Pro:
Grundidee
Kontra:
langweilig, nicht schön geschrieben, zwei Fälle in einem sind zuviel
Empfehlung:
Nein
Beim ersten Anlauf habe ich das Buch „Die drei Fragezeichen – Tödliches Eis“ nach 30 Seiten genervt zur Seite gelegt und wollte es eigentlich nicht mehr anrühren. Beim Hörspiel zu diesem Buch hatte ich aber immer das Gefühl, dass mir zum Verständnis der Handlung irgendwas fehlt und so habe ich mir das Buch am Wochenende doch nochmal gegriffen und diesmal auch zu Ende gelesen.
_Die drei Fragezeichen
Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sind die drei Fragezeichen: junge Detektive, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, jeden Fall zu übernehmen, so knifflig er auch sei. Spezialisiert sind sie auf mysteriöse Vorkommnisse.
Die Eltern von Justus sind bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, seitdem lebt er bei seiner Tante Mathilda und seinem Onkel Titus, der einen Schrottplatz in Rocky Beach, Kalifornien, betreibt.
Auf diesem Schrottplatz haben sich die drei Jungs (mittlerweile Teenager) ein kleines Detektivbüro eingerichtet.
Justus Jonas ist der erste Detektiv, da er etwas dicker ist und deshalb besser mit dem Kopf arbeiten kann als Verbrechern nachzujagen. Peter Shaw ist die Sportskanone und damit der zweite Detektiv. Für die Recherchen und Archivarbeit ist der dritte Detektiv Bob Andrews verantwortlich.
"Wir übernehmen jeden Fall" steht auch auf den Visitenkarten der Drei. Klar, dass sie schon viele spannende, mysteriöse und brenzlige Fälle gelöst haben. Klar auch, dass die drei für die Polizei von Rocky Beach fast schon unersetzbare Helfer geworden sind.
_Darum geht´s
Carol Ford, eine alte Bekannte der drei Fragezeichen (Fall: „Meuterei auf hoher See“), engagiert die Jungs als Verstärkung ihres Teams bei einer Reportage über ein Schlittenhunderennen in Alaska.
Justus, Peter und Bob sollen aber nicht nur Kabel tragen, sondern auch in Fällen von Sabotage ermitteln. Carol glaubt nämlich, dass die Hundeführerin das Ziel von mehreren Sabotageanschlägen ist und sie bitten die Jungs mal ihre Augen und Ohren offenzuhalten.
Das Interesse die Sabotagefälle zu untersuchen wird aber bald geschmälert, denn kurz vor Beginn des Rennens werden im Museum der Stadt bei einer Goldgräberausstellung wertvolle Ausstellungsstücke gestohlen.
Der Dieb hatte aufgrund der Wetterverhältnisse keine Möglichkeit die Stadt mit dem Diebesgut zu verlassen und so muss er sich wohl noch in der Umgebung aufhalten.
Ein gefundenes Fressen für die drei Detektive…
_Meine Meinung
Bislang konnte mich Kari Erlhoff ja nur bedingt von ihren Qualitäten als Autorin der „drei Fragezeichen“-Geschichten begeistern. Um ehrlich zu sein hat mich bisher nur ihr Schreibstil und ihre Fähigkeit Umgebungen, Stimmungen und Figuren zu beschreiben wirklich überzeugt.
Aber selbst das gelingt ihr leider im Fall „Tödliches Eis“ nur phasenweise.
Die Idee, einen Fall der drei Detektive im Eis bei einem Hunderennen spielen zu lassen, wo sie doch sonst meistens im sonnigen Rocky Beach ermitteln, ist wirklich gut und vielversprechend, aber leider wollte die Autorin bei dem Fall einfach zu viel.
Die Sabotage-Geschichte eingebettet in gefährliche Rennpassagen und eventuelle Intrigen der einzelnen Teilnehmer untereinander hätte mir völlig gereicht. Zusätzlich den Diebstahl im Museum zu thematisieren halte ich für überflüssig und die Verknüpfung der zwei Erzählstränge gelingt auch nicht. So gerät die Suche und die Überführung des Saboteurs schließlich ins Hintertreffen und wird dann auf den letzten Zeiten nochmal kurz thematisiert, nach dem Motto „achso, da war ja noch was“.
Dazu kommt noch, dass der Diebstahlsfall nicht wirklich spektakulär und die Auflösung auch etwas dürftig ist.
Schlimmer als eine misslungene Geschichte finde ich im Fall „Tödliches Eis“ aber die misslungene Erzählweise. Es geht um eins der härtesten Rennen der Welt, aber davon bekommt man als Leser nur an einer einzigen Stelle etwas mit. Ansonsten werden die einzelnen Passagen des Rennens immer in zwei Sätzen abgehandelt. Das liest dann in etwa ´Das Rennen begann. Am Abend befanden sich alle Teilnehmer am ersten Ruhepunkt´.
Es ist schwer es zu beschreiben, aber auf den 128 Seiten des Buches passiert nicht viel, aber es wird viel erzählt. Es gibt Anfangs mit den ganzen Teilnehmern des Rennens viele Verdächtige, aber von denen spielen schon nach ein paar Sätzen die meisten keine Rolle mehr. Die Verdächtigen fallen aber nicht wegen ihrer Alibis oder aufgrund der Ermittlungen der drei Fragezeichen weg, sondern sie sind irgendwann einfach nicht mehr da. Da heißt es dann, dass ein Teilnehmer des Dopings überführt wurde und deshalb nicht mehr am Rennen teilnimmt und auch kein Sabotage-Motiv mehr hätte.
Vieles wird einfach so nebenbei erwähnt und mir erschien es beim Lesen immer wieder, als würden Justus, Peter und Bob überhaupt nichts tun, außer dem Rennen zu folgen und sich hin und wieder Erzählungen von Carol oder den Mushern anzuhören, ohne die Infos weiter zu verarbeiten.
In dem Zusammenhang hat mir allerdings gefallen, dass die drei Fragezeichen keine Möglichkeit haben, Recherchen anzustellen und diese Aufgabe an ihre alte Freundin Jelena weitergegeben wird (ich finde es übrigens schade, dass das Mädchen im Hörspiel zum Buch nicht vorkommt).
So ist es zwar am Ende wieder Justus, der den Fall löst und alle um sich herum aufklärt, aber Jelena war für die Ermittlungen auch wichtig und ich finde es gut, dass die drei Fragezeichen auch mal Aufgaben abgeben, wenn es die Situation erfordert.
Das kann allerdings die maue Geschichte und den ebenfalls mauen Schreibstil im Fall „Tödliches Eis“ nicht genug aufwerten. Mir hat das Lesen dieses Buches einfach keinen Spaß gemacht.
_Fakten
Kari Erlhoff: Die drei ??? – Tödliches Eis
Kosmos-Verlag
ISBN: 978-3-440-11568-8
128 Seiten
7,95 Euro weiterlesen schließen
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