Pro:
Story, Steuerung, Atmosphäre, nette Details im Multiplayer
Kontra:
Verbindungsabbrüche, viele kleine andere technischen Macken, Waffensounds, KI
Empfehlung:
Ja
"Alle Jahre wieder." Das Motto der wohl im Moment beliebtesten und erfolgreichsten Ego-Shooter Reihe auf der Welt. Jedes Jahr um die selbe Zeit kommt pünktlich ein neuer Teil der Call of Duty-Serie heraus und jedes mal wieder gibt es kleinere Kinderkrankheiten. Doch nur wenige schaffen es den Hype zu entgehen, den Hersteller Activision auch jedes Jahr wieder vor Release verursacht.
Die bombastischen Trailer, die Werbungen in Magazinen und die ganzen neuen Ankündigung für jeden Teil, sorgen für eine entsprechende Ich-muss-es-unbedingt-haben Situation. Auch ich - der sich gerne mal über die Fehler der Call of Duty-Franchise aufregt - habe es mal wieder nicht geschafft dem ganzen Hype zu entfliehen und habe es mir - wie jedes Jahr - erneut gekauft. Ich könnte mich deswegen - wie jedes Jahr - selber schlagen, aber das ist eine andere Geschichte. Wie und ob mich der neueste Ableger der Spieleserie beeindruckt hat, lest ihr in diesem Bericht.
Doch Vorweg: Eine kurze und grobe Gliederung. Ich werde den Test in zwei größere Abschnitte unterteilen. Einmal gehts um die Singleplayerkampagne und dann lest ihr natürlich auch was zum - wieder einmal - sehr großen Multiplayermodus. Diese Punkte sind natürlich auch noch einmal entsprechend unterteilt.
1. SINGLEPLAYER - Einmal um die ganze Welt
Die Handlung: Wir befinden uns im Jahre 1969. Alex Mason, ein US-Amerikanischer Elite-Soldat, erwacht in einem Raum, der aus einem Alptraum stammen könnte. Er ist gefesselt, von vielen Bildschirmen - mit merkwürdigen Bildern und Zahlen - umgeben und eine verzerrte Stimme fordert ihn dazu auf, sich an ausschlaggebende Momente - besonders an eine Zahlenkombination - zu erinnern. Diese Person - nicht sichtbar für Mason - verfolgt das Geschehen aus einem Nebenraum mit. Immer wieder spricht die Stimme Schlüsselmomente an, an welche sich Mason unbedingt erinnern muss. Da Alex aber offensichtlich an einem Gedächtnisverlust leidet, ist ein Zurückerinnern an diese Momente und die Zahlen unmöglich. Doch schließlich gelingt es Mason - mit der Hilfe der unbekannten Person - sich Bruchteile seiner Erinnerungen ins Gedächtnis zu rufen und frühere Ereignisse aufzuarbeiten. Puzzlestück für Puzzlestück setzt sich vor Masons Auge zusammen. Und schon bald gerät er in ein Spiel, was er nicht mehr steuern kann...
Meinung zur allgemeinen Handlung
Grundsätzlich fand ich die Story sehr unterhaltsam, spannend und das erzeugte Popcorn-Feeling war einfach grandios. Nach dem - meiner Meinung nach - besten Call of Duty Ableger "Modern Warfare 1", welches auch den packendsten Singleplayermodus hatte, besitzt nun Black Ops einen ähnlichen Charme. Es ist nicht ganz so atemberaubend, bietet nicht ganz so viele Highlights und somit erinnert man sich auch nicht an so viele Geschehnisse nach dem Durchspielen zurück, aber trotzdem bietet Entwickler Treyarch höchste Unterhaltung.
Die Erzählstruktur ist endlich mal frisch. Ich denke, dass sich die nachfolgenden Call of Dutys daran orientieren sollten. Die Sache mit den ganzen Erinnerungsschnippseln und den "Aha-Momenten", die daraus entstehen ist einfach nur klasse gemacht. Außerdem wechselt man nicht mehr so häufig die Spielfigur. Man steuert über die ganze Zeit - mit ganz kurzen Ausnahmen - nur Alex Mason und dies tut dem Erzählfluss sehr gut. Mir waren die ganzen Wechsel der Charaktere aus den anderen Teilen viel zu verwirrend, kamen viel zu oft vor und oftmals störte es für mich den Spielfluss. Dieses Problem haben wir hier nicht, endlich hat man sich mal an eine Person gehalten.
Treyarch sagte mal, dass sie eine besondere Bindung zwischen Mason und dem Spieler herstellen wollen. Dies ist ihnen zwar leider nicht gelungen, aber im Endeffekt ist das nicht weiter schlimm. Mal im Ernst: Wer will sich in einem Ego-Shooter mit dem Hauptcharakter in Verbindung setzen, sich mit ihm identifizieren? Man will einfach nur Action erleben und noch dazu ist es fast gar nicht möglich in dieser Art von Spielen solche Bindungen entstehen zu lassen.
Im ganzen Storyverlauf erwarten euch übrigens auch nette Wendungen. Diese sind teilweise vorraussehbar, aber sorgen auch oft für nette Überraschungen. Besonders gegen Ende wird es zunehmend spannender, da man hier wirklich große "Änderungen" erlebt. Auch sowas kenne ich sonst ausschließlich von Call of Duty 4: Modern Warfare. Die anderen Teile wollten da entweder zu viel, und es war dadurch alles viel zu offensichtlich oder man versuchte erst gar nicht nette Wendungen in die Geschichte einzubauen.
Action, Blut und Patronen
Wie oben bereits erwähnt gibt's eine nette Story, mit wenig Köpfchen, aber umso mehr Explosionen. Das erinnert mich immer wieder an Filme von Jerry Bruckheimer. Call of Duty: Black Ops setzt hier aber fast noch einen oben drauf. Die Dialoge sind oftmals ziemlich dünn und man sollte sie nicht zu ernst nehmen, aber dafür kracht es an allen Ecken und Kanten. Durchatmen? Viele Möglichkeiten gibt es hier nicht, denn eine Mission ist aufregender als die andere, und der Entwickler Treyarch hat es wirklich geschafft abwechslungsreiche Aufträge/Kapitel ins Spiel zu integrieren.
Man wechselt sehr oft die Schauorte, auch innerhalb eines Landes. Ob Cuba, Vietnam oder ein Ausflug in die UdSSR. Ob dichter Dschungel, Schützengräben oder Raketenbasen. Es ist wirklich enorm viel Abwechslung drin. Auch gab Treyarch jeden Level eine eigene nette Farbstruktur, was wirklich schön anzusehen ist, auch wenn es vielleicht nicht immer auffällt. Doch die Schauorte sorgen natürlich nicht alleine für die Abwechslung. Es gibt auch häufig mal kleine Fahrzeugpassagen, bei denen ihr entweder einen Schützenplatz einnehmt oder aber auch selber fahren dürft. Es macht schon verdammt viel Spaß, wenn man mit einem Motorrad vor Angreifern flieht, auch wenn es spielerisch nicht sehr anspruchsvoll ist. Doch ihr dürft auch einen Helikopter bedienen und abfeuern oder ein Boot über die Flüsse Vietnams steuern. Diese Passagen sind soundtechnisch verdammt cool untermalt und wenn man bei der actionreichen Bootsfahrt "Sympathy for the Devil" von den Rolling Stones hört, ist das ein atmosphärisches Erlebnis und einer der Höhepunkte des Spiels. In der deutschen Version des Spieles - ich habe die österreichische Version gekauft - ist dieses Lied allerdings heraugeschnitten wurden, da es angeblich kriegsverherrlichend wirken soll. Lächerlich.
Diesmal gibt's aber auch viel häufiger Schleichpassagen. Die sind mindestens genauso aufregend, wie die zahlreichen Ballerabschnitte und haben mir persönlich richtig gefallen. Dieses "Schleichen" verläuft sich - logischerweise - darauf, dass man in feindlichen Gebieten leise vorgehen muss. Da sind schon richtige fette Momente dabei, bei denen man - so ging es mir - aus der Begeisterung nicht mehr herauskommt.
Ansonsten gibt's auch neben den ganzen Explosionen noch viel Pixelblut zu sehen. Da ist es dem Spieler - wohlgemerkt in der österreichischen Uncut-Version - wieder möglich Beine und Arme mit Schrotflinten abzutrennen und in Zwischensequenzen - teilweise in der deutschen Version geschnitten - erwarten euch aufgeschnitzte Kehlen oder aber auch Folterszenen. Call of Duty: Black Ops geizt damit wirklich nicht, aber will damit nicht unbedingt Aufmerksamkeit erregen, da es sich oftmals auch nicht zu ernst nimmt.
Das alles wirkt fast schon wie ein kultverdächtiger Kinofilm zum selber spielen.
Schlau wie Toastbrot
Das ewige Problem von der erfolgreichsten Spieleserie der Welt ist aber immer noch die künstliche Intelligenz der Gegner. Da fasst man sich doch schon öfters mal an den Kopf, wenn der Gegner im Dauertakt an einem vorbeischießt, obwohl man zwei Meter vor ihm steht. Das geht sogar soweit, dass manche gegnerische Soldaten es gar nicht merken, dass man direkt neben ihnen steht und so kann man sie alle ohne wirkliche taktische Vorgehensweisen erledigen. Bei den insgesamt vier Schwierigkeitsgraden (Rekrut, Soldat, Söldner, Veteran) werden auch nicht besonders die taktischen Schwierigkeiten erhöht, sondern man stirbt einfach viel eher, wenn man mal einen Treffer abbekommt. Das Problem bleibt auch auf dem wirklich sehr anstrengenden Schwierigkeitsgrad "Veteran" dasselbe. Die Gegner sind oftmals dumm und stellen sich - wer würde das nicht tun - gerne an rote Fässer, die man als Spieler zum Explodieren bringen kann. Aber das ist wahrscheinlich auch gut so, denn sonst würde man auf "Veteran" ins Fluchen kommen, da an manchen Stellen die unzähligen Gegnerschwärme einen schon den letzten Nerv rauben können. Die KI der eigenen Team-Mitglieder ist dagegen recht okay, und sie erledigen hier und da mal ein paar Gegner. Das gilt aber nur für die Personen/Charaktere, die euch über das ganze Spiel begleiten bzw. für die Story von Bedeutung sind. Die ganzen Standardsoldaten sind auch nicht mehr als Kanonenfutter. Meine Ansicht: Man sollte sich auf die eigenen Kampffähigkeiten verlassen können, denn Wunder sollte man von den befreundeten Mitstreitern nicht erwarten.
In der grünen Hölle
Die technische Seite von Call of Duty: Black Ops gerät im Singleplayer oft ins Schwanken. Einige Level sehen richtig gut aus und andere sind dann doch eher mittelmäßig designt. Im Endeffekt gilt aber für das gesamte Spiel, dass es nicht zeitgemäß aussieht und auch gut und gerne aus dem Jahre 2007/2008 stammen könnte. Denn Call of Duty 4 und 5 sahen nicht bedeutend schlechter aus, hatten sogar zeitweise die gleiche Qualität. Es ist also schon ein Rückschritt zum letzten Ableger der Serie zu erkennen. Besonders negativ sind mir wieder die miesen Texturen aufgefallen. Einige Abschnitte z.B. durch ein feindliches Gefangenenlager haben echt die Qualität eines Playstation 2 Titels. Wenn man da mal näher an eine Wand oder an einen Felsen hinangeht, dann bekommt man einen Schock. Aber auch hier hat man es mit einem ewigen Call of Duty Problem zu tun, was immer noch nicht verbessert wurde und man sich als Käufer etwas verärgert fühlt (ich verzichte jetzt hier mal auf das böse Wort ;-)).
Doch es gibt auch Positives zu berichten. So sind besonders die Abschnitte in Vietnam grafisch sehr gut und besonders der dichte Dschungel (inklusive Regen) sieht fantastisch aus. Man entdeckt auch immer wieder nette Details, wenn man sich etwas - in der sehr linearen Spielwelt - umschaut. Da hat man schon wirklich gutes vollbracht und behaupte jetzt einfach mal, dass Treyarch vielleicht nicht das hübscheste, aber das mit detailverliebteste Call of Duty herausgebracht hat - merkt man später besonders im Multiplayer. Auch die verschiedenen Wettereffekte, die teilweise während einer Mission einsetzen sehen klasse aus, ebenso wie die Animationen der Spielfiguren. Doch Call of Duty hatte damit noch nie ein Problem.
Das Aussehen der Waffen schwankt in meinen Augen etwas. Bei der einen Waffe (z.B. Armbrust) bewundert man viele Details und sie sehen auch optisch lecker aus, aber bei der anderen Waffe (z.B. M16) hat man fast gar keine Details zu bestaunen. Die Nachladeanimationen sind dagegen wieder überall gut geworden.
Strömender Regen
Die Soundkulisse ist wieder ein Streitpunkt und hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Die deutsche Synchronisation - die oftmals negativ bewertet wird - fand ich in Black Ops gar nicht schlecht. Sicher, man hört hier keine Meisterleistungen, aber das Niveau ist um einiges höher als beim letzten Call of Duty. Die Synchronstimmen sind außerdem auch bekannter, d.h. man kennt sie aus Kino und TV. So wird der Hauptcharakter, Alex Mason, von der deutschen Synchronstimme von Gerard Butler synchronisiert und auch Gary Oldmans deutsche Stimme ist hier zu hören. Man hat also schon bekannte Sprecher verpflichtet. Es ist nur etwas ärgerlich, dass eigentlich mehr drin war. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Sprecher gar nicht wissen, welche Gefühle sie ausdrücken müssen bzw. welche Situation man in den entsprechenden Momenten auf den Bildschirm vorfindet. Da wird laut geschrien, obwohl man sich in einer eher ruhigeren Passage befindet und es dazu gar kein Grund gibt. Das Gesprochene wirkt auch nicht selten emotionslos und unmotivierend. Trotzdem gibt es weitaus Schlimmeres in anderen Spielen zu hören.
Die Musikkulisse im Spiel - diese wurde von Treyarch selber gemacht - erweist sich auch als eine sehr gute Wahl. Anders als in Modern Warfare 2 verpflichtete man hier nicht Hans Zimmer, sondern verließ sich komplett auf das eigene Können. Mit Erfolg, denn der rockige Soundtrack ist atmosphärisch und passt perfekt ins Spiel. Mir hat er sogar etwas besser gefallen als der von Hans Zimmer.
Was mir dagegen überhaupt nicht gefällt - und in diesem Punkt hinkt Treyarch den anderen Entwicklerteam Infinity Ward hinterher - sind die Waffensounds. Diese klingen oftmals blechern und dadurch unrealistisch. Man findet hier ein Treyarch typisches Problem vor, denn schon in ihrem anderen Call of Duty (Call of Duty: World at War) ging es ähnlich zu. Um es mal etwas übertrieben auszudrücken: Einige Waffen hören sich an, als würde man zwei Maggi Suppendosen aufeinanderschlagen. Hier erwarte ich mir definitiv mehr, und Treyarch sollte sich da mal ein Beispiel an Infinity Ward nehmen, die jedes Jahr ein guten Sound der Waffen hinbekommen.
Einmal um die ganze Welt
Die Spieldauer des Singleplayers ist mal wieder recht kurz geraten. Mit vier bis neun Stunden findet man erneut ein im Shooter-Genre bekanntes Problem vor. Ich habe aber gefühlt etwas länger gebraucht als bei den ganzen anderen Call of Dutys in den letzten Jahren - dies beläuft sich vielleicht auf eine Stunde. Für mein ersten Durchgang - der war auf Soldat - kam ich auf ungefähr sieben Stunden. Das ist zwar nicht wirklich viel, aber zumindest etwas mehr als bei Modern Warfare 1 & 2 und World at War.
Die Steuerung im Spiel ist mal wieder als gelungen zu bezeichnen und eingefleischte CoD-Spieler werden sich sofort mit dieser zurechtfiinden. Es ist alles beim Alten geblieben und Veränderungen gibt es hier nicht - ist aber auch gut so.
MULTIPLAYER
Der Singleplayer ist zwar wirklich nicht schlecht, aber mindestens 90% der Kunden kaufen sich das Spiel wegen dem Multiplayer. Ich versuche jetzt Unentschlossenen auch hier noch einen Einblick zu geben.
Verbindungsprobleme und "50 Spiele gefunden"
Ich selber konnte das Spiel noch gar nicht so lange im Online-Multiplayer genießen, denn vor ein paar Tagen war es fast noch unmöglich. Auch einige andere Spieler hatten bzw. haben ähnliche Problme wie ich. Zum einen fand ich oftmals einfach keine Spiele. Es stand immer bei der Spielsuche "50 Spiele gefunden", aber es ging einfach nicht weiter. Nach 5 bis 15 Minuten kam dann immer die Meldung, dass man angeblich wohl keine Spiele finden kann. Nur komisch, dass dieses Problem nur einige Spieler hatten/haben. Das Problem war ziemlich hartnäckig. Meist konnte ich es beheben, wenn ich meinen Router kurz ausschaltete, aber auch das klappte nicht immer. Und mal ganz ehrlich? Ich gebe 50 bis 60 Euro für ein Spiel aus, bei dem ich ständig nach einer Problemlösung suchen muss?! Ganz sich nicht. Ein ziemlich misslungener Einstand.
Wenn ich dann mal durch irrwitzige Zufälle den Weg in den Online-Modus fand, kamen schon die nächsten Probleme. Verbindungsabbrüche. Der ausgewählte Host - verläuft sich meist auf Amerikaner, was ich nicht verstehen kann - hatte da meist eine schwache Verbindung und darunter leidet natürlich das ganze Spiel. Da ging's immer ganz schnell wieder zurück in die Lobby, weil keine gute Verbindung mehr bestand. Das sind so die technischen Dinge, die mich gleich am Anfang richtig aufregten (und die Verbindungsabbrüche tun es immer noch), und dabei habe ich das allgemeine Spiel noch gar nicht richtig gespielt. Was da wohl noch kommt?
Viele neue Möglichkeiten
Zum Glück kommt es besser. Call of Duty: Black Ops bietet dem Spieler die Möglichkeit sich jetzt eigene Spielerkarten zu gestalten. Anders als bei jedem anderen Teil der Reihe zuvor, kann der Spieler jetzt richtig kreativ sein. So gibt es die Möglichkeit sich verschiedene "Ebenen" zu kaufen und für diese kann man sich noch dazu Embleme in allen verschiedenen Formen und Arten aussuchen. Man muss die meisten auch erst freischalten, was man durch höhere Ränge/Level erreicht - sehr motivierend. Die Embleme kann man dann noch drehen, in der Größe anpassen und die Farbe auswählen. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass man die Embleme miteinander vermischt und man sich eigene coole Kreationen ausdenkt. So hat jeder Spieler seine ganz eigene Karte und hebt sich somit von anderen Leuten ab. Spaß macht das Gestalten noch dazu.
Auch sind jetzt die Kampfstatistiken wesentlich ausführlicher aufgeführt. Man kann nun nicht nur schauen, welche Präzision man hat, wie viele Kills/Deaths man gemacht hat und wie viele Abschüsse man mit Waffen getätigt hat. Nein, man kann jetzt beispielsweise auch sehen, an welchen Stellen man seine Gegner am häufigsten trifft und kann damit eventuell sogar eigene Schwächen aufdecken. Es verläuft sich im Endeffekt nur auf Kleinigkeiten, aber das sind alles tolle neue Sachen und sowas macht's dann auch aus.
In Black Ops hat man außerdem die Möglichkeit nun seine eigenen Charakter anzupassen, was (Gesichts)tarnungen anbelangt und somit kann man nun endlich frei entscheiden, mit welchem Aussehen man in die Schlacht zieht. Es besteht natürlich auch wieder die Möglichkeit Tarnungen für Waffen zu kaufen und auch hier hat Treyarch tolle Arbeit geleistet. Der Umfang ist auch hier enorm. Zusätzlich kann man das eigene erstellte Bild von der Spielerkarte auf die Waffen drucken lassen, gegen Geld bzw. Punkte versteht sich.
Die größte Neuerung ist jedoch, dass man nun - ich habe es jetzt schon öfters angesprochen - Geld/Punkte verdient. Man muss sich nun erst alle Waffen kaufen, nachdem man sie sich mit den entsprechenden Rängen freigespielt hat. Der Spieler hat also die Möglichkeiten auf größere Anschaffungen zu sparen und das Geld dann gezielt auszugeben. Das gilt aber nicht nur für Waffen, sondern für fast alles. Ob Aufsätze, Embleme, Tarnungen, Perks oder Abschusserien. Doch keine Angst: Man verdient genug Geld, um sich alles gut und ohne Probleme kaufen zu können.
Im Spiel
Okay, das waren jetzt aber nur die Voreinstellungen zum eigentlichen Spiel. Für dieses gilt jedoch, dass es sich wie CoD spielt und das ist auch gut so. Am Anfang muss man sich kurz eingewöhnen, aber so viele grundlegende Veränderungen gibt es hier nicht.
Die neuen Karten sind in meinen Augen sehr gut gelungen, und es gibt nur wenige Totalsausfälle. Die meisten Maps wird man sehr schnell lieben. Ich kann jetzt natürlich nur für mich sprechen, denn jeder hat in diesem Bereich einen anderen Geschmack. Ich hasse beispielsweise alle Karten, die bei Schnee spielen, aber andere finden diese dann wieder klasse. Die Maps sind aber im Grunde alle schön mit Details ausgestattet. Nicht nur die Außenareale bieten schöne Landschaften, sondern auch Innenräume bieten lauter hübscher Sachen und sind schön ausgestaltet. Leider müssen im Vergleich zum Singleplayer - der grafisch auch alles andere als sehr gut aussah - noch ein paar Abstriche gemacht werden. Hier kommt das Spiel definitiv nicht an die saubere Grafik eines Modern Warfare 2 ran und wirkt in allen Bereichen bestenfalls mittelmäßig. Schon etwas enttäuschend, aber dafür gibt's ja jetzt viele neue Möglichkeiten in der Gestaltung der Charaktere etc.. Das ist wenigstens ein kleiner Trost. Die Animationen der Spielfiguren sind aber auch hier gelungen und sehen gut aus.
Nun zum allgemeinen Gameplay: Es spielt sich wie ein Call of Duty. Die technischen Macken und Verbindungsabbrüche/Fehler trüben den Spaß oftmals etwas, aber im Grunde hat man hier einen tollen Shooter auf die Beine gestellt. Auch verziehen endlich mal wieder die Waffen etwas, auch wenn es nicht an Modern Warfare 1 herankommt. Treyarch hat außerdem fast sämtliche Abschusserien überarbeitet und die Liste auch verkürzt - was mir sehr gefällt. Black Ops kommt viel weniger überladen daher als Modern Warfare 2 und überzeugt durch die neuen Abschusserfolge. So gibt es jetzt nach drei hintereinanderfolgenden Kills ein ferngelenktes Auto mit Sprengladung und nach einer fünfer Abschusserie erwartet euch ein Napalmangriff. Für die Motivation sorgen die beiden "höchsten" Abschussserien. Diese bekommt man jeweils nach einem 11er Abschuss und man kann im Hauptmenü auswählen, welche man haben will. Zum einen feiern die Hunde ihr Comeback (die fiesen Viecher gabs ja schon in World at War) und zum anderen gibt's jetzt einen Kampfhubschrauber, den man selber bedienen kann und damit so ziemlich alles platt machen kann, was man will. Eine Atombombe - bei der nach Einsetzen das ganze Spiel zuende ist - gibt es hier zum Glück nicht.
Es sind natürlich auch wieder genug Waffen zum Freispielen vorhanden, die mir jedoch alle bisher nicht sonderlich gefallen, und ich habe noch keine hundertprozentige Lieblingswaffe. Das wird aber bestimmt noch. Die einzelnen Waffen sind wieder in die klassischen Rubriken (MPS, Sturmgewehre etc.) unterteilt und sind somit übersichtlich aufgelistet. Es gibt auch wieder die Perks. Diese sind wieder in drei Punkte (Perk 1, Perk2, Perk 3) unterteilt und sind mit entsprechenden Perks untergliedert. Allerdings ist die deutsche Übersetzung teilweise schon etwas komisch geraden. Der Perk mit dem man schneller die Waffe nachladen kann heißt z.B. Flinkheit. Also dümmer ging's wohl auch nicht?!
Wettspiele
Übrigens: Wenn ihr jetzt irgendwelche Glitcher oder ähnliche miese Spieler erwischt, könnt ihr diese nun mit einer Funktion melden und Treyarch schaut sich dann dieses Problem an. Sehr nett! Bis jetzt sind mir in diesem Teil sowieso viel weniger Glitcher, Hacker oder Camper aufgefallen. Ich hoffe, dass es so bleibt und sie nicht wieder das Spiel versauen.
Außerdem gibt es jetzt auch "Wettspiele" im neuesten Ableger. Hier spielt ihr um Geld/Punkte. Natürlich müsst ihr hier auch Geld als Einsatz bieten. Diesen Modus gibt es in drei Schwiergkeitsgraden. Ich habe mich bisher nur an den ersten beiden versucht, denn schon beim zweiten Modus werden die Summen des Einsatzes (1000 Punkte) ziemlich hoch und wenn man da mal nicht gewinnt bzw. unter die ersten Drei kommt, ist der Einsatz natürlich weg und gewonnen hat man nichts. Die Wettspiele könnt ihr in verschiedenen - recht ausgefallenen - Kategorien spielen. Da gibt es z.B. ein Modus, bei dem ihr nur mit der Pistole und einer Kugel im Lauf und dem Messer ausgestattet seid. Die Leben sind hier begrenzt und ihr bekommt pro Tötung eine neue Kugel. Dann gibts auch noch das "Waffenspiel". Ihr startet mit der Pistole und arbeitet euch mit jedem Kill eine Klasse weiter nach oben vor. Macht mir bisher am meisten Spaß.
Trotzdem bleibe ich lieber klassisch beim Frei für alle und Team-Deathmatch. ;-)
Nach dem Spiel
Und es gibt noch eine Neuerung. Ihr habt nun die Möglichkeit eure gespielten Spiele im "Kino" anzuschauen. Einfach ein Spiel auswählen, - im Kino gibt's da ein extra Unterpunkt - hochladen und anschauen. Dabei kann man auch auf die anderen Spieler umschalten und gegebenenfalls sogar Glitcher finden. Natürlich kann man diesen Modus auch nutzen, um seine Schwäche zu finden oder die Spielweisen von anderen zu beobachten. Auch ganz nett: Ihr könnt euch die Videos bzw. Spiele von Freunden aus der PSN Liste anschauen. Klar, am Ende nur eine Spielerei, aber nett ist es schon.
Zombies dürfen nicht fehlen
Auch der Zombiemodus ist zurück und dürfte für einige zusätzlichen Stunden an Spielspaß sorgen. Hier könnt ihr euch mit maximal drei weiteren Mitspielern gegen Wellen von Untoten schlagen. Richtig fies, denn jede Runde werden es mehr. Ein richtiges Teamspiel, weil nur wenn man sich gut abspricht, kann man hier die Runden überstehen. Ein Headset ist deswegen Pflicht und man sollte vielleicht auch nur mit Freunden bzw. bekannten Spielern aus der PSN-Freundesliste spielen. Der Modus ist online und offline spielbar (jeweils mit bis zu vier Spielern).
Natürlich habt ihr auch bei Black Ops wieder die Möglichkeit offline mit weiteren drei Freunden Spiele auszutragen. Dabei sind alle Maps aus dem Multiplayer vorhanden und es sind bereits am Anfang alle Waffen, Perks etc. frei verfügbar. Eine sehr gute Besserung, wie ich finde, denn ich und Freunde haben ganz ehrlich keine Lust (mal davon abgesehen, dass die Zeit fehlt) offline sich erst hochzuleveln. Dafür danke ich Treyarch.
FAZIT
So, ich hoffe ich konnte allen noch unentschlossenen Käufern etwas weiterhelfen und euch Einblicke in die Spielbereiche geben. Ich denke, dass die Kaufentscheidung besonders bei solchen Spiele-Reihen schwer ist, die jedes Jahr einen neuen Ableger bekommen. Ich selber sehe Black Ops nicht als bestes Call of Duty an, aber es ist in meinen Augen eine Verbesserung zum Killstreak und Patriotismus überladenen Modern Warfare 2. Das Spielen macht im Einzelspielermodus einen großen Spaß und die Story gehört mit zum Besten, was ein Call of Duty jemals geboten hat. Nur Modern Warfare 1 (und in meinen Augen auch Call of Duty 2) bleibt leider bislang weiterhin unerreicht. Der Multiplayer - mit seinen ganzen kleinen und feinen Neuerungen - macht auch eine Menge her, auch wenn die Verbindungsprobleme bislang noch ein richtiger Spaßkiller sind. Da hoffe ich auf ein großen und umfangreichen Patch. Ich bin auch etwas enttäuscht darüber, denn wenn ein Spiel erst gepatcht werden muss, damit es funktioniert, dann kann irgendwo etwas nicht stimmen. Die sollen ein fertiges Spiel auf den Markt bringen und nicht sowas. Auch grafisch ist ein Rückschritt zum Vorjahr (!) zu erkennen und sowas kann einfach nicht sein, auch wenn es jetzt so viele einstellbare Details gibt. Auch an Texturen, der dümmlichen KI und den teilweise miesen Waffensounds hätte man arbeiten MÜSSEN. Man kann einmal den Fehler machen, aber besonders mit den Texturen und der KI geht schon ewig so. Und das Treyarch sich nicht bisschen bei den Sounds der Waffen ins Zeug gelegt hat, verärgert mich schon etwas.
Spaß macht das Spiel in jedem Fall, aber man muss sich immer dabei Fragen, was denn wirklich verbessert wurde. Lobenswert: Es gibt nicht mehr so viele Killstreaks und die ganzen neuen kleinen Details. Deswegen gibts von mir - trotz der ganzen anderen nicht verbesserten Sachen - immer noch knappe 4 von 5 Punkten. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben