Pro:
Schauspieler
Kontra:
berührt nicht, keine neue Story, zu viele Aspekte werden nicht ausreichend behandelt
Empfehlung:
Nein
Der Trailer zu „Contagion“, den ich vor einiger Zeit im Kino gesehen habe, konnte mich nicht genug überzeugen, für den Film sofort ins Kino zu rennen und auf meiner Wunsch-Leih-Liste stand der Film eigentlich auch nicht. Einige positive Kritiken führten aber nun doch dazu, dass ich mir den Film ausgeliehen und angesehen habe.
_Darum geht´s
Beth Emhoff kehrt von einer Geschäftsreise aus Asien zurück. Kurze Zeit später bricht sie von Fieberkrämpfen geschüttelt zusammen und stirbt im Krankenhaus.
Kurz darauf stirbt auch ihr kleiner Sohn und Leute, denen sie auf ihrer Reise begegnet ist. Die Autopsie bringt das Unfassbare ans Licht: man hat es mit einem sehr aggressiven und bis dato unbekannten Virus zu tun, der sich rasend schnell verbreitet und leicht überträgt.
Auf der ganzen Welt sterben Menschen. Wissenschaftler und Ärzte arbeiten fieberhaft an einem Impfstoff, doch auch die Akademiker sind nicht immun gegen das unbekannte Virus.
Es dauert nicht lange, bis weltweit Panik ausbricht, die vom Blogger Alan Krumwiede, der sich negativ über die Weltgesundheitsorganisation und die Pharmaindustrie äußert, noch verstärkt wird.
Zur Angst vor der Viruserkrankung kommt bei vielen Menschen nun doch die Angst vor den Artgenossen hinzu. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
_Meine Meinung
Die Geschichte um einen unbekannten Virus, der die Menschen über kurz oder lang dahinraffen wird, ist nicht neu und möglicherweise auch ein Thema, das gar nicht so realitätsfern ist, welches hier mit hochkarätigen Schauspielern filmisch umgesetzt wurde.
Dass ein ganzer Sack voll oscarprämierter Darsteller aber noch lange keinen guten Film ausmacht, ist ebenfalls nicht neu und beweist sich bei „Contagion“ mal wieder eindrucksvoll.
Der Film ist einfach langweilig und liefert nur sehr wenig neue Aspekte des Horrorszenarios. Sobald eine Seuche ausbricht werden die Menschen zu Tieren, plündern Geschäfte, werden gewalttätig etc. – das ist es, was uns solche Filme ja immer suggerieren, um Spannung und beklemmende Gefühle zu erzeugen, aber nichtmal das gelingt Steven Soderbergh in „Contagion“.
Ich finde, der Film geht viel zu ambitioniert an das Thema heran und bemüht sich möglichst alle Aspekte einer solchen Katastrophe zu beachten. Da sind die Opfer, die Wissenschaftler, die Ärzte, Politiker, Verschwörungstheoretiker und Pharmavertreter etc. So kommt es während des Films zu sehr vielen Sprüngen in der Handlung und mir fiel es teilweise schwer dem Ganzen zu folgen und ich konnte auch nicht alle Personen richtig ihrem Tätigkeitsfeld zuordnen.
Interessanter hätte ich es gefunden, wenn man sich auf einen oder zwei Aspekte gestützt hätte. Die Rolle des Bloggers hätte da sehr viel Potential geboten, für eine kritische Betrachtung des Umgangs mit einer solch verheerenden Virusinfektion.
Die Fälle von Schweinegrippe und EHEC haben uns doch in der letzten Zeit gezeigt, dass die Leute eben nicht in Panik geraten und nach einem Impfstoff lechzen, sondern eher abwarten und auch nicht wie die Vandalen in Geschäfte eindringen.
Aufklärung ist es, wonach die Menschen suchen und die bekommen sie auch bei „Contagion“ nicht. Da ist es kein Wunder, dass Menschen im Internet nach Informationen suchen. Blogger Krumwiede macht mir da am Anfang auch durchaus einen intelligenten Eindruck und gibt dem Film Anreize zum Nachdenken. Jedoch verkommt auch diese Figur am Ende zur Marionette der Pharmaindustrie und wird sehr negativ dargestellt.
Schlussendlich ist „Contagion“ aber auch nur ein ganz gewöhnlicher Katastrophenfilm, bei dem 26 Millionen Menschen sterben (was nur in einem Nebensatz kurz erwähnt wird und auch deshalb wenig berührt) und am Ende die Pharmaindustrie ein Mittel findet und alles gut wird.
Der Film bemüht sich zwar durch gedeckte Farben und zurückhaltende Schauspieler um Ernsthaftigkeit und möchte in gewissem Maße auch nicht wie ein Spielfilm wirken, aber das gelingt nur bedingt.
Unterhaltung ist womöglich nicht das, was „Contagion“ in erster Linie bieten möchte, aber ich habe mich bei dem Film einfach nur gelangweilt und ihn auch nicht sehr ernst genommen. Ein solcher Film sollte zumindest zum Nachdenken anregen, aber auch das gelingt „Contagion“ nicht.
_Allgemeines
"Contagion". USA 2011
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Scott Z. Burns
Darsteller: Gwyneth Paltrow, Matt Damon, Laurence Fishburne, Kate Winslet, Jude Law, Armin Rohde
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
_Die Blu-ray
Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1), Spanisch (DD 5.1), Französisch (DD 5.1), Italienisch (DD 5.1), Tschechisch (DD 5.1), Türkisch (DD 5.1), Russisch (DD 5.1), Ungarisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch (für Hörgeschädigte), Niederländisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Tschechisch, Rumänisch, Türkisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Arabisch, Finnisch, Isländisch, Russisch, Griechisch
Bild: 1.85:1
_Bonusmaterial
• Die Realität von Contagion
• Die Contagion-Detektive
• Wie ein Virus die Welt verändert
Das Bonusmaterial ist wie schon der Film sehr enttäuschend, aber ehrlich gesagt habe ich auch nichts anderes erwartet als ein paar Interviews und ein paar Aufnahmen hinter den Kulissen, wo einem wieder suggeriert wird, dass „Contagion“ sehr real ist und es irgendwann genauso passieren wird – gähn.
_Mein Fazit
„Contagion“ gelingt es trotz durchaus realistischem Szenario nicht berühren und zum Nachdenken anzuregen….und das trotz Starbesetzung ist einfach schach. weiterlesen schließen
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