Pro:
Action
Kontra:
Schauspielerisch und von der Inszenierung gewöhnungsbedürftig
Empfehlung:
Ja
Regisseur Steven Soderbergh ist nicht gerade für Actionfilme bekannt. Meist bewegt er sich im Thriller oder Drama Genre. Mit "Haywire" hat er einen Actionthriller gedreht und dabei einige bekannte Darsteller um die unbekannte Hauptdarstellerlin Gina Carano versammelt: Michael Douglas, Bill Paxton, Antonio Banderas und Ewan McGregor. Allerdings sollte man hier keinen Non-Stop Actionfilm erwarten.
Film:
Originaltitel: Haywire
Jahr: 2012
FSK: 16
Laufzeit: ca. 93 Minuten
Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Gina Carano, Michael Douglas, Ewan McGregor, Antonio Banderas, Bill Paxton
Story:
Mallory (Gina Carano) ist eine Agentin und hat mit ihren Kollegen in Barcelona erfolgreich eine Geisel befreit, da bekommt sie von Kenneth (Ewan McGregor) schon den nächsten Auftrag, der sie nach Dublin führt, wo sie zusammen mit einem Agenten ein Pärchen spielen und Informationen sammeln. Aber kaum im Hotel wieder angekommen, will der Agent sie töten, aber Mallory kommt ihm zuvor und schießt ihm, mit einem Kissen als Schalldämpfer, in den Kopf. Von nun an ist sie auf der Flucht, denn Kenneth will sie tot sehen. Den Grund kennt Mallory nicht. Sie kann nach Amerika flüchten, aber Kenneth und seine Leute sind ihr auf der Spur. Auch Mallory´s Vater (Bill Paxton) gerät in Gefahr. Mallory will wissen, was vor sich geht. Aber kann sie Kenneth aufhalten?
Darsteller:
Gina Carano spielte in "Blood And Bone" mit.
Michael Douglas ist in "Black Rain" oder "Wallstreet" zu sehen.
Ewan McGregor spielte in "Star Wars: Episode 1-3" sowie "Illuminati" mit.
Antonio Banderas ist in "Assassins - Die Killer" und "Desperado" zu sehen.
Bill Paxton spielte in "Aliens" und "True Lies" mit.
Regie:
Steven Soderbergh führte auch bei "Ocean´s 11", "Ocean´s 12" und "Ocean´s 13" Regie.
Meinung:
Die Ausschnitte im Fernsehen sahen nicht schlecht aus, und nur, weil ein Regisseur mit dem Genre nicht so vertraut ist, heißt es ja noch lange nicht, daß der Film nichts ist. Im Grunde ist es auch kein schlechter Film, allerdings kommt dieser auch nicht so richtig in Fahrt. Die Spannung hält sich in Grenzen, auch wenn Mallory meist flüchtet und man sich fragt, was sie als nächstes unternehmen wird. Sonderlich rasant ist dieses nicht inszeniert, wenn man mal von den Actionszenen absieht. Komisch fand ich, daß Mallory ihre ganze Geschichte einem Fremden, den sie eben erst bei einer Auseinandersetzung mit einem ihrer ehemaligen Kollegen getroffen hat, erzählt und das, ohne etwas auszulassen. Dachte immer, es gibt diese große Geheimhaltung. Da hätte man sich einen anderen Weg zur Erzählung der Geschichte, was vorgefallen ist, finden sollen. Oder die Geschichte von Anfang gleich erzählen und nicht zu Beginn gleich mittendrin anfangen. Verfolgen kann man das Ganze gut, wobei nicht ganz klar ist, wieso Mallory auf die Abschußliste steht. Erst zum Schluß wird dieses kurz erwähnt, da muß man schon genau zuhören, um es nicht zu überhören.
Was die Action angeht, so darf man hier nicht pausenlos Action erwarten. Es gibt hauptsächlich mehrere Nahkämpfe zu sehen, die auch gut inszeniert sind, wie der Kampf im Hotelzimmer. Das Ganze ist auch mehr im Mixed Martial Arts Stil, da die Hauptdarstellerin wohl dies auch macht und somit im Film zeigt, was sie so drauf hat. Ein paar Schießereien gibt es auch, allerdings sind diese kurz gehalten und nichts großes. Zwar ist die Action gut im Film verteilt, aber mehr hatte ich da schon erwartet. Einen großen Showdown gibt es auch nicht ganz. Es ist ein Kampf zwischen Kenneth und Mallory zu sehen, aber dieser ist auch etwas kurz gehalten.
Von der Inszenierung her ist das Ganze mehr ruhig. Die Hintergrundmusik dreht kaum richtig auf und bleibt bei ruhigen Klängen, und auch von den Darstellern her gibt es kaum große emotionale Szenen. Gina Carano sieht gut aus und erinnert zu Beginn etwas an Sandra Bullock, darstellerisch zeigt sie aber nicht viel. Meist bleibt es bei dem emotionslosen Gesichtsausdruck, den man von Actiondarstellern kennen und mögen gelernt hat, aber sie wurde wohl hauptsächlich wegen der Actionszenen als Hauptdarstellerin genommen, und das klappt gut. Michael Douglas taucht ab und an mal auf und gibt ein paar Sätze von sich, Ewan McGregor als Bösewicht ist okay, kann sich aber auch nicht so richtig beweisen. Antonio Banderas und Bill Paxton haben kleinere Nebenrollen, die sie gut spielen, aber wenn man alles zusammen nimmt, kommt doch jeder mehr emotionslos daher und spricht seine Sätze herunter. Wahrscheinlich ist dieses von Soderbergh so gewollt und soll wohl mal etwas anderes im Film sein, aber ich hätte mir da mehr Charaktere gewünscht, die herausstechen und von guten Darstellern gespielt werden. Da hat man schon so Top Darsteller, nutzt dies aber nicht aus, um sie gut auf der Leinwand zu präsentieren. Fand ich schon schade.
Der Film soll ungeschnitten im Kino sein und bietet auch eine gute Synchronisation. Michael Douglas, Antonio Banderas und Ewan McGregor haben ihre Standard Synchronstimmen bekommen, anders will man sie aber auch nicht hören.
"Haywire" ist jetzt nicht so der große Actionfilm geworden wie erwartet. Zwar sind die Actionszenen gut, allerdings zu wenig im Film. Schauspielerisch wird das Ganze auch nicht so genutzt. Einmal anschauen kann man sich den Film, weswegen ich auch noch wegen der Actionszenen eine Empfehlung gebe, allerdings sollte man nicht zuviel erwarten. weiterlesen schließen
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