Pro:
+ gute Darsteller + origineller Plot + geradlinige Erzählweise des Films
Kontra:
ein paar Handlungswiederholungen - kleiner Spannungsabfall zur Mitte hin...
Empfehlung:
Ja
In Zeiten des weitgehend bargeldlos gewordenen Zahlungsverkehrs haben viele Mitmenschen größere Summen an Bargeld (auch "Cash" genannt) bestimmt noch nie in den Händen gehabt. Doch um eine große Summe an "Cash" geht es just in dem 2009 von Stephen M. Anderson inszenierten Streifen mit Sean Bean in der Hauptrolle. Der hier vorgestellte Film "Ca$h" ist übrigens nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2008 aus französischer Produktion, der aber eine vollkommen andere Geschichte erzählt. Ist der "2009´er Ca$h" aber überhaupt sehenswert ?
=== So kam ich zu dieser DVD ===
"Ca$h", bzw. die DVD davon fand ich vor einiger Zeit in einer "Ramschkiste" in meinem lokalen Saturn-Markt für 3 € im Angebot...
== Ca$h (2009) ==
=== Darum geht es ===
Alles Gute kommt von oben - stimmt nicht immer, wohl aber im Fall des Ehepaars Sam ( _ Chris Hemsworth_ ) und Leslie Phelan ( _Victoria Profeta_ ). Scheinbar haben sie in der Tat das "große Los" gezogen, als sie zufällig Zeuge werden, wie ein Koffer unvermittelt von einer Highway-Brücke herabfliegt - und direkt auf der Motorhaube des verdutzten Sam landet. Sam und Leslie können es kaum fassen, als sie den "herrenlos" gewordenen Koffer öffnen, denn sie finden nicht etwa Tand wie schmutzige Unterwäsche oder sonstigen "Kram" vor, nein, der Koffer beinhaltet in schön gebündelten Scheinchen Cash in einer Summe von über 600.000$ .
Der unverhoffte Fund könnte für die beiden in keinem passenderen Moment kommen und scheint förmlich ein "Geschenk des Himmels" zu sein, denn aktuell stehen ihnen gerade die Schulden gerade bis zum Hals.
_ Glück und Glas... _
Doch das unverhoffte Glück währt nicht lange. Wenige Tage nach dem "Glücksfund" taucht ein grimmig dreinschauender Mann names "Pyke" ( _Sean Bean_ ) auf.
In einer ruhigen, aber dafür umso nachdrücklicheren Art und Weise stellt Pyke klar, dass der Geldkoffer ihm gehört - und natürlich dessen gesamter Inhalt, den er von den beiden nun zurückfordert.
Doch da gibt es ein großes Problem, denn Sam und Leslie haben in der Zwischenzeit bereits knapp 75.000 $ des Geldes ausgegeben.
Pyke "besteht" natürlich auf die Rückgabe der gesamten 600.000 $ und damit der fehlende Betrag auch wirklich bei ihm ankommt, will er ihnen "behilflich" sein, diesen innerhalb der nächsten fünf Tage aufzutreiben.
Doch diese Art von "Hilfe" ist doch eher eine auf die die Beiden verzichten könnten, denn "Pyke" treibt das Pärchen gnadenlos und ohne Rücksicht auf eine atemlose Cash-Jagd, bei der sie Dinge tun, die sie nie für möglich gehalten hätten. Dabei ist klar: ein Zurück gibt es nicht, wollen Sam und Leslie sich nicht bald die Radieschen von unten betrachten...
=== Charaktere und Darsteller ===
Der Film kommt im Kern eigentlich mit dem sich aus der Situation des Geldfundes von Sam und Leslie bedingten "Beziehungsdreieck" zwischen Sam und Leslie Phelan wie dem Gangster "Pyke" aus. Dieses "Dreieck" bestimmt letztlich den Großteil des Handlungsverlaufes von "Ca$h". "Pyke" bringt _Sean Bean_ schon als fast "übercoolen" Gauner, der in einer ruhigen, bestimmten Art deutlich zu machen versteht, was er genau möchte.
Dabei versteht er sich als "Abräumer" für seinen Zwillingsbruder Reese (den _Sean Bean_ ebenso spielt), der, wie sich herausstellt, es war, der den Koffer mit den 600000 $ auf seiner Flucht vor der Polizei nach einem Bankraub aus seinem Fluchtauto warf, einfach, um die "Beute" zu retten. "Pyke" springt nun ein, die verloren gegangene Beute für die Brüder sicherzustellen.
Pyke sendet dafür gegenüber dem Ehepaar Phelan ein klares Signal aus: macht besser, was ich sage, es ist besser für euch. Durch diese "klare Ansage" macht er besonders bei Leslie Eindruck, die sich von Pyke zu Tode geängstigt sieht. Leslie dient so "Pyke" dem etwas weniger eingeschüchterten Sam gegenüber als gewisses Druckmittel. "Pyke" bestimmt so ganz klar das Handeln der Phelans, die schließlich - um den Druck noch weiter zu erhöhen - von Pyke noch eine "Deadline" von fünf Tagen bekommen haben, in welchen sie das von ihnen bereits ausgegebene Geld beibringen sollen. Pyke versteht sein Tun sogar noch als "menschenfreundlich", schließlich gibt er den Phelans noch Tipps, wie sie am besten den Laden "ausnehmen" können, worauf sie zu achten haben etc. pp. Im Prinzip lehrt Pyke die "Phelans" zum "Shoplifting", also Ladenraub, an. Leslie muss dabei genauso mitziehen wie ihr Mann Sam - dabei müssen sie sichtlich besonders vor ihrer ersten Tat über einen Schatten springen - doch nachdem der erste Raub erfolgreich absolviert wurde, bemerken die beiden, dass es doch "gar nicht so schlimm" war, wie sie dachten. Doch weil ihre Ausbeute aus den Kassenrauben der von ihnen "hochgenommenen" Läden eher gering ist, wird irgendwann absehbar, dass es ihnen auf diese Weise nicht gelingen wird, den von Pyke eingeforderten Betrag in voller Höhe zu ergaunern. Zudem nimmt der Druck auf sie immer weiter zu, weil die Polizei wegen der Vielzahl der Überfälle schon längst auf ihren Spuren ist...
=== Das macht diesen Film aus ===
"Ca$h" ist von seinem ganzen Aufbau her schonmal ein sehr geradliniger Film. Ohne Zier und Schnörkel kommt der Streifen "gleich zur Sache" und steigt da ein, wo die Probleme für Sam und Leslie beginnen sollen - eben mit dem Fund des Geldkoffers. Auch die sich darauf aufbauende Geschichte mit dem Zusammentreffen des Ehepaars mit dem ruhigen, aber unmissverständlich "fies" aufgelegtem Gauner "Pyke" erzählt der Film auch themenbedingt ohne große Rückblenden oder psychologisierende Momente. Stets bleibe ich als Zuschauer auf "Ballhöhe" der Ereignisse, die auf klarem Betreiben des sich als eine Art "Schuldeneintreibers" aufspielenden Pyke hin das zuvor vollkommen unbescholtene, aber genauso vollkommen verschuldete Ehepaar Phelan bald zu Serien-Shopliftern und schließlich auch Bankräubern machen soll. Dabei nimmt sich der Film bei aller zur Schau gestellter, und in Gestalt den Phelans eingeimpfter, krimineller Energie selbst durchaus nicht allzu ernst. Für mein Dafürhalten wird aber letztlich nicht ganz deutlich, ob „Cash“ nun ein reiner Gangsterfilm sein möchte oder doch eher eine Satire darauf. Es gibt sowohl einige auch komödiantische Momente wie auch teils "thrillige" Szenen zu sehen. Ein stärkerer Mut zur einen oder anderen Richtung hätte für mich das Sehvergnügen noch gesteigert, so blieb für mich dann und wann auch unklar, welche Haltung oder Einstellung ich denn bitteschön nun dem Film gegenüber einnehmen sollte. Kein Zweifel, der Film funktioniert in gewisser Weise schon als "Thriller", denn die Notlage des Ehepaars Phelan, die "Pyke" selbstgerecht für sich zu nutzen versteht, zeigt hier durchaus Menschen in einer Ausnahmesituation, in der sie vermeintlich alles tun, um letztlich zu überleben. Die Story an sich finde ich allerdings von der Grundidee sehr originell, wenngleich sich die Spannung durch einige im Film vorkommende "Wiederholungen" doch bald ein wenig abbaut - bis zu einem (für mich irgendwie doch erwartbaren) Twist, der letztlich das Ende der Geschichte einläutet.
== Zur DVD ==
=== Bonusmaterial... ===
... welches ich für "erörterungsfähig" erachten würde, finde ich im "Extras"-Teil der DVD leider keines vor. In diesem Untermenu kann ich mir lediglich den Original-Kinotrailer und eine "Trailershow" zu diesem Film anschauen - witzlos, wenn ich mir gerade ohnehin den kompletten Film angeschaut habe...
=== Bild und Tonqualität ===
Die Bildqualität der DVD finde ich insgesamt recht ordentlich. Farben und Kontraste sind in eher kalten Farben gehalten - ein Stilmittel des Regisseurs offenbar. Der Film wurde - was eher selten ist - im 16:9 Format produziert - schwarze Randstreifen sind auf einem HD-Fernseher somit nicht zu beobachten.
Die Tonqualität der deutschen Tonspur finde ich hinsichtlich der Raumklangtiefe ebenso recht gut. Zwar habe ich nicht durchgehend eine hohe und klar ortbare Akustik wahrgenommen, in hektischen Szenen der "Shoplifts" der beiden "Nachwuchs-Gangster" Sam und Leslie kommen aber einzelne Geräuschpartien und Sequenzen doch mit ordentlicher Ortbarkeit über die Boxen, wobei die Sprachverständlichkeit stets gut gegeben ist.
=== Auf einen Blick ===
* Titel: Ca$h
* Studio: Ascot Elite Home Entertainment GmbH
* Genre: Thriller & Krimi; Action
* Erstveröffentlichung: 18.3.2010 / Produktionsjahr: 2009
* FSK: ab 16 Jahren / Laufzeit: 107 Min.
* Bildformat: 16:9; 1,78:1 / Tonformat: DD 5.1: Deutsch, Englisch; DTS 5.1: Deutsch
* Darsteller: Sean Bean, Chris Hemsworth, Glenn Plummer, Victoria Profeta, Mike Starr
* Regie: Stephen M. Anderson
* Zusatzinfo: Originaltrailer;Trailershow
_ Darsteller und ihre Rollen _
* Sean Bean: Pyke Kubic / Reese Kubic / Chris Hemsworth: Sam Phelan / Victoria Profeta: Leslie Phelan
* Mike Starr: Melvin Goldberg / Glenn Plummer: Glen the Plumber / Antony Thekkek: Bahadurjit Tejeenderpeet Singh / Michael Mantell: Mr. Dale
== FAZIT ==
Zusammenfassend hat mir "Ca$h" gerade wegen der originellen Grundidee doch gut gefallen. Die Umsetzung des Films ist ebenso doch gelungen. _Sean Bean_ als übercool-überlegt agierender und - in seinem Selbstverständnis - dabei noch "hilfreicher" Verbrechensberater und - antreiber hat mir jedenfalls schon gut in seiner Rolle gefallen und auch _Chris Hemsworth_ steht wie _ Victoria Profeta_ hier nicht viel nach. Nach einem sehr spannenden Beginn fiel für meinen Geschmack der Spannungsbogen wegen dann doch einiger kleiner "Wiederholungen" in der Handlung ein wenig ab. Überzeugt hat mich wiederum die klare Erzählstruktur und die damit verbundene, schnörkellose Erzählweise des Films. Insgesamt gebe ich knappe vier Sternchen, wenngleich die DVD streng genommen überhaupt kein ernst zu nehmendes Bonusmaterial bietet.
Für Thrillerfans durchaus ein annehmbares Sehvergnügen... weiterlesen schließen
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