Pro:
lecker, wohltuend
Kontra:
man muss Lakritze mögen, Preis
Empfehlung:
Ja
Hallo Schleckermäuler,
nachdem der Schweizer Bonbon-Gigant Ricola offensichtlich genug von einfachen „Schweizer Kräuterzückli“ hat, will man es mal wieder wissen. Mit drei neuen, selbst hochgelobten Produkten möchte man seinen Markt für Kräuterbonbons weiter ausbauen. Mit Hilfe der Testerseite www.buzzer.biz verleitet man willige Süßmäuler zum Ausprobieren. Eine Kampagne, die natürlich Ihresgleichen sucht. Eine dieser Bonbon –Lutscher das bin ich. Auserkoren aus Millionen Freiwilligen! Testobjekt Nummer drei und somit auch das Letzte der Probanden: „Ricola Lakritz“.
===Düstere Nascherei===
Lakritze ist schon eine geniale Nummer. Wer immer auf diesen Trichter kam dieses Süßholz in eine leckere Süßigkeit zu verwandeln, möge lange, lange hochleben. Ob salzig oder süß – egal. Am liebsten mag ich das Zeug in aufgerollter Form von einem bekannten Hersteller aus der Region Bonn. Mit diesen schneckenförmigen Lakritzrollen kann man mir den Tag echt versüßen. Daher freute es mich sogar riesig, dass auch Bonbon-Gigant Ricola seine süßen Exponate um die Lakritz-Variante erweitert. Wer kann schon behaupten zukünftig eine Tüte mit kräutrigen Lakritzbonbons auf Abruf im Auto parat liegen zu haben? Natürlich nur wenn´s auch schmeckt. Der Vorteil gegenüber der Lakritzschnecken ist glasklar die längere Haltbarkeit. Und vielleicht ja sogar auch die Kräutermischung.
Ach ja, womit wir beim Thema wären.
Dunkel, fast schon schwarz schickt sich die verpackende Tüte an, so gut wie möglich den willigen Käufer an das Objekt Lakritze zu erinnern. Meiner Ansicht nach eigentlich ein gar nicht mal so negatives Erscheinungsbild, denn statt einem ewigen lächelndem bunten Farbschema drückt dieses Ambiente einmal etwas Kreatives aus. Etwas Modernes, Wohlwollendes statt verspielt, gesund, normal. Gefällt mir gut. Wäre Hersteller Ricola auch bei diesem Beutel nicht ganz so sparsam mit dem Nettoinhalt von fünfundsiebzig Gramm und läge einmal fünfundzwanzig Gramm drauf, wäre zumindest schon einmal ein positives Staunen hinsichtlich eines Bonussternes gegeben. Aber nein, der Schweizer Bonbonhersteller mag´s auch hier eher bescheidener, sogar im Preis. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Testobjekten „Cranberry“ und „Apfelminze“ braucht man für die Süßholzvariante hier statt € 2,70 einen Euro weniger auf den Kassentresen zu bugsieren. Wie edel. Aber warum ist das so? Fallen diese Bonbons in der Herstellung preislich tatsächlich so viel geringer aus wie so manch andere Lutschfreude?
An den berühmt berüchtigten dreizehn Kräutern kann es jedenfalls nicht liegen. So lese ich altbekannte Namen wie Schafgarbe, Ehrenpreis und Andorn. Aber auch neue: Thymian, Salbei, Bibernelle (oder auch Pimpernelle). Auch hier setzt man auf einen Kräuterauszug, allerdings auf nur fünf Prozent (statt 6%). An der Hauptzutat- dem Süßholz- befinden sich übrigens 2,1% in (mal wieder) einhundert Gramm der Bonbons.
Erfreulicherweise verzichtet man bei diesen Bonbons auf künstliche Süßstoffe. Stattdessen setzt man auf die Steviapflanze. An sich ein schöne Art zu Zuckern. Vorteil: Die Zähne werden nicht befallen, es entsteht eine angenehme Süße. Ein Freund von mir, der dieses Zeug tagtäglich nutzt bestätigt mir, dass bereits eine geringe Menge genügt, um eine angenehme Süße zu erhalten. Allerdings (nur mal zur Info) muss man schon ein wenig die Menge abwägen, denn nimmt man zu wenig wird´s nicht süß genug, dafür umso heftiger wenn die Kelle mal ausrutscht.
Auch das beinhaltende Ammoniumchlorid hat seine schönen Seiten: So ist dieses Zeug für den salzigen Geschmack bekannt. Wir kennen es aus den Salmiaks-Naschereien. Auch hier gilt die Weisheit wie beim Stevia: Zuviel ist nix gut!
Neben der Pfefferminze (als einer der dreizehn Kräuter) gibt Hersteller Ricola zudem noch Menthol sowie ein natürliches Minz- sowie Sternanisaroma hinzu- für die Frische. So langsam glaube ich wirklich, dass man hier ein günstiges, aber natürliches Produkt präsentieren möchte.
Nun noch ein kleiner Blick auf die vorhandene Nährwerttabelle, die auch im Lakritz-Bonbon-Bereich keine weiteren Neuerungen auflistet. So sind im Kalorienbereich 235 Kcal (990 KJ) intus und die Kohlenhydrate mit 96 Gramm inszeniert werden, wobei fünfundneunzig Gramm vom Stevia herrührt. Einziger Überraschungsteilnehmer in dieser Kategorie ist das Fett. Die gleichnamigen Gesättigten sind mit einem Gramm in eben einhundert Gramm vertreten. Gut oder schlecht? Muss wohl jeder selber entscheiden.
===Geschmacksexplosion
Welch Verwunderung: Die Bonbons sind dunkel. Von einem Lakritz-Schwarz kann hier allerdings keine Rede sein. Dafür sorgen wohl die Inhaltstoffe. Nach einer kurzen Auswickelphase präsentiert sich das kleine ovale Testobjekt in einem hellen Braunton. Irgendwo unleserlich dazwischen prangert das „Ricola-R“. Nun zeig was du kannst! Sei ein ganzes Bonbon und sei du ein würdiger Gegner bezüglich deiner beiden Vorgänger!
Ab in den Mund!
Und tatsächlich. Das kleine Ding schmeckt. Dicke Lakritzaromen durchfluten meinen Mund. Mit viel Ach und Krach kann ich sogar etwas der Kräuterextrakte ergaunern, aber das Menthol tut seine Wirkung: Es erfrischt. Und das ohne krasserweise durch den kompletten Kopf zu düsen und jegliche Verstopfung (oder die die es einmal sein könnten) aus dem Weg zu räumen. Die Süßholzvariante ist nicht zu süß und schmeckt keinesfalls künstlich. Verdammt, es fällt mir echt schwer hier irgendeinen negativen Punkt herauszuschmecken. Ich möchte fast behaupten, dass hier ein kleiner Begeisterungssturm durch meine süße Seele verläuft. Krass! Und mit viel Fantasie würde ich sogar jede Unterschrift unter den Schriftzug setzen, dass auch dieses Bonbon (Zitat Hersteller)„wohltuend und erfrischend für Mund und Hals“ (Zitat Ende) ist. Zumindest verbreitet es das Gefühl.
Fazit: Geile Nummer. Klein, handlich, günstig, lecker. Wer Lakritze mag, sollte sich ab und an tatsächlich auf diese Ricola-Abwechslung gönnen. Mit ihrer leicht salzigen, aber auch malzigen Art ist es Ricola gelungen, ein für mich perfektes Bonbon zu kreieren. Na endlich, mag jetzt der ein oder andere Leser denken. Na gut, aber wie sagt ein bekanntes Sprichwort doch so schön: „Was lange wärt, wird noch viel besser als erwartet!“
Somit schließe ich (als wohl Letzter der tausenden auserkorenen Lutschbegeisterten) die Aktionsphase „Ricola Kräuterbonbons“ mit einem sensationellen Ergebnis für den dritten Probanden: Fünf Sterne und eine Kaufempfehlung. Hier stimmt einfach alles. In diesem Sinne gebt auch einmal dem Allerletzten eine Chance!
===Grundinformationen===
Name: Ricola Lakritz Schweizer Kräuterbonbon
Hersteller: Ricola
Preis: € 1,70
Einheit: 75g
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