viele gute Ideen beinhaltet und sich wohltuend vom neumodischen Image des stets sanften und einfühlsamen Blutsaugers zumindest weitestgehend fernhält. Dazu bietet der Film eine fantasievolle und interessante, teils herrlich bizarre , ganz eigene Welt verschiedenster "Freaks", die für sich ganz eigene Regeln aufgestellt haben, um sich gegen die vielen "Normalos" da draußen abzusetzen.
Diese erzählerischen Ansätze sind in diesem Film schon gut umgesetzt worden, allerdings sehr wahrscheinlich aufgrund des - meiner Ansicht nach - von vorneherein zum Scheitern verurteilteten Versuchs, drei dicke Bände aus der "Darren Shan" - Reihe in einen knapp zweistündigen Film zu pressen - letztlich nicht befriedigend in sich abgeschlossen präsentiert worden.
Einige Fragen bezüglich Darrens Entschluß, ein eigentlich gutes Leben zugunsten dem eines Halbvampirs zu opfern, um einen Freund zu retten (nach dem Motto : ich gebe mein Leben für die Rettung "seines" Lebens) darf man hier wohl auch stellen.
Dennoch: insgesamt ist "Mitternachtszirkus" nun kein wirklich schlechter Film, aber irgendwíe doch schon eher ein "unvollendeter". Eine Fortsetzung in Form eines Nachfolgefilms, der einige Andeutungen und offen gelassene Fragen aus diesem Film klärt, ist dazu derzeit wohl eher nicht geplant - denn "Mitternachtszirkus" hatte keinerlei Chance in den Kinos gegen die damals zeitgleich erschienenen "Biss"-Saga Streifen um Bella und Co. und war ein finanzielles Minusgeschäft.
So bleibt letztlich der "Vorhang geschlossen und alle Fragen offen". Ich gebe daher 3 Sternchen und eine Empfehlung für Fans von eher "fantasy"-getriebenen Filmen, sowie Menschen, die es ertragen können, dass ein Film nicht alle Fragen klärt, die man am Ende haben kann... weiterlesen schließen
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