Pro:
Atmosphäre, Action
Kontra:
Schauspielerisch könnte der Film besser sein, Charaktere
Empfehlung:
Ja
Zu den Feiertagen laufen ab und an mal neue Filme im Fernsehen. So etwas ist schon zu einer Seltenheit geworden, da im Grunde im TV hauptsächlich die bekannten Filme rauf und runter laufen und nur wenig neues gesendet wird, wahrscheinlich auch, weil das Fernsehen wohl kaum Geld für neue Sachen hat. Zu Ostern lief jedenfalls "Wolfman" im TV, einem Film, von dem ich nur wenig gehört habe, welcher aber interessant aussah und Anthony Hopkins als einen der Darsteller führt. Schlecht ist der Film nicht, aber einiges kommt nicht ganz so gut herüber.
Film:
Originaltitel: The Wolfman
Jahr: 2010
FSK: 16
Laufzeit: ca. 114 Minuten
Regie: Joe Johnston
Darsteller: Benicio Del Toro, Anthony Hopkins, Hugo Weaving, Emily Blunt
Story:
Lawrence Talbot (Benicio Del Toro) kehrt nach Hause zurück. Sein Bruder wurde tot aufgefunden. Er wurde von einer Bestie, einem Werwolf getötet. Lawrence stellt Nachforschungen an und trifft eines Nachts auf den Werwolf und wird von diesem schwer verwundet. Er überlebt, aber der Biß sorgt dafür, daß er selber zum Werwolf wird und Menschen tötet. Er wird festgenommen und nach London gebracht, wo ihn sein Vater (Anthony Hopkins) besucht und ihm erzählt, daß er der Werwolf ist und dazu wurde, als er in Indien unterwegs war. Er ist auch für den Mord an Lawrence´s Mutter verantwortlich. Lawrence schwört Rache und bricht aus, wird aber von Inspector Abberline (Hugo Weaving) und seinen Leuten gejagt. Werden sie ihn fassen?
Darsteller:
Benicio Del Toro spielte in "James Bond - License To Kill" und "Sin City" mit.
Anthony Hopkins ist in "Das Schweigen der Lämmer" und "Thor" zu sehen.
Hugo Weaving spielte in der "Matrix" Trilogie sowie der "Herr der Ringe" Trilogie mit.
Emily Blunt ist in "Der Plan" und "Die Muppets" zu sehen.
Regie:
Joe Johnston führte auch bei "Jumanji" und "Captain America - The First Avenger" Regie.
Meinung:
Daß der Film eine FSK 16 Freigabe bekommen hat, hat mich doch etwas verwundert, denn "Wolfman" ist ziemlich brutal. Arme und Köpfe werden abgetrennt, einem werden die Klauen durch den Hals gebohrt, wo sie durch den Mund wieder herauskommen usw. An Gewalt geizt der Film nicht. Es gibt ja zwei Arten von Horrorfilmen: Einmal jene, die auf Brutalität setzen, und die, die ohne oder nur wenige Gewaltszenen bieten, dafür aber mit Spannung und Schockszenen aufwarten können. "Wolfman" versucht beides unter einen Hut zu bekommen, aber nur bedingt funktioniert dieses. Die Atmosphäre ist top, der Film spielt hauptsächlich in der Nacht und kann so punkten, aber bei den Charakteren hapert es doch etwas. So kommt die Beziehung zwischen Vater und Sohn nur bedingt im Film vor, nur wenig wird darauf eingegangen. Die Liebesgeschichte passt überhaupt nicht in den Film, was aber auch daran liegen mag, daß Emily Blunt´s Figur der Gwen Conliffe kaum ihren Zweck erfüllt, wenn man vom Anfang und vom Ende absieht. Auch ohne diese Figur wäre der Film ausgekommen. Was die Spannung angeht, so ist diese vorhanden, doch einiges kann man schon erahnen, was aber nicht schlimm ist, da man trotzdem weiter gebannt sich den Film anschaut, um zu erfahren, wie es ausgeht. Aber auch der Schluß kann nicht ganz überzeugen und läßt auch eine Sache offen. Man kann sich da zwar seine eigenen Gedanken machen, aber ein richtiger Schluß wäre mir lieber gewesen.
Schauspielerisch kommt der Film, trotz bekannter Besetzung, nur teils überzeugend daher. Benicio Del Toro gibt seine Figur mit wenig Emotionen wider, kann aber dann in den Szenen, in denen er mehr gefordert ist, doch zeigen, daß er schauspielern kann. Anthony Hopkins ist ein exzellenter Schauspieler, daran besteht wohl kein Zweifel, aber hier hatte ich ab und an das Gefühl, als ob er seinen Text nur eben runterrasselt. Dabei kann er es doch besser. Hugo Weaving gibt seine Filmfigur wohl am lebhaftesten, denn er spielt überzeugend, während Emily Blunt nur wenig schauspielerisch zeigt, bzw. zeigen kann, da ihre Rolle sich nicht genug in den Film einfügt.
Die deutsche DVD ist ungeschnitten und bietet auch eine gute Synchronisation.
"Wolfman" hat seine Momente und kann eine gute Atmosphäre bieten, was mit brutalen Actionszenen vermischt ist. Leider bleiben die Charaktere sehr im Hintergrund, und schauspielerisch hapert es auch leider etwas. Immerhin ist der Film schnell und mit fast keinen Längen inszeniert, weswegen es auch eine Empfehlung gibt, zumal mir der Film, trotz der oben genannten Schwächen, gefallen hat. weiterlesen schließen
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