Pro:
Gewaltszenen
Kontra:
Keine Spannung, kein Thrill, Wirrer Ausbau, Abänderungen, unglaubwürdig
Empfehlung:
Nein
Meine Meinung zum Buch kennt ihr ja bereits: Schade um`s Papier. Gelbe Seiten fand ich um einiges interessanter und um beide Folgebücher werde ich einen sehr großen Bogen machen. Dennoch war ich aber ziemlich neugierig auf die Verfilmung von Verblendung. Wie würde Niels Arden Oplev das Buch auf die Leinwand zaubern und vor allem, wie will er die Szenen umsetzen, die im Buch so zäh, langweilig und unspektakulär waren.
Kurz zum Inhalt
Harriet Vanger verschwindet spurlos bei einem Familientreffen von einer Insel und bleibt auch verschwunden, bis der Journalist Mikael und seine kleine Goth - Computer - Freak - Hackerin zu ermitteln beginnen. Der Alte Vanger, (ja, es ist ihr Onkel) bekommt jedes Jahr eine Blume in einem Rahmen geschickt und ist der Meinung, diese kann nur von Harriet oder ihrem Mörder sein. Mikael glaubt nicht so wirklich daran, dass sie nach so langer Zeit einen Erfolg im Falle Harriet verbuchen können, aber er will es dennoch versuchen. Und tatsächlich .. Sie stoßen auf .. Ja, auf was eigentlich? Auf Wirtschaftskriminalität, Aktien, 3000 Konten, die auf der ganzen Welt verteilt sind, Missbrauch, ein Folterkeller und viele tote Frauen, die jeweils von einem Bibelzitat geschmückt wurden.
Vom Buch ( das ich absolut schlecht fand ) zum Film ( den ich auch schlecht fand )
Oh mein Gott... Die Besetzung war ein absoluter Schock. Obwohl ich das Buch in einem Zustand von Wut, Langeweile und absoluter Enttäuschung gelesen habe, hatte ich dennoch eine Vorstellung, wie die Protagonisten auszusehen haben. Vor allem wie Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander auszusehen hat. Eigentlich mag ich es sogar lieber, wenn man sich von den Schönlingen in Filmen fernhält. Aber Michael Nyqvist ist eine absolute Fehlbesetzung. Absolut. Wo die den ausgegraben haben, ist mir ein Rätsel. Aber lässt sich nun nicht mehr ändern. Auch Lisbeth Salander habe ich mir vor meinem geistigen Auge absolut anders vorgestellt. Vor allem jünger. Nur die Vanger Familie trifft wohl den Nagel auf den Kopf.
Im Film wurden einige Szenen komplett anders dargestellt. Martin Vanger stirbt auf eine ganz andere Art und Weise, als im Buch. Mikael, ach nein, Kalle ist nun Nichtraucher usw. Was mich aber nicht wirklich gestört hat. Natürlich ist mir klar, dass auch nicht alle Szenen verfilmt werden konnten. Dies würde absolut den Zeitrahmen sprengen. Jedoch wurden hier viele Hauptinformationen weggelassen, die für reichlich Verwirrung sorgen, wenn man das Buch denn nicht gelesen haben sollte. Es öffnen sich im Film ganze Logikkrater, die im Buch nur als kleine Logiklücken zu bezeichnen waren.
Die Story tröpfelt also so vor sich hin und ergibt, wie auch im Buch nur wenig Sinn. Ich musste mir auch ständig wieder diese Frage stellen, ob es sich bei Mikael, der plötzlich im Film Kalle heißt, um einen Spezialagenten handelt, der einen Fall in einigen Tagen lösen konnte, wo andere auch nach 30 Jahren kein Stück weiter gekommen sind. Also doch ein Spezialagent, mit Decknamen Kalle Blomkvist.
Der Augenmerk des Filmes liegt meiner Meinung nach sowieso auf einem ganz anderen Gebiet. Da die Story so langweilig, unlogisch und sprunghaft ist, fehlt es dem Film absolut an Spannung. Dieses Fehlen an Spannung wollte man wohl mit der Darstellung exzessiver Gewalt (Analpenetration), Vergewaltigung und brutaler Körperverletzung kompensieren. Der Eindruck wird schnell vermittelt, dass es sich bei Lisbeth Salander um ein absolutes Opfer handelt, die sich immer wieder verprügeln und vergewaltigen lassen musste. Der Fokus liegt also ganz klar auf Gewalt - und Sexszenen, um den schrottigen Rest einfach auszublenden.
Daten zum Film
Titel: Verblendung
Darsteller: Noomi Rapace, Sven-Bertil Taube, Peter Haber, Lena Endre
Regisseur: Niels Arden Oplev
Format: Blu Ray. Natürlich ist hier das Bild ziemlich scharf und auch der Ton kann sich durchaus hören lassen. Aber bei diesem Film hätte man natürlich auch die DVD kaufen oder leihen können. Obwohl die Blu Ray auch schon zu einem Preis von 6 Euro gekauft werden kann.
Sprache: Schwedisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 147 Minuten
Extras: Auch die Extras fallen hier sehr mau aus. Lediglich ein Interview und einige Trailer findet man auch der Blu Ray. Eigentlich das Gleiche, wie auf der DVD. Ziemlich enttäuschend. Hier hätte ich mir mehr erwartet, vor allem hätte mich interessiert, wie Niels Arden Oplev auf die Idee gekommen ist, einige Szenen vollkommen anders darzustellen. Ob er das Buch auch gelesen hat und und und?
Mein Fazit
Meine Neugierde wurde befriedigt. Der Film ist genauso mies und langweilig wie das Buch. Wer hätte es gedacht?! Nur im Film liegt eben der Fokus auf den Gewalt - und Vergewaltigungsszenen, die ziemlich heftig waren. Die Schauspieler waren zum größten Teil falsch besetzt und ihre Leistung brachte nur zwei Ausdrücke zum Vorschein. "Au, mein Popo & was bin ich doch verwundert!" Die Blu Ray bietet dazu nicht mal ein Wendecover. Was für eine Enttäuschung! weiterlesen schließen
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