Pro:
Grafik, Sound, Synchro
Kontra:
Steuerung, zu viel Shooter - zu wenig RPG
Empfehlung:
Ja
Vorwort:
Vor einiger Zeit und in regelmäßigen Abständen durfte ich mir Lob zu Mass Effect anhören. Mit den Worten, dass ist so toll, dass musst du spielen, ließ ich mich fast schon überreden und holte mir das Spiel wenig später. Ich hielt Mass Effect nach den Erläuterungen für ein Rollenspiel mit leichten Shooter-Elementen, leider stellte es sich heraus, dass es sich um einen Shooter, mit leichten Rollenspiel-Elementen handelte. Natürlich waren die 60Euro nun unwiderruflich weg, doch ich arrangierte mich mit dem Titel und verbrachte einige Stunden damit.
Gameplay:
Mass Effect spielt in einer fiktiven Zukunft, in der ihr fremde Planeten erkundet und zeuge werdet, wie der Menschheit schlimmes angetan wird. Stark bewaffnet macht ihr euch auf, den Übeltätern das Handwerk zu legen. Dabei trifft euer männlicher Protagonist auf andere Personen, die sich ihm anschließen. Mit voranschreiten nimmt das Schreckensszenario zu und ihr müsst euch für einige starke Kämpfe bereitmachen. Die Angriffe der Gegner erfolgen nicht nur vom Boden, sondern auch aus der Luft. Somit müsst ihr das Ziel manuell erfassen. Ist das Fadenkreuz rot gefärbt, habt ihr dem Gegner im Visier und ihr solltet so schnell wie möglich ballern. Gerade das zielen ist besonders wichtig, denn eure Munition besteht nicht grenzenlos und muss nach einigen Schüssen wieder aufgeladen werden. Ihr könnt aber auch eure Waffe rechtzeitig wechseln, dazu öffnet ihr per Tastendruck ein Ringmenü und erwählt eine neue Waffe. Das Spiel pausiert währenddessen und ihr müsst kein Ausnutzen der Situation befürchten.
Schon jetzt bemerkt man, dass sich von einem Rollenspiel nicht wirklich viel findet. Alles erfolgt in Echtzeit. Ihr müsst also mit den linken Analogstick das Ziel erfassen, was schon eine Fummelarbeit sein kann. Natürlich bewegt sich der Gegner auch, was die Situation nicht leichter macht und so verliert ihr unter Beschuss, einiges an Lebensenergie. Diese könnt ihr noch einige male aufladen, doch ist dies auch nicht unendlich möglich, daher sollte die Option mit Bedacht gewählt werden. Zudem seid ihr nicht alleine Unterwegs und daher gilt das Augenmerk auch auf eure Verbündeten, die genauso Heilung benötigen. Ihr bei ihnen die Lebensenergie dem Ende zugeneigt, könnt ihr sie wieder auferstehen lassen, doch bei euch bedeutet derselbe Zustand das Game Over. Natürlich soll es soweit nicht kommen, daher könnt ihr euch hinter gewissen Gegenständen verstecken, oder euch heranschleichen. Damit sich eure Chancen auch steigern, gibt es wertvolle Gegenstände zu entdecken. Manche sind aber in Containern verstaut, die mit einem Sicherheitsschloss versehen sind. Um dieses zu knacken müsst ihr sehr flink reagieren und die angezeigten Tasten auf dem Controller drücken.
Nun kommen wir einmal zu den RPG Elementen. Natürlich kann euer Protagonist in der Stufe aufsteigen und seine eigenen Werte verbessern, doch ist der Schwerpunkt bei Mass Effect ein anderer. Der Titel gestaltet sich sehr dialoglastig und ihr könnt mit allen verfügbaren Personen ein Gespräch beginnen. Dabei ergeben sich oft mehrere Antwortmöglichkeiten. Leider ist das Spiel recht linear gestaltet, sodass eure Antwort auf den gewünschten Satz gelenkt wird, ohne einen Einfluss zu hinterlassen. Wie in den meisten Rollenspielen, oder die die eines sein wollen, gibt es zu der Hauptmission noch kleinere Aufgaben zu erfüllen. Diese kommen aber recht spontan, wie beispielsweise nach dem Betreten eines Planeten.
Technik:
Die Optik ist schön anzuschauen. Ihr bekommt großflächige fremde Planeten und seltsame Gestalten geboten. Was mir aber besonders positiv auffällt, ist die tolle Mimik der Figuren. Ebenso sind Gesichter gut ausgestaltet. Generell gibt es nichts zu meckern, denn die Grafik ist Top. Was sich aber von den üblichen Shootern abhebt ist die Perspektive, denn ihr schaut euren Protagonisten über die Schulter und steuert ihr nicht aus der Ego-Perspektive.
Die Musik bietet auch eine tolle Soundkulisse. Gerade Electro-Sounds werden die meiste Zeit aus den Boxen geschleudert. Zum Szenario passt es bestens und steigert die Atmosphäre bestens. Wie beschrieben ist das Spiel sehr dialoglastig, ihr bekommt also viel zu lesen. Gleichzeitig wird das geschriebene Wort vertont. In deutscher Sprache bekommt ihr alles dargeboten und die Synchronisation ist sehr angenehm anzuhören. Dazu wird noch der ständige Schusswechsel hervorgehoben, was ich bei einem Shooter als angenehm bezeichnen möchte, obwohl ich diese Art von Spielen ansonsten Ignoriere.
Die Steuerung ist auf der Xbox360 sehr knifflig. Gerade das zielen per Analogstick ist nervtötend und geht aufs Gemüt. Ein sich bewegendes Ziel zu verfolgen wird da schnell zur Geduldsprobe. Ich werde oft an den gleichen Stellen getötet, da es mir einfach nicht gelingt, die Gegner schnell und genau zu erfassen. Da Mass Effect als Rollenspiel deklariert ist, hätte ich mir eine automatische Zielerkennung gewünscht. Aber gut, ich möchte mich daran nicht ewig aufhalten, denn ansonsten macht die Steuerung alles richtig und geht leicht von der Hand, trotzdem spielt sich der Titel auf einem PC sicher angenehmer.
Fazit:
Ihr bekommt sicherlich kein schlechtes Spiel, soviel ist sicher, doch werde ich mich nie mit Shootern anfreunden können. Die RPG-Elemente kommen definitiv zu kurz, auch wenn euch suggeriert wird, dass ich während der Dialoge alle Freiheiten hättet. Ihr erhaltet aber eine lineare Story, die in Haupt- und Nebenaufgaben unterteilt ist. Zudem kann euer Protagonist seine Attribute durch einen Stufenanstieg anpassen, oder seinen Fundus erweitern. Für mich reicht dies aber nicht aus, da ich oftmals an der Steuerung verzweifle, sofern es zu Kämpfen kommt. Weitere Teile werde ich mir nicht zulegen, doch möchte ich ein weiteres mal erwähnen, dass Freunde von Shootern sicherlich auf ihre Kosten kommen werden. weiterlesen schließen
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