Pro:
doch recht große Unterschiede zur Ursprungsfassung, überzeugende Darsteller
Kontra:
den großen Knaller sucht man in der Handlungsoffenbarung eher vergeblich
Empfehlung:
Ja
Seinerzeit von einer Free-TV Ausstrahlung des 1987er Filmes vollends gebannt, kam ich um den Erwerb des im Jahre 2009 publizierten Remakes von
ldquo;The Stepfather&ldquo nicht umhin. Bereits auf der DVD-Rückseitenbeschreibung fällt rasch auf, wie viele Eckdaten Regisseur Nelson McCormick von dem einstigen Regiewerk seitens Joseph Ruben verändert hat. Während es anno dazumal die Tochter war, die dem neuen Freund ihrer Mutter nicht über den Weg traute und eigene Recherchen an Land zog, ist es nun der erwachsene Sohnemann Michael Harding (Penn Badgley), der dem plötzlichen Familienzuwachs in Gestalt von David Harris (Dylan Walsh) nicht über den Weg traut.
Wie der Zuschauer bereits in den ersten Filmszenen auf überaus gelungene Art und Weise erfährt, ist Mutter Susan (Sela Ward) hiermit auch bestens geraten ~ die Handlungszusammenfassung auf der DVD hingegen offenbart diesen Umstand nicht, so dass ich selbst ebenfalls auf nähere Informationen verzichten werde.
Je mehr sich Michael darauf versteift, dass mit David etwas nicht stimmt, so mehr droht er sich schließlich von seiner Freundin Kelly (Amber Heard) zu entfernen, die die Verschwörungstheorien ihres keinesfalls ernstzunehmen gedenkt und auch die nahezu hierarchischen Moralvorstellungen des künftigen Stiefvaters als unbedenklich einstuft.
Ein kleiner Erziehungsfehltritt Susans jüngeren Sohn gegenüber stimmt die Familie nur kurzzeitig skeptisch, während insbesondere für den mitwissenden Zuschauer die Atmosphäre immer beklemmender wird...
===Die Umsetzung=== gewinnt gegen die Version der 80er Jahre natürlich an Erotik, hollywood-mäßigerer Überzeugungskraft wie Tempo und nicht zuletzt Zugkraft. Bereits in der 18.ten Filmminute bangt der Zuschauer um die Protagonisten, von denen ausschließlich das Töchterchen, an deren Namen ich mich nicht einmal mehr erinnern kann, etwas zu blass gezeichnet wurde.
Dadurch, dass ich mit dem Inhalt der Original-Vorlage, die in meinem Haushalt obendrein noch irgendwo als VHS herumschwirrt, durchaus vertraut bin, war ich ein wenig skeptisch, ob mich das Remake überhaupt packen können würde. Zugleich schwebte die Befürchtung im Raum, einen eigentlich sehr guten Film in völlig verhunzdümpelter Form untergejubelt zu bekommen ~ Kenner mögen hierbei an _„Freddy (2010)“_ oder gar Rob Zombies _„Halloween 2“_ denken.
Drehbuchautor J. S. Cardone verstand es jedoch, lediglich die Dinge zu ersetzen, die durchaus ersetzt werden konnte, ohne dem Ursprungswerk etwas an Raffinesse zu rauben. Dass somit der Umstand einhergeht, beinahe sämtliche Frauen als überaus naiv darzustellen, mag man dem 98minütigen Thriller nicht zuletzt Dank der bravourös gewählten Besetzung definitiv verzeihen.
Obschon aller Vermutung nach viele Entwicklungen en Detail durchaus auf der Hand liegen, minimale Logiklöcher (ein Taxifahrer, der sich nicht wundert, dass die Fahrt zum Flughafen ins Wasser fällt und obendrein scheinbar nicht einmal bezahlt wird; ein Immobilienbüro, welches bei Einstellung der Mitarbeiter nicht nach einem Ausweis fragt) ihren Platz fanden und selbst das Ende hinsichtlich des Umstandes, das manches wirklich allzu sehr an John Carpenters Pilotfilm _„Halloween“_ erinnert nicht sonderlich überraschend daherkommt, ließ sich _„Stepfather“_ für mich sehr gut gucken.
Langeweile gibt es nicht; das Erzähltempo wird konstant spannend gehalten sowie von der filmischen Begleitmusik seitens Charlie Closer, der ebenfalls für die Musikauswahl für _„Saw“_ verantwortlich war, bestens untermauert.
Szenen, in denen man sich wunderbar erschrecken darf, sind meines Empfindens nach großzügig verteilt geplant gewesen, funktionierten für mich persönlich jedoch lediglich an einer einzigen Stelle vollends.
Gewalt, Blut oder Erotik wird rigoros angedeutet statt in Großaufnahme dargeboten ~ ein Entscheid, der die Finesse des Thrillers durchweg auf seinem filigran gepflasterten Weg belässt.
===Die DVD an sich=== trägt somit das '''FSK16''' Label, während sich die '''Sprachauswahl''' auf Deutsch wie Englisch beschränkt sowie entsprechende Untertitel beinhaltet.
Also '''Bonusmaterial''' fanden hier der typische '''Audiokommentar ein paar Trailer, ein knapp 15minütiges '''making of der Blick auf die '''Visualisierung der Stunts''' sowie die sog. bdquo;Gag Reel&ldquo ihren Platz, bei welchem es sich schlicht und ergreifend um ein paar (z. T. absichtlich) verpatzte Szenen handelt. Fand ich persönlich ganz witzig gemacht, sehenswert und sympathieverstärkend, was die Darsteller anbelangt.
===Summa summarum=== mag ich lediglich darüber mäkeln, wie viele Zufallsbegegnungen man(n) scheinbar planen kann, während die Frauen des Landes offensichtlich alle mit einer gewissen Leichtgläubig- bishin Leichtsinnigkeit ausgestattet sind.
Die Frage, ob _„Stepfather“_ an das rund 25 Jahre alte Original heranreicht, stelle ich persönlich mir in diesem Fall nicht ~ ich will es gar nicht erst, zumal sich verbesserte Special-Effekte respektive neue Handlungs-Möglichkeiten Dank der zwischenzeitlich auf den Markt geworfenen Handys kaum mit einer doch irgendwie intensiveren Charakterzeichnung auf eine Waagschale legen lassen.
Den obskuren '''Kaufpreis in Höhe von 7,68 Euro''' bereue ich tatsächlich nicht und würde ferner mit den Worten schließen wollen, dass es sich durchaus lohnen könnte, beide Veröffentlichungen direkt hintereinander anzusehen.
Und ich denke, das mach ich jetzt einfach auch. weiterlesen schließen
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