Pro:
herrliche Blüten, schöne Schauhäuser, zum Erholen prima
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Vorgeschichte
Vor ein paar Wochen hatten wir in nahe Erfurt einen Termin und wollten die Zeit am Vormittag nutzen um den ega-Park in unserer Landeshauptstadt nach vielen, vielen Jahren mal wieder einen Besuch abzustatten. Gesagt, getan. Aus der IGA, der Internationalen Gartenausstellung der sozialistischen Länder zu DDR Zeiten, wurde der egapark, Erfurter Garten- und Ausstellungs-GmbH. Egal, wie dieses Ausflugsziel sich nennt.....nach wie vor kann man dort sehr viel Schönes sehen. Lasst euch entführen in den...................
egapark Erfurt
Was ist das denn?
Der egapark in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt ist eine Kombination aus Freizeitpark und ganzjährig geöffneter Gartenbauausstellung. Seit 2006 hat er diesen Namen. 1959 entstand auf 65 Hektar eine Art Messegelände, welches 1961 eröffnet wurde. Somit feiert man in diesem Jahr den 50. Geburtstag mit vielen verschiedenen Veranstaltungen. Mit der Wende verlor man an Gebiet für das neue Messegelände und musste umdenken, so kamen für die Besucher ein Schmetterlingshaus, ein Japanischer Garten und ein Aussichtsturm im heutigen 36 Hektar großen Gebiet dazu. Gleich neben dem egapark befinden sich außerdem der Kinderkanal Kika und das Landesfunkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks.
Adresse
Erfurter Garten-
und Ausstellungs GmbH (ega)
Firmensitz:
Magdeburger Allee 34
99086 Erfurt
egapark Erfurt:
Gothaer Straße 38
99094 Erfurt
Telefon: 0361 564-3737
Telefax: 0361 564-3722
E-Mail: [email protected]
Öffnungszeiten
Jubiläumssaison 2011
4. März bis 30. April
Täglich 09.00 bis 18.00 Uhr
1. Mai bis 15. September
Täglich 09.00 bis 20.00 Uhr (Hallen und Schauhäuser bis 18.00 Uhr)
16. September bis 31. Oktober
Täglich 09.00 bis 18.00 Uhr
Eintrittfreie Zeit
1. Januar bis 3. März
Täglich 10.00 bis 16.00 Uhr
1. November bis 31. Dezember
Täglich 10.00 bis 16.00 Uhr
Winteröffnungszeit Pflanzenschauhäuser
(01.11.-29.02)
Täglich 10.00 bis 16.00 Uhr
Eintrittspreise
Erwachsene zahlen in der Hauptsaison 6 Euro, an Veranstaltungstagen 7,50 Euro. ein Kind von 4-6 Jahren zahlt 2 Euro. Für eine Familie muss man 14 Euro hinlegen und in der Gruppe zahlt man 4,80 Euro. Daneben gibt es ermäßigte Preise und Saisonkarten. In der Wintersaison, wenn es keinen Eintritt kostet, zahlt man nur für die Pflanzenschauhäuser, dann 3 Euro für Erwachsene und 1 Euro fürs Kind. Die ganze Familie kommt für 8 Euro in die Häuser. Kinder bis 3 Jahre und Schwerbehinderte mit gültigem Ausweis haben freien Eintritt.
Gaumenfreuden
Überall verteilt auf dem Gelände des egaparks gibt es Gastronomie-Einrichtungen, z.B. den Rundpavillon am Spielplatz, das Restaurant Caponniere und Orchidee, dasPflanzencafé, das Parkcafé, ein Bistro im Terrassengarten und am Rendezvousplatz. Vom schnellen Imbiss bis zum guten Essen, für alle Gaumen gibt es etwas....wir wählten, obwohl es Sonntag war, unsere geliebte Thüringer Bratwurst, wir wollten die Zeit lieber nutzen um viel zu sehen, anstatt uns lange in irgendeine Gaststätte, die sowieso alle recht voll waren, zu setzen. Manchmal denke ich, die Leute gehen irgendwo hin, nur um zu futtern.
Diese Angaben kann man auch detaillierter auf der Internetseite nachlesen, aber ich erspare euch mit meinen Angaben die Suche.
Meine Eindrücke
Wir waren Anfang August dort und der ganze Park war ein einziger herrlicher Blütenteppich. Ich kann gar nicht wieder geben, wie viele verschiedenen Blumensorten, Düfte und Farben mein Augen und meine Nase wahrgenommen haben. Unter anderem kann man im Egapark das größte Blumenbeet Europas, einen Rosengarten, einen Skulpturengarten, die Dahlienschau, Ampelpflanzen- und Pelargonienschau, einen Iris- und Klimawandelgarten, einen Gräsergarten, die Staudenschau und noch vieles anderes mehr betrachten. Das große Blumenbeet hat mich total fasziniert. Die Ehefrau des einstigen IGA-Schöpfers hat damals die Erstbepflanzung entworfen und auf 6000 m² herrliche Ornamente geschaffen. Die fleißigen Helfer im egapark pflanzen und stecken dort jedes Jahr ca. 200000 Pflanzen. Natürlich je nach Saison und Jahreszeit kann man dort die herrlichen Blüten bewundern. Angefangen wird immer im Frühjahr mit Tulpen, Narzissen, Stiefmütterchen und alles endet mit einer wunderbaren Sommerblumenschau bis zum Einsetzen des ersten Frostes. eigentlich müsste man dieses Riesen- Blumenbeet aus der Luft betrachten um alle Ornamente und Muster richtig zu entdecken. Im Rosengarten entfaltet sich ein einfach herrlicher Duft, leider war es im August fast schon zu spät, um alle Blüten in ihrer Pracht sehen zu können. Ungefähr 450 Rosenarten gibt es hier und sogar die Züchtungen aus der DDR sind noch zu sehen. Überall gibt es Plätze zum Ausruhen wo man die Seele baumeln lassen kann. Hübsche Wasserspiele passen hervorragend zum Ambiente. Stille und Harmonie erlebt man im Japanischen Garten....man soll dies zumindest. Wir trafen eine Familie, die große Probleme mit ihren Kindern hatte....beide Kinder quengelten und heulten (ich habe wirklich nichts gegen Kinder) aber eine wirkliche Ruhe konnte man nicht genießen und verzichteten auf einen Rundgang. Ich denke auch, dass man den Japanischen Garten vielleicht während der Kirschblüte besuchen sollte. Der Gräser- und Staudengarten ist ein Genuss....zu jeder Zeit gibt es dort andere Schönheiten zu bewundern. Wenn sich das Gras im Wind wiegt, dann säuselt es, sofern man wirklich Ruhe hat. Wir setzten uns hier auf eine Art Liegestuhl und entspannten unsere Füße.
Habt ihr gewusst, dass die schönen Fuchsien in unseren Balkonkästen ihren Namen nach Leonhart Fuchs haben? Der war nämlich ein Erfurter Philosoph und Naturkundler, auch davon kann man herrliche Exemplare bewundern.
Besonders gefallen mir immer die geschmackvollen Arrangements von Ampeln und Kübeln und gern nehme ich die eine oder andere Anregung mit nach Hause.
Die Dahlien standen im August in voller Blüte. Liebevoll haben die fleißigen Gärtner die großen Sorten an Hölzer gebunden, damit sie schön aufrecht stehen können. Ungefähr 7000 Dalien aus ca.270 Sorten kann man sehen.
Wir hatten an diesem Sonntag gar nicht die Zeit, alles auf der ega anzuschauen, dafür waren wir nicht zeitig genug aufgestanden und ja gebunden an unseren Termin am Nachmittag. Aber zumindest wollten wir uns die Schauhäuser noch betrachten.
Wie in den Tropen
Als wir die Schauhäuser betraten, musste ich mich erst mal akklimatisieren. Der Schweiß schoss mir gleich aus allen Poren. Besonders toll fand ich die einzigartige Vielfalt an Kakteen im Kakteenhaus, die teilweise schon bis zum Glasdach reichen. Was macht man, wenn sie noch weiter wachsen? Kappen oder die Ungetüme durch die geöffneten Fenster wachsen lassen? Das wäre schlecht im Winter. Wir haben selber eine ganze Menge Kakteen, die den ganzen Sommer über hinter dem Haus stehen und mein Mann schafft es immer wieder, dass fast alle stachligen Gesellen blühen.
Sie sind so anspruchslos und trotzdem ist jede Sorte auf ihre Weise schön.
Man geht weiter und kommt zum Orchideenhaus. Diese herrlichen Pflanzen begeistern mich immer wieder. Auch wir haben ja 7-8 verschiedene, aber was es für andere Sorten gibt, die in Farbe und Form so völlig verschieden sind.
Wer Flattermänner nicht mag, sollte das Schmetterlingshaus meiden, denn hier umschweben einen Massen an Schmetterlingen. Jeder auf seine Art hübsch. Seelenruhig sitzen manche auf Blättern und dienen als tolles Fotomotiv, andere flattern rastlos von Pflanze zu Pflanze und lassen sich nie nieder. Eine Dame weist mich höflich daraus hin, nicht mit Blitzlicht zu fotografieren, was ich sowieso nicht gebraucht habe. Im Tropenhaus wurde eine mittelamerikanische Urwaldlandschaft nachgebildet, man kann Kakao, Bananen, Papaya, Vanille oder Kaffeepflanzen bewundern.
So interessant und beeindruckend, wie es war, ich war trotzdem froh, als ich wieder an der Luft war. Im Sommer ist das einfach zu heiß, im Winter dagegen bestimmt sehr angenehm.
Langsam mussten wir Abschied nehmen, denn unser Verwandtschaftsbesuch rückte näher. Gemächlich bummelten wir zum Ausgang, in der Gewissheit, dass wir wieder kommen werden um nicht Gesehenes noch betrachten zu können.
Mein Fazit
Ein absolut empfehlenswertes Fleckchen Erde. Wenn ich Erfurterin wäre, hätte ich sicher eine Saisonkarte für 29 Euro. Der Erholungseffekt ist absolut, man tut was für alle Sinne, man bewegt sich, ist an der frischen Luft und sieht so viele schöne Dinge. Ein wenig neidvoll schaue ich immer auf Omas und Opas, die mit ihren Enkeln unterwegs sind und ihnen alles erklären. Irgendwann werde ich das auch tun können. Wer also mal nach Thüringen kommt, sollte Erfurt sowieso besuchen, weil es einfach eine tolle Stadt ist und wer genug Zeit hat, der sollte einen egapark-Besuch einplanen.
Der Rahmen eines solchen Berichtes würde gesprengt werden, wenn man alle Details nennen würde....bitte betrachtet meinen Bericht als kleine Anregung. weiterlesen schließen
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