Pro:
Schauspieler, Spritzigkeit, regt auch zum Nachdenken an.
Kontra:
tw. etwas hölzern
Empfehlung:
Ja
Hallo meine Lieben,
letzten Samstag feierte ich mit meinen Kindern ein besonderes Fest. Vor genau zehn Jahren sind sie als Pflegekinder in unser Haus gezogen und da haben wir beschlossen, den ganzen Tag nur wir vier, also Mama, Papa, Kind und Kind zu Hause zu verbringen, zu naschen, was wir wollen, zu spielen, was wir wollen und im Fernsehen ansehen, was wir wollen.
Einer der Filme, für den wir uns schlussendlich entschieden haben, war
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****JULIE & JULIA****
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der sicher schon zwei Monate unangesehen in unserem Videoschrank stand. Irgendwie habe ich ihn zwar gekauft, nie aber wirklich Lust gehabt, ihn anzusehen. An diesem Tag passte es aber sehr gut und daher haben wir uns dazu entschlossen, mit wenig Erwartung meinerseits, muss ich zugeben.
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****INHALT****
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Julie Powell steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag und ist irgendwie mit ihrem Leben nicht zufrieden. Obwohl es privat sehr gut passt, bietet ihr der Beruf keine Entfaltungsmöglichkeiten, setzt sie unter Druck und macht ihr keine Freude. Noch dazu muss sie mit ansehen, wie ihre Freundinnen, die sie eigentlich gar nicht wirklich mag, karrieretechnisch an ihr vorbeiziehen und ihr das auch noch fleißig unter die Nase halten.
Ihr absoluter Traum ist es, Schriftstellerin zu werden, doch davon scheint sie weit entfernt zu sein. Eines Tages stiftet sie ihr Ehemann dazu an, doch einen Blog zu schreiben. Nun wird nur noch ein Thema gesucht und das ist eigentlich auch schnell gefunden, es soll um Rezepte gehen. Nein, nicht irgendwelche Rezepte, sondern die Rezepte der großen Julia Child, einem Idol Julies seit ihrer Kindheit. Sie beschließt, alle die Rezepte, die im Kochbuch „Mastering of the art of French cooking“, und zwar ganze 521, nachzukochen und darüber in ihrem Blog zu schreiben. Um dieses Mal sicherzustellen, dass sie auch eine Sache wirklich durchziehen kann, setzt sie sich in Limit. In 365 sollen diese Rezepte gekocht und auch verkostet werden.
Nach anfänglicher Begeisterung ihres Mannes, gerät die Ehe immer mehr unter Druck und je berühmter Julies Blog wird, umso schlechter steht es um ihr privates Leben. Wird Julie beides meistern können?
Die zweite Hauptfigur ist Julia Child. Sie lebt kurz nach dem zweiten Weltkrieg zusammen mit Paul, ihrem Mann in Paris, und auch sie besitzt die große Leidenschaft des Kochens, insbesondere die der französischen Küche.
Nachdem Julia einige Hindernisse überwunden hat, etwa, dass sie in einer Kochschule unterrichtet werden darf, wo eigentlich nur Männer sind, und nachdem sie das Zwiebelschneiden perfektioniert hat, gelingen ihr die besten Gerichte, die Frankreich zu bieten hat.
Auf einer Veranstaltung lernt sie zwei Damen kennen, die seit einiger Zeit versuchen, ein Kochbuch zu schreiben. Julia schließt sich ihnen an, weil sie bereits die Erfahrung gemacht hat, dass es kein englischsprachiges Kochbuch für die französische Küche gibt.
Es dauert lange, bis das Buch, das sich über mehrere hundert Seiten erstreckt, auch wirklich fertig wird und verlegt werden kann und auf diesem Weg begleiten wir Julia Child.
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****DATEN ZUR DVD****
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"Julie & Julia". USA 2009
Regie: Nora Ephron
Drehbuch: Nora Ephron
Darsteller: Meryl Streep, Amy Adams, Stanley Tucci, Chris Messina, Linda Emond, Helen Carey
Länge: 118 Minuten
FSK: keine Altersbeschränkung
Sprachen / Ton: Deutsch und Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Deutsch für den Kommentar
Bild: 16:9
Ländercode: 2
Preis: € 6,95 bei Amazon
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****BONUSMATERIAL****
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Ich liebe DVDs mit gutem Bonusmaterial und das ist hier auf jeden Fall vorhanden. Vor allem das „Making of“, das fast 30 Minuten dauert, ist sehr ansprechend. Wir lernen Julie kennen, die echte Julie, die ihre Meinung zum Film und ihre Erlebnisse kundtun. Wir erfahren wie Meryl Streep und Amy Adams zu ihren Rollen stehen und sie geizen auch nicht mit der Information, wie viel zu zugenommen haben während der Dreharbeiten.
Die Entstehungsgeschichte des Films bringt einem meiner Meinung nach den Film viel näher und versteht Dinge klarer, die im eigentlichen Film noch fraglich waren, z.B. dass die Figur der Julia Child die ist, die sich Julie Powell vorstellt und nicht unbedingt die sein muss, die Julia Child auch wirklich war.
Bis zum Making of war mir persönlich auch nicht bewusst, dass es sich hier um eine wahre Geschichte handelt, denn ehrlich gesagt haben mir beide Namen absolut nichts gesagt.
Weiters gibt es ein Audiokommentar von Regisseurin Nora Ephron, das auch deutsche Untertitel führt.
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****MEINE MEINUNG****
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Wie bereits oben erwähnt, konnte ich mit dem Film vorerst nicht viel anfangen. Das einzige, das ich wusste, war, dass Meryl Streep dafür mit dem Oscar nominiert wurde und da ich die Leistung von Meryl Streep schätze, wollte ich mir diesen Film auch „irgendwann“ einmal ansehen. Als Amazon ihn dann für den Preis von € 6,95 angeboten hatte, überlegte ich nicht lange und schlug zu. Erwartet habe ich mir allerdings nicht viel.
Im Nachhinein habe ich den Film anders gesehen. Es war total interessant, dass es sich hierbei um eine wahre Geschichte handelt. Es geht natürlich oberflächlich gesehen hauptsächlich um das Kochen, doch hier sind wir Zeuge, wie zwei unterschiedliche Frauen, die eine Leidenschaft verbindet, ihren Platz im Leben suchen und schlussendlich auch finden.
Ich fand, dass der Film gespickt war mit Themen, die auseinandersetzungswürdig sind. So etwa fragt sich Julie, ob es eigentlich normal sei, dass sie ihre Freundinnen nicht leiden kann. Weiters denke ich, dass es interessant ist, wie man mit dem ständigen Wohnortwechsel zurecht kommt, den Julia immer zuliebe ihres Mannes mitmachen musste – und wo ihr Herz doch immer in Paris geblieben ist.
Die Darstellung der beiden Schauspieler war sehr gut, obwohl meiner Meinung nach nicht oscarverdächtig. Dass Meryl Streep doch nominiert wurde, ist eine Überraschung. Doch dass Meryl ihr Handwerk versteht, das steht außer Frage. Sie spielt die zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftige und seltsame Julia Child mit der Leidenschaft, die sie auf all ihre Rollen überträgt und ich denke, dass sie dadurch auch so gut beim Publikum ankommt.
Amy Adams ist der frische Wind in dem Film, der zugegebenermaßen etwas langatmig ist, was ob der 118 Spielminuten auch nicht verwunderlich scheint. Ich kannte Amy Adams schon von anderen Rollen, etwa von Wedding Date, wo sie nur eine Nebenrolle hatte, und es ist erfrischend zu sehen, dass sie sich jeder Rolle gut anpassen kann. Sie ist eine wunderschöne Frau, aber sie brüstet sich nicht damit und das finde ich sehr sympathisch.
Grundsätzlich ist es wohl ein Frauenfilm, obwohl meine Kinder und sogar mein Mann durchaus positives über den Film gesprochen haben.
Ich persönlich finde es schade, dass es Julie nie möglich war, Julia persönlich kennenzulernen. Im Film kommt heraus, dass Julia von Julies Blog bei weitem nicht so angetan war als die übrigen Leser.
Der Film ist unterhaltsam, witzig und warmherzig zugleich, obwohl er meiner Meinung nach ab und ein wenig hölzern erscheint. Irgendwie fehlt der großartige Bogen, der sowohl die Haupt- als auch die Nebenschauplätze umspannt. Daher ein Punkt Abzug von mir aber durchaus eine Empfehlung für einen gemütlichen Winterabend.
Wie immer lieben Dank für’s Lesen, Bewerten und Kommentieren,
eure Dani weiterlesen schließen
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