Pro:
interessante Themen, wie Mafia
Kontra:
Handlung durchschaubar
Empfehlung:
Ja
Von Kai Meyer habe ich ja schon etliche Bücher, von denen ich die meisten auch mochte. Kein Wunder also, dass ich auch bei diesem zugegriffen habe.
***Die Eckdaten zum Buch***
Titel: Arkadien erwacht
Autor: Kai Meyer
ISBN: 978-3551582010
Preis: 19,90 Euro
Verlag: Carlsen
Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
***Über den Autor***
Kai Meyer, geboren 1969, hat viele Bücher geschrieben, die in Italien spielen – auch wenn ihm das erst bei der Arbeit an Arkadien erwacht bewusst geworden ist. Zwei seiner erfolgreichsten Romane, Die fließende Königin und Die Alchimistin, führten nach Venedig, Die Vatikan-Verschwörung spielt in Rom. Am besten gegessen hat er auf Sizilien. Arkadien erwacht ist Kai Meyers erstes Buch im Carlsen Verlag – der Auftakt zu einem neuen fantastischen Epos. (vom Schutzumschlag)
***Zum Inhalt***
Die 17-jährige Rosa kehrt in den Schoß ihrer Familie nach Sizilien zurück. Aufgewachsen ist sie in Amerika, wohin ihre Mutter nach dem Tod ihres Vaters gezogen ist. Rosa ist sehr kratzbürstig, zurückgezogen und auf Einsamkeit bedacht, Nähe zu anderen Menschen kann sie gar nicht leiden. Im Flugzeug lernt sie Alessandro kennen, der ebenfalls nach Sizilien zurückkehrt – zur Beerdigung seines Vaters.
Ihre beiden Familien haben eine Gemeinsamkeit: Sie gehören der Mafia an. Und als die beiden Teenager sich näher kommen, sind die Familien alles andere als begeistert. Denn sie sind verfeindet und es besteht nur ein sehr zerbrechlicher Nicht-Angriffs-Pakt.
Immer tiefer taucht Rosa in die Machenschaften der Mafia ein. Sie ist nicht überrascht, meist auch nicht wirklich entsetzt. Allerdings auch nicht einverstanden mit allem was sie sieht. Dass sie das Familiengeheimnis von Alessandro erfährt, nimmt sie auch nicht wirklich für ihre Tante ein. Denn einige Mafiafamilien sind auch Gestaltwandler. Und die Intrigen nehmen immer mehr zu…
***Meine Meinung***
Kai Meyer hat hier zwei eigentlich sehr interessante und spezielle Themen miteinander verwoben. Das Mafiathema wird sehr klischeehaft dargestellt. Natürlich hat die Mafia überall ihre Finger mit drin, Spitzel überall, Familien, die gegen den Schweigekodex verstoßen werden erbarmungslos ausgemerzt und manche Leute haben ihre Leichen nicht nur im Keller.
Nebenbei die hochaktuellen Gestaltwandler, wobei der Autor sich hier nicht auf Wölfe beschränkt, sondern jede Familie hat ihr eigenes spezielles Tier. Die Alcantaras, Rosas Familie, verwandeln sich in Schlangen, die Carnevares, Alessandros Clan, werden zu Raubkatzen.
So richtig in die Tiefe geht der Autor jedoch nicht. Es werden verwobene Mythen am Rande erwähnt, die Gestaltwandlung betreffend. Die Gefühle von Rosa jedoch kann man hierzu nur als unterkühlt beschreiben. Sie nimmt es hin – ist eben so. Dabei hat sie durchaus eine Gefühlswelt. Wenn es um die Geschichte geht, die ihr vor einem Jahr in den Staaten zugestoßen ist und wegen der sie das Vertrauen zu anderen Menschen verloren hat, kann sie problemlos ausflippen oder auch einen Heulkrampf kriegen.
Hier passen meines Erachtens die Reaktionen nicht wirklich zusammen.
Rosas Familie bleibt ziemlich verschwommen, ihre Schwester Zoe wirkt eher konsumorientiert und oberflächlich, ihre Tante wie eine verkniffene und verbitterte alte Schachtel, die die Zügel fest in der Hand hat.
Alessandro ist sehr sympathisch und interessiert sich sehr für Rosa, auch gegen den Widerstand der Familie stemmt er sich. Dabei hat er nicht nur gegen den Widerstand wegen Rosa zu kämpfen, sondern er soll durch den Tod seines Vaters das Oberhaupt des Clans werden. Jedoch hat sein Großcousin etliche Anhänger um sich geschart und macht ihm dieses Amt streitig. Da ist die Liebe zu der Feindin Rosa natürlich ein gefundenes Fressen.
An was das erinnert? Wie der Autor selbst auch schon gesagt hat – Romeo und Julia, nur anders. Hier liegt für mich aber ein großes Manko der Geschichte. Trotz aller Beschreibungen bleiben für mich die Personen flach und ich kann mich nicht in sie einfinden Die Geschichte der beiden ist relativ vorhersehbar, auch wenn stellenweise durchaus Spannung aufkommt. Jedoch nicht genug, um mich davon zu überzeugen, mir auch die Folgebände zu kaufen. Ich hatte das ganze Buch hindurch eher ein na ja - Gefühl, das auch nach dem Ende nicht weichen wollte.
Ich bin nicht überzeugt und kann von daher trotz der interessanten Ansätze nur 3 Sterne vergeben. weiterlesen schließen
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