Pro:
sehr spannend, Hauptdarsteller, kein Splatterfilm
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Das Fernsehprogramm lockt ja niemanden mehr vor die Glotze. Grölende Teeniestars, Talkshows und Serienwiederholungen am Wochenende. Zeit mal wieder ins Kino zu gehen, um meine Kino Gutscheine von Webmiles einzulösen. Anlass gab es auch. Der Film "Hannibal Rising" faszinierte mich irgendwie. Vielleicht auch, weil der Hauptdarsteller meiner CSI -Lieblingsserie (William Petersen) in dem Film "Blutmond" der erste war, der Hannibal jagte. Auch der Film: "Schweigen der Lämmer" war für mich einfach großartig. Ebenso gefiel mir (allerdings mit einigen Abstrichen) auch der Nachfolger "Hannibal".
Also ging ich mit einer Bekannten, um die schöne Uhrzeit (23.00 Uhr) zu dem Gruselschocker ins Cinemax Kino in Hohenschönhausen (Berlin)
Infos zum Film
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F/UK/USA 2006
Regie: Peter Webber
Drehbuch Richard Harris
Filmlänge: 122 Minuten
FSK: ab 18 Jahre (Ich finde das ist auch berechtigt)
Filmstart 15.2.2007
www.hannibalrising.de
"Hannibal Rising" ist der vierte Hannibal-Lecter-Romans von Thomas Harris
Schauspieler
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Gaspard Ulliel als…………. Hannibal Lecter
Gong Li als ………………..Lady Murasaki
Rhys Ifans als……………Grutas
Richard Brake als ……………. Dortlich
Stephen Walters als ………….Milko
Ivan Marevich als………………….Grentz
Dominic West als …………… Inspektor Popil
Aaron Thomas als ………………………Hannibal als Kind
Helena-Lia Tachovska als …………..Mischa
Wow, was für eine schauspielerische Leistung von Gaspard Ulliel. Er verkörpert den Hannibal einfach perfekt. Ruhig, gesittet und Besonnen. Gefallen tut mir, dass auch seine Körpersprache sehr der von Anthony Hopkins in "Schweigen der Lämmer" ähnelt. Der Gang, die etwas abgespreizten Arme. Das ganze aber, ohne das es irgendwie nur nachgeahmt wirkt.
Alle anderen Darsteller verblassen neben ihn aber. Die Darsteller von Hannibal als Kind und von Mischa sind aber noch sehr hervorzuheben. Die beiden spielen wirklich sehr überzeugend.
Handlung
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Der 10 jährige Hannibal Lecter lebt mit seinen Eltern und der kleinen Schwester Mischa auf der Burg Lecter in Litauen.
1944 fliehen seine Eltern, mit den beiden Kindern und ein paar Dienstboten in die Jagdhütte im Wald. Ein russischer Panzer möchte Wasser bei ihnen auftanken. Dabei wird er von einem deutschen Flugzeug angegriffen. Dieses Wird abgeschossen und fällt auf den Panzer. Bei dieser Katastrophe kommen alle Erwachsenen ums Leben. Nur Hannibal und seine Schwester überleben.
So sind die beiden Kinder ungeschützt, als ehemalige litauische Kollaborateure in der Jagdhütte auftauchen. Die Nahrungsmittel gehen aus und der Winter ist hart. Da beschließen die Söldner, die an Lungenentzündung erkrankte, Mischa zu verspeisen. Hannibal wird das aber lange Zeit nicht mehr wissen, denn er verliert das Bewusstsein. In der nächsten Szene sehen wir, wie er Zögling in einem Waisenhaus ist. Dieses wurde im Schloss seiner Eltern eingerichtet. Er redet nicht mehr und ist ein Einzelgänger den schreckliche Alpträume plagen. Mit 17 gelingt ihm die Flucht aus dem Waisenhaus. An Hand alter Briefe will er seinen Onkel in Frankreich aufsuchen. Das gelingt ihm, aber der Onkel ist verstorben. Aber seine Frau die Japanerin: Lady Murasaki nimmt ihn auf. Er fängt an Medizin zu studieren. Und er findet sein erstes Opfer. Einen Metzger der seine Tante beleidigt hat. Mit Hilfe eines Medikamentes gelingt es ihm auch, in sein Unterbewusstsein einzudringen und die vergessenen Ereignisse um den Tod der Schwester hervorzubringen. Er malt die Mörder. Er weiß dass seine Schwester aufgegessen wurde. Von nun an beginnt er die Mörder seiner Schwester zu jagen.
Lady Murasaki, die ihn in die japanische Schwertkunst unterwiesen hat, steht dabei zwischen den Stühlen, wie man sagt. Sie versteht sein Tun, Aber sie möchte dass er die Kriegsverbrecher an den Polizisten Popil ausliefert. Mit Popil liefert sich Hannibal ein intelligentes Katz- und Maus Spiel. Dieser hat Hannibal in Verdacht, hat aber keine Beweise.
Wie es ausgeht und wer alles auf der Strecke bleibt, müsst er selber anschauen.
Effekte und Sound
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Ein düster anfangender Film, mit teilweiser schneller Kameraführung.
Düster geht der Film auch weiter, Die beängstigenden schnellen Bilder zeigen, was damals im 2. Weltkrieg geschah. Allerdings ersparen sie uns Einzelheiten, was ich als angenehm empfinde. Der Film ist blutig, ohne Frage, dabei aber kein Splatterfilm. Ich hab das Gefühl man sieht mehr Blut auf dem Gesicht von Hannibal als auf den Opfern.
Der Film schafft es unter die Haut zu gehen, ohne dabei viel Gewalt zu zeigen. Ein paar abgeschnittene Köpfe, Blutende Wunden, ok. Meine Bekannte war froh, nicht vorher gegessen zu haben. Ich dagegen fand den Film recht harmlos. Der Sound hat mir auch gefallen. Stimmig, passend zu den Szenen und nicht übertrieben.
Meine Meinung
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Die von mit im Internet gefundenen Kritiken sind nicht sehr überzeugend. Glücklicherweise hatte ich sie vorher nicht gelesen. So gingen wir recht unbefangen ins Kino. Mit wenig Erwartungen. Nur so zum Zeitvertreib, weil im Fernsehen nix lief. Und wir wurden nicht enttäuscht.
Die Spannung im Film zieht sich wirklich zwei Stunden lang hin. Ich fand keine Szene, in der ich mich langweilte. Klar, die Handlung steht eigentlich von Anfang an fest. Ich wusste das es in dem Film darum geht: "Wie Hannibal zum Monster wurde". Mehr wusste ich aber nicht. Das Buch hatte ich auch nie gelesen. Eigentlich habe ich noch nie ein Hannibal Buch gelesen (Roter Drache, Blutmond). Gaspard Ulliel fesselt einen mit seiner Darstellung unglaublich. Er verkörpert sehr überzeugend den jungen Hannibal Lecter. Anthony Hopkins war sehr gut, in der Rolle des gealterten Hannibal. Aber ich denke, das G. Ulliel auf keinen Fall schlechter spielt als er. Für junge Mädchen ist vielleicht sogar er, der Grund ins Kino zu gehen. Allerdings verblassen neben ihn alle anderen Darsteller sehr stark. Nur noch Gong Li und vielleicht Dominic West glänzen mit ihrer Darstellung. Das stört mich aber auch nicht. Denn die düsteren Bilder des Filmes nehmen mich total gefangen. Auch die spannende Handlung ist sehr gut gemacht. Der Werdegang vom sensiblen Jungen, der seiner Schwester das Essen vorkaut und es ihr dann in den Mund schiebt: zum Köpfe abschlagenden Monster ist überzeugend dargestellt. Ich kann mir das gut vorstellen, das es so gewesen sein kann. Auch wenn es nur eine Geschichte ist. Sehr gut finde ich, dass es kein reiner Splatterfilm geworden ist. Es rollen die Köpfe und es wird gemordet. Aber ohne die Bilder stark in Szene zu stellen. Hier lebt der Film von der Handlung und dem psychologischen Grusel. Als wir zum ersten Male sehen, wie Hannibal in sein Opfer beißt, ist die Kamera doch weit genug weg um uns Einzelheiten zu ersparen. Auch die Kriegseinzelheiten bleiben dem Zuschauer erspart. Dazu hören wir immer das Lied: "Ein Männlein steht im Walde - ganz still und stumm". Am Anfang weiß man noch nicht, was das bedeutet, aber der Zuschauer wird es erfahren.
Das man hier keinen hohen intellektuellen Anspruch an den Film stellen darf, dürfte jeden klar sein. Aber Kino hat auch die Aufgabe zu unterhalten und einmal von der Realität abzulenken oder gar in andere Welten zu entführen. Hier werden wir in die Seele von Hannibal geführt. Manchmal möchte man aber noch etwas mehr erfahren. So z.B. wie der Inspektor Popil seine Familie verlor. Oder was am Ende aus der Lady Murasaki wird. Hier endet der Film leider offen. Denn am Ende ist Hannibal in Amerika angekommen, um "Einen Kopf abzuholen".
Vielleicht schwächelt der Film hier etwas. Aber das gibt Hoffnung auf einen weiteren Teil.
Bei diesem Darsteller, geht meine Bekannte sofort wieder mit ins Kino. Die zwei Stunden verflogen jedenfalls wie im Fluge. Hier sollte man einmal Mut haben, die schlechten Kritiken überlesen und sich den Film selber anschauen. Ich finde: Es lohnt sich.
Allerdings muss ich gestehen, "Das ich jetzt irgendwie das Gefühl habe: Das Hannibal das Opfer ist". Man sieht das Monster jetzt mit anderen Augen und muss aufpassen, das man nicht vergisst, die Grenze zwischen: Gut und Böse zu überschreiten. Denn in diesem Film scheint sie etwas zu verschwimmen.
Kurzes Fazit
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Ich hatte nicht sehr viel erwartet von dem Film, das gebe ich zu. Bekommen habe ich zwei Stunden Hochspannung. Im ganzen Kino (das leider wenig gefüllt war) war es mucksmäuschenstill. Diesen Kinobesuch habe ich nicht bereut. Irgendwie versteht man nun, wie ein sensibler, mitfühlender Mensch zu einem Kannibalen werden kann. Und man fragt sich die ganzen 2 Stunden: "Wer ist hier eigentlich der wirklich Schuldige?" Auch wenn man die Taten Hannibals mit Grauen sieht, so versteht man sie doch irgendwie und fühlt teilweise mit ihm. Von mir kann es hier nur die Höchstnote und Weiterempfehlung, nicht nur an "Hannibal Lecter Freunde geben.
VIELEN DANK für Euer Lesen, Kommentieren und Bewerten.
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BERLIN, 13.08.2007
Es grüßt alle Leser: Bluebirdunfa
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