Pro:
Lage, Atmosphäre, Essen, Essen, Essen, Getränke, Poolanlage, Animationsangebot wenn man es nutzen will.
Kontra:
man müsste mal suchen ob man was findet
Empfehlung:
Ja
Der Urlaub für eine Familie mit 3 fast erwachsenen Kindern will gut geplant sein, denn sonst wachsen einem die Kosten schnell über den Kopf. In den letzten Jahren gab es deswegen entweder Campingurlaub oder wir haben uns für Ferienwohnungen bzw. Billigbusreisen entschieden.
Zum 50. Geburtstag meiner Frau sollte es aber etwas Besonderes sein, ohne Frühstücksvorbereitung durch Mama oder Diskussionen wer denn nun wann den Tisch abräumt. Wir buchten beim Alltours-Reisebüro einen Flug nach Fuerteventura in das Barcelo Hotel Jandia Playa. Eine Woche All Inclusive für 2 Erwachsene unsere 16 und 17 Jahre alten Töchter und unseren 13-jährigen Sohn für den stolzen Preis von 3550 EUR. Abflugtag war der erste Feriensamstag der Osterferien, zugleich der Geburtstag meiner Frau.
Das tat zunächst weh, denn Urlaub in dieser Preisklasse ist für uns eigentlich nicht drin, zumal wir der ältesten Tochter auch noch einen nicht unerheblichen Zuschuss zu den Kosten für Ihren Führerschein versprochen hatten. Aber man lebt ja nur einmal und die ganze Familie war von meiner Idee begeistert, denn Flugurlaub hatten wir das letzte Mal 1994.
Die Abfertigung am sehr familiären Flughafen Memmingen ging entspannt vor sich und nach angenehmen 4 Flugstunden landeten wir auf dem Flughafen Fuerteventura Puerto del Rosario. Nach kurzer Wartezeit hatten wir unsere Koffer vom Band geholt und wurden durch eine Reiseleiterin zum Bustransfer auf den rund 300 m entfernten Busparkplatz gewiesen. Kaum hatten wir Platz genommen ging die Fahrt schon los. Einige der anderen Feriengäste in unserem Bus beklagten sich über die lange Wartezeit zwischen Ankunft der Flüge und der Abfahrt des Busses, denn sie saßen zum Teil schon über eine Stunde auf ihren Sitzen.
Uns war klar, dass die Fahrt zum Hotel eine Weile dauern würde, denn die meisten Urlauber wurden vor uns an verschiedenen Hotels abgeliefert. Trotzdem verging die gute Stunde Transferzeit wie im Flug und beinahe hätten wir verpasst an der richtigen Stelle auszusteigen, denn der Busfahrer machte uns weder auf die Namen der jeweiligen Hotels aufmerksam noch war der in der Lage Fragen in einer anderen Sprache als Spanisch zu beantworten.
Unser Gepäck wurde aus dem Bus ausgeladen und so stiegen auch wir aus und standen gleich von der riesigen Empfangshalle. Bei der Anmeldung wurden wir gleich mit einem Glas Sekt wegen des Geburtstags meiner Frau begrüsst und über die Einrichtungen des Hotels informiert. Jeder bekam ein Armband , sozusagen als Eintrittskarte zu den AI-Leistungen, die Kinder in gelb (ohne Alkohol), da noch nicht 18, die Erwachsenen in blau.
Das All Inclusive – Programm gilt von 08.00 bis 23.00 Uhr.
Im Speisesaal gab es
Frühstück: 07.45 – 10.15
Mittagsbuffet 12.45 – 15.00
Abendessen 19.00 – 22.00
Daneben stehen zur Verfügung:
Thematisches Restaurant Di, Do, So in dem gegen 7,90 EUR Aufpreis je Person besondere Speisen (Hummer etc.) angeboten werden. Diesen Service haben wir nicht genutzt.
Snack-Bar Morro Jable, 12.00 –18.00
Snacks wie Burger, Pizza usw., Salate, Getränke, Eis usw.
Poolbar Humedo 10.30 – 18.00
Piano-Bar Tuineje 18.00 – 23.00
Theater-Bar Betancuria 21.15 – 22.45
Bar Antigua 18.00 – 23.00
Disco Di – Sa 23.00 – 01.30
Unsere Zimmer befanden sich im Hauptgebäude, bis wir dort ankamen standen die Koffer bereits vor den Betten und da es schon dunkel war stellten wir nur fest, dass
1. das Zweibettzimmer komfortabel ausgestattet und großzügig dimensioniert war
2. das Dreibettzimmer durch das zusätzlich hereingestellte Bett aber sehr eng war
3. unsere Zimmer Meerblick, Poolblick und Balkon hatten
4. Das Bad mit Waschbecken, Bidet und Badewanne sehr groß und gut ausgestattet war
Wir machten uns kurz frisch und gingen dann in den Speisesaal. Der sehr große Speisesaal hatte natürlich zur Folge, dass die Wege vom Tisch zum Buffet oft sehr lang waren, allerdings zeigte sich schon am ersten Abend, dass, sich diese Wege lohnten. Das Angebot war umfangreich, vielfältig, schmackhaft, abwechslungsreich und hochwertig. Das galt für alle angebotenen Speisen, vom Fisch über die Fleischgerichte und die Salate bis hin zu den Süssspeisen, dem Obst und den Desserts.
Das Personal war sehr aufmerksam. Wir mussten immer etwas suchen bis wir einen Tisch gefunden hatten, der für uns 5 geeignet war, denn in aller Regel waren immer maximal 4 Gedecke aufgetragen. Ruckzuck war jemand da um noch schnell für die 5. Person einzudecken und einen zusätzlichen Stuhl zu bringen. Ebenso schnell wurde gebrauchtes Geschirr wieder abgetragen, damit der 3., 4, oder gar 5. Gang Platz auf den Tischen hatte. An den Speisesaal grenzt eine größere Terrasse, die wir besonders gerne zum Frühstück und zum Mittagessen benutzten.
Die Getränke kann man im Speisesaal und in der Snackbar selbst aus den Automaten zapfen. Es gibt Bier, Wein (weiß, rose, rot) Softdrinks wie Cola, Cola light, Fanta orange, Fanta Zitrone, Sprite und Wasser mit und ohne Kohlensäure, in der Früh Kaffeautomaten mit 8 verschiedenen Tasten vom Teewasser über die heiße Schokoladen und den Cappuccino bis zum Cortado. In der Snackbar sind zusätzlich alkoholische Getränke wie Campari, Rum, Weinbrand, Cinzano usw. zum Selberzapfen und Selbermixen vorhanden.
Mixgetränke in der verschiedensten Kombinatinen werden an den Bars auf Wunsch zubereitet.
Wer also als AI-Gast nicht auf seine kulinarischen Kosten kommt ist selbst schuld.
Das Hotelgelände ist sehr weitläufig an einem Hang terrassenartig mit 9 zweistöckigen Wohngebäuden, schönen Poolanlagen und attraktiver Bepflanzung gestaltet. Es handelt sich also nicht um eine der klassischen Bettenburgen. Ich muss zugeben, dass es mir nicht gelungen ist in der einen Woche alle 6 Pools auszuprobieren. Unser Favorit war das größte Becken mit der Poolbar. Das noch kalte Wasser kam uns mit jedem Tequila-Sunrise ein bißchen wärmer vor. Eine Plattform höher gab es einen Pool mit Sprudelanlage der beheizt war und zu längerem verweilen einlud. Das selbe gilt für den SPA im Gebäude in dem auch der Wellnessbereich untergebracht ist, ganz unten neben den Tennisplätzen, am Ausgang zum Strand. Dazwischen gibt es auf verschiedenen Terrassen noch andere Becken. Insgesamt laden also 8 unterschiedliche Pools zum Schwimmen, Herumtollen oder Relaxen ein.
Trotz der gefühlt relativ hohen Auslastung fanden wir immer freie Liegen um die Pools. Mattendächer sorgen für Schatten falls es zu warm werden sollte. Wir bevorzugten, auch wegen des ständigen Windes, lieber die sonnigen Flecken, mussten das jedoch trotz hohem Lichtschutzfaktor mit leichten Sonnenbränden auf Schultern und Nasen bezahlen.
Im Hauptgebäude gibt es neben den schon erwähnten Bars und Restaurants noch 3 Läden in denen Souveniers und Kleidung gekauft werden können. Die Preise sind jedoch eher sehr gehoben. Verschiedene Terrassen und Sitzgelegenheiten um die Bars und in diversen Nebenräumen wurden von uns häufig am Abend genutzt weil wir von dort entweder einen tollen Blick aufs Meer hatten bevor es dunkel wurde oder weil wir mit anderen Gästen zusammensitzen wollten.
Die Animation war geistreich, witzig, engagiert aber nicht aufdringlich. Unsere Kinder nahmen die Angebote intensiv wahr. Vom Volleyball über das Bogenschießen bis hin zu den Crazy Games und einem Spanisch-Crashkurs wurde ein täglich wechselndes Programm angeboten. Meine Frau nutzte vormittags die Gelegenheit zum Streching. Die Highlights fanden jedoch abends statt. Die Animateure zeigten eine Playbackshow, die uns die Tränen vor Lachen in die Augen trieb. Eine Tango- Percussion- und Folklore-Vorführung begeisterte uns genauso wie eine ABBA-Revival-Gruppe mit tollen Darbietungen, die in Deutschland sicher nur für teure Tickets zu sehen gewesen wären. Insgesamt muss festgestellt werden, dass die gute Laune des Animationsteams auch auf diejenigen Gäste positiv wirkte, die nicht direkt an den Veranstaltungen teilgenommen haben.
Zum Stand muss das Hotelgelände durch ein Tor verlassen werden. Man kommt dann in ein Einkaufszentrum, muss die Straße über-oder unterqueren und hat dann noch etwa 250 m über Sand und niedrigen Bewuchs bis zum Wasser. Je nach Tide kann es aber passieren, dass man schon vor den feinsandigen Strand durch knöcheltiefes Wasser waten muss.
Der nächste Ort ist Morro Jable, der entweder über den Strand oder an der Promenade entlang zu erreichen ist. An der Promenade befinden sich viele Geschäfte, wie man es von Touristenorten allenthalben gewöhnt ist. Jeden Donnerstag findet ein Afrikanermarkt statt auf dem von Lederwaren über T-Shirts bis zu Handwerksarbeiten und Schmuck alles Mögliche zum Kauf angeboten wird. Es wird behauptet, dass auch in regelmäßigen Abständen Busse verkehren, wir sind zwar ein Mal für 1 EUR pro Person bis Morro Jable gefahren, konnten allerdings nicht nachvollziehen worin die Regelmäßigkeit der Busse besteht. Den Rückweg haben wir also zu Fuss zurückgelegt, was jedoch absolut kein Problem darstellt.
Eigentlich wollte ich noch einen Ausflug mit dem Mietwagen machen, die Familie fühlte sich aber so wohl im Hotel und am Strand, dass wir darauf verzichteten.
Die Barcelo Gruppe hat weltweit knapp 200 Hotels und ich würde aufgrund der Erfahrungen jederzeit wieder in eines der Barcelo Hotels gehen. Als einziger Nachteil könnte im Grunde nur der erhebliche Zuwachs an Körpergewicht innerhalb einer Woche angeführt werden.
Hasta luego – Hoffentlich! weiterlesen schließen
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